Financial Centre Frankfurt, World Alliance of International Financial Centres,

Gründung der World Alliance of International Financial Centers (WAIFC)

Am 1. Oktober 2018 haben elf  Finanzplätze aus aller Welt die World Alliance of International Financial Centers (WAIFC) ins Leben gerufen. Die Gründung einer internationalen Non-Profit-Organisation wurde erstmals von den Finanzplätzen Frankfurt (Deutschland), Moskau (Russland) und Paris (Frankreich) im Dezember 2016 vorgeschlagen. 2018 haben sie sich dann mit weiteren sieben Finanzzentren zur WAIFC zusammengeschlossen, um die Zusammenarbeit und den Austausch über Best Practices finanzplatzübergreifend zu fördern und den Dialog mit den Behörden auf internationaler Ebene auszubauen.

Wer sind die Gründungsmitglieder von der WAIFC?

Die WAIFC besteht aus folgenden Gründungsmitgliedern:

Was sind die Ziele der Word Alliance of International Financial Centers?

In einer Zeit rapider technologischer Entwicklung und sozialen Wandels sind Finanzplätze ein Schlüsselfaktor für nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Ziel der Word Alliance of International Financial Centres ist es daher, ein transparentes Netzwerk zu schaffen und das Verständnis für die Bedeutung internationaler Finanzzentren für die nationale und internationale Wirtschaft sowie die soziale Entwicklung zu fördern. Darüber hinaus wird die WAIFC projektbezogen arbeiten und sich auf folgende Bereiche konzentrieren:

  • Daten zu Finanzplätzen
  • Beitrag der Finanzplätze zu grünen Investitionen und Infrastruktur
  • Neue FinTech-Entwicklungen
  • Die Rolle der Finanzzentren bei der Finanzierung der Wirtschaft

Wie ist die WAIFC organisiert?

Der Sitz der World Alliance of International Financial Centers ist am Finanzplatz Frankfurt. Die erste Generalversammlung wird im Dezember 2018 unter Beteiligung der Gründungsmitglieder und weiterer Finanzplätze stattfinden. Der Vorstand der WAIFC besteht aus den folgenden hochrangigen Führungskräften der Gründungsmitglieder:

  • Abdullah Al Salmi, The Capital Markets Authority Oman
  • Arnaud de Bresson, Paris EUROPLACE
  • Said Ibrahimi, Casablanca Finance City
  • Kairat Kelimbetov, Astana International Financial Centre
  • Frederic de Laminne, Belgian Finance Club
  • Jennifer Reynolds, Toronto Finance International
  • Young Ho Park, Busan International Financial City Promotion Center
  • Philippe Richard, Abu Dhabi Global Market
  • Tom Theobald, Luxembourg for Finance
  • Hubertus Vaeth, Frankfurt Main Finance
  • Alexander Voloshin, Analytical Centre Forum Moscow

Arnaud de Bresson, Paris EUROPLACE, ist der erste gewählte Vorsitzende des Gremiums. Frederic de Laminne, Belgian Finance Club, übernimmt die Rolle des Schatzmeisters und Dr. Jochen Biedermann, Frankfurt Main Finance, wird als Geschäftsführer des neu gegründeten Verbandes fungieren.

Global Finance Forum_Astana Financial Days

Global Finance Forum: Digitale Trends vernetzen Finanzzentren weltweit

Wie werden digitale Trends und technologische Innovationen die Finanzindustrie in den kommenden Jahren verändern? Diese Frage stand im Fokus der Podiumsdiskussion „The New Geography of Global Finance“ des Global Finance Forums, das vom 3.-4. Juli im Rahmen der Astana Finance Days in der kasachischen Hauptstadt Astana stattfindet. Als Experte für den Finanzplatz Frankfurt am Main diskutiert Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, zusammen mit hochrangigen internationalen Finanz- und Politikvertretern die Veränderungen einer global vernetzten Finanzindustrie sowie Entwicklungstendenzen.

Die Astana Finance Days werden anlässlich des 20. Jahrestags der Hauptstadt Kasachstans vom Astana International Financial Center und dem Reinventing Bretton Woods Committee organisiert. Die Konferenz wirf einen Blick auf die stabile Entwicklung des Landes, welches seine Wirtschaftskraft seit seiner Unabhängigkeit kontinuierlich und nachhaltig steigert. Ausgehend von einem Blick auf die Vergangenheit ist die Entwicklung des internationalen Finanzsektors Themenfokus der Veranstaltung. Das zweitägige Global Finance Forum bietet im Rahmen der Astana Finance Days eine exklusive Diskussionsplattform, die die digitalen Trends und technologischen Innovationen, die die Strukturen des internationalen Finanzsektors neu ordnen, in den Fokus stellt. Zentrale Themen der Podiumsdiskussionen sind:

  • Chancen und Risiken der globalen Finanzzentren
  • Eine nachhaltige Entwicklung des Finanzsystems
  • Die Entwicklung lokaler Kapitalmärkte
  • Finanzkapitalmanagement
  • Industrie 4.0
  • Trends der Finanztechnologie

Außerdem präsentiert sich die kasachische Hauptstadt Astana bei dem Forum als einen Financial Service Hub für die Belt and Road Initiative.

Im Fokus der Podiumsdiskussion „The New Geography of Global Finance“, an der Hubertus Väth teilgenommen hat, standen die technologischen Innovationen, die die Finanzindustrie revolutionieren und die globale Vernetzung der Finanzmärkte ausweiten: Cybersecurity, Big Data und Artificial Intelligence.

Das Astana International Financial Center und Frankfurt Main Finance haben sich im November vergangenen Jahres auf ein Memorandum of Understanding über eine Kooperation beider Finanzplätze verständigt. „Astana ist ein junges und aufstrebendes Finanzzentrum, mit dem uns schon seit vielen Jahren ein enges und freundschaftliches Verhältnis verbindet“, kommentierte Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance, das Verhältnis zum kasachischen Finanzzentrum nach der Unterzeichnung des neu gewonnenen Abkommens.

Said Ibrahimi, CEO of Casablanca Finance City and Hubertus Väth, Managing Director of Frankfurt Main Finance signed the Memorandum of Understanding at the Conference of Montreal.

Casablanca Finance City Authority und Frankfurt Main Finance e.V. beschließen enge Zusammenarbeit

Frankfurt Main Finance e.V. (FMF) und die marokkanische Casablanca Finance City Authority (CFC) haben sich mit einem gemeinsamen Memorandum of Understanding auf die langfristige Kooperation der beiden Finanzplätze geeinigt. Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance und Saïd Ibrahimi, Geschäftsführer der Casablanca Finance City Authority unterzeichneten das Abkommen am 11.06.2018 auf der Conference of Montreal.

Bei der Vereinbarung stehen wichtige aktuelle Themen der Finanzindustrie, wie nachhaltige Investments und Fintech-Unternehmen im Fokus. Gleichzeitig wird auch eine gegenseitige Unterstützung bei der Stärkung der Finanzplätze Frankfurt und Casablanca, sowie der jeweiligen wirtschaftlichen Regionen, der Eurozone und Afrika angestrebt. Um die enge Zusammenarbeit weiter zu fördern, werden gemeinsam organisierte Weiterbildungen, Workshops, Studienprogramme, wissenschaftliche Publikationen sowie Studienreisen anvisiert.
Frankfurt Main Finance Geschäftsführer Hubertus Väth erklärte: „Der Finanzindustrie bietet Afrika vielfältige Möglichkeiten. Inklusion und Nachhaltigkeit sind wesentliche Stichworte. Wir freuen uns auf die Kooperation mit Casablanca als einem jungen und führenden Finanzzentrum auf dem afrikanischen Kontinent.“

Said Ibrahimi, CEO von Casablanca Finance City, kommentiert: „Wir sind hocherfreut, das Memorandum of Understanding mit Frankfurt Main Finance, dem führenden Finanzplatz in der Eurozone, zu unterzeichnen. Die Partnerschaft wird die Zusammenarbeit zwischen der Eurozone und Afrika, vor allem in den Bereichen Green Finance und Fintech, unzweifelhaft vorantreiben.“
Frankfurt und Casablanca werden in den nächsten Wochen und Monaten ihre gemeinsamen Pläne umsetzen und damit zusammen zur Stärkung ihrer jeweiligen Finanzplätze beitragen.

Vierte FMF-Delegationsreise nach Südkorea und Hongkong

Unter der Führung von Herrn Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance (FMF) reiste vom 11. bis zum 16. Januar 2018 eine von FMF organisierte FinTech-Delegation nach Südkorea und Hong Kong, wie schon in den vergangenen Jahren.
In Seoul stand zu Beginn ein Gespräch mit dem Präsidenten der koreanischen Finanzaufsicht Heungsik Choe auf dem Programm. Themen des Gesprächs waren die aktuellen Entwicklungen in den Bereichen FinTech, Blockchain und Cryptowährungen.
Beim FinTech- & Blockchain-Forum in der Sogang-Universität in Seoul präsentierten dann neben koreanischen Vertretern von deutscher Seite die Frankfurter Unternehmen Blockchain HELIX und Firamis sowie das Stuttgarter FinTech FINVAX. Dr. Jochen Papenbrock, der Gründer und CEO von Firamis erläuterte dabei seinen innovativen Ansatz der Nutzung von künstlicher Intelligenz in der Finanzbranche.
Am nächsten Tag ging es mit dem Hochgeschwindigkeitszug KTX weiter nach Busan, der zweitgrößten koreanischen Stadt, mit der Frankfurt Main Finance durch verschiedene Kooperationsabkommen verbunden ist und eng zusammenarbeitet. Die Delegation wurde von Ki-young Kim, dem Vize-Bürgermeister für wirtschaftliche Angelegenheiten im Rathaus offiziell empfangen. Danach stand der Busan-Frankfurt-FinTech Roundtable im 52. Stock des BIFC-Gebäudes statt, welches symbolisch für die dynamische Entwicklung und die großen Ziele der Stadtplaner steht.
Zurück in Seoul standen Treffen mit koreanischen Politikern sowie Prof. Sooyong Park, dem Leiter des Global FinTech Research Institute auf dem Programm, bevor die Delegation weiter nach Hongkong reiste.
In Hongkong nahm die Delegation am Asian Financial Forum teil, auf dem FMF gemeinsam mit der FrankfurtRheinMain GmbH und Hessen Trade & Invest mit einem Gemeinschaftsstand vertreten war, um im Brexit-Kontext Interesse bei asiatischen Finanzdienstleistern, insbesondere FinTechs, für den Standort Frankfurt zu wecken.
Carrie Lam, die neue Hongkonger Regierungschefin, machte in ihrer Eröffnungsansprache klar, welche Bedeutung die FinTech- und Blockchain-Branche für Hongkong hat. Insbesondere von der Blockchain-Technologie erhofft man sich in Hongkong wichtige Impulse für die One Belt, One Road-Initiative der chinesischen Regierung.
Beim Fintech O2O International Fintech Pitch Evening in Cyberport, dem staatlichen Tech-Zentrum Hongkongs mit über 30.000 qm Fläche für FinTechs und andere Tech-Unternehmen, hatte Oliver Naegele, der Gründer und CEO des Frankfurter Blockchain-Unternehmens Blockchain HELIX die Gelegenheit, in seinem 5-minütigen Pitch anwesende Unternehmen und Investoren von seiner Lösung zur Digitalen Identität zu überzeugen. Dem Applaus und den zahlreichen positiven Kommentaren im Nachgang zufolge ist ihm dies mehr als gelungen.
Der zweite Tag des Asian Financial Forum widmete sich fast komplett den Startups. Neben zahlreichen Pitches beleuchten in verschiedenen „Innotalks“ internationale Experten insbesondere die FinTech-Ökosysteme in China, Hongkong und Asien.
Weitere Gespräche wurden mit der Hong Kong FinTech Association und dem neu-gegründeten Hong Kong Blockchain Center (HKBCC) geführt, mit denen Frankfurt Main Finance zukünftig eng zusammenarbeiten möchte.

FinTech-Delegation reist nach Südkorea und Hong Kong

Wie schon in den letzten Jahren reist eine FinTech-Delegation unter der Führung von Dr. Raettig im Januar wieder nach Hongkong zum Asian Financial Forum (AFF). Das AFF ist das wichtigste Treffen der asiatischen Finanzbranche und findet am 15. und 16. Januar 2018 bereits zum elften Mal statt. Zu den Themen des AFF gehören unter anderem Finanzinnovationen und Technologie, AI und Robotics, Green Finance, Versicherungs-Technologie, Fintech, Blockchain und Banking-Innovationen.

Frankfurt Main Finance wird sich mit einem gemeinsamen Stand mit der FrankfurtRheinMain GmbH und Hessen Trade & Invest der asiatischen Finanzwelt als attraktiver internationaler Finanzplatz präsentieren – nicht nur im Brexit-Kontext.

Mit der FinTech-Community in Hongkong unterhält Frankfurt Main Finance seit Jahren enge Verbindungen, u.a. mit HKTDC, Invest.HK, der FATHK sowie Cyberport und Metta als führende FinTech-Hubs in Hongkong.

Bereits am 11. Januar 2018 wird die FinTech-Delegation nach Südkorea reisen und sich dort in Seoul und Busan auf FinTech-Veranstaltungen präsentieren. Mit beiden südkoreanischen Finanzplätzen ist Frankfurt Main Finance über eine Reihe von Abkommen eng verbunden, u.a. in den Bereichen FinTech und Blockchain. Seit mehreren Jahren erfolgt ein regelmäßiger Austausch auf Ebene der Finanzplätze wie auch der Aufsichtsbehörden. Südkorea ist ein wichtiger Partner für Frankfurt und auch regelmäßig Ziel von Delegationsreisen des Landes Hessen.

Über das Asian Financial Forum in Hongkong

Zum elften Mal kommen am 15. und 16. Januar 2018 hochkarätige, internationale Vertreter der Finanz- und Wirtschaftswelt zum Asian Financial Forum im Hongkong zusammen. Während der zwei Tage werden sie Entwicklungen und Trends in den dynamischen Märkten Asiens und darüber hinaus diskutieren. Die Veranstaltung, die von der Regierung der Hong Kong Special Administrative Region (HKSAR) und dem Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) organisiert wird, steht diesmal unter dem Motto: Wachstum steuern und Innovation den Weg bereiten, in Asien und weltweit. In 2017 verzeichnete das Forum über 2.900 Teilnehmer, darunter mehr als 100 international renommierte Sprecher. Großes Interesse gab es auch an den Deal Flow Matchmaking Sessions, wo in über 600 Gesprächen mehr als 490 Projekte mit Investoren diskutiert wurden. Insgesamt arrangierte der Veranstalter seit dem Start dieser Sessions bereits 3.800 Meetings mit mehr als 1.800 Unternehmen.

Unter den Referenten 2018 finden sich Jacob J. Lew, bis 2017 Finanzminister der USA, David Lipton, First Deputy Managing Director des International Monetary Fund, Pierre Gramegna, Finanzminister von Luxemburg, Hu Huaibang, Chairman der China Development Bank Corporation, und Takehiko Nakao, Präsident der Asian Development Bank. Aus Deutschland kommt Dr. Andreas Dombret, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank. Sprecherin beim Keynote-Luncheon am 16. Januar ist in diesem Jahr die Expertin für AI und Robotics, Professor Daniela Rus, Director of Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) und Professor Electrical Engineering and Computer Science des MIT.

Angeboten werden den Besuchern des AFF zudem vorab arrangierte Meetings für Teilnehmer mit gemeinsamen Interessengebieten, der InnoVenture Salon für Startups, die ihre Geschäftsideen internationalen Investoren vorstellen möchten, eine Zone für kostenlose Finanz- und Serviceberatung sowie Sessions mit Projekteignern, die ihre Projekte möglichen Investoren präsentieren. Zur HKTDC-Homepage: http://bit.ly/2kpfT38

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Kontakt: Dr. Jochen Biedermann

Foto: Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) 

Finanzplätze Frankfurt und Astana wollen enger kooperieren

Frankfurt Main Finance e.V. (FMF) und das Astana International Financial Centre (AIFC) aus Kasachstan haben sich am Freitag, den 17.11.2017, auf ein Memorandum of Understanding über eine Kooperation beider Finanzplätze verständigt.

In Anwesenheit des kasachischen Botschafters Bolat Nussupov, Stadtrat Markus Frank, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Oliver Schwebel und Hubertus Väth, Geschäftsführer von FMF, unterzeichneten Kairat Kelimbetov, Gouverneur des AIFC, und Dr. Lutz Raettig, Präsident von FMF das Abkommen in den Räumen der Wirtschaftsförderung Frankfurt.

Eine Delegation des AIFC hatte in der vergangenen Woche Frankfurt am Main besucht. Neben mehreren Treffen mit Frankfurt Main Finance sowie mit Mitgliedern von FMF nahm die Delegation am Astana International Financial Centre Forum im Rahmen der Euro Finance Week teil, dort stellten Kairat Kelimbetov und sein Team ihre weitreichenden Pläne für die kommenden Jahre vor.

„Astana ist ein junges und aufstrebendes Finanzzentrum mit dem uns schon seit vielen Jahren ein enges und freundschaftliches Verhältnis verbindet“, kommentierte Dr. Lutz Raettig das Verhältnis zum kasachischen Finanzzentrum.

Hubertus Väth sieht viel Potential in dem neugewonnenen Abkommen: „Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, in den Bereichen Infrastruktur, Ausbildung sowie interner und externer Finanzplatzvermarktung zusammen zu arbeiten.“

Frankfurt und Astana werden in den nächsten Wochen und Monaten ihre gemeinsamen Pläne umsetzen und damit zusammen zur Stärkung ihrer jeweiligen Finanzplätze beitragen.

歓迎される – Willkommen

Frankfurt am Main wird der künftige EU-Standort der Finanzhäuser Mizuho Securities, Daiwa Securities, Sumitomo Mitsui Financial Group und Nomura werden. Doch aus welchen Gründen entscheiden sich ausländische Banken für Frankfurt? Und wo liegen die Chancen und Herausforderungen eines Umzugs? Ein Interview mit Dr. Oliver Wagner, Geschäftsführer des Verbands der Auslandsbanken in Deutschland e.V.

Warum kommen ausländische Banken nach Frankfurt?

Dr. Oliver Wagner: Es ist ein Bündel von Motiven, warum sich Banken für Frankfurt entscheiden. In regionaler Hinsicht sind dies nicht nur die zentrale Lage des Rhein Main-Gebiets quasi in der Mitte der Bundesrepublik, die guten Verkehrsanbindungen mit dem internationalen Flughafen und dem zentralen Hauptbahnhof mit guten ICE-Verbindungen sowie Autobahnen, sondern auch die vergleichsweise günstigen Büromieten und die umfassende IT-Infrastruktur. Hinzu kommen die Nähe zur Börse, die fast 200 im Raum Frankfurt vertretenen Banken – darunter auch circa 160 Auslandsbanken – mit ihren über 70.000 Mitarbeitern und Präsenz der Berater, Prüfer und Kanzleien. Standortunabhängig sind sicherlich die leistungsfähige, verlässliche und gesprächsoffene Aufsicht von BaFin und Bundesbank entscheidend, die auch Gespräche und in weiten Teilen Dokumentationen in englischer Sprache zulässt. Die Aufzählung ist bei weitem nicht abschließend, betont sei aber, dass es weder Steuergeschenke noch sonstige Vergünstigungen gab, wie wir es aus anderen Standorten gehört haben.

Was sind die größten Herausforderungen für ein Unternehmen, das im Zuge des Brexit nun den EU-Standort verlagert?

Wagner: Das kann man nicht so pauschal beantworten, da dies sehr davon abhängt, auf welcher Struktur man aufbauen kann. Banken, die bisher nicht in Deutschland tätig waren, müssen nicht nur eine entsprechende Erlaubnis der Aufsicht beantragen, was den Erfahrungen nach rund ein Jahr dauern kann. Dies gilt auch für solche Häuser, die bisher mit Hilfe des EU-Passes tätig waren. Auch diese brauchen eine neue Erlaubnis und werden insbesondere im Marktfolgebereich Mitarbeiter und Infrastrukturen aufbauen. Werden zudem neue Geschäftsbereiche wie beispielsweise das Broker-Dealer-Geschäft neu etabliert, sind umfangreiche Investitionen notwendig. Die große Frage ist, wie man weiterhin die bestehenden Strukturen nutzen kann, eventuell auch im Wege des Outsourcing. Generell gilt, es werden sich viele aufsichtsrechtliche und steuerliche Fragen stellen.

Und worin bestehen die größten Chancen?

Wagner: Zunächst einmal glaube ich, dass der Brexit weder für die Europäische Union noch das Vereinigte Königreich eine positive Entwicklung ist. In Zeiten der Globalisierung und vernetzter Märkte sind zersplitterte und fragmentierte Märkte für fast alle Beteiligten mit Kostenbelastungen und erheblichem zusätzlichem Aufwand verbunden. Will man diesem disruptiven Ereignis doch etwas Positives abgewinnen, wird es vielleicht die Chance sein, dass ein Unternehmen sich neu ordnen und das Bisherige auf den Prüfstand stellen kann.
Worauf sollte bei den Brexit-Verhandlungen aus Sicht der Finanzbranche unbedingt geachtet werden?
Es sollten auf jeden Fall Übergangsfristen vereinbart werden. Es ist absehbar, dass in den kommenden Monaten bis Ende März 2019 nicht alles so geregelt werden kann, dass am 20. März 2019 ein rechtssicherer und reibungsloser Übergang erfolgen kann. Diese Rechtssicherheit für Produkte und Dienstleistungen ist erforderlich, nicht zuletzt im Sinne der Finanzstabilität.

Wer siedelt sich am Finanzplatz Frankfurt an?

„Japanische Banken haben sehr früh vor den Folgen des Brexit gewarnt und zählen nun zu den ersten, die reagieren“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance. „Als nächstes erwarten wir die Entscheidungen der amerikanischen und europäischen Banken und sind auch hier zuversichtlich.“ Wer die Finanzhäuser sind, die nach Frankfurt kommen, zeigt ein Überblick ausgewählter Kennzahlen im Vergleich zum Deutsche Bank Konzern.

 

Bewegung in der Welt der Banken – der Brexit und seine Folgen

Die Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union haben begonnen. Ein wichtiges Thema ist, ob die Verrechnung von Wertpapiergeschäften in Euro („Euro Clearing“) künftig weiterhin in London oder auf dem Kontinent stattfindet. Viele Banken bereiten sich darauf vor, ihr Geschäft auf andere Standorte zu verlagern.

 

Deutsche Bundesbank: Erste von einem Brexit betroffene Banken bewerben sich

Im Juni sind erstmals Michel Barnier, Chefunterhändler der EU-Kommission, und Großbritanniens Brexit-Minister David Davis in Brüssel zusammengekommen, um über den Austritt der Briten aus der Europäischen Union (EU) zu verhandeln. Währenddessen laufen in den Banken Überlegungen auf Hochtouren, ihre Standorte in andere europäische Finanzmetropolen zu verlagern. Entsprechend haben der Deutschen Bundesbank zufolge die ersten von einem EU-Austritt Großbritanniens betroffenen Finanzinstitute Banklizenzen für Deutschland beantragt. Andreas Dombret, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank und unter anderem zuständig für Banken und Finanzaufsicht, sprach in einem Interview von „ersten Bewerbungen“. Zudem sagte Dombret, er habe „zwei Dutzend Diskussionen“ über eine Standortverlagerung auf den europäischen Kontinent geführt, gehe aber nicht davon aus, dass jede in einen Umzug nach Deutschland münden werde. „Ich erwarte, dass die meisten Banken ihre Umzugsentscheidungen bis zur Mitte des Jahres treffen werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie sie auch bekannt machen werden“, fügte er hinzu.

Standard Chartered etabliert notwendige Infrastruktur für Banklizenz in Deutschland

Eines der ersten Institute, die nach dem Brexit-Votum der Briten den Unternehmensstandort Frankfurt ausbaut, ist die britische Großbank Standard Chartered. „Wir werden jetzt die notwendige Infrastruktur etablieren, um auf dieser Grundlage eine Banklizenz in Deutschland zu beantragen“, sagte Deutschland-Chef Heinz Hilger den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX. „Unser Zeitplan ist, bis spätestens Ende 2018 die operativen Themen stehen zu haben.“ Dabei fiel die Entscheidung zugunsten Frankfurts, weil die Bank in Deutschland mit aktuell etwa 100 Mitarbeitern ohnehin schon die größte Präsenz in Europa nach der Zentrale in London habe, erklärte Hilger. „Das hängt damit zusammen, dass wir aus Deutschland heraus das sogenannte Euro-Clearing betreiben. Das macht den Standort größer und komplexer und damit besser geeignet für weitere Aufgaben.“ Zudem zählten die Nähe zu den Regulierungsbehörden, die Internationalität sowie der Flughafen zu den Vorteilen der Mainmetropole. Wie viele Mitarbeiter am Frankfurter Standort hinzukämen, hänge davon ab, wie hart der Brexit werde. „Wir reden in einem ersten Schritt von einer sehr überschaubaren Zahl von Mitarbeitern, die nach Frankfurt kommen werden, vielleicht 20. Wie viele Leute es letztlich betreffen wird, kann derzeit niemand seriös sagen.“

Goldman Sachs: „Wir beginnen damit, Ressourcen nach Frankfurt und in andere europäische Städte zu verlagern“

Zu den Großbanken, die bereits eine deutsche Banklizenz haben, gehört die Goldman Sachs Gruppe. Für das Unternehmen arbeiten derzeit rund 200 Mitarbeiter im Frankfurter Messeturm im Vergleich zu etwa 6.000 Angestellten in der Londoner City. Da der Brexit inzwischen als sicher gilt, wird Goldman Sachs nach Aussagen von Richard Gnodde, stellvertretender Vorsitzender der Goldman Sachs Group, Inc. und Chief Executive Officer von Goldman Sachs International, die Anzahl der in Frankfurt tätigen Mitarbeiter wenigstens verdoppeln. „Wir beginnen damit, Ressourcen nach Frankfurt und in andere europäische Städte zu verlagern. Mitarbeiter mit Kundenkontakt rücken näher an ihre Kunden heran, ob das nun Mailand, Madrid oder eine andere Stadt ist“, sagte Gnodde in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Da der gesamte Brexit-Prozess nicht vorhersehbar sei, halte er es für wichtig, „entsprechende Notfallpläne“ zu haben. Zudem hoffe und erwarte er, dass es am Ende der Verhandlungen eine Übergangszeit geben werde, damit sich die Finanzbranche auf die neue Situation einstellen könne. „Für die Stabilität des Finanzsystems ist es wichtig, dass die Banken nicht sehr kurzfristig Teile des Geschäfts hin und her schieben müssen. Sie müssen die Zeit haben, Ressourcen aufzubauen; auch die Finanzaufsicht muss sich umstellen.“ Im Wettbewerb um das künftige Finanzzentrum Europas sieht Gnodde mehrere europäische Metropolen im Rennen, darunter auch Paris und Dublin. Frankfurt habe derzeit aber einen Vorsprung.

Invesco: Attraktivität sinkt für Großbritannien und steigt für Deutschland aus Sicht von Staatsfonds

Staatsfonds beurteilen den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union als negativ, weshalb das Land auf lange Sicht inzwischen als weniger attraktiv für Investitionen gilt – zu dieser Erkenntnis kommt die Studie „Global Sovereign Asset Management 2017“ der Investmentgesellschaft Invesco. In Anbetracht der Unsicherheit über die Besteuerung von Importen oder den Zugang zum EU-Binnenmarkt stellen die Befragten auch „die Zukunft Großbritanniens als ‘Investment Hub’ für Europa“ in Frage. Dagegen ist die Attraktivität Deutschlands als Investitionsstandort nach Aussagen der Studie seit 2015 kontinuierlich gestiegen. Die Ergebnisse basieren auf Face-to-Face-Interviews mit 97 führenden Staatsfonds, staatlichen Rentenfonds sowie Zentralbanken mit einem Vermögen von insgesamt rund 12 Billionen US-Dollar.

FinTech Breakfast mit Invest Hong Kong

Am 23. Januar 2017 luden Vertreter des neugegründeten FinTech Sector Teams von Invest Hong Kong gemeinsam mit Frankfurt Main Finance Vertreter der FinTech Community zu einem Breakfast Meeting.  Auf der Agenda standen neben einem Überblick über die Fintech Szene in Hong Kong u.a. Informationen zu Markteintritt und Unternehmensgründung.

Die Vertreter von Invest Hong Kong,  Charles d´Haussy (Leiter Fintech in Hong Kong) und Thorsten Terweiden (Manager Fintech in London), erläuterten den interessierten Gästen ihr Unterstützungsangebot, das neben der Beratung bei Visumsanträgen, Suche von Büroräumlichkeiten und geeignetem Personal auch Informationen zu relevanten Branchennetzwerken und Kontakte zu Serviceprovidern umfasst. Die Organisation bietet zudem PR und Marketingunterstützung beim Launch oder Expansion innerhalb des Netzwerkes.

Weitere Details stehen in der Präsentation zum Vortrag zum Download bereit: IHK_Fintech_Europe_Jan 2017

 

 

Delegationreise nach Japan & Korea

Dr. Jochen Biedermann hat für Frankfurt Main Finance e.V. an der Delegationsreise des hessischen Wirtschaftsministers Tarek Al-Wazir nach Tokio und Seoul teilgenommen, die vom 29.10. bis 05.10.2016 durchgeführt wurde. Die Delegation, bestehend aus hochrangigen Vertretern der hessischen Politik und Wirtschaft, hat sich in den beiden Ländern mit Politikern, Vertretern von Ministerien und Unternehmen, aber auch Finanzdienstleistern und FinTechs ausgetauscht.

Dabei wurde nicht nur Werbung für den Standort Frankfurt am Main bei den Brexit-Überlegungen japanischer und koreanischer Banken und Finanzdienstleister gemacht, sondern auch ein erster Kontakt zum japanischen FinTech-Verband „FinTech Japan“ aufgebaut. Auch in verschiedenen Treffen mit Aufsichtsbehörden und Banken in beiden Ländern war FinTech ein wichtiges Thema und es besteht großes Interesse an einem Erfahrungsaustausch, wie man Banken und FinTech-Unternehmen am besten vernetzt, so dass beide Seiten profitieren.

Mit FinTech Japan wurden Gespräche über wechselseitige FinTech-Matchmaking-Veranstaltungen in Tokio und Frankfurt geführt, die in 2017 umgesetzt werden sollen. In Korea gibt es ein großes Interesse, die schon seit zwei Jahren bestehende sehr enge Zusammenarbeit im Bereich FinTech weiter zu vertiefen, insbesondere im Bereich Blockchain. Die koreanische Seite freut sich schon auf den Besuch der Delegation deutscher FinTech-Unternehmen vom 11. bis 14.01.2017, die von Frankfurt Main Finance organisiert wird.