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Wiesheus Insignien

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. Oktober 2022, von Hanno Mussler – Im Bankhaus Metzler herrscht stets Harmonie, und die Weichen werden sehr langfristig gestellt. Letzteres ist gewiss richtig, das Erste nicht immer. Nicht nur, weil es auch in den besten Familien mal kracht. Auch familienfremde Partner haben – und das nicht zu knapp – schon das 1674 gegründete Bankhaus im Streit verlassen. Bisher gehörte zur Metzler-Kultur, dass es formal keinen ganz klaren Anführer gab, sondern nur einen informellen Primus inter Pares. Bald jedoch wird es als Nachfolger von Emmerich Müller mit Gerhard Wiesheu einen echten Vorstandssprecher geben. Dem gebürtigen Oberbayer und wohl besten Japan-Kenner seiner Generation ist zuzutrauen, dass er das Bankhaus am Finanzplatz Frankfurt bestens repräsentieren wird. Mit den Insignien des Vorstandssprechers ausgestattet, die auch der Umwandlung Metzlers von einer Partner-Struktur in eine Aktiengesellschaft geschuldet sind, erhält Wiesheu zudem die erforderliche formale Autorität vom Aufsichtsrat, um intern zu führen. Auch wenn mit Franz von Metzler Wiesheus Nachfolger bald schon im Vorstand bereitsteht, ist Wiesheu kein Übergangskandidat. Es zeigt vielmehr: Die zwölfte Generation der Bankiersdynastie von Metzler wird langsam und gründlich vorbereitet für jeden Schritt auf dem Weg zur Führungsspitze.

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Hanno Mussler (5. Oktober 2022): Wiesheus Insignien, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Unternehmen (Wirtschaft), Seite 22

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