Helaba Finanzplatzstudie: Koffer packen bei Brexit-Banken

Der Brexit rückt näher und viele Banken treffen Vorbereitungen, um ihre Geschäftsaktivitäten von London an andere Standorte zu verlagern. Frankfurt ist dabei der Favorit, und die Liste von Zuzüglern an das deutsche Bankenzentrum wird zusehends länger. „Nach und nach werden die Koffer bei Brexit-Banken gepackt und viele davon gehen künftig in Richtung Rhein-Main. So haben bisher 25 Brexit-Banken den Finanzplatz Frankfurt auserkoren, darunter viele namhafte Institute. Erst mit Abstand folgen Paris und dahinter Luxemburg, Dublin sowie Amsterdam. Dies ist das Ergebnis unserer aktuellen Brexit-Map“, erläutert Dr. Gertrud Traud, Chefvolkswirtin und Leiterin des Bereichs Volkswirtschaft/Research bei der Vorstellung der Studie in Frankfurt.

Einige große Konzerne haben die Main-Metropole als ihren in Zukunft wichtigsten EU-Hub benannt und damit eine strategische Grundsatzentscheidung pro Frankfurt getroffen. Diese wird sich auch in der Entwicklung der Mitarbeiterzahlen niederschlagen. Teilweise wird es Jobverlagerungen geben, die bei den betroffenen Mitarbeitern entweder mit einem privaten Umzug oder einem Pendeln zwischen den beiden Finanzmetropolen einhergehen. Teilweise werden Rekrutierungen in Frankfurt stattfinden, oder es werden deutsche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bei Banken im Ausland tätig waren, für die neuen Jobs in Frankfurt gewonnen. Seit Jahresbeginn konkretisieren sich die Geschäftsverlagerungen bei immer mehr Brexit-Banken. Weitere Institute befinden sich noch im Dialog mit den hiesigen Aufsichtsbehörden. Insgesamt ist in Frankfurt eine Akkumulation von Brexit-Banken zu beobachten, die in Europa ihresgleichen sucht.

„Unser Ranking der großen europäischen Finanzzentren gilt grundsätzlich weiterhin: London vor Frankfurt vor Paris“, erläutert die Finanzplatz-Expertin der Helaba, Ulrike Bischoff. Lediglich die Abstände dieser relativen Standortattraktivität haben sich mittlerweile verringert. Dabei konnte Frankfurt seine Wettbewerbsposition stärker verbessern als Paris. Mit Blick auf die zuweilen sehr offensive Vermarktung anderer Standorte ist ein selbstbewusstes, konzertiertes Auftreten des deutschen Finanzzentrums wichtig. So begleitet die hessische Landesregierung den Brexit-Prozess seit dem Referendum mit vielen Aktivitäten. Darüber hinaus gibt es ein Netzwerk der verschiedenen Akteure in der Region. Auch seitens der Bundesregierung erfährt Frankfurt zunehmend verbale Rückendeckung. Jetzt gilt es, angesichts der knappen Zeit bis zum Brexit beispielsweise die angekündigte Lockerung des Kündigungsschutzes für Top-Banker zügig umzusetzen.

Der Frankfurter Büromarkt präsentiert sich kurz vor Abschluss der Brexit-Verhandlungen in guter Verfassung. Der Leerstand ist deutlich gesunken und die Mieten nähern sich früheren Höchstständen – sie liegen aber noch deutlich unter dem Niveau konkurrierender Finanzplätze. Die zusätzliche Nachfrage durch Brexit-Zuzügler und das Stellenwachstum in anderen Branchen dürften dank einer Reihe von Projektentwicklungen nicht zu Engpässen führen. Dagegen bleibt die Lage am Wohnungsmarkt trotz erhöhter Bautätigkeit angespannt. Die Wohnungsknappheit kann daher nur gemeinsam mit dem Umland überwunden werden.

Die Frankfurter Brexit-Banken stammen aus zehn Ländern. Die meisten haben bereits eine Zweigstelle in der Main-Metropole oder sind über Tochtergesellschaften vor Ort präsent. Darüber hinaus möchten sich etliche Banken in Frankfurt neu ansiedeln. Zusammen hatten die Frankfurter Brexit-Banken ausländischer Herkunft Ende 2017 hier schätzungsweise rund 2.500 Mitarbeiter. Im Rahmen ihrer Brexit-bedingten Anpassungen dürften sie diesen Bestand bis Ende 2020 nahezu verdoppeln.

Dr. Traud weist darauf hin, dass die Helaba seit dem Referendum an ihrer Brexit-Prognose festhält: „Im Laufe der nächsten Jahre werden mindestens 8.000 Finanzjobs in Frankfurt geschaffen.“ Bis Ende 2020 sollte sich dieser Effekt deutlich positiv in der hiesigen Beschäftigung bemerkbar machen und die konsolidierungsbedingten Stellenstreichungen im deutschen Bankwesen schließlich überkompensieren. Insgesamt lässt dies dann einen Stand von rund 65.000 Bankbeschäftigten in der Main-Metropole erwarten – ein Zuwachs von 3 Prozent bzw. fast 1.800 Bankern.

Die komplette Studie finden Sie hier als Download.

Green and Sustainable Finance Cluster Germany legt Baseline-Report vor

Finanzsektor für Klimaschutz und nachhaltige Investments mobilisieren

Das Green and Sustainable Finance Cluster Germany hat am Freitag in Frankfurt seinen Baseline-Report mit einer Bestandsaufnahme der Nachhaltigkeitsaktivitäten am Finanzplatz Frankfurt vorgestellt. Der Report ist die erste Veröffentlichung des Clusters, das sich im Frühjahr 2018 aus dem Green Finance Cluster Frankfurt des Hessischen Wirtschaftsministeriums und der Accelerating Sustainable FinanceInitiative der Deutschen Börse zusammengeschlossen hat. Ziel des Clusters ist es, den Finanzsektor stärker für Klimaschutz und nachhaltiges Investment zu mobilisieren.

„Ein erfreuliches Ergebnis ist, dass dem Thema Nachhaltigkeit in den Vorständen der Finanzinstitute inzwischen hohe Bedeutung beigemessen wird und daraus mehr und mehr innovative Produkte und Dienstleistungen entstehen“, sagte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. „Nun kommt es darauf an, diese Aktivitäten zu koordinieren, damit Frankfurt ein führender Standort auf diesem Gebiet wird und in der internationalen Diskussion eine deutsche Stimme artikuliert.“

Der Report analysiert den Status quo nachhaltiger Aktivitäten in Frankfurt und an anderen europäischen Finanzplätzen. Für den Baseline-Report wurde eine umfangreiche Umfeldanalyse vorgenommen. Den Antworten zufolge diskutieren 86 Prozent der Befragten Nachhaltigkeitsthemen auf Vorstandsebene. 100 Prozent der teilnehmenden Unternehmen berichten über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten. Die wachsende Bedeutung des Themas verdeutlichen auch aktuelle Zahlen einer Erhebung des „Forum Nachhaltige Geldanlagen“: Demnach summierten sich nachhaltige Geldanlagen 2017 in Deutschland bereits auf 1,4 Billionen Euro. Seit 2005 lag das jährliche Wachstum bei 27 Prozent.

Al-Wazir verwies auf Schätzungen der EU-Kommission, nach denen pro Jahr 180 Milliarden Euro zusätzlich investiert werden müssen, um die europäischen Klimaziele für 2030 zu erreichen.

„Die öffentliche Hand allein wäre mit den nötigen Investitionen in Nachhaltigkeit völlig überfordert. Deshalb muss in großem Umfang privates Kapital mobilisiert werden. Bei den Anlegern trifft das auf große Nachfrage. Mittlerweile hat man an so gut wie allen Finanzplätzen der Welt die Bedeutung von Green and Sustainable Finance erkannt. Frankfurt muss dabei eine führende Rolle spielen“, so der Befund von Karsten Löffler, Co-Head des Frankfurt School – UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance und einer der beiden Cluster-Geschäftsführer.

Sustainable Finance dürfte – so die Analyse des Baseline-Reports – für die Finanzindustrie nicht nur aus Reputationsgründen, sondern auch wegen seiner strategischen Geschäftspotenziale stark an Bedeutung gewinnen. Die Erkennung von Risiken für Investitionen und Finanzierungen, die z.B. aus dem Klimawandel entstehen, wird immer wichtiger. Zum anderen birgt dies aber auch eine Reihe von neuen geschäftspolitischen Chancen, die sich unmittelbar aus der Finanzierung der Erfordernisse einer nachhaltigen Infrastruktur ergeben. Im Zusammenhang mit dem hohen Finanzierungsvolumen, das die Transformation zu einem nachhaltigeren

Wirtschaftssystem benötigt, sind Finanzinstitute zunehmend gefordert, sich zukunftsgerichtet aufzustellen und eine entsprechende Strategie zu entwickeln.

„Neben vielen erfreulichen Entwicklungen zeigt der Baseline-Report nach wie vor eine schwache Datenlage rund um nachhaltige Investments, dies liegt unter anderem an fehlenden Standards und Definitionen“, sagte Kristina Jeromin, Head of Group Sustainability bei der Deutschen Börse und zugleich Geschäftsführerin des Clusters.

„Das ist ein Kernproblem“, sagte Al-Wazir. „Unklarheit ist Gift für Investitionen. Ein Anleger muss darauf vertrauen können, dass er nicht auf Etikettenschwindel hereinfällt.“

Dieser und weiteren Herausforderungen will das Cluster im Rahmen von vier definierten Handlungsfeldern begegnen:

  • Status quo und Innovation: bspw. Bestandsaufnahme der bisherigen Aktivitäten und Identifizierung von Entwicklungspotenzialen
  • Metriken und Standards: bspw. Entwicklung von Definitionen und Messmethoden für nachhaltige Finanzanlagen
  • Daten und Digitalisierung: bspw. Erweiterung der klassischen Unternehmenskennzahlen um Indikatoren für ökologische und soziale Aspekte
  • Dialog und Wissensaufbau: bspw. Schulung von Mitarbeitern und Aufbau permanenter Dialogplattformen

Das Cluster ist als Verein organisiert. Die aktuellen Sponsoren sind BNP Paribas Germany, Commerzbank AG, DekaBank Deutsche Girozentrale, Deutsche Bank AG, Deutsche Börse AG, DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Helaba, KfW Bankengruppe und Metzler Asset Management GmbH. Sitz des Clusters ist die Frankfurt School of Finance & Management. Außerdem wird das Cluster von den Unterzeichnern der Frankfurter Erklärung unterstützt.

Den vollständigen Baseline-Report und ausführliche Informationen zum Green and Sustainable Finance Cluster Germany finden Sie auf der neuen Website unter: http://www.gsfc-germany.com

 

CFS-Umfrage: Deutsche Finanzbranche sieht ICOs kritisch, stärkere Regulierung wird gefordert

ICOs (Initial Coin Offerings) werden insbesondere von jungen Start-up-Unternehmen zur Unternehmensfinanzierung durch die Ausgabe von Kryptowährungen, den sogenannten „Tokens“, genutzt. Diese können im Austausch gegen staatlich emittierte Währungen oder gegen virtuelle Währungen wie Bitcoin oder Ether erworben werden. Anders als bei IPOs werden Tokens ohne Beachtung strenger kapitalmarktrechtlicher Regeln ausgegeben, obwohl diese der Unternehmensfinanzierung dienen. Die BaFin verhält sich auf dem Gebiet der Kryptowährungen und ICOs eher abwartend, dennoch stuft sie ICOs als hochspekulative Finanzanlagen ein.

Die deutsche Finanzbranche spricht sich angesichts der enormen Risiken eindeutig (70%) für eine stärkere Regulierung von ICOs aus und wünscht sich eine aktivere Rolle der BaFin auf diesem Gebiet (60%). Das ergab eine aktuelle Umfrage des Center for Financial Studies.

„Der Markt wird derzeit von ICOs regelrecht überschwemmt. In Deutschland sehen wir hier zwar erst die Anfänge, aber die Welle neuer Tokens wird bald auch Deutschland erfassen. Die Umfrage verdeutlicht, dass auf dem Gebiet der ICOs dringender Handlungsbedarf besteht. Es bedarf eines klaren regulatorischen Rahmens mit einem entsprechenden Mandat für die Finanzaufsicht“, kommentiert Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, die Umfrageergebnisse.

Angesichts des Betrugsrisikos von ICOs auf unregulierten Tauschplattformen sind 50% der Befragten der Meinung, dass etablierte Börsen eigene Handelsplattformen für Kryptowährungen als sicherere Alternative entwickeln sollten.

„ICO-Plattformen an etablierten Börsen könnten durch transparente und standardisierte Abläufe zu mehr Vertrauen bei den Anlegern führen, wovon auch ausgebende Unternehmen profitieren könnten“, erläutert Brühl weiter.

Lediglich 12% der Befragten sehen in diesem bislang weitgehend unregulierten Feld Chancen für den Finanzplatz Deutschland.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „ICOs sind ohne Zweifel eine Innovation für die Finanzindustrie mit erheblichem Potential. Der Wunsch der Branche nach stärkerer Regulierung ist der verständliche und begrüßenswerte Wunsch, dieses Potential zu nutzen und zugleich die Risiken im Griff zu behalten.“

 

 

Die Ergebnisse basieren auf einer vierteljährlich vom Center for Financial Studies durchgeführten Managementbefragung unter Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland.

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und
-bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten und Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

CFS-Index leicht gestiegen

  • Finanzinstitute melden starken Rückgang der Ertragszuwächse trotz unverändert positivem Umsatzwachstum
  • Investitionsvolumen der Dienstleister erreicht zweithöchsten Stand seit Beginn der Befragungen im Jahr 2007

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, steigt im zweiten Quartal 2018 um 1,8 Punkte und befindet sich mit 118,5 Punkten auf einem guten Stand. Der leichte Anstieg ist auf eine durchweg positive Entwicklung der Umsätze, Erträge, Investitionen und Mitarbeiterzahlen der Dienstleister zurückzuführen. Hingegen melden die Finanzinstitute einen deutlichen Rückgang der Ertragszuwächse trotz eines unverändert positiven Umsatzwachstums. Für das laufende Quartal wird mit einem weiteren Rückgang gerechnet, ebenso beim Umsatzwachstum. Auch haben die Finanzinstitute kurzfristig Stellen im zweiten Quartal abgebaut, für das laufende Quartal sind sie diesbezüglich jedoch wieder optimistischer. Das Investitionsvolumen der Finanzbranche befindet sich stabil auf einem hohen Niveau.

„Im Bankensektor kann man den erhöhten Wettbewerbs- und insbesondere auch Innovationsdruck aus den Umfragewerten ablesen: Die Erträge sind rückläufig bei gleichzeitig erhöhten Investitionen und etlichen Neueinstellungen“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird weiterhin sehr positiv beurteilt

Mit einem leichten Rückgang um 0,5 Punkte auf 131,3 Punkte liegt der Unternehmensstandort-Index, der die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland bewertet, kaum verändert auf einem sehr hohen Stand, welcher seit dem Brexit-Votum in 2016 gehalten wird.

Der Finanzplatz Frankfurt wird an internationaler Bedeutung zulegen, daran zweifelt die Finanzbranche nicht, wie der Indikator belegt. Wichtig wird sein, wie viel der sich bietenden Chancen die für den Standort Verantwortlichen nutzen können. Davon hängt ab, wie stark die Bedeutung Frankfurts zulegen wird.“ kommentiert Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., die Umfrageergebnisse.

Umsätze der Finanzbranche auf hohem Niveau / Ertragswachstum rückläufig bei den Finanzinstituten und positiv bei den Dienstleistern

Das Wachstum der Umsätze der befragten Finanzinstitute bleibt nahezu unverändert mit +0,2 Punkten auf einem guten Niveau von 118,8 Punkten, was im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg von 12,4 Punkten entspricht. Bei den Dienstleistern steigt der entsprechende Sub-Index sogar um 7,6 Punkte auf 128,9 Punkte und befindet sich somit 4,4 Punkte über dem Vorjahresstand. Es wird ein weiterer Anstieg erwartet. Hingegen erwarten die Finanzinstitute für das laufende Quartal einen etwas stärkeren Wachstumsrückgang ihrer Umsätze.

Das Ertragswachstum beider Gruppen entwickelt sich stark gegenläufig. Die Finanzinstitute befinden sich mit einem Rückgang des Sub-Index um 9,3 Punkte auf 101,8 Punkte auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren und erwarten für das laufende Quartal einen weiteren, ebenso starken Rückgang. Die Dienstleister andererseits verzeichnen einen Anstieg um 5,4 Punkte und liegen mit 127,6 Punkten auf dem zweithöchsten Niveau seit 2007. Auch das laufende Quartal wird optimistisch eingeschätzt.

Investitionsvolumen der Dienstleister erreicht zweithöchsten Stand seit Beginn der Befragungen im Jahr 2007

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Dienstleister steigt um 9,8 Punkte auf 122,4 Punkte und erreicht somit den zweithöchsten Stand seit Beginn der Befragungen im Jahr 2007. Es wird allerdings wieder mit einer Abschwächung für das laufende Quartal gerechnet. Auch der entsprechende Sub-Index der Finanzinstitute steigt leicht um 1,3 Punkte auf 116,1 Punkte, hier wird ein weiterer Anstieg erwartet.

Erneut kurzfristig Stellenabbau bei den Finanzinstituten

Nach dem anhaltenden Stellenabbau der Vorquartale meldeten die Finanzinstitute im ersten Quartal 2018 erstmalig wieder einen Mitarbeiterzuwachs. Dieser wird nun kurzfristig unterbrochen. Der entsprechende Sub-Index Mitarbeiter sinkt um 6,2 Punkte auf 96.4 Punkte. Für das laufende Quartal sind die Finanzinstitute jedoch wieder optimistischer. Die Entwicklung bei den Dienstleistern ist positiv, es werden verstärkt Mitarbeiter eingestellt. Der Sub-Index steigt um 3,3 Punkte auf 126,3 Punkte. Für das laufende Quartal wird mit einem leicht abgeschwächten Mitarbeiterzuwachs gerechnet.

 

 

Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und
-bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

Sustainable Finance, Frankfurt

Von der Nischenstrategie zum Mainstream der Finanzmärkte: Was ist Sustainable Finance?

Zunehmende Umweltbelastungen, geschädigte Ökosysteme und Umweltveränderungen stellen globale Herausforderungen dar. Die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in den Finanzsektor kann bei der Erreichung der Ziele der nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals – SDGs) und des Pariser Klimaabkommens eine wichtige Rolle spielen. Bei der Bewältigung der Herausforderungen, die durch zunehmende Umweltveränderungen entstehen, ist Nachhaltigkeit im Finanzsystem also unerlässlich – dazu gehört vor allem der Aufbau von Finanzmarktstrukturen, die Anreize für eine nachhaltige Verschiebung von Großinvestitionen hin zu zukunftsfähigen Kapitalallokationen schaffen.

Das Bewusstsein für die Notwendigkeit eines Wandels in der Finanzindustrie ist bereits gewachsen – der Ansatz Sustainable Finance gewinnt immer mehr an Aufmerksamkeit bei globalen Akteuren aus der Finanzindustrie und Politik sowie der breiten Öffentlichkeit. Aber worum geht es bei dabei genau?

Sustainable Finance integriert ökologische, soziale oder Governance-Kriterien (ESG) in Finanzdienstleistungen. Demnach sollen bei Kapitalallokationen und Investitionsentscheidungen ESG-Kriterien berücksichtigt werden und dabei sowohl für den Investor als auch die Gesellschaft einen Mehrwert schaffen. Auch Nachhaltigkeitsrisiken, die sich negativ auf die Stabilität des internationalen Finanzsystems auswirken könnten, sollen transparent dargestellt werden. Die zukunftsorientierten Anlagestrategien basieren dabei auf validen Daten sowie der Berücksichtigung von mittel- bis langfristigen Risiken und Gewinnen. War dieser Ansatz bisher eine Nischenanlagestrategie, so erreicht er zunehmend den Mainstream der internationalen Finanzmärkte.

Eine wichtige Teilkomponente von Sustainable Finance ist Green Finance: Ein Ansatz, der Investition in Unternehmen, Dienstleistungen, Produkte und Projekte, welche die Entwicklung einer umweltfreundlichen und klimabeständigen Wirtschaft beschleunigen, umfasst – ein Unterfangen, bei dem gerade technologische Innovationen und Digital Finance eine große Rolle spielen. Unter der Einbeziehung von Big Data, künstlicher Intelligenz und dem Internet der Dinge, bieten Green FinTechs dabei innovative und effiziente Möglichkeiten, Nachhaltigkeit im Finanzsystem voranzutreiben und gleichzeitig das Konzept von Green Finance in den Mainstream zu rücken, da auch der Zugang zu nachhaltigen Finanzdienstleistungen vereinfacht wird.

 

Frankfurter Büromarkt boomt im ersten Halbjahr – starker Ausblick

Der Büromarkt am Finanzplatz Frankfurt knüpft nahtlos an die Rekorde des letzten Jahres an. Im ersten Halbjahr erreichte der Flächenumsatz den dritthöchsten Wert der letzten 10 Jahre. Die ersten drei Monate des Jahres waren das beste erste Quartal seit dem Jahr 2000. Nach Angaben von BNP Paribas Real Estate, CBRE, Savills Investment Management und Jones Lang LaSalle hat die starke Vermietungsdynamik in Frankfurt zur niedrigsten Leerstandsquote seit 15 Jahren geführt – Tendenz für das zweite Halbjahr weiter fallend.

Im Zuge der Brexitverhandlungen haben 25 Finanzdienstleister bereits angekündigt, Geschäftsbereiche oder Kapazitäten an den Finanzplatz Frankfurt zu verlagern. Frankfurt Main Finance erwartet, dass es bis zum Jahreswechsel 2018/19 zur Brexit bedingten Schaffung von rund 2.000 Arbeitsplätzen kommen wird und hält an seiner Potentialschätzung von mittelfristig bis zu 10.000 Arbeitsplätzen fest, die jedoch noch nicht am Immobilienmarkt sofort vollumfänglich nachfragewirksam werden.

Die vom Brexit betroffenen Finanzdienstleistungsunternehmen dürfen weiterhin erwarten, dass sie im Stadtzentrum ausreichend moderne und im internationalen Vergleich kostengünstige Büroräume vorfinden werden. Trotz der sinkenden Leerstandsquote, die laut BNP Paribas Real Estate 8,3% beträgt und dem damit verbundenen Anstieg der Spitzenmiete auf zuletzt 43 EUR/m2/Monat, ist Frankfurt im internationalen Vergleich weiterhin günstig. Die Mieten betragen nur einen Bruchteil der Spitzenmieten in London und Paris, die im zweiten Quartal auf 118 bzw. 71 EUR/m2/Monat anstiegen. In beiden Städten liegt die Leerstandsquote bei unter 6%.

Diese Entwicklungen kommentieren José Martínez, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH, und Carsten Ape, Managing Director bei CBRE, Andreas Trumpp, Head of Research Deutschland bei Savills Investment Management sowie Markus Kullmann, Team Leader Office Leasing von Jones Lang LaSalle (JLL), und Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V..

Die Abweichungen bei Daten zum Leerstand, Flächenumsatz oder den Mietpreisen zwischen den beteiligten Immobiliengesellschaften ergeben sich aus den jeweils unterschiedlichen Erhebungsmethoden bzw. Grundgesamtheiten. Frankfurt Main Finance unternimmt keine Gewichtung oder Wertung der jeweiligen Methoden, sondern stellt sie transparent dar.

José Martínez, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Frankfurter Niederlassungsleiter

„Der Aufwärtstrend auf dem Frankfurter Büromarkt hält weiter an. Mit einem Flächenumsatz von 273.000 m² im ersten Halbjahr liegt das Resultat knapp 14 % über dem zehnjährigen Schnitt. Im bundesweiten Vergleich fiel der Flächenumsatz nur in München und Berlin höher aus.

In keiner anderen Stadt verteilt sich das Ergebnis so ausgeglichen über die verschiedenen Branchengruppen wie in Frankfurt. Knapp an der Spitze liegen Banken/Finanzdienstleister (14,5 %). Platz zwei entfällt auf Coworking-Anbieter (12 %), die in Frankfurt an Bedeutung gewinnen. Komplettiert wird das Spitzentrio von der Gruppe Medien und Werbung (12 %). Auf den Rängen vier bis sechs folgen Kopf-an-Kopf gleich drei Branchengruppen mit jeweils knapp 11 % Umsatzanteil: die öffentliche Verwaltung, die Informations- und Kommunikationstechnologien sowie die Beratungsgesellschaften. Diese homogene Verteilung unterstreicht eindrucksvoll die sehr breite Nachfragebasis und das lebhafte Marktgeschehen. Zu den wichtigsten Verträgen in der Mainmetropole gehörten die Anmietung von 24.000 m² der FAZ im Europaviertel, 8.300 m² der Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland in Heddernheim/Mertonviertel sowie 8.000 m² der Bethmann Bank im Bankenviertel.

Der Rückgang des Leerstands hat sich fortgesetzt und ist auf aktuell 1,28 Mio. m² gesunken – das geringste Volumen der letzten 15 Jahre. Vom Gesamtleerstand verfügen aber nur noch knapp 48 % (611.000 m²) über die von den Nutzern bevorzugte moderne Qualität. Die Leerstandsrate im Gesamtmarkt ist auf 8,3 % gesunken. Das größte Problem: Die Flächenknappheit in den zentralen, stark nachgefragten Lagen. Aufgrund der guten Nachfrage und dem geringen Angebot hat die Bautätigkeit angezogen. Insgesamt befinden sich 592.000 m² im Bau, dem Markt steht davon jedoch nur etwa die Hälfte zur Verfügung; der Rest ist vorvermietet. Zu berücksichtigen ist weiterhin, dass sich ein Großteil des Angebots auf wenige Projekte konzentriert, die darüber hinaus teilweise erst 2023 verfügbar sein werden. Als Ergebnis der skizzierten Nachfrage-/Angebotssituation hat die Spitzenmiete um 12 % auf 43 €/m² zugelegt. Auch bei den Durchschnittsmieten, die auf 18,30 €/m² gestiegen sind, ist eine ähnlich dynamische Aufwärtstendenz zu verzeichnen.

Die gute Nachfragesituation sowie das für die Nutzermärkte weiterhin stützende konjunkturelle Umfeld werden den Flächenumsatz auch im zweiten Halbjahr beflügeln. Dies gilt umso mehr, da der Anteil der Großabschlüsse zulegen dürfte. Vor diesem Hintergrund zeichnet sich für das Gesamtjahr erneut ein überdurchschnittlicher Flächenumsatz ab, der die 600.000-m²-Schwelle überschreiten sollte. Da sich gleichzeitig der Leerstandsabbau, wenn auch verlangsamt, noch fortsetzen wird, ist von weiter steigenden Mietpreisniveaus auszugehen.“

Carsten Ape, Managing Director, CBRE

„Der Standort Frankfurt präsentiert sich dank der weiter gut laufenden Konjunktur in einer dynamischen Verfassung. So beobachten wir am Bürovermietungsmarkt eine ungebrochen hohe Nachfrage. Das erste Halbjahr lag mit einem Büroflächenumsatz von 253.700 m² rund 13% über dem bereits starken Vorjahreszeitraum. Und der positive Schwung zu Jahresbeginn hält an.

Während das erste Quartal dieses Jahres noch durch einzelne Großprojekte wie etwa die Anmietung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von rund 24.000 m² geprägt war, speist sich das Wachstum nun vor allem aus der traditionell stark in Frankfurt vertretenen Finanzbranche: neben Kreditinstituten und Beratungsunternehmen und Rechtsanwaltskanzleien sind es aber auch Unternehmen aus der Immobilienbranche, die Flächen suchen.

Im Fokus stehen zunehmend auch kleinteilige Flächen bis 1.500 m². So fielen allein von dem im zweiten Quartal umgesetzten 106.800 m² rund 53 % auf diese Segmente. Für zusätzliche Belebung sorgt das Coworking: Der Flächenumsatz ist binnen weniger Jahre von 1.100 m² im Jahr 2015 auf 24.800 m² allein im ersten Halbjahr dieses Jahres gestiegen. Vor allem Start-ups fragen diese gemeinschaftlich genutzten Büroräume nach. Dieses innovative Segment erschließt dem Frankfurter Büromarkt neue Wachstumsmöglichkeiten und sorgt für zusätzliche Flexibilität.

Die Leerstandsrate ist in Frankfurt auf 8,5 % gesunken. Dies hat neben der hohen Nachfrage mit der Umnutzung und dem Abriss bestehender Büroflächen wie auch einer überschaubaren Anzahl von Fertigstellungen neuer Immobilien zu tun. Die Bautätigkeit liegt indes weiter auf einem hohen Niveau. Die Pipeline ist gut gefüllt. Bis Ende 2018 sollen 114.000 m² Bürofläche in Frankfurt fertiggestellt werden, davon sind allerdings nur noch gut 16 % verfügbar. Das Angebot schränkt sich immer weiter ein, der Markt kann aber noch atmen.

Der Brexit dürfte vor allem mittelfristig eine große Rolle spielen. Im Moment lässt sich die politische Entwicklung in Großbritannien noch nicht absehen, sodass viele Marktteilnehmer eine gespannte Warteposition einnehmen. Es ist aber absehbar, dass Frankfurt einer der Gewinner des Brexits sein wird.

In der zweiten Jahreshälfte dürfte sich die positive Entwicklung am Frankfurter Bürovermietungsmarkt fortsetzen. Die anhaltend hohe Nachfrage in Verbund mit der Knappheit an zentral gelegenen Objekten könnte zu einem weiteren Anstieg der Spitzenmieten führen. Dennoch sind nationale wie internationale Investoren auf der Suche nach attraktiven Investitionsmöglichkeiten im Rhein-Main-Gebiet. Frankfurt steht weiter im Fokus.“

Andreas Trumpp MRICS, Head of Research Deutschland, Savills Investment Management

„Der Verlauf der Austrittsverhandlungen Großbritanniens aus der Europäischen Union wird über die Zukunft alternativer Finanzstandorte, wie zum Beispiel Frankfurt, entscheiden. Bereits 2017 konnte der Frankfurter Büromarkt auch nahezu ohne brexitbedingte Umzüge ein Spitzenjahr verzeichnen. Dieser Trend setzt sich im laufenden Jahr positiv fort. Immobilieninvestoren profitieren von der Dynamik Frankfurts und seiner Region. Im jüngst veröffentlichten Savills IM Dynamic Cities Index konnte sich Frankfurt nicht zuletzt deshalb um vier Plätze auf Rang 17 verbessern und gehört damit zu den 20 dynamischsten Städten Europas. Die Mainmetropole profitiert von der hervorragenden internationalen Anbindung mit Bahn und Flugzeug, dem überdurchschnittlich ausgebauten Nahverkehrsnetz sowie der digitalen Vernetzung auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Immobilieninvestoren werden in Frankfurt in allen Größenklassen, Immobiliensegmenten und Risikoprofilen fündig. Damit bietet die Mainmetropole eine Anlagetiefe wie kaum eine andere Stadt in Deutschland.“

Markus Kullmann, Team Leader Office Leasing, JLL

„Der Frankfurter Bürovermietungsmarkt hat bis zur Jahresmitte 2018 ein starkes Umsatzergebnis erzielt. Mit knapp 260.000 m² fallen die Vergleiche mit dem Vorjahr (+ 9 %), dem 5- und 10-Jahresschnitt (+ 28 % bzw. + 14 %) deutlich positiv aus. Frankfurt markiert damit das drittbeste Halbjahresvolumen der letzten zehn Jahre. Eine Großanmietung über 10.000 m², wie die der FAZ in den ersten drei Monaten, gibt es zwar nicht in jedem Quartal. Aber wir sind zuversichtlich, dass in der zweiten Jahreshälfte einige Topanmietungen zu sehen sein werden – auch zu Top-Preisen. Denn Unternehmen, die entsprechendes hochkarätiges Personal suchen oder halten wollen, sind bereit, hohe Mieten für Top-Objekte in Top-Lagen zu zahlen. Da die Nachfragedynamik insgesamt weiter hoch ist, bleibe ich bei der Umsatzprognose von 575.000 m² für 2018.

Ein Problem, mit dem die Akteure auf dem Frankfurter Vermietungsmarkt weiter zu kämpfen haben: Leerstand ist nicht gleich Leerstand. Flächen, die zu haben sind, entsprechen vielfach nicht den Bedürfnissen: der Lage, Ausstattungsqualität, Mietdauer oder Mietpreis. Mittlerweile liegt die Leerstandsquote bei 7,3 % mit weiter fallender Tendenz bis Ende des Jahres auf 6,8 %. Zur Erinnerung: Die höchste Quote lag bei 17,9 %, das war 2006. Ab 2011 (15 %) hat sie dann sukzessive abgenommen.

Auch im zweiten Quartal kamen die dringend benötigten freien Flächen nicht auf den Markt. Und das bleibt auch so bis zum Jahresende. Das Angebot an fertig gestellter Fläche ist in den kommenden sechs Monaten mit rund 10.000 m² auf einem mehr als bescheidenen Niveau. Von einer spürbaren Entlastung auf der Angebotsseite gehe ich aus heutiger Sicht für 2020 aus. Dann könnten bis zu 485.000 m² fertigstellt werden.“

Hubertus Väth, Geschäftsführer, Frankfurt Main Finance e.V.

„Das hohe Vermietungsniveau und die sinkende Leerstandsquote zeigen, dass der Markt für Gewerbeimmobilien am Finanzplatz Frankfurt die Nachfrage gut absorbiert. Die hohe Lebensqualität, die hervorragende Infrastruktur, hohe Konzentration an ausländischen Unternehmen machen den Finanzplatz Frankfurt und die Rhein-Main-Region zu einem der beliebtesten Standorte. Frankfurt ist auf die Geschäftsverlagerungen von London nach Frankfurt in Folge des Brexit gut vorbereitet.“

Der Finanzplatz Frankfurt: Aufsichtsmetropole am Main

Für Aufsichtsbehörden der Europäischen Union ergeben sich mit dem Austritt Großbritanniens neue und komplexe Herausforderungen – daher verwundere es wenig, dass Behörden nun ihre Mitarbeiterzahlen erhöhen, schreibt Bernd Neubacher in der Börsen-Zeitung. In Teil 3 der Serie zum Finanzplatz Frankfurt diskutiert er, wie sich die erhöhte Personalzahl auf den Standort auswirkt.

In den letzten Jahren, so werde dem Finanzplatz nachgesagt, habe sich Frankfurt am Main mit der Ansässigkeit der Deutschen Bundesbank, Teilen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sowie der Europäische Zentralbank (EZB) und der European Insurance and Occupational Pensions Authority (EIOPA) zur Hauptstadt der Finanzaufsicht entwickelt.

In den ersten vier Monaten des Jahres stockte die BaFin nun die Personalzahl in Frankfurt von 50 auf 750 auf. Wird eine derzeit von der EU-Kommission geplante Reform für die der Europäische Aufsichtsbehörden realisiert, werde die am Westhafen ansässige EIOPA um 35 Mitarbeiter wachsen. Bei der Deutschen Bundesbank wolle man sich derzeit nicht zur zukünftigen Personalplanung äußern, so Neubacher.

Während EZB, EIOPA und Bundesbank zwar Steuerbefreiungen am Finanzplatz erhielten, so hätten die Aufsichtsbehörden eine positive Auswirkung auf die regionale Konjunktur und würden auch andere Institution, wie etwa das European Banking Institute (EBI), anlocken.

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Hessen Jahresbericht HA Hessen Agentur

„Weltoffenheit, Lebensqualität und kulturelle Tradition“

Die HA Hessen Agentur hat ihren aktuellen Jahresbericht veröffentlicht

„Unser Bundesland zählt zu den Spitzenreitern in Technologie, Forschung und Entwicklung; seine Unternehmen sich exportfreudig und innovationsstark, die Fachkräfte hervorragend ausgebildet und motiviert, Verkehrs- und Datennetze erstklassig und die Beschäftigung ist auf Rekordniveau“, kommentiert Tarek Al-Wazir, Hessicher Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, den aktuellen Jahresbericht der HA Hessen Agentur. Zudem seien es vor allem die weichen Standortfaktoren „Weltoffenheit, Lebensqualität und kulturelle Tradition“, die ausländische Investoren vom Standort Hessen überzeugen.

Im ihrem aktuellen Jahresbericht zieht die HA Hessen Agentur GmbH gemeinsam mit ihren beiden Tochterunternehmen, der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) und der HA Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (HA SEG) Bilanz über ihre Aktivitäten in den Jahren 2016 und 2017. Der Jahresbericht vermittelt einen Einblick in die Projekte, mit denen das Land sein Profil schärf und Zukunftsthemen vorantreibt. Ein Highlight des aktuellen Berichts ist ein Gespräch zwischen Dr. Thomas Schäfer, Hessischer Finanzminister, und Dr. Lutz Raettig, Sprecher des Präsidiums von Frankfurt Main Finance, zum Thema „Brexit als Herausforderung und Chance für Hessen“.

Schließlich stehen im Fokus von HTAI vor allem die Herausforderungen und Chancen, die der britische Austritt aus der Europäischen Union für Hessen mit sich bringt. Der Präsident von Frankfurt Main Finance, Dr. Lutz Raettig, und Dr. Thomas Schäfer, Hessischer Finanzminister, diskutieren im aktuellen Jahresbericht die Veränderungen, die der Brexit für das Bundesland im Herzen von Hessen birgt. „Für die Unternehmen der Finanzindustrie gilt es, die Chancen, die im Brexit liegen, zu identifizieren und dann zu nutzen“, sagt Dr. Lutz Raettig. „Der Brexit schafft eine Umbruch-Situation. In jedem Umbruch liegen auch Chancen.“ Das vollständige Interview lesen Sie im aktuellen Jahresbericht 2016/17!

Seit 2013 mehr als 750 Neuansiedlungen internationaler Investoren in Hessen

Hessen Trade & Invest verbindet die Förderung von Zukunftstechnologien und Innovationen mit dem Ausbau internationaler Kontakte und Partnerschaften. In hessischen Wirtschafts- und Wissenschaftszentren wie Frankfurt, Kassel, Darmstadt, Wiesbaden, Gießen und Marburg, aber auch in vielen hessischen Städten in den ländlichen Regionen, entstehen und wachsen Unternehmen, die für den Anschluss an die Top-Positionen der Wirtschaft stehen, so der Bericht. Seit 2013 verzeichnet HTAI mehr als 750 Neuansiedlungen internationaler Investoren in Hessen.

Weitere Highlights des Jahresberichts sind:

Frankfurt Brexit

Der Brexit und die Folgen für Frankfurt – Gastbeitrag in der Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen

Der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) wirft nicht nur für den bisher führenden Finanzplatz London wichtige Fragen auf, sondern auch für die zukünftige Finanzarchitektur der EU. Welche Folgen der Brexit für den Finanzplatz Frankfurt hat, diskutiert Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, in einem Gastbeitrag in der Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen.

Sollte es zu einem harten Brexit kommen, werde sich das auf London fokussierte Finanzsystem der EU nicht wie bisher vorsetzten lassen, da Großbritannien dann ein regulatorischer Drittstaat der Union und somit nicht mehr Teil des Eurosystems wäre. Damit stellten sich wichtige Fragen: „Wer kann, wer muss welche Funktionen übernehmen, um für ausreichende und günstige Finanzierung von Handel und Industrie in der EU zu sorgen? Wie sichern wir die Stabilität des Finanzsystems? Wie verteilen wir die Verantwortung?“ erläutert Väth.

Bisher habe das sogenannte Passporting international agierenden Banken erlaubt, von London aus Geschäfte in der gesamten EU durchzuführen. Das Passporting werde nach dem Austritt Londons nicht mehr gelten, erklärte Väth. Weiterhin schreibt Väth, dass auch das Euroclearing, die technische Abwicklung der auf Euro lautenden außerbörslichen Zinsderivate, ein kritisches Element der zukünftigen Finanzarchitektur sei. Im letzten Jahr wurde in der EU ein Gegenwert von umgerechnet gut 750 Billionen Euro in Derivatgeschäften verrechnet – der Großteil davon, etwas über 90% – über eine in London ansässige zentrale Gegenpartei.

Mit dem Austritt Londons aus der EU werfe dies Fragen des Risikos und der Haftung auf, da ein für die Liquidität des Finanzmarktes im Eurosystem wichtiger Bestandteil nicht mehr unter direkter Aufsicht durch die EZB stehe. „Im Krisenfall hieße dies, dass deutsche beziehungsweise EU27 Steuergelder in massivem Umfang zur Rettung in London eingesetzt werden müssten – ohne die Konditionen bestimmen zu können.“, so Väth im Beitrag. Sollte es zu einer Relokation kommen, sei vor allem der Finanzplatz Frankfurt eine echte Option, nicht zuletzt wegen der Banklizenz der zentralen Clearing-Partei Eurex, die über eine direkte Anbindung an die in Frankfurt ansässige EZB als den Lender of Last Resort verfügt. Sollte im Falle eines Ausfalls eines Clearingteilnehmers innerhalb der zentralen Gegenpartei eine Schieflage entstehen, wäre die Stabilität des Eurosystems weiterhin sichergestellt.

Die Relokaton des Euro-Clearing an einen Finanzplatz der EU27, und somit unter direkter Aufsicht der in Frankfurt ansässigen EZB, gewährleiste hingegen eine unmittelbare Handlungsfähigkeit der Aufseher.

Der Austritt Großbritanniens werde zwar Londons Rolle als Finanzstandort nicht fundamental verändern, jedoch spürbar schwächen. Dies zeigten die Reaktionen internationaler Banken, die Teile ihrer Geschäfte und Arbeitsplätze in andere Finanzplätze der EU verlagert haben – mehr als 20 Finanzinstitute entschieden sich bisher für Rhein-Main-Region, weitere sollen folgen.

Die Entscheidung habe sehr gute und rationalen Gründe: Deutschland habe ein AAA Rating, die über 250 in Frankfurt ansässigen Finanzinstitute sowie mehr als 150 ausländischen Banken und Repräsentanzen, zahlreiche Forschungseinrichtungen im Wirtschafts- und Finanzbereich seien sehr gut vernetzt. Hinzu kämen die vergleichsweise günstigen Mieten für Büro- und Wohnraum, sehr gute Infrastruktur sowie ein qualifizierter und spezialisierter Talentpool im Finanzsektor.

Eine ausführliche Darstellung der Folgen des Brexit können Sie im gesamten Gastbeitrag hier lesen.

Frankfurt Finance Summit 2018 – Ready, Steady, Go!

Am 29. Mai 2018 kamen hochkarätige Persönlichkeiten der nationalen und internationalen Finanzwelt beim achten Frankfurt Finance Summit zusammen. Unter dem Motto Ready, Steady, Go! Who is ready to set the pace in challenging times? trafen sich die Entscheider aus Zentralbanken, Börsen, Aufsichtsbehörden, Banken, Versicherungen, Politik, Unternehmen und Wissenschaft, um die Herausforderungen und Chancen für den europäischen Wirtschaftsraum, Regulierung und die Finanzmärkte insgesamt und den Finanzplatz Frankfurt im Besonderen bietet sowie die strategischen Antworten der Finanzindustrie zu diskutieren. Zudem debattierten Vertreter der Finanzindustrie und Politik die zukünftige Aufsicht und potentielle Relokation des Euro denominierten Derivat-Handels durch zentrale Verrechnungsstellen CCP (Central Counter Parties). Auch das Voranschreiten von „Artificial Intelligence“ in Finanzinstitutionen sowie deren Bedeutung für die Datensicherheit stand auf der Agenda der Veranstaltung.

Einen umfassenden Rückblick auf den Frankfurt Finance Summit 2017 in englischer Sprache finden Sie hier.

Frankfurt Main Finance und die Gesellschaft für Risikomanagement und Regulierung e.V. danken den diesjährigen Sponsoren für Ihre großzügige Unterstützung. Die Deutsche Bank war in diesem Jahr der Gold Partner. Zu den Silber Partnern gehören Deloitte, Deutsche Börse Group, DZ Bank, ING-Diba, Mastercard  und die Wirtschaftsförderung Frankfurt.