Deutschland: ein Wegbereiter für den „Mythos van Gogh“

50 Meisterwerke von Vincent van Gogh im Frankfurter Städel Museum

Der Besucherandrang ist riesig, denn die Werke eines Weltstars gastieren in Frankfurt. 50 zentrale Gemälde und Zeichnungen des niederländischen Malers Vincent van Gogh, begleitet von 70 Werken deutscher Künstler, sind bis zum 16. Februar 2020 im Frankfurter Städel Museum zu sehen. Begleiten Sie den Fotografen des Städel-Museums, Norbert Miguletz, auf einem Rundgang durch die Ausstellung.

Für die Ausstellung „Making van Gogh“ wurden die Gartenhallen des Städel Museums umgestaltet. Foto: Städel Museum – Norbert Miguletz

Die Schau im Städel „Making van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe“ ist einzigartig, weil sie Vincent van Gogh aus drei völlig unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Sie beschäftigt sich mit der besonderen Malweise von Vincent van Gogh, mit der Entstehung des Mythos um seine Person und seiner nachhaltigen Wirkung auf deutsche Künstler.

Überraschende Vielfalt an unterschiedlichen Stilen

Viele Besucher werden überrascht sein, wie stark sich die Gemälde und Zeichnungen voneinander unterscheiden. Van Gogh war nicht auf einen Stil festgelegt. Vielmehr experimentierte er in der kurzen Schaffenszeit, die nicht mehr als ein Jahrzehnt bis zu seinem Tod im Jahr 1890 umfasste, teils auch zeitgleich, mit Malweisen des Realismus, Impressionismus, Pointilismus, Cloisonismus oder Symbolismus.

Ältere Gemälde zeichnen sich häufig durch flächige Kompositionen aus, bei der die einzelnen Farbzonen streng voneinander getrennt sind – viele der besonders bekannten Motive dagegen durch kurz gesetzte und unverbundene Pinselstriche. Die Ausstellung ermöglicht, aus der Nähe zu studieren, wie diese Bilder von einem übergeordneten Rhythmus durchpulst zu sein scheinen.

50 zentrale Gemälde und Zeichnungen van Goghs – viele aus Museen in Deutschland oder einstmals in deutschen Sammlungen. Foto: Städel Museum – Norbert Miguletz

Zerrbild vom Künstler am Rand des Wahnsinns

Van Gogh zeichnet sich durch eine strukturierte und regelhafte Malweise aus. Es ist deshalb ein Zerrbild, dass man ihn weithin als verkanntes Künstlergenie am Rande des Wahnsinns betrachtet. Mit der Wirklichkeit, die in der Schau deutlich wird, hat das wenig zu tun.

Schon im Jahr 1901 erste Ausstellung in Deutschland

Für van Goghs weltweite Anerkennung wurde Deutschland zu einem entscheidenden Wegbereiter. Die Schwägerin des Künstlers, Johanna von Gogh-Bonger, initiierte 1901 eine erste Ausstellung in Berlin, der bis zum Ersten Weltkrieg fast 120 Ausstellungen in Deutschland folgten, in denen Gemälde von van Gogh zu sehen waren.

So wurde der Maler einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland bekannt. Es festigte sich das Bild eines Vorreiters der modernen Malerei. Rund 150 Werke gelangten damals in private und öffentliche Sammlungen in Deutschland, nur auf Frankreich und die Niederlande entfielen mehr Werke. Die Hinweise zur Provenienz machen deutlich, wie viele Gemälde in der Ausstellung seit mehr als einem Jahrhundert in Deutschland sind oder zumindest für einige Jahre deutsche Eigentümer hatten.

Stilpluralismus van Goghs: Segelboote am Strand von Les Saintes-Maries-de-la-Mer 1888 – Augstine Roulin 1889 – Selbstporträt 1887 – Weiden bei Sonnenuntergang 1888.
© Van Gogh Museum, Amsterdam; © Stedelijk Museum, Amsterdam; © The Art Institute of Chicago; © Kröller-Müller Museum, Otterlo.

Von Dr. Gachet gibt es nur noch den Originalrahmen

Das weltberühmte Bild des Arztes Dr. Gachet hat jedoch eine tragische Vergangenheit: Binnen kurzer Zeit zählte es zu den Glanzstücken des Städel Museums, seit es 1911 angekauft worden war. 1937 beschlagnahmten die Nationalsozialisten das Gemälde und verkauften es. 1990 wurde es für die Rekordsumme von 82,5 Mio. US-Dollar versteigert. Wo es heute ist, ist nur Eingeweihten des Kunstmarktes bekannt. Im Städel verblieb lediglich der Originalrahmen, durch den viele Besucher für ein Foto durchblicken – der Tragweite und Tragik des Verlustes hoffentlich bewusst.

Für deutsche Künstler Befreiungsschlag und Offenbarung

Für viele deutsche Maler der Jahrhundertwende – Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rotluff, Max Pechstein, August Macke oder Gabriele Münter – wurde die Malweise van Goghs zu einem Befreiungsschlag und zur Offenbarung. Ihre Faszination von dem niederländischen Maler war teilweise so ausgeprägt, dass Emil Nolde seinen Mitstreitern riet, ihre Künstlervereinigung nicht „Brücke“, sondern Van Goghiana“ zu nennen. Ihre Werke erweitern eindrücklich den Horizont der Ausstellung.

Ein starkes Zeichen für die Offenheit Frankfurts

Wie wichtig van Gogh für das Städel war und ist, betont die Vorsitzende des Städelschen Museums-Vereins e.V., Sylvia von Metzler: „Als der Städelsche Museums-Verein 1908 erste Werke Vincent van Goghs für das Städel Museum erwarb, war dies eine mutige und zukunftsweisende Entscheidung. Ohne die progressiven Sammlerpersönlichkeiten in der Stadt, die Bürgerschaft und vor allem die den Frankfurtern eigene Offenheit gegenüber neuen künstlerischen Strömungen wäre das Städel nicht das, was es heute ist.“

 

Mehr zur Ausstellung finden Sie unter auf der Website des Städel Museums (www.staedelmuseum.de)

 

Titelbild: Foto: Städel Museum – Norbert Miguletz

 

Von: Wolfgang Gerhardt.

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt

Duftende Lebkuchen und glitzernde Lichter: Der Frankfurter Weihnachtsmarkt zieht Besucher aus aller Welt an

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt blickt auf eine lange Tradition zurück und zählt zu den ältesten Weihnachtsmärkten Deutschlands. Bis ins Jahr 1393 lässt sich nachweisen, dass an Weihnachten in Frankfurt Märkte stattfanden. Traditioneller Mittelpunkt des Marktes ist der Römerberg, der mit seinen historischen Fachwerkhäusern die Kulisse für einen der schönsten und größten Weihnachtsmärkte des Landes bietet. Die durchschnittlich drei Millionen Besucher können 2019 vom 25. November bis zum 22. Dezember die festliche Stimmung zwischen Innenstadt und Römerberg genießen.

Highlight der Eröffnungsfeier am 25. November auf dem Römerberg wird ein Live-Konzert mit Weihnachtsliedern, präsentiert von Dana Winner, sein. Und bis zum 22. Dezember reicht das musikalische Angebot von der Darbietung internationaler Weihnachtslieder auf der Bühne am Römerberg, dem Spiel der Turmbläser der Alten Nikolaikirche bis hin zum großen Stadtgeläut mit dem zeitgleichen Läuten von 50 Glocken.

Die diesjährige Glühweintasse ist eine Hommage an die Frankfurt am Main als Stadt der Theater und Bühnen. Die dunkelgrüne Tasse ziert eine Skizze der Alten Oper, stellvertretend für die vielen Bühnen und Theater der Stadt. Stilisierte Weihnachtsmänner mimen Schauspieler und bekannte Theaterrollen im Scheinwerferlicht. Im glühweinroten Innendekor findet sich ein Faust-Zitat.

Frankfurt Christmas Market - © #visitfrankfurt, Holger Ullmann

Frankfurt Christmas Market – © #visitfrankfurt, Holger Ullmann

Von Apfelwein bis Zimtstern

Über 200 Weihnachtsmarktbuden locken die Besucher mit weihnachtlichen Geschenken, Kitsch und Leckereien. Neben den Klassikern, gebrannte Mandeln, Glühwein und Bratwürstchen, erfreuen sich typische Frankfurter Weihnachtsspezialitäten wie Bethmännchen, warmer Apfelwein und Quetschmännchen besonderer Beliebtheit.

Neben der kulinarischen Vielfalt erwarten den Besucher klassische Weihnachtsmarktartikel aus den Bereichen Dekoration und Volkskunst, aber auch modernes Kunsthandwerk und typische Frankfurter Waren wie Dippe und Steinguterzeugnisse. Auf dem angrenzenden Kunsthandwerksmarkt in den Römerhallen sowie der Paulskirche gibt es zudem die Möglichkeit, sich auf die Suche nach einem außergewöhnlichen Weihnachtsgeschenk zu machen. Der Kunstmarkt in den Römerhallen beginnt am 6. Dezember. Für alle diejenigen, die sich schon ein paar Tage zuvor auf die Suche nach Weihnachtsgeschenken begeben wollen, öffnet der Kunstmarkt in der Paulskirche schon am 26. November. Auch vor den Toren der Stadt findet sich außerdem eine Vielzahl romantischer Weihnachtsmärkte in Odenwald, Rheingau, Taunus und Wetterau.

Weihnachtsmarktführungen

Am 15. Dezember wird für Blinde und Sehbehinderte die Weihnachtsmarktführung „Glühwein, Geschichten & Gebäck“ angeboten und die Frankfurter Weihnachtsmarkt-Spezialitäten vorgestellt. Begleitet vom Duft gebrannter Mandeln lernen Blinde und Sehbehinderte bei diesem Rundgang den Frankfurter Weihnachtsmarkt kennen und erfahren dabei allerlei Geschichten über das historische und moderne Frankfurt sowie Frankfurter Persönlichkeiten.

Zudem bietet das Frankfurter Tourismusbüro einen eineinhalb stündigen Rundgang über den Frankfurter Weihnachtsmarkt an. Die Highlights sind Karussellfahrten, Glühwein, eine Bethmännchen- Kostprobe und der Besuch der Dachgalerie der Alten Nikolaikirche.

Ein weiteres Highlight stellt ein geführter Adventsspazierganz durch die verwinkelten Gassen der neuen Frankfurter Altstadt dar. Die Besucher erwartet eine spannende Mischung aus Neubauten und Rekonstruktionen.

Rosa Weihnacht

An der Frankfurter Hauptwache finden sich weitere Weihnachtsmarktstände, die das klassische Weihnachtsmarktgelände bis auf die Shoppingmeile Zeil erweitern und somit einen Übergang zum Weihnachtsbummel bilden. Auf dem Friedrich-Stolze-Platz findet zudem die sogenannte „Rosa Weihnacht“ statt, die von der Gay Community des Rhein-Main-Gebietes ausgerichtet wird und mit bunten Lichtern sowie ausgefallener Dekoration und Gestaltung eine besondere Atmosphäre schafft.

Alle Informationen rund um die Anreise, Veranstaltungsanmeldungen, den Frankfurter Weihnachtsbaum oder die Glühweintassen hat das Frankfurter Tourismusbüro für Besucher hier zusammengestellt.

 

Bildnachweis: © #visitfrankfurt, Holger Ullmann, www.frankfurt-tourismus.de

Games of Thrones im Rheingau

Das Kloster Eberbach: Neun Jahrhunderte Wein, Kultur, Architektur und Filmkulisse

In einem Trailer für „Games of Thrones“ ging Tyrion Lennister durch den Kirchenraum, während ein Drache durch die Fensterrosette eindrang. Drei Jahrzehnte zuvor löste Weltstar Sean Connery als William von Baskerville im „Der Name der Rose“ das Rätsel um eine antike Handschrift. Kloster Eberbach im Rheingau diente in beiden Filmen als mystische Location für mitreißende, spannende Innenaufnahmen. Wolfgang Gerhardt war für uns im Kloster Eberbach mit der Kamera unterwegs.

In einem Games of Thrones-Trailer ging Tyrion Lennister durch diesen Kirchenraum im Kloster Eberbach, während ein Drache durch die Fensterrosette eindrang.

Denn Kloster Eberbach ist mehr als nur eine Filmkulisse. Kein anderer Ort im Rhein-Main-Gebiet vereinigt neun Jahrhunderte Geschichte, Baukunst, Kultur, Religion und Weinbau. Mitten im Rheingau, rund 50 Kilometer von Frankfurt entfernt, bietet die ehemalige Klosteranlage historisch Interessierten, Weinbegeisterten, Konzertgästen und Familien ein faszinierendes Ambiente. Und jetzt im Herbst leuchten die Weinberge zudem in einem magischen Licht.

Beeindruckende Architektur aus romanischer und frühgotischer Zeit

Gegründet 1136 von Zisterziensern des Heiligen Bernhard von Clairvaux, entwickelte sich das Kloster Eberbach rasch zu einem der größten und bedeutendsten Klöster Deutschlands. Ein imposanter Klosterbau entstand fernab größerer Orte.

Die dreischiffige, romanische Pfeilerbasilika aus dem 12. Jahrhundert ist von der Schlichtheit geprägt, die für den Zisterzienserorden typisch ist. An kaum einem anderen Ort in Deutschland wird der Purismus romanischer Architektur so deutlich wie im Kloster Eberbach. Im 13. und 14. Jahrhundert entstand der gotische Schlafsaal der Mönche mit einem eindrucksvollen Kreuzrippengewölbe. In diesem damals ganzjährig unbeheizten Raum mit einer Länge von 72 Metern übernachteten damals bis zu 150 Mönche auf hölzernen Pritschen.

Die Nachtruhe war kurz, denn schon nach Mitternacht wurden die Mönche zum ersten Chorgebet in die Kirche gerufen.

Schlafsaal der Mönche im Kloster Eberbach

Spitzenweine aus dem Rheingau

Der Weinbau, den die Mönche aus dem Burgund im Jahr 1136 mitgebracht hatten, wurde rasch zu einer wichtigen wirtschaftlichen Grundlage für das Kloster. Nach wenigen Jahrhunderten war Kloster Eberbach das größte deutsche Weingut.

Die ehemalige Schreibstube der Mönche ist heute ein Weinkeller, der als „Cabinet“ zur Einlagerung besonders wertvoller Weine genutzt wird. Er ist fester Bestandteil des Klosterrundgangs. Im ehemaligen Speisesaal der Laienbrüder stehen 12 große Weinpressen – die älteste aus dem Jahr 1668. Die Spitzenstellung des Weinguts zeigen natürlich die Riesling-Weine, die für den Rheingau charakteristisch sind. Ebenso angebaut werde die anspruchsvollen Rebsorten Spät-, Weiß- und Grauburgunder (Pinot Noir, Blanc und Gris).

Weinlese Kloster Eberbach

Von der Säkularisation bis zur Event- und Film Location

Im Rahmen der Säkularisierung wurde das Kloster im Jahr 1803 aufgehoben – und erlebte danach mehrere Eigentümer und viele verschiedene profane Nutzungen. 1986 begann eine Generalsanierung, 1998 wurde die Anlage in eine öffentlich-rechtliche Stiftung des Landes Hessen überführt, und so präsentiert sich Kloster Eberbach heute mit einer Vielfalt von Angeboten.

Die Basilika ist in den Sommermonaten eine der wichtigsten Spielstätten des Rheingau Musik-Festivals. Schlenderweinproben bieten eine faszinierende Mischung aus Kunst- und Weingenuss, während bei abendlichen Führungen die Teilnehmer durch nur mit Kerzen beleuchtete Räume gehen. KulturKids-Tage für die ganze Familie bringen Kindern und ihren Eltern die Welt des Mittelalters nahe. Das Museum dokumentiert die Geschichte des Klosters, die Vinothek wiederum die hohe Qualität des Rheingauer Weins. Und nicht zuletzt wird das Kloster für Filme genutzt: Die Innenaufnahmen für Umberto Ecos „Der Name der Rose“ entstanden 1986 – die Innenaufnahmen für einen Trailer zur Serie „Games of Thrones“ im Jahr 2015.

Kloster Eberbach

Die Übersicht über Öffnungszeiten und die Veranstaltungen finden Sie auf der Website des Kloster Eberbach.

Beitrag und Fotos: Dr. Wolfgang Gerhardt.

Somewhere else: Eine Ausstellung von Simone van de Loo und Natalie Goller

 

 

 

 

Es ist, wie in eine andere Welt abzutauchen

Ein Interview mit Sascha Ruehlow

 

Sascha Ruehlow

„Offenbach und Frankfurt sind sich manchmal ähnlicher als man landläufig denkt“, sagt Sascha Ruehlow. Der Frankfurter Stadtführer mit Offenbacher Wurzeln verrät uns im Interview, wo die Nachbarstädte am Main zusammenwachsen. Weiterlesen

Offenbach im Fokus – Teil I

Die Stadt Offenbach und seine Nachbarstadt, die Bankenmetropole Frankfurt, wachsen zusammen. Personen verbinden die Nachbarstädte auf einmalige Art und Weise. Sascha Ruehlow ist Frankfurter Stadtführer mit Offenbacher Wurzeln und kennt die Vorurteile, die seiner Heimatstadt oft entgegenstehen gut. In unserem Interview verrät der Stadtführer, wie sich die Beziehungen der Städte in den vergangenen Jahren gewandelt haben.

In unserer Beitragsreihe erfahren Sie weitere spannende Fakten über die Stadt am Main und ihre Persönlichkeiten. Oder wussten Sie, dass Mozart immer wieder Gast in Offenbach war?

Berühmte Persönlichkeiten der Stadt

Die Schultüte bunt bemalen, mit Süßigkeiten füllen und neue Freunde kennenlernen: Die Zahl der Grundschüler der kreisfreien Stadt Offenbach mit ihren 21 Stadtteilen steigt seit einigen Jahren kontinuierlich, wie die Zahlen des statistischen Landesamtes in Hessen zeigen. Für die Zukunft ergeben sich daraus zwei Folgen: Zum einen investiert die Stadt Offenbach in den Ausbau von Bildungseinrichtungen. Das Gesamtinvestitionsvolumen für Sanierungen und Erweiterungen an Schulen liegt bei rund 240 Millionen Euro, an Kitas bei knapp 21,8 Millionen Euro (Frankfurter Rundschau, 12. Juli 2019).

Zum anderen werden weitere berühmte Persönlichkeiten in der Stadt am Main aufwachsen, dort ihre Schultüten und -rucksäcke packen und die Vorurteile, die zum Teil gegen die Stadt gehegt werden, entkräften. Einer der bekanntesten Offenbacher ist wohl Smudo von den Fantastischen Vier, den es zu Beginn des Jahres wieder in die Frankfurter Festhalle gezogen hat. Den ausverkauften Saal verabschiedeten die Musiker mit den Worten: „Vergesst bitte nicht, Frankfurter: Nur Liebe, keinen Hass! Auch in Offenbach!“ Eine weitere berühmte Persönlichkeit der Stadt ist Jörg Bombach, Chef des Hessischen Rundfunks (HR). Er zählt heute zu den 100 berühmtesten Frankfurtern. Moment, Frankfurtern? Geboren wurde der HR-Chef genau genommen in Offenbach, wie er in einem Interview mit der Giessener Allgemeinen 2011 verriet. Auch Hessens Verkehrs- und Wirtschaftsminister, Tarek Al-Wazir, ist gebürtiger Offenbacher. Der Politiker lädt bei Interviews gerne zu einem Gespräch am sonnigen Mainufer ein.

Heldin im Hintergrund: Offenbacherin hilft Kindern in Kambodscha

Tarek Al-Wazir, Jörg Bombach und Smudo: Gibt man ihre Namen in eine Online-Suchmaschine ein, findet man aktuelle Informationen. Aber nicht nur berühmte Persönlichkeiten, die in Offenbach geboren oder eingeschult worden sind, prägen die Geschichte der Stadt. Hibba Kauser, frühere Offenbacher Stadtschulsprecherin und Trägerin des Integrationspreises, steht beispielsweise nicht so häufig im Rampenlicht – ihre Arbeit ist jedoch für viele unverzichtbar. In Battambang, Kambodscha kümmert sich die 19-jährige im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres um Kinder, die mit ihren Familien auf Mülldeponien leben müssen. Im Gegensatz zu Offenbacher Grundschulen, leben die Kinder dort zwischen verrotteten Nahrungsmitteln, Glas und Ungeziefer, wie Hibba Kauser der Frankfurter Rundschau im Juli diesen Jahres erzählte.

Frankfurt Main Finance befragt Offenbacher zum Leben in der Stadt am Main

Eine weitere nicht ganz so berühmte Persönlichkeit der Stadt ist Sascha Ruehlow. Der Offenbacher ist Stadtführer in Frankfurt und Offenbach und kennt die Nachbarstädte wie aus seiner Westentasche. In unserem Interview erzählt uns Sascha Ruehlow, wie er Offenbach-Neulingen und -Besuchern die Stadt und ihre versteckten Winkel näherbringt.

Ein Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung in Offenbach

Im Juli hatten Interessierte die Möglichkeit, die Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach, im Rahmen einer Führung, zu besichtigen. Der traditionelle Rundgang ist Höhepunkt eines Studienjahres an der HfG Offenbach und findet jährlich mit Abschluss des Sommersemesters im Juli statt. Besucherinnen und Besucher können sich bei der Veranstaltung über die künstlerische und gestalterische Arbeit aus den Bereichen Kunst, Kommunikationsdesign, Medien, Bühnenbild und Produktgestaltung informieren und Einblicke in die Ausbildung der HfG und in künstlerische Prozesse erhalten, wie sie während des laufenden Lehrbetriebes nicht möglich sind. Impressionen aus den vergangenen Jahren sind auf der Homepage der Hochschule zu finden.

Weitere Veranstaltungen in Offenbach, deren Besuch lohnenswert ist:

  • März und September: Internationale Lederwarenmesse
  • März/April: Luminale (alle zwei Jahre)
  • Ende April/Anfang Mai: Kunstansichten (alle zwei Jahre)
  • Ende April/Anfang Mai: Lange Nacht der Museen
  • Mai: Offenbacher City-Lauf
  • Ende Mai/Anfang Juni: Offenbacher Woche
  • Juni: Drachenbootrennen
  • August: Lichterfest im Büsing-Park
  • September: Festival junger Talente (alle zwei Jahre, wechselt sich mit den Kunstansichten ab)
  • September: Jazz-Matinee im Büsing-Palais

Was unternehmen wir am Wochenende?

Insgesamt sind die Offenbacher in 100 Sportvereinen, Interessensgemeinschaften und Verbänden aktiv. Auf über 60 ha Sportanlagen spielen und trainieren Jung und Alt. Die Stadt ist dynamisch und zieht jährlich zahlreiche neugierige Touristen an: 2017 verzeichnete die Stadt mehr als eine halbe Millionen Übernachtungen. Einige der Übernachtungsgäste hat Stadtführer Sascha Ruehlow vermutlich auch durch die geheimen Winkel und über die Plätze der Stadt begleitet und ihnen die Vorzüge der Stadt nähergebracht. Wer seinen Ausflug durch die Stadt nach einer eindrucksvollen Stadtführung fortsetzen möchte, kann dies in zahlreichen Museen und Veranstaltungshäusern tun: Das Haus der Stadtgeschichte, das Klingspor Museum für internationale moderne Buch- und Schriftkunst, das Deutsche Ledermuseum, das Kickers-Fan Museum, die Stadtbibliothek mit Artothek und Kinder- und Jugendbibliothek, die Volkshochschule, die Stadthalle, die Musikschule Offenbach am Main e.V., die Jugendkunstschule, Kinos, das Capitol Theater-, Konzert und Veranstaltungshaus sowie über 100 kulturelle Vereine haben täglich geöffnete Türen für ihre Besucher.

Unser kurzer Einblick hat gezeigt: Offenbach und Frankfurt wachsen zusammen – städtebaulich wie nachbarschaftlich. Berühmte Persönlichkeiten und solche, die im Hintergrund agieren, tragen zum Lebensgefühl der Region bei und verbinden die Städte am Main.

The Challenge - The Frankfurt Job

The Frankfurt Job: Uncover the true Soul of the Rhine-Main Area

The Frankfurt Job – Companies and banks based in FrankfurtRhineMain have long appreciated the region’s numerous locational advantages: Short distances, excellent transport and a pronounced internationality. Outside the region, however, it is often not known that, in addition to its undisputed economic strength, it is also an excellent place to live. For this reason, BBC hosts Billie JD Porter and Alhan Gencay have been sent on a discovery tour through the region. Both had never been to Frankfurt Rhine-Main before and didn’t know what to expect.

In a total of six episodes, you will go on a discovery tour to an apple wine grower, to the Kleinmarkthalle in Frankfurt, to the Kaiser-Friedrich-Therme in Wiesbaden, to the Frankenstein Castle for Halloween, to the new Frankfurt Old Town, to a family with international roots, to an international school, to the Frankfurt Opera and an international Stand Up Comedy Club. Both face the challenge with their typical British humour and meet people who bring them closer to the secrets and characteristics of FrankfurtRhineMain.

„The Frankfurt Job“ is primarily aimed at people who work in internationally active companies. The aim of the English-language online campaign is to position FrankfurtRhineMain as an attractive location for international companies. The focus is on the lifestyle of the FrankfurtRhineMain region.

The campaign was initiated by FrankfurtRheinMain comprising 30 districts, cities, the state of Hesse, municipalities and associations. The company’s task is to inform foreign companies about the advantages of FrankfurtRhineMain as a business location, to promote FrankfurtRhineMain’s international competitiveness and to strengthen its image abroad. FrankfurtRheinMain GmbH is the central point of contact in the region for all enquiries regarding the establishment of companies from abroad.

Please find more information here.

Musik im Rheingau – FMF und Hessen Agentur begrüßen Händler

Der Finanzplatz Frankfurt Rhein-Main kann mit hoher Lebensqualität und einem vielfältigen kulturellen Leben punkten. Dazu gehört auch das Rheingau Musik Festival, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, herausragende Talente zu entdecken und fördern. Das internationale Event gehört zu den größten Musikfestivals Europas und hat sich für so manche jungen Künstlerinnen und Künstler als Sprungbrett für die große Karriere erwiesen. Das Format „Klassik-Marathon“ ist dabei ein etabliertes Format, das eine Vielzahl von aufstrebenden Stars der klassischen Musik in den Mittelpunkt stellt. Die Veranstaltung fand am 17. August 2019 auf dem Schloss Johannisberg statt, einem wunderschönen Schloss auf dem Gipfel des von Reben umgebenen Bergs hoch über dem Rheintal.

Als Zeichen des Willkommens luden Frankfurt Main Finance und die Hessen Agentur Wertpapierhändler ein, die in Folge des Brexit-Referendums kürzlich an den Finanzplatz Frankfurt gezogen sind.

„Wir bedanken uns bei Hessen Trade & Invest für das Engagement beim Klassik-Marathon. An der Veranstaltung nahmen Devisen-, Anleihen- und Aktienhändler von globalen Finanzinstituten teil. Unser Dank gilt auch Union Investment, die die Käuferseite vertreten hat und immer mehr Händler in ihrer neuen Heimat, dem Finanzplatz Frankfurt, willkommen heißt“, kommentiert Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, das Trader Event.

Comedy Festival

Grandiose Improvisationen und Edel-Trash auf höchstem Niveau

Frankfurt Rhein-Main hat eine traditionelle, aber auch eine moderne und aufstrebende Kunst- und Kulturszene. Diesen Sommer findet erstmalig das Comedy Sommer Festival im Rheingau statt und bietet spannende, amüsante und authentische Unterhaltung für alle Altersklassen. „Für das Sommerfestival habe ich mich für das Weingut Meine Freiheit in Oestrich-Winkel entschieden, da es doch nichts Schöneres gibt, als mit gutem Wein und gutem Essen unter freiem Himmel zu lachen und gut unterhalten zu werden“, sagt Festival-Organisatorin und Gründerin von Knots-Entertainment Tanja Pawlik in unserem Interview, „Das Rhein-Main-Gebiet kann neben Banken und internationalem Lifestyle auch eine grüne, humorvolle, kulinarische und traditionelle Kulturregion sein.“

Am Sonntag, den 4. August, stand die Magic Monday Show, obwohl das Quartett aktuell in der Sommerpause ist, auf der Bühne des malerischen Weingutes Meine Freiheit. Zwischen Weinreben, Kopfsteinpflaster und Traktoren – ein durchaus ungewohntes Terrain für die Frankfurter Künstler – verzauberten Monsieur Brezelberger (Monsieur Brezelberjee), Heinz, Herrmann und Herr Schmid das Publikum. Zwischen Kartentricks, magischen Südfrüchten und einer augenzwinkernden Neuauflage von Tristan und Isolde wurde die dörfliche Lage Oestrich-Winkels nicht selten zum Gegenstand einiger süffisanter Pointen.

Neben diesen Highlights der Zauberkunst widmeten sich die Altmeister der gepflegten Abendunterhaltung auch weltpolitischen Themen. Spannungen zwischen Religionen wurden weggezaubert und mit experimenteller Musik überlagert: Hermann, der eigentlich nur der Busfahrer von Monsieur Brezelberger, Heinz und Herrn Schmid ist, gab seine Künste im Didgerodoo-Spielen zum Besten, während der Franzose auf eine alte Blechkanne klopfte, Heinz Herzen im Sumo-Kostüm eroberte und Herr Schmid eine Geldmünze in einer Salatschüssel kreisen lies.

Die Magic Monday Show ist seit achtzehn Jahren regelmäßig ausverkauft – längst hat die Frankfurter Zauber-Comedy Show Kultstatus erreicht. Ab September sind weltmeisterliche Zauberkünste, grandiose Improvisationen und Edel-Trash auf höchstem Niveau wieder regelmäßig in Frankfurt zu sehen.

Apfelweinfestival 2019 am Finanzplatz Frankfurt

Seit jeher prägt die Apfelweinkultur das Leben am Finanzplatz Frankfurt – so sehr, dass die Stadt dem „Ebbelwoi“ ein eigenes Event widmet. Vom 9. bis 18. August findet das Frankfurter Apfelweinfestival 2019 auf dem Rossmarkt statt. Die Eröffnung übernimmt Oberbürgermeister Peter Feldmann am 9. August 2019 um 18 Uhr.

Bei der Veranstaltung wird die Vielfalt des hessischen Nationalgetränks präsentiert. Neben dem traditionellen Schoppen werden auch Cocktails und Mischgetränke mit Apfelwein angeboten. Für das leibliche Wohl sorgen vom Apfelwein inspirierte Köstlichkeiten, wie Apfelweinbratwurst oder Apfelflammkuchen. Wer ein Stück hessische Trinkkultur mit nach Hause nehmen möchte, findet dort eine große Auswahl an originellen und traditionellen Apfelwein-Merchandise-Artikeln.

Zudem wird Gästen des Frankfurter Apfelweinfestivals 2019 ein vielfältiges Unterhaltungsangebot geboten: Musikalisch sorgen sechzehn Live-Bands für Stimmung. Im Mix aus Rock, Pop und Cover Bands ist für jeden Geschmack etwas Passendes dabei.

Das Highlight der Veranstaltung bildet die Vergabe des Goldenen Apfels. Am 14.08.2019 verleiht Stadträtin Rosemarie Heilig den Preis an eine Person oder Gruppe, die sich besonders für den Schutz von Streuwiesenobst und deren Produkte einsetzt. Mit der Auszeichnung honorieren der Verband der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien e.V., die MGH GUTES AUS HESSEN GmbH sowie die Naturschutz-Akademie Hessen den Einsatz für das kulturhistorisch und ökologisch Bedeutende Streuobst.

Weitere Informationen zum Event und dessen Programm finden Sie hier.