fcb Frankfurt – Am 23. Juni jährt sich der Tag des Brexit-Referendums zum zehnten Mal. Und die Zwischenbilanz seit dem Abschied des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union fällt für Frankfurt überaus positiv aus. Innerhalb der EU konnte sich die Mainmetropole laut Global Financial Centres Index (GFCI) zuletzt als führender Finanzplatz behaupten.
Der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance (FMF) zufolge sind 15.000
zusätzliche Arbeitsplätze seit dem Brexit in der Finanzbranche entstanden. Auch im EU-Vergleich fällt der Beschäftigungszuwachs in Deutschland weiterhin bemerkenswert aus: Während die Beschäftigung im Bankensektor des Euroraums insgesamt um 0,7% und in der EU um 0,8% abnahm, gehört Deutschland zu den wenigen Ländern mit einem deutlichen Stellenaufbau. Unterdessen hat Frankfurt sich bei der Beschäftigung im Finanzsektor
seit 2016 vom allgemeinen Trend in Deutschland zudem deutlich abgekoppelt.
Positiv wirkte sich überdies aus, dass internationale Großbanken wie etwa J.P.
Morgan Chase oder UBS ihre Europa-Zentralen nach Frankfurt verlagerten. 60 Institute bauten ihr Geschäft in Frankfurt auf oder aus. Inzwischen machen Aus-
landsbanken fast ein Viertel aller deutschen Bankaktiva aus, und deren Erträge
konnten große Zuwächse verzeichnen. Auch die Marktinfrastruktur profitierte
vom Brexit: Bei Eurex stieg die Zahl der Clearing-Mitglieder und Endkunden
enorm an.
Und der Finanzplatz sieht sich weiter im Aufwind. Als Treiber sollen auch neue EU-Vorschriften wirken. Laut FMF könnte etwa die EU-Eigenkapitalrichtlinie CRD
VI weitere 1.000 Finanzarbeitsplätze sowie 300 Mrd. Euro an zusätzlichen Bi-
lanzaktiva in die EU transferieren. Frankfurt erhofft sich davon einen Löwenanteil.
Quelle: Börsen-Zeitung 18.06.2026