Written by 15:40 Frankfurt Life

Die SCHIRN feiert die Frankfurter Club- und Kulturszene

Die Schirn hat am Wochenende Musikvideos von internationalen Künstlerinnen und Künstlern in 8 Clubs in Frankfurt und Offenbach präsentiert.

Ryan McGinley, Sigur Rós, „Varúð”, 2012, Courtesy the Artist and Ratio 3, San Francisco

Vom 9. bis zum 11. Juli 2021 hat sich die Schirn Kunsthalle Frankfurt dem Musikvideo als künstlerischem Genre gewidmet und so Kunstbetrachtung mit dem besten Sound der lokalen Clubszene verbunden.

Die Ausstellung „Distant Bodies Dancing Eyes“ präsentierte zeitgenössische Musikvideo-Kunst an acht Orten in Frankfurt und Offenbach. Ein Sommer-Wochenende lang waren die Besucherinnen und Besucher eingeladen, endlich wieder von Club zu Club zu ziehen und im GIBSON CLUB, HAFEN 2, KUNSTVEREIN FAMILIE MONTEZ,NACHTLEBEN,ROBERT JOHNSON, SILBERGOLD, TANZHAUS WEST sowie im YACHTKLUB ausgewählte Musikvideos von 25 internationalen Künstlerinnen und Künstlern auf großer Leinwand und in optimaler Soundqualität zu erleben.

Alle gezeigten Musikvideos waren aktuelle Produktionen der vergangenen zwei Jahrzehnte, das älteste stammte aus dem Jahr 2004. Die Ausstellung präsentierte Künstlerinnen und Künstler, die überwiegend mit den Medien Fotografie und Videokunst arbeiten, darunter u. a. Doug Aitkens, Phil Collins, Gabriela Friðriksdóttir, Arthur Jafa, Carsten Nicolai, Laure Prouvost & Ciarán Wood, Wolfgang Tillmans, Kara Walker und Ari Marcopoulos oder Colin Whitaker. Nicht selten enthielten die zur Musik entwickelten Filme Elemente aus ihrem künstlerischen Schaffen und ließen die jeweilige Handschrift wiedererkennen.

Musikalisch lag der Fokus besonders auf R’n’B, Pop und elektronischen Stücken. Besonders in den 1980er-Jahren wurden Musikvideos durch Sender wie MTV bekannt, setzten eine Vielzahl an kreativen Impulsen und führten Kunstschaffende aus unterschiedlichen Bereichen zusammen. In den vergangenen Jahren trugen vermehrt bildende Künstlerinnen und Künstler die bewegten Bilder zur Musik bei. Hier spiegelt sich auch das gewachsene Interesse an Video und Sound in der Kunst der Gegenwart sowie die enge Verbindung und gegenseitige Aufmerksamkeit von Musik- und Kunstschaffenden.

Die Musikvideos in der Ausstellung rückten soziale Konflikte und Umbrüche ins Zentrum des Geschehens, offenbarten geheimnisvolle Orte und utopische Szenarien, befragen zeitliche, räumliche und körperliche Konstanten oder drangen tief in menschliche Gefühlswelten ein. Unter übergeordneten Themen wie Utopia, Love, Gender, Social Conflict, Social Exclusion, Technology, Humanity oder Science Fiction waren an den beteiligten Ausstellungsorten jeweils drei Videoarbeiten zu sehen, die in einem freien Rundgang besucht werden konnten.

Die Ausstellung wurde unterstützt von der Stadt Frankfurt am Main und den SCHIRN ZEITGENOSSEN. Matthias Ulrich, Kurator der Ausstellung, erläutert:

„Das Musikvideo hat sich gerade in den letzten Jahren als Medium für künstlerische Kollaborationen und Experimente etabliert. Über die mediale Reichweite hat es zudem das Potenzial verschiedene Generationen zu erreichen oder (Sub-)Kulturen global zu verbinden. Ausgewählte Werke nun in einem dreitägigen Festival der Musikvideo-Kunst in Frankfurter Clubs zu erleben, ermöglicht neue Perspektiven auf diese interdisziplinäre Kunstform und lenkt gleichzeitig das Augenmerk auf die aktuell noch immer fehlende Clubkultur.“

Titelbild: Ryan McGinley, Sigur Rós, „Varúð”, 2012, Courtesy the Artist and Ratio 3, San Francisco

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