Euro Clearing

Wie die Eurex Clearing AG das Euro-Clearing nach Frankfurt holt – Erik Müller im Interview mit dem Handelsblatt

Derzeit wird ein Großteil des Euro denominierten Derivate-Handels über ein einziges Unternehmen in London abgewickelt – ob dies auch nach dem Brexit so bleiben wird, sorgt sowohl bei europäischen Institutionen als auch in der Finanzindustrie für Debatten. In einem Interview mit Andreas Körner vom Handelsblatt spricht Erik Müller, Chief Executive Officer der Eurex Clearing AG, über die Pläne der Deutschen-Börse-Tochter, das Geschäft mit Euro-Zinsswaps von London nach Frankfurt zu verlagern.

In seinem Bestreben ist das Frankfurter Clearinghaus bereits erfolgreich: Mit einem im Juni ausstehenden Nominalvolumen von mehr als sieben Billionen Euro an Euro-Zinsswaps konnte laut Müller der Marktanteil in nur sechs Monaten von einem Prozent auf rund sieben ausgebaut werden. Und auch ein Anreizsystem für die aktivsten Kunden habe das Unternehmen entwickelt: So erhalten die fünf aktivsten Finanzinstitute für zwei Jahre einen Aufsichtsratssitz bei Eurex Clearing. Darüber hinaus seien die zehn geschäftigsten Kunden am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt. Zu diesen gehöre derzeit auch die BNP Paribas, die einen weitläufigen europäischen und international Kundenstamm bedient. „Und für diesen schafft die Bank nun eine Alternative in der EU-27, auch vor dem Hintergrund, dass sich die Rahmenwerke für Finanzgeschäfte zwischen Großbritannien und der EU nach dem Brexit ändern könnten“, so Müller.

Trotz allem lehne sich das Unternehmen nicht zufrieden zurück. Banken seien nun in der Lage, Kunden in Frankfurt die gleichen Preise anzubieten wie in London. „Das war vor einem Jahr noch nicht der Fall. Versicherer, Vermögensverwalter, Pensionsfonds und Investmentfonds haben somit erstmals eine echte Auswahl, welches Clearinghaus sie nutzen wollen.“, erklärt Müller im Handelsblatt. Nun wolle Eurex Clearing gemeinsam mit den Banken den Endkundenkreis mit Versicherern, Vermögensverwaltern und Investmentfonds ausbauen.

Ob sich Erik Müller Sorgen darüber mache, dass das Derivategeschäft sich wieder nach London zurückziehen könnte, sollte Euro-Clearing nach dem Brexit auch in Drittstaaten durchgeführt werden können sowie die ausführlichen Antworten lesen Sie im vollständigen Handelsblatt-Interview hier.