Weltweit erste Einzelausstellung der „Queen of Less“

Jil Sander gehört zu den einflussreichsten zeitgenössischen Modedesignern. Die schlichte und zeitlose Eleganz ihrer Entwürfe, gepaart mit den hochwertigen Materialien und raffinierten Schnitten brachte ihr den Titel „Queen of Less“ ein. Schließlich sind es die Zurückhaltung und die Klarheit, die Jil Sanders Mode spektakulär machen. Eine Ausstellung des Frankfurter Museums für Angewandte Kunst (MAK) mit dem Titel „Jil Sander. Präsens“ widmet sich jetzt der Ästhetik der Designerin in ihrer Mode sowie darüber hinaus und vermittelt diese dem Besucher durch multimediale Elemente.

Bis ins kleinste Detail hat die Modedesignerin selbst, in enger Zusammenarbeit mit dem Museum und vor allem mit Museumsdirektor Matthias Wagner K, die weltweit erste Einzelausstellung zu ihrem vielseitigen Gesamtwerk in einem Museum mitentworfen und umgesetzt.

Auf drei Etagen und über 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, fast der gesamten Museumsfläche des MAK, wird der Besucher nicht chronologisch durch Leben und Schaffen der Modedesignerin geführt, sondern thematisch. Die Ausstellung ist kein Rückblick auf die Karriere Sanders und die Geschichte des Unternehmens, keine Retrospektive ihrer Kollektionen – Zeitangaben fehlen völlig an den Exponaten und unterstreichen somit die Zeitlosigkeit von Sanders Entwürfen. Der Besucher erkundet vielmehr das Gesamtwerk der Künstlerin und durchläuft dabei Räume zu den Themen Modekollektionen, Accessoires, Kosmetik, Modefotografie und Kampagnen, aber auch zu Architektur und Gartenkunst. Ein Laufsteg, Sanders Atelier sowie ein Flagshipstore wurden für die Ausstellung nachgebildet.

Sanders Wahl für die erste Ausstellung zu ihrem Werk fiel nicht ohne Grund auf das MAK. Das Gebäude von Richard Meier spiegelt durch seine geradlinige und transparente Architektur das Klare und Reduzierte von Sanders Mode wider und bildet einen idealen Rahmen für die Ausstellung. Wegen der Architektur des MAK und wegen des überzeugenden Konzepts von Museumsdirektor Matthias Wagner K kam die Ausstellung zuerst nach Frankfurt und ging nicht nach London, New York oder in eine klassische Modemetropole.

Abgerundet wird das Gesamterlebnis „Jil Sander. Präsens“ von der Musik des Soundesigners Frédéric Sanchez, der schon die Musik zu Sanders Modeschauen lieferte, und dessen zurückhaltendem, elektronischem Sound. Die Ausstellung ist damit weit mehr als ein Rückblick auf Sanders Mode, sie ist multimediales Gesamterlebnis, ein Zusammenspiel von Architektur, Licht, Film, Musik, Text, Fotografie, Mode und Kunst, das die schlichte Eleganz der Designerin für den Besucher erlebbar macht.

„Jil Sander. Präsens“ kann noch bis zum 6. Mai 2018 im Frankfurter Museum für Angewandte Kunst besucht werden.

 

Bildnachweis: Portrait Jil Sander, Marie Claire Germany, 1991 © Peter Lindbergh

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