Welt ohne Geld?

Welt ohne Geld?: Ein Zukunftshandbuch für Banken“ – so heißt eine aktuelle KPMG-Analyse der Finanzbranche. Es geht um die zentrale Frage: Wie funktioniert eine digitale Welt, in der Plattformen Assets, Ressourcen, Finanzmittel und Portfolios in Echtzeit bewerten und Algorithmen so programmiert werden, dass sie in der Kürze eines Wimpernschlags komplizierte Analysen erstellen – für die ein geschulter Mitarbeiter mehrere Stunden vor dem Bildschirm hätte verbringen müssen. Weiterlesen

Haftungsdachlösung für kleinere Finanzdienstleister

Ein Interview mit Frank A. Rothauge, Geschäftsführender Gesellschafter der AHP Capital Management GmbH

Vor welchen Herausforderungen stehen vor allem kleinere ausländische Finanzdienstleister, die sich am Finanzplatz Frankfurt am Main niederlassen möchten? Diese Frage steht im Fokus unseres Interviews mit Frank A. Rothauge, Geschäftsführender Gesellschafter der AHP Capital Management GmbH in Frankfurt.

 

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Von Aktivisten, Intermediären und Aktionärsrechten

Der sogenannte Shareholder Activism inner- und außerhalb von Hauptversammlungen wird sich fortsetzen, prognostizierte nicht allein Dr. Ulrike Binder, Partnerin bei Mayer Brown LLP auf der Fachtagung des Deutschen Aktieninstituts (DAI) am 17. September in Frankfurt am Main. In diesem Lichte hielt das DAI Rückschau auf die abgelaufene und Ausblick auf die kommende Hauptversammlungssaison. Einen wesentlichen Schwerpunkt dabei bildete das verzögerte ARUG II. Prof. Ulrich Noack, Mitglied des wissenschaftlichen DAI-Beirats und Juraprofessor aus Düsseldorf, hält ARUG II im Hinblick auf die Hauptversammlung für nicht so einschneidend wie den Vorgänger ARUG I. Für die Praktiker, die die neuen Regeln umsetzen und anwenden sollen, bleiben dennoch viele Fragen offen.

Am 10. Juni hätte das Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie – kurz ARUG II – in Kraft treten müssen. Am 17. September hatte es noch nicht einmal den Rechtsausschuss passiert, so dass sich die Fachtagung damit begnügte das komplexe System aufzubrechen, das sich aus dem Zusammenwirken der EU Richtlinie 2017/828, dem ARUG II (2019) und der Durchführungs-VO (2018) ergibt. Unterschiede im Wortlaut der einzelnen Texte machen die Anwendung nicht gerade leichter. Als Folge der Verschiebung bestehen erhebliche Unklarheiten, ab welcher HV-Saison die neuen Regeln anzuwenden sind. Möglich ist sogar, dass es mitten innerhalb der Saison 2020, ab einem bestimmten Datum beispielsweise im Mai zur Anwendung kommt. Aufgrund dieser Unsicherheit wagte Thomas von Oehsen vom Stimmrechtsberater ISS Europe auch nur einen allgemeinen Ausblick.

Woran es hakt, ist schnell erklärt. Der deutsche Gesetzgeber tut sich bei den beiden Themenkomplexen „Related Party Transactions“ sowie „Say on Pay“ schwer, die europäischen Vorstellungen umzusetzen. In Bezug auf die Related Party Transactions müssen sich die Regierungsparteien noch auf sinnvolle Schwellenwerte einigen. Dazu muss man wissen, dass das Konzernrecht in Deutschland gegenüber dem der europäischen Nachbarn viel diffiziler ist, und man hier verhindern möchte, bei allen konzerninternen Transaktionen eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen zu müssen. Bezüglich der „Say on Pay“-Regelung besteht innerhalb der Regierungsparteien noch Uneinigkeit darüber, ob der Hauptversammlung bei der Abstimmung über die Vergütungssysteme ein beratendes oder bindendes Votum zukommen soll.

Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Aktionärskommunikation

Somit beschäftigte sich die Fachtagung hauptsächlich mit den als abgeschlossen geltenden Themen. Während sich aktivistische Aktionäre geradezu dadurch auszeichnen, dass sie den direkten Kontakt zur Gesellschaft suchen, besteht bei ARUG II die Intension des Gesetzgebers darin, die Aktienemittenten mit Kosten und verkürzten Fristen zur Digitalisierung der Beziehungen zu allen ihren Anteilseignern zu drängen. Die Kommunikation soll möglichst direkt, unter Umgehung etwaiger Intermediäre, und mit allen Aktionären gleichzeitig stattfinden – auch über Landesgrenzen, Zeitzonen und Sprachbarrieren hinweg. Sämtliche Intermediäre dazwischen – wie Depotbanken, Verwahrer von Wertpapieren oder andere beauftragte Dritte – sollen eine geringstmögliche Rolle spielen. Dabei belaufen sich die Pflichtsprachen für deutsche Gesellschaften auf Deutsch und Englisch. Übersetzungen in die Muttersprachen internationaler Aktionäre sind von diesen selbst oder eben doch einem der Intermediäre vorzunehmen.

Im Hinblick auf die Hauptversammlung bedeutet dies unter anderem, dass die elektronische Übermittlung der Hauptversammlungsmitteilung an die Aktionäre oder Banken am gleichen Tag wie die Veröffentlichung der Einberufung im elektronischen Bundesanzeiger erfolgen soll. Da der Nachweis über den Aktionärsstatus entscheidend ist, wird die direkte Kommunikation zwischen Aktionär und Emittent zumindest bei Inhaberaktien nicht unter völliger Umgehung der Depotbanken verlaufen können. Umgekehrt benötigen die Depotbanken einen Weg, den Emittenten eindeutig als Absender zu identifizieren. Auf der DAI-Fachtagung wurden Überlegungen laut, ob die Clearstream zukünftig Dienstleistungen im Privatkundenbereich anbieten könnte.

Eine praktische Erleichterung hält ARUG II jedoch parat: Statt wie bisher eine Broschüre zu verschicken, reicht es künftig aus, die Aktionäre nur darüber zu informieren, wann und wo die Hauptversammlung stattfindet und unter welchem Link die notwendigen Informationen und Formulare abgerufen werden können.

Aktionärsidentifikation als Voraussetzung der Kommunikation

Als vor etwa 20 Jahren die Digitalisierungsdiskussion begann, dies sei am Rande erwähnt, drehte sie sich allein um die Möglichkeiten der Durchführung von virtuellen Hauptversammlungen. Die Präsenzen waren damals niedrig und die noch als „räuberische Aktionäre“ bezeichneten Aktivisten traten vor allem mit der Taktik auf, die Veranstaltung bis zur Unwirksamkeit in die Länge zu ziehen. Dies ist heute kein Thema mehr, heute sollen automatisierte Verfahren der Identifikation dienen, mit wem man es zu tun hat.

16. Jahrestagung des Deutschen Aktieninstituts „Die Hauptversammlung“ am 17.09.2019.

In der Diskussion um das durch ARUG II gewährte Recht auf Aktionärsidentifikation erwartet ein Emittent von Inhaberaktien, zukünftig im Hinblick auf Transparenz in die Nähe der Namensaktie gerückt zu werden. Ohne dafür die Aktiengattung wechseln zu müssen, will man seine Aktionäre mit passgenauen Maßnahmen eng an sich binden können. Hierzu müssen sich allerdings erst noch die richtigen Prozesse herauskristallisieren.

Dabei muss man wissen, dass sich in der Praxis die Transparenz für Emittenten von Namensaktien weit weniger hoch als allgemein angenommen darstellt. Standardmäßig führen diese über Drittanbieter bis zu viermal im Jahr eine relativ aufwendige Shareholder Identification durch, weil das Namensregister eben doch nicht ganz so zuverlässig ist. Ein über 100 Prozent liegendes Resultat ist dabei keine Seltenheit, weil erst Spezialisten erkennen können, ob es sich bei dem gemeldeten Aktienbestand tatsächlich um den eigentlichen Eigentümer der Aktien handelt. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Qualität dieser Daten zukünftig spürbar verbessert.

Das Finanzinstrument Aktie wird zum Kommunikationsmedium

Nicht zuletzt dem verstärkten Auftreten aktivistischer Aktionäre ist es zu verdanken, dass die Digitalisierungsbemühungen des Gesetzgebers aus dem reinen Finanzinstrument Aktie zunehmend ein Kommunikationsmedium inklusive aller daran hängenden Bestimmungen aus der DSVGO machen. Unbesehen des Namens „Aktionärsrechterichtlinie“ gibt der Aktionär mit Erwerb von Aktien nach ARUG II die Hoheit über seine personenbezogenen Daten ein Stück weit auf. Auf die Investor Relations Abteilungen könnte ein bedeutender Aufwand in der Verwaltung dieser Daten und vor allem deren fristgemäßer Löschung zu kommen (spätestens 12 Monate nach Verkauf der Aktien). Und dann sind da noch die Kosten, die in der Mehrheit vom Emittenten zu tragen sind. In der Mehrheit, aber eben nicht alle. Schon jetzt geht der Trend dahin, dass Privataktionäre lieber Gast- als Eintrittskarten zur Hauptversammlung bestellen, weil ihnen die Anmeldung über die Depotbanken zu teuer und zu aufwendig ist. Es wäre schade, wenn sich dieser Trend durch unbeabsichtigte Folgen von ARUG II verstärken würde.

 

Von Dr. Charlotte Brigitte Looß.

Helaba Finanzplatzstudie 2019

„Frankfurt ist der führende Finanzplatz Kontinentaleuropas und in Europa die Nr. 2 hinter London. Der Brexit-bedingte Umstrukturierungsprozess verbessert seine Positionierung in der Finanzwelt“, schreibt die Helaba über die heute erschienene Finanzplatzstudie 2019 Finanzplatz Frankfurt: Mehr als Brexit. Tatsächlich habe sich der Abstand zwischen dem britischem und dem deutschen Finanzzentrum in den letzten Jahren verringert. Während das Image Londons gelitten habe, konnte Frankfurt im internationalen Standortwettbewerb punkten und an Attraktivität sowie Auslandsbanken hinzugewinnen.

„Schon bald nach dem Referendum hatten wir die These aufgestellt, dass Frankfurt von dem Brexit bedingten Umstrukturierungsprozess im europäischen Bankensektor besonders profitieren könnte“, kommentiert Dr. Gertrud Traud, Chefvolkswirtin und Bereichsleitung Research der Helaba, die Ergebnisse der Finanzplatzstudie 2019, „Dies scheint sich derzeit zu manifestieren: Unsere Brexit-Map der Geschäftsverlagerungen von Banken hat sich über die Jahre schwungvoll entwickelt und insbesondere für das deutsche Finanzzentrum verdichtet.“

Frankfurt hat beruflich wie privat viel zu bieten

Gibt es die Brexit-Banker in Frankfurt wirklich? Und wie ist ihre Sicht auf die Brexit- und Standortentwicklungen? Die Autoren der Helaba Finanzplatzstudie haben einige der Brexit-Banker erstmals persönlich interviewt und untermauern mit den Gesprächen die quantitativen Analysedaten des Reports. Unter anderem wurden die Banker zu den zentralen Gründen befragt, die zur Standortwahl Frankfurts geführt haben. Demnach seinen die Wirtschaftsstärke Deutschlands, die bestehende Bankeninfrastruktur, die vor Ort ansässigen wichtigen Akteure Europas wie zum Beispiel Aufsichtsbehörden und die Börse, der zentral gelegene Verkehrsknotenpunkt sowie die Finanzplatzbedeutung an sich für die Banken entscheidend gewesen. Aus persönlicher Sicht betonten die Befragten, die ausgeprägte Internationalität, die enorme Zeitersparnis, die Attraktivität für Familien, die hohe Lebensqualität sowie die vielfältige Stadtentwicklung.

Finanzplatzakteure sind aufgefordert, an der Attraktivität Frankfurts zu arbeiten

„Während wir für die vorliegende Studie nochmals den Fokus auf den Brexit richten, beobachten wir hinter den Kulissen weiterhin alle Finanzplatzkriterien“, sagt Dr. Gertrud Traud. So habe sich ein wichtiger Standortfaktor – die Stabilität der deutschen Volkswirtschaft – in der Vergangenheit verschlechtert. Frankreich wachse beispielsweise wieder stärker als Deutschland und sei auch weniger von der Abwärtsentwicklung der Industrie betroffen, betont Traud. Alle Akteure seien daher in der Verantwortung kontinuierlich an der Attraktivität des Finanzplatzes Frankfurt zu arbeiten. Die Stadt am Main ist, wie die zahlreichen Interviews mit Brexit-Bankern in Frankfurt gezeigt haben, mehr als eine Brexit-Stadt.

 

Die offizielle Pressemeldung sowie die Möglichkeit zum Download der Finanzplatzstudie 2019 finden Sie auf der Website der Helaba.

 

Titelbild: Helaba

 

 

Interview zum 1. DVFA Geldpolitik Forum mit Ingo R. Mainert, stv. Vorstandsvorsitzender DVFA e.V.

Mit dem anstehenden Wechsel an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) beginnt zumindest personell eine neue Zeitrechnung in der europäischen Geldpolitik. Am 1. November 2019 folgt Christine Lagarde als Präsidentin der EZB auf Mario Draghi.

Einen Tag davor, am 31. Oktober, findet im House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt das 1. DVFA Forum Geldpolitik zum Thema „Die zukünftige Geldpolitik im Euroraum: Neubeginn oder weiter wie gehabt“ statt. Die Agenda der Veranstaltung umfasst die Bereiche

  • Geldpolitik im Spannungsfeld von Strategie und Taktik
  • Finanzstabilität
  • Unabhängigkeit der supranationalen EZB als institutionelle Versuchung sowie
  • Herausforderungen der gegenwärtigen Geldpolitik und zukünftige monetäre Optionen.

Wir haben mit Ingo R. Mainert, CIO Multi Asset Europe von Allianz Global Investors, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DVFA und stellvertretender Leiter der DVFA Kommission Geldpolitik, über die Veranstaltung gesprochen.

Herr Mainert, mit welcher Zielsetzung hat sich die DVFA des Themas Geldpolitik angenommen?

Wenn Geld der Schmierstoff für die Wirtschaft ist, dann ist die Zentralbank die Ölpumpe. Der Einfluss der Geldpolitik auf die Finanzmärkte ist enorm – und zuletzt sogar noch gestiegen! Das sieht man nicht zuletzt an den aktuell negativen Renditen an den Anleihemärkten. Darüber hinaus hat die EZB als supranationale Zentralbank noch eine weitere, nicht zu unterschätzende politisch-soziale Bedeutung: Ihre Geldpolitik hat weitreichende Folgen für das Projekt Europa und damit auch über die Länder des Euroraums hinaus.

Frankfurt ist eine der wichtigsten Städte weltweit, wenn es um Geldpolitik geht. Wie spiegelt sich das innerhalb der DVFA Kommission zur Geldpolitik und konkret auf dem anstehenden Forum wider?

Stimmt. Mit der EZB und der Bundesbank haben gleich zwei institutionelle Schwergewichte am Finanzplatz Frankfurt ihren Sitz. Dies hat naturgemäß auch eine sehr internationale Geschäftsbankenlandschaft zur Folge, wovon wir in der DVFA profitieren. Darüber hinaus lehrt und forscht die Goethe-Universität mit dem House of Finance auf höchstem akademischem Niveau. Frankfurt ist damit ein europäischer Magnet für Finanzmarktexperten, und die hochkarätige Besetzung des 1. DVFA Forums Geldpolitik, auf die wir auch ein bisschen stolz sind, spiegelt dies wider. Mit dieser Expertise und der Themenbreite der Veranstaltung möchten wir der aktuellen geldpolitischen Diskussion Impulse geben. 

Welche Gründe haben Sie bewogen, gerade jetzt das erste Forum zur Geldpolitik ins Leben zu rufen?

Die Zeit war reif. Über die letzten Jahre haben wir eine Zeitenwende bei der Geldpolitik gesehen, und selten zuvor lagen die Meinungen hinsichtlich des richtigen geldpolitischen Kurses derart weit auseinander wie heute. Es wird zunehmend deutlich, dass die Geldpolitik nicht nur finanzielle und ökonomische, sondern auch soziale und verteilungspolitische Folgen hat. In Zeiten eines zunehmenden Populismus kann dies schwerwiegende Folgen haben.

Wenn Sie ein paar Jahre in die Zukunft schauen, was würden Sie mit dem Forum Geldpolitik und der DVFA Kommission Geldpolitik erreichen wollen?

Wir möchten diese Veranstaltung dauerhaft als Branchengipfel etablieren und würden uns freuen, wenn sie für alle an Fragen der Geldpolitik Interessierten zum Pflichttermin würde. Die DVFA Kommission Geldpolitik wollen wir als gewichtige Stimme in der Diskussion um Fragen der Geldpolitik positioniert sehen. Seit ihrer Gründung Ende letzten Jahres sind wir hierbei auf einem guten Weg.

 


Die DVFA Kommission Geldpolitik beschäftigt sich insbesondere mit folgenden Themen:

Die Rolle der Zentralbank

  • Geraten die Zentralbanken unter zunehmenden Einfluss der Politik?
  • Bankenaufsicht in der EZB – Führt die Doppelrolle zu einem Bias in der Geldpolitik?
  • Ist das Inflationsziel noch das richtige Steuerungsinstrument der Geldpolitik?
  • Wie kann die Kapitalmarkt- und Bankenunion den Transfermechanismus zwischen Geldpolitik und Unternehmensfinanzierung verbessern?

Makroökonomische Entwicklungen und langfristige Auswirkungen

  • Gibt es im Ökonomen-Streit um das europäische Zahlungsverkehrssystem „Target2“ konstruktive Lösungen für den Umgang mit dem negativen Saldo zu Lasten der Deutschen Bundesbank
  • Verstärkt die Niedrigzinspolitik die Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen?
  • Werden durch die lockeren Finanzierungsbedingungen Unternehmens-„Zombies“ am Leben gehalten?

Einflüsse neuer Technologien

  • Central Bank Digital Currencies (CBDC) – Wie wirkt das Aufkommen digitaler Währungen auf das Monopol der Zentralbanken und die bestehende Währungsordnung?

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der der DVFA Kommission Geldpolitik.

 

DVFA e.V.: Die Standesorganisation der Investment Professionals in den deutschen Finanz- und Kapitalmärkten mit über 1.400 persönlichen Mitgliedern. Der Verband engagiert sich für die Professionalisierung des Investment-Berufsstandes, erarbeitet Standards und fördert den Finance-Nachwuchs. Der Verband ist international verankert. Er ist Mitglied von EFFAS – European Federation of Financial Analysts Societies mit über 17.000 Investment Professionals europaweit und auch Mitglied bei der ACIIA – Association of Certified International Investment Analysts, einem Netzwerk mit 100.000 Investment Professionals weltweit. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der DVFA.

 


 

Mit welchen Standortvorteilen kann der Finanzplatz punkten? Ein Interview mit Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der Hessen-Agentur

Was ist Unternehmen wichtig, die sich im Zuge des Brexit mit Umzugsgedanken ins Rhein-Main-Gebiet beschäftigen und mit welchen Standortvorteilen kann der Finanzplatz punkten? Diese Frage steht im Fokus unseres Interviews mit Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der Hessen-Agentur. Weiterlesen

Der Finanzplatz Frankfurt begrüßt das Dubai International Financial Centre

Gemeinsam mit dem Verband der Auslandsbanken in Deutschland e.V. veranstaltete Frankfurt Main Finance (FMF) das 14. FinanzplatzFrühstück. Gastgeber war die globale Wirtschaftskanzlei und FMF-Mitglied Norton Rose Fulbright. Im Zentrum der Veranstaltung stand die Finanzplatzinitiative Dubai International Financial Centre (DIFC): Arif Amiri, Chief Executive Officer des DIFC, diskutierte das Thema Driving the Future of Finance and Exploring Opportunities for Growth in the MEASA Region.

Laut Herr Amiri war der Finanzplatz Frankfurt dabei ein wichtiger Stopp auf seiner Roadshow durch Europa, wobei es vorrangig um die Vorstellung Dubais ging – ein führendes globales Drehkreuz. Innovation, Zusammenarbeit und Wachstum seien die Schlüsselelemente für den Erfolg des Finanzzentrums.

Bei der anschließenden Diskussion ging es neben den Fragen zur Förderung einer Akademie in den Bereichen FinTech und Financial Markets vor allem auch um die Vorzüge des Finanzzentrums. So sei die Sandbox Dubai nicht nur ein Türöffner für Unternehmen, sondern ermögliche internationale Kooperationen mit gemeinsamen Gesetzen, mit denen der Rest der Welt vertraut sei.

Rechtshandbuch Cyber Security

Was sind die rechtlichen Aspekte von Cyber-Security?

„Es gibt nur zwei Arten von Unternehmen: Solche, die gehackt wurden, und solche, die noch gehackt werden.“ Mit diesem Zitat des ehemaligen FBI-Chefs Robert Müller aus dem Jahr 2012 beginnt das neu erschienene Rechtshandbuch Cyber-Security. Es wurde maßgeblich von den Anwälten der Sozietät White & Case – Frankfurt Main Finance-Mitglied – verfasst.

Das Rechtshandbuch gibt für das deutsche Recht einen alle relevanten Rechtsbereiche übergreifenden Überblick über die Fragestellungen im Bereich Cyber-Security.  Diese reichen von der Verantwortlichkeit der Geschäftsleitung für Organisationen und Fortbestand des Unternehmens über ‚klassische‘ Compliance-Materien wie Datenschutz und IT-Sicherheit bis hin zu Fragen der Transaktions- und Aufsichtspraxis. Es ist damit gerade für Manager an internationalen Finanzplätzen wie Frankfurt am Main interessant, da diese oft im täglichen Umgang mit Compliance und Cyber-Security-Themen sind.

Ransomware, Malware, DDoS-Attacken, APT-Angriffe oder der CEO-Fraud – alle diese Begriffe sind gängige Formen von Cyber-Attacken. Doch wie sollen Unternehmen dagegen vorgehen bzw., einen Schritt voraus gedacht, wie können sich Unternehmen effektiv dagegen schützen? Mit welchen Kosten sind diese Maßnahmen verbunden und in welchem rechtlichen Rahmen bewegen sich die Unternehmen? Das Rechtshandbuch Cyber-Security beantwortet diese Fragen systematisch, zeigt Fallbeispiele auf, führt Länderberichte an und stellt Unternehmen praxisorientierte Cyber-Security-Checklisten zur Verfügung.

Das sind die Themen des Cyber-Security Ratgebers

Insgesamt gliedert sich das Buch in 16 Kapitel und umfasst die Themenbereiche Gesellschaftsrecht, Merger and Acquisitions, Datenschutz, IT-Sicherheit, Arbeitsrecht, Aufsichtsrecht, Kartellrecht, Vergaberecht, Prozessführung und Haftung, Strafrecht und Versicherungsrecht. Ergänzt werden diese Themenfelder durch drei Länderberichte über die USA, Großbritannien und China sowie Checklisten für Unternehmen zum Thema Cyber-Security.

Cyber-Security-Checklisten bieten praxisorientierte Hilfestellungen

Die Herausgeber des Buches zitieren eine Statistik des Digitalverbandes Bitkom (2018), die davon ausgeht, dass durch digitale Wirtschaftsspionage, Sabotage und Datendiebstahl in den vergangenen zwei Jahren in Deutschland rund 43,3 Milliarden Euro Gesamtschaden entstanden ist. Dieser setze sich aus Imageschäden, Patenrechtsverletzungen, Prozess- und Systemverlusten, Recherchen, Umsatzeinbußen, Rechtsstreitigkeiten, datenschutzrechtlichen Maßnahmen, Erpressungen und sonstigen Schäden zusammen. Zeitgleich seien 2018 rund 800 Millionen Schadprogramme in Deutschland im Umlauf gewesen (Lagebericht 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik). Zudem verweisen die Autoren auf eine McKinsey-Studie, die zeigt, dass nur 16 Prozent der Manager ihre Unternehmen auf Cyber-Risiken gut vorbereitet sehen. An dieser Stelle soll das Buch Managern eine ganz konkrete Hilfestellung bieten und beantwortet Fragen wie: Was sind Anforderungen an das Risikomanagement von Banken, Zahlungsinstituten und Unternehmen mit kritischen Infrastrukturen? Oder: Wie sieht ein Cyber Incident Response Plan aus?

Das Rechtshandbuch Cyber-Security ist im Deutschen Fachverlag, Fachmedien für Recht und Wirtschaft, in Frankfurt am Main erschienen und ist online erhältlich.

Weitere Informationen zum Buch

Rechtshandbuch Cyber-Security

Hrsg.: D. Gabel, T.A. Heinrich, A. Kiefner

Deutscher Fachverlag GmbH, Fachmedien Recht und Wirtschaft, Frankfurt am Main

ISBN: 978-3-8005-0012-3

Jahr: 2019

FinanzplatzFrühstück

FinanzplatzFrühstück mit David Parker vom Bahrain Economic Development Board (EDB)

Das 13. FinanzplatzFrühstück eröffnet wenig bekannte Perspektiven auf das Königreich Bahrain als Finanzplatz, das um junge innovative Unternehmen wirbt.

Auf der Veranstaltung, die erstmals in den Räumlichkeiten der DVFA stattfand, trafen sich Gäste aus den Bereichen Finanzwirtschaft, Medien, Wissenschaft und Forschung. Eingeladen hatten Frankfurt Main Finance und der Verband der Auslandsbanken in Deutschland e.V.. Als Referenten konnte David Parker, Co-Chief Investment Officer von Bahrain Economic Development Board, gewonnen werden.

Herr Parker sprach über Bahrain als unternehmensfreundliche und etablierte Finanzdrehscheibe. Mit einer Gesamtzahl von circa 400 Finanzinstituten hätte Bahrain die größte Konzentration von Finanzinstituten im Golf-Kooperationsrat. Insbesondere im FinTech-Bereich würde Bahrain mit dem ersten und einzigen regulatorischen Sandkasten – ein virtueller Raum, um technologiebasierte innovative Lösungen sicher zu testen – einen Vorreiter der MENA-Region darstellen.

Zudem verwies Parker auf das im Jahr 2018 ins Leben gerufenen Co-working space Bahrain FinTech Bay. Dieser würde junge FinTechs Kooperationspartner und ein internationales Kommunikationsnetzwerk bieten. Auch die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance verstärke, seit des gemeinsamen Memorandum of Understanding (MoU) im Jahr 2018, das genannte internationale Netzwerk.

Bei der anschließenden Diskussion ging es neben Fragen zur Förderung von Talenten aus dem In- und Ausland durch das EDB vor allem auch um die Vorzüge des Finanzzentrums Bahrain, die über die Nähe zur Zentralbank und die innovationsfördernde Haltung Bahrains hinausgehen.

Wirtschaftsstandort Eschborn lockt Startups ins Rhein-Main-Gebiet

Der Finanzplatz Frankfurt Rhein-Main hat einiges zu bieten: Darunter auch ein hervorragendes Startup-Ökosystem. So ist der Wirtschaftsstandort Eschborn ein idealer Nährboden für FinTechs und Startups und zieht immer mehr Unternehmen in die dynamische und internationale Rhein-Main-Region. Im Interview erklärt Dong-Mi Park-Shin, Leiterin der Wirtschaftsförderung der Stadt Eschborn (WIFÖ), warum es so viele innovative Unternehmen und Startups an den Wirtschaftsstandort Eschborn zieht. Weiterlesen