„Welcome to the German Capital Market“ – neue Videovorlesung für Kapitalmarktprofis aus dem Ausland

Die Capital Markets Academy der Deutschen Börse stellt in einer Pressemeldung eine neue Videovorlesung für Banker und weitere Kapitalmarktprofis aus dem Ausland  vor. In 150 Minuten werden die Teilnehmer darin mit den Marktstrukturen sowie den rechtlichen Rahmenbedingungen des deutschen Kapitalmarkts vertraut gemacht.

Die internationalen Märkte teilen viele Gemeinsamkeiten – und dennoch hat jeder Inlandsmarkt seine besonderen Eigenheiten. Das neue E-Learning-Programm der Capital Markets Academy knüpft hier an: Es richtet sich an Kapitalmarktprofis, die zwar in ihrem Heimatland erfahren, aber nicht mit den spezifischen deutschen Rahmenbedingungen und Regularien vertraut sind.

„Bankern, die neu in Deutschland sind und die sich einen guten Überblick über die Marktstruktur und das Regelwerk verschaffen wollen, bietet unsere Videovorlesung eine kompakte aber gleichzeitig präzise Einführung“, erklärt Ulf Mayer, Leiter der Capital Markets Academy bei der Deutschen Börse.

Die englischsprachige Videovorlesung kann flexibel und unabhängig von Ort und Zeit angesehen werden. Sie ist inhaltlich in zwei Teile untergliedert: 1) Markstruktur in Deutschland und 2) Kapitalmarktrecht und Regulierung. Die Vorlesung dauert rund zweieinhalb Stunden und besteht aus zehn Kapiteln. Die zugehörigen Handouts können heruntergeladen werden. Am Ende gibt es eine Teilnahmebescheinigung.

Weitere Informationen zur Videovorlesung gibt es unter www.academy.deutsche-boerse.com/e01.

Die Capital Markets Academy ist der Trainingsanbieter der Gruppe Deutsche Börse. In interaktiven Präsenzveranstaltungen mit hohem Praxisbezug sowie digitalen Lernformaten bietet die Capital Markets Academy Börsenwissen aus erster Hand. Mit den Schwerpunkten Handel, Clearing und Settlement orientiert sie sich am Produkt- und Serviceangebot der Gruppe Deutsche Börse. Weitere Finanzmarktthemen, wie die Funktionsweise von Kapitalmärkten und neue Technologien wie Blockchain, runden das Angebot ab.

Finanzplatztag 2019 – Das Expertentreffen!

Beim 12. Finanzplatztag tauschten sich am 6. und 7. März 2019 rund 500 Experten aus allen Bereichen der Frankfurter Finanzindustrie in den Räumlichkeiten der Industrie- und Handelskammer Frankfurt (IHK) zu aktuellen Themen der Branche aus. Das zweitägige Event wird von jährlich von der WM Gruppe, Herausgeber der Börsen-Zeitung und Frankfurt Main Finance-Mitglied, veranstaltet.

Ein Highlight des Finanzplatztages war die Offene Jurysitzung des FinTechGermany Awards am ersten Veranstaltungstag. Mit dem führenden investorenseitigen Gründerpreis, der am 16. Mai 2019 im Eurotheum verliehen wird, zeichnet der Finanzplatz Frankfurt herausragende FinTech-Unternehmen in verschiedenen Kategorien aus. Die Organisatoren Frankfurt Main Finance, Business Angels Frankfurt RheinMain, TechFluence und WM Gruppe/Börsen-Zeitung nutzten den Finanzplatztag, um einige der Bewerber für den Award persönlich kennenzulernen und den jungen Unternehmen die Gelegenheit zur Präsentation zu geben. Vertreter der Firmen Fintus, COREFI Solutions, QuickSpend, Azhos, Blocksize Capital, Firamis, InvestSuite und Digital Finance Argonauts nutzten die Chance: Sie warben vor Mitgliedern der Award-Jury sowie rund 150 interessierten Zuschauern für ihre Ideen und Produkte. Des Weiteren stellten sie sich den kritischen Fragen von Jury und Zuschauern. Noch haben weitere Start-ups Zeit, ihren Hut in den Ring zu werfen – die Bewerbungsfrist für die Auszeichnung wurde verlängert und endet am 31. März 2019.

Am zweiten Tag der Veranstaltung debattierten in einer von Dr. Detlef Fechtner, Chefredakteur der Börsen-Zeitung, moderierten Podiumsdiskussion, Dr. Christian Ricken, Vorstandsmitglied der LBBW, Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, und Erik Tim Müller, Chief Executive Officer der Eurex Clearing AG, wo der Finanzplatz Frankfurt kurz vor dem Brexit Stichtag beim Thema Euro-Clearing steht. Laut Hubertus Väth ist weiterhin davon auszugehen, dass der Euro denominierte Derivate-Handel in Folge des Brexits zukünftig unter strengerer Aufsicht von EU-Behörden stehen wird. Darüber hinaus sei das Euro-Clearing durch zentrale Verrechnungsstellen (Central Counter Parties – CCPs) ein wichtiger Bestandteil der europäischen Finanzarchitektur, so Väth. Des Weiteren – so waren sich alle Diskutanten einig – seien mehrere Clearing-Institute für die Stabilität des Finanzsystems in Stresssituationen essenziell. Dem fügte Dr. Ricken hinzu, dass durch das Vorhandensein von zwei Liquiditätspools keine Preisnachteile für Finanzinstitute zu erwarten seien. Dass die Debatte über die Zukunft des Euro-Clearings innovative sei, betonte Müller. Dadurch sei der Markt gezwungen darüber nachzudenken, wie mehr Sicherheit geschaffen werden kann.

Mit einem abschließenden Resümee beendete Dr. Jens Zinke, Geschäftsführer der Börsen-Zeitung, den „besten Finanzplatztag aller Zeiten.“

Hessen bündelt Brexit-Wissen im Internet

In Kürze wird Großbritannien aus der EU ausscheiden. Um Menschen über den Brexit zu informieren, stellt Europaministerin Lucia Puttrich das Informationsangebot des Landes in einer Pressemeldung vor: „Wir informieren Bürger, Unternehmen und Institutionen, was auf sie zukommen kann“

Die Hessische Landesregierung fasst Informationen für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Institutionen rund um das Thema Brexit im Internet zusammen. Die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich hat am Mittwoch ein umfangreiches Angebot auf der Webseite des Landes (www.hessen.de) vorgestellt. „Wer sucht, findet im Internet ganz viele Informationen an ganz vielen Stellen. Für uns ist aber wichtig, dass die Menschen in Hessen sich möglichst schnell und einfach informieren können. Dafür haben wir jetzt ein umfangreiches Paket geschnürt“, sagt Ministerin Puttrich. Die Hinweise sind insbesondere bei einem harten Brexit wichtig. In diesem Fall scheidet das Vereinigte Königreich ohne Übergangsregelung aus der Europäischen Union aus.

Das Angebot enthält zahlreiche Verweise auf Informationen des Europäischen Union, der Bundesregierung und weiterer Einrichtungen sowie Rechtsvorschriften. „Alle Ressorts der Landesregierung haben sich in den vergangenen Monaten immer wieder eng darüber abgestimmt, welche Lebensbereiche vom Brexit besonders betroffen sein werden“, sagt Lucia Puttrich weiter. Das Informationsangebot im Internet ist ein Ergebnis dieser Abstimmungsgespräche und wird zeitnah noch erweitert.

„Wir wissen, dass viele Unternehmen seit langem mit dem harten Brexit planen und so gut wie möglich vorbereitet sind“, sagt die Ministerin weiter. Neben Unternehmen und Universitäten seien aber zum Beispiel auch Schulen und Vereine, die Austausche oder sportliche Begegnungen planten, vom Brexit betroffen. Der einzelne Bürger müsse zum Beispiel wissen, dass sich die Bestimmungen für die Einreise von Haustieren oder die Grenzen der Freimengen ändern, wenn Großbritannien die EU verlässt. Auch der Onlinehandel ist ein Thema: Wenn Kunden bei einem Anbieter in Großbritannien shoppen, wird ab einem gewissen Warenwert künftig Einfuhrumsatzsteuer fällig.

„Wir können die gesetzlichen Regeln nicht ändern, wenn der Brexit kommt“, fasst Europaministerin Lucia Puttrich zusammen. „Wir können die Menschen aber darüber aufklären, was er für sie bedeuten kann.“

For a future-proof financial system as a mainstay for competitiveness and employment in Germany – elements of a policy roadmap

„Deutschland, Europa und die Welt stehen vor einem grundlegenden Wandel, der sich als Herausforderung erweist, die von allen Bereichen der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bewältigt werden muss. Angesichts der globalen Erwärmung ist ein Umdenken unvermeidlich, um die Lebensgrundlagen von rund zehn Milliarden Menschen bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts nachhaltig zu sichern. Die Gestaltung eines solchen Umbruchs wird den Weg in eine klimaverträgliche und nachhaltige gesellschaftliche Ordnung ebnen.“

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EZB-Chefvolkswirt warnt vor „Teufelskreis“

Peter Praet, Vorstandsmitglied und Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, sorgt sich um die Auswirkungen von Unsicherheiten wie Brexit und Italien. In seiner Rede „Preisstabilität im Euroraum erhalten“, die am 20. Februar 2019 beim 11. Finanzplatzfrühstück in der Deutschen Bundesbank vor 100 Gästen stattfand, warnte Praet vor einem Teufelskreis für die Wirtschaft im Euroraum. Das Finanzplatzfrühstück wird von Frankfurt Main Finance gemeinsam mit dem Verband der Auslandsbanken in Deutschland organisiert. Seit 2015 bietet diese Veranstaltungsreihe den Entscheidungsträgern und Vordenkern der Finanzindustrie eine Plattform, um die aktuellsten Themen für den europäischen und globalen Finanzsektor zu beleuchten.

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CFS Index Standardfragen

CFS-Index leicht rückläufig

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, sinkt im vierten Quartal 2018 um 1,2 Punkte auf 112,8 Punkte. Der leichte Rückgang ist auf ein schwächeres Wachstum der Erträge bei relativ konstantem Umsatzwachstum in der gesamten Finanzbranche zurückzuführen. Des Weiteren melden die Dienstleister bei ihrem Investitionsvolumen einen deutlichen Rückgang des Wachstums, der stärker ausfällt als im Vorquartal erwartet wurde, und es werden weniger Mitarbeiter eingestellt. Bei den Finanzinstituten steigt das Investitionsvolumen leicht an, und sie halten die Anzahl der Mitarbeiter entgegen ihren Erwartungen unverändert konstant. Für das laufende Quartal wird jedoch weiterhin mit einem Stellenabbau gerechnet.

„Sind Dienstleister anpassungsfähiger als Banken? Der Jahresvergleich legt diese Folgerung nahe: Während bei Dienstleistern die Sachinvestitionen steigen und zugleich die Mitarbeiterzahl nach unten tendiert, dreht sich der Zusammenhang bei Banken um: Die Investitionsausgaben tendieren nach unten, während der Personalstand gehalten wird. Angesichts der sinkenden Ertragsaussichten wirft dies die drängende Frage bei den Banken auf, wie sie die notwendige Kapazitätsanpassung gestalten werden“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird positiv beurteilt

Ungeachtet der Unsicherheiten über das Brexit-Austrittsabkommen beurteilt die Finanzbranche die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland weiterhin sehr positiv. Im vierten Quartal 2018 steigt der entsprechende Wert leicht um 1,0 Punkte auf 127 Punkte.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Überzeugung, dass der Finanzplatz Frankfurt an internationaler Bedeutung zunehmen wird, herrscht in der Finanzbranche schon geraume Zeit vor und ist wohl begründet. Der jüngste, leichte Anstieg des Index dürfte darauf zurückzuführen sein, dass der Austritt Großbritanniens aus der EU mit jedem Tag näher rückt und zunehmend greifbar wird.“

Umsatzwachstum der Finanzbranche kaum verändert / Ertragswachstum rückläufig

Das Wachstum der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens der Finanzinstitute hat sich im vierten Quartal 2018 kaum verändert. Der entsprechende Sub-Index steigt um 0,1 Punkte auf 112,7 Punkte. Für das laufende Quartal wird wieder ein leichter Anstieg erwartet. Die Umsätze der Dienstleister liegen mit 120,9 Punkten 2,8 Punkte niedriger als im Vorquartal. Es wird erwartet, den aktuellen Stand zu halten.

Das Ertragswachstum der beiden Gruppen entwickelt sich rückläufig. Dabei sinkt der Sub-Index der Finanzinstitute um 3,1 Punkte auf 108,5 Punkte, befindet sich aber immer noch auf einem soliden Stand. Die Dienstleister verzeichnen, wie zuvor erwartet wurde, einen deutlicheren Rückgang um 4,8 Punkte auf 111,5 Punkte. Für das laufende Quartal erwarten beide Gruppen wieder einen leichten Anstieg.

Investitionsvolumen der Finanzinstitute konstant / Stärkerer Rückgang als erwartet bei den Dienstleistern

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Finanzinstitute ist im vierten Quartal leicht um 1,3 Punkte gestiegen und verweilt mit 112,1 Punkten auf einem mittleren Niveau. Für das erste Quartal 2019 wird keine wesentliche Änderung erwartet. Hingegen melden die Dienstleister im vierten Quartal einen deutlichen Rückgang, der stärker ausfällt als im Vorquartal erwartet wurde. Der Sub-Index sinkt entsprechend um 6,7 Punkte auf 112,2 Punkte. Es wird erwartet, diesen Rückgang im laufenden Quartal wieder zu korrigieren.

Trotz erwartetem Stellenabbau halten Finanzinstitute die Anzahl der Mitarbeiter weiterhin konstant / Dienstleister stellen weniger Mitarbeiter ein

Der Mitarbeiter-Sub-Index der Finanzinstitute steigt um 0,4 Punkte und signalisiert wie schon im Vorquartal mit 100,5 Punkten eine neutrale Stimmungslage. Bei den Dienstleistern hat sich, wie zuvor erwartet, das Mitarbeiterwachstum weiter verlangsamt. Der entsprechende Sub-Index befindet sich mit -6,4 Punkten auf 111,5 Punkten aber immer noch auf einem guten Stand. Für das laufende Quartal rechnen die Dienstleister damit, dieses Niveau des Mitarbeiterwachstums halten zu können. Hingegen erwarten die Finanzinstitute weiterhin einen Stellenabbau.

Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und
-bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

CFS Index Sonderfragen

CFS-Umfrage: Ein großer Teil der deutschen Finanzbranche rechnet mit einem „harten Brexit“

Am 29. März 2019 soll der rechtskräftige Austritt Großbritanniens aus der EU erfolgen. Aufgrund von Uneinigkeiten hinsichtlich des Austrittsabkommens könnte es zu einem „harten Brexit“, also einem ungeordneten Austritt der Briten kommen.

Ungeachtet der möglichen Folgen im Falle eines harten Brexits, so ergab eine aktuelle Umfrage des Center for Financial Studies, vertritt die Mehrheit der deutschen Finanzbranche (66% der Befragten) die Meinung, die EU solle keine weiteren Zugeständnisse machen, obwohl fast die Hälfte der Befragten (46%) mit einem harten Brexit rechnet. 52% hingegen erwarten einen glimpflicheren Ausgang des Konflikts.

Während 51 % der Befragten denken, dass die Finanzinstitute in Deutschland nicht auf alle Szenarien, also auch nicht auf einen harten Brexit, vorbereitet sind, erachten immerhin 46% die deutsche Finanzindustrie als vorbereitet.

„Der Finanzsektor hat sich in Teilen zu sehr auf einen geordneten Brexit verlassen. Das könnte zu Marktverwerfungen führen, wenn es tatsächlich zu einem harten Brexit kommt“, kommentiert Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, die Umfrageergebnisse.

Seit die Briten im Januar den EU-Vorschlag zum Austrittsabkommen ablehnten, haben die Bedenken bezüglich der Auswirkungen eines harten Brexits deutlich zugenommen. Angesichts der schwer vorhersehbaren Folgen des Brexits ist sich die deutsche Finanzbranche geschlossen einig (83%), dass der Finanzplatz Deutschland von einem harten Brexit weniger profitieren würde als von einem geordneten Brexit.

„Nicht nur der Finanzsektor braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Ein ungeordneter Brexit führt zu großen Unsicherheiten auf den Märkten, behindert Investitionsentscheidungen und wird etliche Arbeitsplätze kosten“, erläutert Brühl weiter.

London wird bei einem harten Brexit sehr wahrscheinlich seine Stellung als wichtigster europäischer Finanzplatz mittel- und langfristig nicht halten können. Davon sind 57% der Befragten überzeugt.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Bedeutung des Finanzplatzes Frankfurt hat durch den Brexit zugenommen. Die Aufgabenverteilung zwischen den Finanzplätzen in Europa wird sich neu ausrichten, der Wettbewerb wird hart, aber ohne London wird es auch in Zukunft nicht gehen.“

 

 

Die Ergebnisse basieren auf einer vierteljährlich vom Center for Financial Studies durchgeführten Managementbefragung unter Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland.

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und -bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten und Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

PIC Galper, Josh Finadium_neu

„Collaterals sind eine ungewöhnliche Anlageklasse“

Am 21. Februar findet in Frankfurt die Konferenz „Business of Collateral Trading“ statt. Frankfurt Main Finance sprach mit Josh Galper, Managing Principal des Organisators Finadium, einem der weltweit führenden Spezialisten für Wertpapierfinanzierung, Sicherheiten und Derivate, über die Idee der Konferenz und warum er sich entschied, sie in Frankfurt durchzuführen. Weiterlesen

DVFA Talk

Investmentprofessionals diskutieren Neuerungen bei Corporate Governance

Der Verband der Investment Professionals DVFA hatte am Donnerstag, den 17.01., in Frankfurt  sein erste Veranstaltung 2019 der Reihe „DVFA Mitglieder Talk“ aktuellen Themen zur Corporate Governance – “Stewardship und Governance – Aktionäre  und Unternehmen in der Pflicht” gewidmet.

Nicht ohne Grund: Im Jahr 2019 stehen diverse Weichenstellung beim Thema Corporate Governance an: Ende Januar geht die Konsultationsphase zur Neufassung des Deutschen Corporate Governance Kodex zu Ende. Das ARUG II (Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechte Richtlinie) muss nach den europäischen Umsetzungsvorgaben bis spätestens am 10. Juni 2019 in Kraft treten. Die DVFA Kommission Corporate Governance hatte bereits im November eine Stellungnahme zu ARUG II und am 10.01.2019 eine Stellungnahme zum DCGK veröffentlicht.

Die deutschen Investment Professionals sehen eine klare Notwendig zur Anpassung der Vorstandsvergütung, wie die jährlich durchgeführte Umfrage der DVFA unter Leitung der Prof. Dr. Markus C. Arnold von der Universität Bern und Prof. Dr. Martin Artz von der Universität Münster zur „Vergütung der DAX 30 CEOs“ Ende 2018 ergeben hat.

So hatten die anwesenden Mitglieder der DVFA Gelegenheit, sich umfassend über Hintergründe und Auswirkungen der anstehenden Veränderungen zu informieren und im Diskurs mit den anwesenden Experten auszutauschen.

Zentrale Themen des Abends waren die Darlegung und Diskussion der Veränderungen bei zentralen Regelungen für Unternehmen und Investoren in Deutschland hinsichtlich Corporate Governance und Stimmrechtsausübung – u.a. der Vorstandsvergütung und der Unabhängigkeit von Aufsichtsräten. Im Fokus stand dabei die Frage: Was bringen die Neuregelungen, und wie müssen sich die Treuhänder („Stewardship“) und Unternehmen („Governance“) im neuen Umfeld positionieren.

Hierzu waren hochkarätige Referenten geladen, die zunächst in Impulsvorträgen tiefgreifende Einblicke in den Entstehungs- und Umsetzungsprozess sowie in die Ziele der Neuregelungen gaben:

  • Prof. Dr. iur. Tim Florstedt, EBS Universität für Wirtschaft und Recht Wiesbaden und Mitglied der Expertenkommission des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) zur Umsetzung der Aktionärsrechterichtlinie
  • Prof. Dr. Dirk Andreas Zetzsche, Université du Luxembourg und Mitglied der Expertenkommission des BMJV zur Umsetzung der Aktionärsrechterichtlinie
  • Prof. Dr. Wulf von Schimmelmann, Multi-Aufsichtsrat und Mitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex
  • Michael Schmidt, DVFA Vorstandsmitglied, sowie weitere Mitglieder der DVFA Kommission Corporate Governance

Vor allem die Themen Know-Your-Shareholder, Related Party Transactions und Say-on-Pay sowie die Neufassung des Deutschen Corporate Governance Codex wurden im Anschluss intensiv diskutiert. Bei der Umsetzung von ARUG II in nationales Recht zeigte sich schnell, dass sich dabei viele Fragen auftun: Führt die konsequente Umsetzung des Know-Your-Shareholder-Rechts zu einer de facto Abschaffung der Inhaberaktie? Wo liegt ein sinnvoller Schwellenwert für die Offenlegung von Related Party Transactions, die zu einer deutlichen Erhöhung der Ad-hoc-Pflichten führt? Kommt Say-on-Pay einer Entmachtung des Aufsichtsrats gleich?

Mehr Zustimmung gab es im Grundsatz zum Entwurf zur Änderung des Deutschen Coporate Governance Kodex: Trotz unterschiedlicher Ansichten zu den Details einer möglichen Umsetzung stelle dieser einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung zu mehr Transparenz und einer leistungsgerechten Vergütung von Vorständen deutscher Aktiengesellschaften dar.

Weitere Informationen zur DVFA Kommission Corporate Governance und die Stellungnahmen finden Sie hier.

Studie: „Mehr Aktionäre in Deutschland – Gleichgültigkeit und Missverständnisse überwinden“

Trotz niedriger Zinsen haben viele Deutsche immer noch große Vorbehalte ihr Geld in Aktien anzulegen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „Mehr Aktionäre in Deutschland – Gleichgültigkeit und Missverständnisse überwinden“ des Deutschen Aktieninstituts und der Börse Stuttgart. Weiterlesen