Delegationsreise nach Riyadh, Dubai und Manama

Wie wird die kontinentaleuropäische Finanzbranche nach dem Austreten des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union aussehen? Und welche Rolle wird der Finanzplatz Deutschland in diesem Gefüge spielen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Delegationsreise von Frankfurt Main Finance (FMF) in den Mittleren Osten – nach Riyadh, Dubai and Manama – Anfang November. Zudem tauschten sich die Vertreter von FMF mit arabischen Experten aus Wirtschaft, Finance und Politik aus und stärken den internationalen Dialog zwischen den Finanzplätzen.

Am 4. November besuchte die FMF-Delegation das Dubai International Financial Centre (DIFC). Dr. Rüdiger Litten, Managing Partner bei Fieldfisher in Frankfurt, und FMF-Geschäftsführer Hubertus Väth eröffneten den Besuch. In ihren Reden erörterten sie die Position des Finanzplatzes Deutschland und die des Finanzzentrums Frankfurt post Brexit. Unter anderem verwies Hubertus Väth auf die steigende Attraktivität des Finanzplatzes Frankfurt für Unternehmen der Finanzbranche, die nach dem Brexit einen Firmensitz in der Europäischen Union eröffnen müssen, um weiter Geschäfte innerhalb der EU zu machen.

Im Anschluss diskutierten die Redner mit Norbert Reeg, Managing Director von Frankfurt International Consulting (FIC), und Oliver Oehms, CEO der AHK Dubai, während einer Podiumsdiskussion über die Positionierung des Finanzplatzes Deutschland post Brexit sowie die Beziehungen zwischen europäischen und arabischen Finanzplätzen.

Um genau diese Beziehungen künftig zu stärken, unterzeichneten das DIFC und FMF in Dubai ein Memorandum of Understanding (MoU). Einen ausführlichen Bericht dazu finden Sie hier.

 

Wir haben einige Impressionen der Reise zusammengestellt:

Paris Europlace International Financial Forum: New Frontiers in Finance

Expertenvorträge, Panel-Diskussionen und Networking: Auf dem International Financial Forum in Paris wurden Mitte Juli 2019 die Chancen und Herausforderungen der globalen Finanzindustrie – unter anderem die Themen Digitalisierung und Sustainable Finance – diskutiert und Markttrends von Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen analysiert. In einem von Arnaud de Bresson, Chief Executive Officer von Paris Europlace und Chairman of the World Alliance of Interntational Financial Centers, moderierten Workshop, an dem neben Repräsentanten der internationalen Finanzplätze Toronto, Astana, Tokyo und Abu Dhabi auch FMF Geschäftsführer Hubertus Väth teilnahm, stand zudem die Zusammenarbeit internationaler Finanzzentren sowie das globale Wirtschaftswachstum im Mittelpunkt.

Digitalisierung der Finanzindustrie und Sustainable Finance

Vom 9. bis zum 10. Juli tagten Wirtschaftsexperten und -expertinnen, CFOs, CIOs, Senior Executives, Investierende sowie Vertreter und Vertreterinnen von Finanzdienstleistern, Regulatoren und Politik, begleitet von der Presse, nahe der berühmten Champs-Élysées in Paris. Im Fokus des diesjährigen International Financial Forums standen vor allem die Themen:

  • Sustainable Finance,
  • Europäische Perspektiven in einer sich global verändernden Welt
  • Digitale Finanztrends
  • Wachsende Kapitalmärkte

Zwei dieser Themen – Digitalisierung und Green Finance – sprach Francois Villeroy de Galhau, Gouverneur der Banque de France, in seiner Rede am ersten Veranstaltungstag an: The theme of this Forum – ‘New Frontiers in Finance’ – prompts us to look towards new territories that we have to explore and conquer. Regarding finance, I will focus on two of them: digitalisation and green finance. (…) Digitalisation is shaking up the way we live and consume, opening up a world of possibilities for corporates and customers alike. Worldwide, it clearly represents both an opportunity and a challenge for banks, as well as for supervisors. (…) We are currently witnessing a growing awareness from central banks, supervisors and financial institutions about climate-related risks. Clearly, green finance and climate risks management have gone from the ‘nice to have’ to the ‘must have’, from emotion to reason.

International Financial Centers: Cooperation for Economic Growth

In einem von Arnaud de Bresson moderierten Workshop diskutierte FMF-Geschäftsführer Hubertus Vaeth neben Keiichi Aritomo, Executive Director von FinCity Tokyo, Kairat Kelimbetov, Gouverneur des Astana International Financial Centre, Jennifer Reynolds, President & CEO von Toronto Financial International, und Philippe Richard, Director of the Financial Services Regulatory Authority, Abu Dhabi Global Market, die Zusammenarbeit zwischen internationalen Finanzzentren und das globale Wirtschaftswachstum.

De Bresson betonte die Wichtigkeit neuer Finanztechnologien, der Globalisierung und Sustainable Finance-Themen für internationale Finanzplätze. Zudem gehöre die Information der Öffentlichkeit über die Relevanz der Finanzzentren zu den aktuellen Schwerpunkten der globalen Finance-Hubs. Kelimbetov schloss sich an und hob zudem hervor, dass sich internationale Finanzzentren nicht ausschließlich auf die Banken konzentrieren dürften – sie müssten vielmehr die Förderung der Gesamtwirtschaft im Blick haben. Philippe Richard informierte die Workshop-Teilnehmer über aktuelle Solarenergie – und Green City Projekte in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Abu Dhabi. Auch die Bedeutung von FinTechs für internationale Finanzzentren stand im Fokus der Diskussion: Hubertus Väth betonte die Rolle junger, innovativer und agiler Gründungsunternehmen, die den Brückenschlag von agiler Technik in die Finanzszene realisieren, als zentralen Wettbewerbsfaktor für alle Finanzinstitutionen.

Impressionen des International Financial Forums 2019 finden Sie auf der Homepage von Paris Europlace.

Astana Finance Days

Astana Finance Days

Was sind neue Ideen für internationale und regionale Finanzplätze rund um den Globus? Welche Trends sind zu beobachten und welche Chancen ergeben sich daraus für Finanzstandorte und deren Netzwerke? Diese und weitere Fragen wurden im Juli 2019 auf den Astana Finance Days in Nur-Sultan, Kasachstan, von Finanz-, Politik-, Wissenschafts- und Wirtschaftsexperten diskutiert. Im Fokus vieler Podiumsdiskussionen standen die Themen Governance, Infrastruktur, Finanztechnologien und globale Kooperationen zwischen internationalen Finanzplätzen.

Mit der in den vergangenen Jahrzehnten eingetretenen Verschiebung des Kräftegleichgewichts zwischen den führenden internationalen Finanzzentren in Asien, Nordamerika und Europa haben sich die Rollen und Positionierungen der Finanzzentren gewandelt – und mit ihnen die Zusammenarbeit zwischen den Finanzplätzen. Vor diesem Hintergrund diskutierte ein von Dr. Jochen Biedermann, Geschäftsführer der World Alliance of International Financial Centers (WAIFC), moderiertes Panel die Wettbewerbsfähigkeiten der internationalen Finanzplätze unter sich rapide verändernden Rahmenbedingungen. Ein weiterer Diskussionspunkt war die Attraktivität bereits etablierter Finanzplätze im Vergleich zu neuen Konkurrenten.

Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance, nahm an dem Panel “International Finncial Centres: the Outlook to 2025 and beyond” teil. Mit ihm diskutierten Sandy Frucher, Vizepräsidentin der Nasdaq, Frederic de Laminne, Generalsekretär des Belgian Finance Clubs, und James Martin, stellvertretender CEO des AIFC.

 

Ein weiteres Thema, das immer mehr Aufmerksamkeit erfährt, wurde von WAIFC-Vertretern aus Brüssel, Busan, Casablanca, Frankfurt, London, Luxemburg, Mauritius, Moskau, Nur-Sultan und Paris debattiert: FinTech-Talententwicklung und Kapazitätsaufbau – beides sei für den Erfolg eines FinTech-Ökosystems von besonderer Bedeutung. Eine lebhafte Podiumsdiskussion entwickelte sich um die Aufnahme des Themas “FinTech” in den Lehrplan von Business Schools und weiteren Bildungsprogrammen. In diesem Zusammenhang erörterte das internationale Podium auch professionelle Zertifizierungen und Umschulungen von erfahrenen Finanzexperten.

Die globale Zusammenarbeit zwischen den internationalen Finanzzentren war jedoch nicht nur ein Thema während der Konferenz: Am letzten Tag der Veranstaltung verlieh die WAIFC dem ersten Präsidenten Kasachstans, Nursultan Nazarbayev, eine Ehrenauszeichnung für die Gründung der AIFC und seinen Beitrag zur Förderung der globalen Zusammenarbeit zwischen den internationalen Finanzzentren.

FinanzplatzFrühstück mit Chef-Risikoanalyst der Eximbank Dr. Changhui Zhao

Auf dem 12. FinanzplatzFrühstück, das erstmals in den Räumlichkeiten der Sozietät Dentons stattfand, trafen sich über 60 Gäste aus den Bereichen Finanzwirtschaft, Medien, Wissenschaft und Forschung. Eingeladen hatten Frankfurt Main Finance und der Verband der Auslandsbanken in Deutschland e.V.. Als hochkalibrigen Referenten konnte Dr. Changhui Zhao, Chief Country Risk Analyst der Export-Import Bank of China (Exim), gewonnen werden. Er sprach über die zunehmende Öffnung des chinesischen Kapitalmarkts und die damit verbundenen Chancen für die Zusammenarbeit deutscher und chinesischer Finanzinstitute. In diesem Kontext verwies Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, auf die gemeinsame Erklärung, welches nach dem zweiten Finanzdialog zwischen dem chinesischen Vizeministerpräsident Liu He und dem Bundesfinanzminister Olaf Scholz am 18. Januar 2019 in Peking vereinbart wurde. Demnach solle „die Vertiefung einer pragmatischen Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland bekräftigt und die bilateralen Finanzbeziehungen gestärkt werden“.

Dr. Zhao unterstrich, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine vertiefte Zusammenarbeit gekommen sei. Die One Belt One Road Initiative umfasse auch die Unterstützung der chinesischen Regierung bei den Kooperationsbemühungen der Finanzzentren. Momentan sei die allgemeine europäische Sicht, dass China versuche, den Westen einzuholen. Dem stimmte Dr. Zhao zwar grundsätzlich zu, allerdings berge eine Zusammenarbeit auch neue Chancen. Beispielsweise wäre man im Bereich FinTech, in dem China sehr leistungsfähig sei, bereit gemeinsam neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.

Bei der anschließenden Diskussion ging es neben Fragen zum Stand des Handelskonfliktes mit den USA vor allem auch um die Notwendigkeit von Investitionen in Afrika – dem Kontinent, in dem Dr. Zhao ein besonders dynamisches Wachstum erwartet.

 

Foto: Margit Levay.

Guangzhou Municipal Local Financial Supervision and Administration und Frankfurt Main Finance e.V. unterschreiben Absichtserklärung

Guangzhou Municipal Local Financial Supervision and Administration und Frankfurt Main Finance verstärken ihre Zusammenarbeit. Vom 9. bis 10. Mai 2019 hat eine chinesische Delegation mit elf Vertretern der Guangzhou Municipal Local Financial Supervision and Administration sowie einigen Repräsentanten lokaler Staatsbetriebe aus Guangzhou den Finanzplatz Frankfurt besucht. Während dieser zwei Tage traf sich die Delegation mit Finanzorganisationen und vereinbarte bilaterale Kooperationspläne mit Akteuren des Finanzplatzes Frankfurt Rhein-Main.

Die Guangzhou Municipal Local Financial Supervision and Administration und Frankfurt Main Finance e.V. haben sich in einem Memorandum of Understanding auf eine langfristige Kooperation verständigt. Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., und Qiu Qitong, Geschäftsführer der Guangzhou Municipal Local Financial Supervision and Administration, unterschrieben die Erklärung am 9. Mai 2019 im historischen Römer, dem Rathaus der Stadt Frankfurt am Main. Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Frankfurt, eröffnete das Delegationstreffen mit einer Willkommensrede. Die Unterzeichnung der Absichtserklärung ist ein wichtiger Meilenstein in der bilateralen Kooperation der beiden Finanzplätze und wird die zukünftige Zusammenarbeit stärken.

Im Fokus der Vereinbarung stehen zentrale Themen der Finanzindustrie wie Green Finance, FinTech sowie grenzübergreifende Transaktionen. Das Bündnis zielt auf eine erfolgreiche Kooperation und Stärkung der Finanzplätze ab. Des Weiteren soll die Zusammenarbeit mit Hilfe von gemeinsamen Programmen wie Finanztrainings, Workshops oder Publikationen vorangetrieben werden. Darüber hinaus werden beide Seiten weiterhin an der Initiierung einer Guangzhou-Frankfurt Financial Alliance arbeiten.

Qiu Qitong, Geschäftsführer der Guangzhou Municipal Local Financial Supervision and Administration, erklärte: „In der Geschichte Chinas ist Guangzhou die einzige Stadt, die niemals ihre Tür vor dem internationalen Handel verschlossen hat – und Guangzhou möchte diese Tür in Zukunft gerne noch weiter öffnen. Wir hoffen, von Frankfurt mehr über die Entwicklung hin zu einem führenden Finanzplatz zu erfahren.“

Frankfurt Main Finance Geschäftsführer Hubertus Väth kommentierte: „Wir sind hocherfreut, das Memorandum of Understanding mit der Guangzhou Municipal Local Financial Supervision and Administration zu unterzeichnen. Weiterhin freuen wir uns sehr auf eine erfolgreiche Kooperation.“

Während dem zweitägigen Aufenthalt am Finanzplatz Frankfurt, besuchte die Delegation von Guangzhou die CEINEX (China Europe International Exchange), die BaFin und die Deutsche Bank. Wie viele der Unternehmensvertreter erklärten, ist Guangzhou eine der aktivsten Städte Chinas. Teil eines internationalen Kapitalmarktes zu sein, ist ein wichtiger Schritt für alle Unternehmen, die eine internationale Entwicklungsstrategie verfolgen. Frankfurt, als Finanzplatz im Herzen Europas, bietet diesen Unternehmen durch das vollständig integrierte und internationale Handelsnetzwerk zahlreiche Standortvorteile. Guangzhous lokale Unternehmen sind zudem daran interessiert, Finanzinstitute aus Frankfurt für Kooperationen zu gewinnen.

Vorne (von links): Dr. Lutz Raettig, Präsident Frankfurt Main Finance e.V. und Qiu Yitong, Director Guangzhou Municipal Local Financial Supervision and Administration. – Hinten (von links): Liu Xianchang, Director Economic Development and Finance Bureau of Guangzhou Aerotropolis Development District, Gao Shudong, Director Guangzhou Development District Bureau of Financial Affairs, Deng Xiaoyun, Director China (Guangdong) Pilot Free Trade Zone Nansha Area of Guangzhou and Guangzhou Nansha Economic and Technological Development Zone Bureau of Financial Affairs, Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Frankfurt, Hubertus Väth, Geschäftsführer Frankfurt Main Finance e.V., Eduard Hechler, Referatsleiter Internationale Angelegenheiten der Stadt Frankfurt und Dr. Jochen Biedermann, Senior Advisor Frankfurt Main Finance e.V.

 

Fünfte FMF-Delegationsreise nach Südkorea und Hongkong

Unter der Leitung von Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance (FMF), reiste eine Delegation vom 10. bis zum 15. Januar 2019 nach Südkorea und Hong Kong.

Seoul

In Seoul begann die Reise mit Terminen mit der Sogang-Universität zu den Schwerpunktthemen FinTech und Blockchain. Im Anschluss stand ein Gespräch mit dem neuen Präsidenten der koreanischen Finanzaufsicht Suk Heun Yoon auf dem Programm. Themen dieses Treffens waren zum einen der Brexit, dessen Auswirkungen auf die europäischen Finanzmärkte und die daraus resultierenden Chancen für den Finanzplatz Frankfurt. Zum anderen informierten die Vertreter von FMF über die neue World Alliance of International Financial Centers (WAIFC), zu dessen Gründungsmitgliedern sowohl FMF wie auch der zweitgrößte koreanische Finanzplatz Busan gehören – Im  Gespräch wurde eine Mitgliedschaft von Seoul anregt. Weitere Gesprächsthemen waren die Themen Blockchain und Kryptowährungen sowie Regulierungsfragen.

Die Arbeit der neuen WAIFC wurde im Anschluss mit Vertretern der Stadtregierung von Seoul vertieft.

Busan

Am nächsten Tag ging es weiter nach Busan, der zweitgrößten koreanischen Stadt und Partner von Frankfurt Main Finance. Nach einem Treffen mit der Busan Economic Promotion Agency (BEPA), der Wirtschaftsförderung der Stadt Busan, bei der Dr. Raettig sehr herzlich von Chairman Dr. Ki Sik Park begrüßt wurde, reiste die Delegation zum United Nations Memorial Cemetery, einer Gedenkstätte aus dem Korea-Krieg inmitten von Busan.

Im Rathaus von Busan empfing Vizebürgermeister Jae-soo Yoo  die Delegation . Herr Yoo und Dr. Raettig würdigten den engen Austausch beider Finanzplätze Busan und Frankfurt seit der Unterzeichnung des Kooperationsabkommens im Jahr 2013, der nicht zuletzt über die gemeinsame Mitgliedschaft bei der WAIFC weiter vertieft werden soll. Neben FinTech ist für Busan, auf dessen Gebiet der fünfgrößte Hafen der Welt liegt, maritime Finanzierung ein wichtiges Thema.

Hongkong

In Hongkong nahm die Delegation am Asian Financial Forum (AFF) teil. Durch eine neue Aufteilung des Forums und das zukunftsweisende Motto „Creating a Sustainable and Inclusive Future“ präsentierte sich das von der Hongkonger Regierung und dem Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) gemeinsam veranstaltete Forum nochmals deutlich größer und moderner als in den vergangenen Jahren.

Der deutsche Gemeinschaftsstand von FMF, der FrankfurtRheinMain GmbH und Hessen Trade & Invest zog zahlreiche Besucher an, die sich insbesondere für Frankfurt im Rahmen des Brexits interessierten, aber sich auch über die FinTech-Szene in Frankfurt informieren wollten. Eine besondere Ehre war der Besuch des deutschen Generalkonsuls in Hong Kong Dieter Lamlé, der den Finanzplatz Frankfurt schon lange sehr aktiv unterstützt.

Carrie Lam, die Hongkonger Regierungschefin, setzte in ihrer Eröffnungsansprache alte und neue Schwerpunkte: Zum einen betonte sie die Erfolge im Bereich FinTech in Hongkong und gab einen positiven Ausblick für 2019, der allerdings nicht von allen Forums-Teilnehmern geteilt wurde. Zum anderen machte sie deutlich, wie wichtig für die Hongkonger Regierung die neue Greater Bay Area-Initiative der chinesischen Guangdong-Provinz mit den beiden Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao ist. Die Initiative geht dabei deutlich über die bereits in Betrieb genommene neue Infrastruktur (Schnellzug-Verbindung von Hongkong in die Guangdong-Provinz, insbesondere nach Shenzhen und Kanton, sowie die Brücke nach Macao) hinaus.

Während die Bankenvertreter der Delegation den interessanten Vorträgen folgten, präsentierte sich das Frankfurter FinTech-Unternehmen AsiaFundManagers gegenüber einer Reihe von potentiellen Investoren bei der sogenannten Deal Flow Matchmaking Session des AFF. Die beiden teilnehmenden Geschäftsführer von AsiaFundManagers zeigten sich beim Abschlussgespräch mit Dr. Raettig am letzten Tag der Reise sehr zufrieden mit den Ergebnissen der Gespräche.

Frankfurt Main Finance beim Toronto Global Forum: „Fintech and the Future of Money“

Der Finanzplatz Frankfurt über ein dynamisches FinTech-Ökosystem. Mit einer ausgeprägten Start-up-Kultur, einem weltweit führenden Fintech-Cluster, der Nähe zu etablierten Banken und damit Zugang zu potenziellen Kunden und Finanzierungsmöglichkeiten, hat Frankfurt alles, was es für eine lebendige FinTech-Szene braucht. Daher wurde Hubertus Väth, Managing Director von Frankfurt Main Finance (FMF), eingeladen, die Perspektive des Finanzplatzes Frankfurt beim Toronto Global Forum zum Thema Fintech and the Future of Money einzubringen.

Das Toronto Global Forum ist eine internationale Konferenz, die unter der Schirmherrschaft des International Economic Forum of Americas ausgetragen wird. Mit dem Ziel, den weltweiten Dialog zu den aktuellen Fragen der Finanzwelt voranzutreiben, kamen zur jüngsten Konferenz nationale und internationale Entscheidungsträger aus Politik, Zentralbanken, Ministerien und Weltwirtschaft unter dem Motto Navigating a World in Disruption zusammen. Das Event, an dem 3.000 Besucher und 170 Referenten teilnahmen, bietet allen Stakeholdern eine gute Gelegenheit, wirtschaftliche Synergien zu nutzen und mit hochkarätigen Wirtschaftsakteuren ins Gespräch zu kommen.

Wie sich rasant entwickelnde technologische Innovationen auf Finanzdienstleistungen und das traditionelle Bankgeschäft auswirken, diskutierten die Panelisten Hubertus Väth, Managing Director von FMF, Al Goldstein, Chairman und Chief Executive Officer von Avant, Shuman Ghosemajumder, Chief Technology Officer von Shape Security und Rafael Funes, Vorstandsvorsitzender von LOVIS. Das Panel Fintech and the Future of Money wurde von Alexandra Posadzki, Journalistin für Finanzdienstleistungen bei The Globe and Mail, moderierten.

Dabei wurde debattiert, wie der Finanzsektor in einigen Jahren aussehen, wie sich die Finanzindustrie durch neue Technologien transformieren und wie Regulierungen Innovation fördern sowie das Vertrauen zwischen Verbrauchern und Finanzinstituten stärken könnte. In der Diskussion betonte Väth, dass Technologie zwar einige Formen traditioneller Finanzdienstleistungen verändert oder sogar abgelöst habe, etablierte Finanzinstitute jedoch manchmal potenziell industrieverändernde Trends, wie künstliche Intelligenz, Big Data, Blockchain, Cloud-Speicher, aus den Augen verlieren bzw. nicht ausreichen durch Investitionen fördern. Allerdings seien genau dies disruptive Technologien, die zukünftige Preis, Handels-, Clearing- und Abwicklungsprozesse revolutionieren könnten.

Stärkung der Partnerschaft mit der Stadt Toronto

Während des Besuchs in Toronto traf sich Frankfurt Main Finance mit Thomas Schultze, Generalkonsul des Konsulates der Bundesrepublik Deutschland in Toronto und Michael Thompson, stellvertretender Bürgermeister von Toronto, um die Zusammenarbeit der beiden Finanzplätze weiter voranzutreiben und den Bereich künstliche Intelligenz in die Kooperation aufzunehmen.

 

Frankfurt Main Finance International

Frankfurt Main Finance ist Teil eines starken internationalen Netzwerks

Frankfurt Main Finance (FMF) arbeitet intensiv daran, den Finanzplatz noch stärker international zu vernetzen und Dialogplattformen zu bieten. Ein wichtiges Instrument dafür sind hochkarätige Delegationsreisen in bedeutende Partnerstädte. Anfang Dezember ist daher ein FMF-Team nach Katar und Kuwait gereist, um sich mit Vertretern der jeweiligen Regionen über Best Practices finanzplatzübergreifend auszutauschen und den Diskurs auf internationaler Ebene weiter voranzutreiben.

Unter anderem fand hierbei ein Treffen mit Repräsentanten der Qatar Financial Centre (QFC) Authority statt. Die Organisation verwaltet und pflegt das rechtliche und steuerliche Umfeld des Finanzzentrums Katar und lizenziert Unternehmen, Geschäfte im oder vom Finanzplatz aus zu tätigen. Außerdem baut sie, wie auch Frankfurt Main Finance, Beziehungen zur globalen Finanzwelt und zu anderen wichtigen Institutionen innerhalb und außerhalb Katars auf.

Ein weiteres Highlight der Reise stellte ein exklusives Interview mit dem Fernsehsender Al Jazeera English dar, welches die Folgen des britischen EU-Austritts thematisierte. „London wird einer der führenden Finanzplätze der Welt bleiben“, kommentierte FMF-Geschäftsführer Hubertus Väth, allerdings werde Großbritanien seine Passporting-Rechte verlieren, die dem vereinten Königreich bislang Finanzgeschäfte in den EU27 ermöglichen. Außerdem betonte Väth den Standpunkt der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance: „Der Brexit ist weder gut für Europa, noch für Großbritannien.“

Quelle: Al Jazeera English

Diese Reise steht exemplarisch für die Anstrengungen von FMF, ein großes  internationales Finanzplatznetz auzubauen, welches immer weiter wächst und indem Frankfurt Main Finance die Interessen des Finanzplatzes Frankfurt vertritt. Beispielsweise führte eine weitere Delegationsreise im Juli 2018 die FMF-Vertreter in die kasachische Hauptstadt Astana. Experten für den Finanzplatz Frankfurt diskutierten dort auf dem Global Finance Forum zusammen mit hochrangigen internationalen Finanz- und Politikvertretern die Veränderungen einer global vernetzten Finanzindustrie sowie Entwicklungstendenzen.

Frankfurt Main Finance ist Gründungsmitgliede der World Alliance of International Financial Centers (WAIFC)

In einer Zeit rapider technologischer Entwicklung und sozialen Wandels sind Finanzplätze ein Schlüsselfaktor für nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Ziel der Word Alliance of International Financial Centres ist es daher, ein transparentes Netzwerk zu schaffen und das Verständnis für die Bedeutung internationaler Finanzplätze für die nationale und internationale Wirtschaft sowie die soziale Entwicklung zu fördern.

 

Financial Centre Frankfurt, World Alliance of International Financial Centres,

Gründung der World Alliance of International Financial Centers (WAIFC)

Am 1. Oktober 2018 haben elf  Finanzplätze aus aller Welt die World Alliance of International Financial Centers (WAIFC) ins Leben gerufen. Die Gründung einer internationalen Non-Profit-Organisation wurde erstmals von den Finanzplätzen Frankfurt (Deutschland), Moskau (Russland) und Paris (Frankreich) im Dezember 2016 vorgeschlagen. 2018 haben sie sich dann mit weiteren sieben Finanzzentren zur WAIFC zusammengeschlossen, um die Zusammenarbeit und den Austausch über Best Practices finanzplatzübergreifend zu fördern und den Dialog mit den Behörden auf internationaler Ebene auszubauen.

Wer sind die Gründungsmitglieder von der WAIFC?

Die WAIFC besteht aus folgenden Gründungsmitgliedern:

Was sind die Ziele der Word Alliance of International Financial Centers?

In einer Zeit rapider technologischer Entwicklung und sozialen Wandels sind Finanzplätze ein Schlüsselfaktor für nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Ziel der Word Alliance of International Financial Centres ist es daher, ein transparentes Netzwerk zu schaffen und das Verständnis für die Bedeutung internationaler Finanzzentren für die nationale und internationale Wirtschaft sowie die soziale Entwicklung zu fördern. Darüber hinaus wird die WAIFC projektbezogen arbeiten und sich auf folgende Bereiche konzentrieren:

  • Daten zu Finanzplätzen
  • Beitrag der Finanzplätze zu grünen Investitionen und Infrastruktur
  • Neue FinTech-Entwicklungen
  • Die Rolle der Finanzzentren bei der Finanzierung der Wirtschaft

Wie ist die WAIFC organisiert?

Der Sitz der World Alliance of International Financial Centers ist am Finanzplatz Frankfurt. Die erste Generalversammlung wird im Dezember 2018 unter Beteiligung der Gründungsmitglieder und weiterer Finanzplätze stattfinden. Der Vorstand der WAIFC besteht aus den folgenden hochrangigen Führungskräften der Gründungsmitglieder:

  • Abdullah Al Salmi, The Capital Markets Authority Oman
  • Arnaud de Bresson, Paris EUROPLACE
  • Said Ibrahimi, Casablanca Finance City
  • Kairat Kelimbetov, Astana International Financial Centre
  • Frederic de Laminne, Belgian Finance Club
  • Jennifer Reynolds, Toronto Finance International
  • Young Ho Park, Busan International Financial City Promotion Center
  • Philippe Richard, Abu Dhabi Global Market
  • Tom Theobald, Luxembourg for Finance
  • Hubertus Vaeth, Frankfurt Main Finance
  • Alexander Voloshin, Analytical Centre Forum Moscow

Arnaud de Bresson, Paris EUROPLACE, ist der erste gewählte Vorsitzende des Gremiums. Frederic de Laminne, Belgian Finance Club, übernimmt die Rolle des Schatzmeisters und Dr. Jochen Biedermann, Frankfurt Main Finance, wird als Geschäftsführer des neu gegründeten Verbandes fungieren.

Global Finance Forum_Astana Financial Days

Global Finance Forum: Digitale Trends vernetzen Finanzzentren weltweit

Wie werden digitale Trends und technologische Innovationen die Finanzindustrie in den kommenden Jahren verändern? Diese Frage stand im Fokus der Podiumsdiskussion „The New Geography of Global Finance“ des Global Finance Forums, das vom 3.-4. Juli im Rahmen der Astana Finance Days in der kasachischen Hauptstadt Astana stattfindet. Als Experte für den Finanzplatz Frankfurt am Main diskutiert Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, zusammen mit hochrangigen internationalen Finanz- und Politikvertretern die Veränderungen einer global vernetzten Finanzindustrie sowie Entwicklungstendenzen.

Die Astana Finance Days werden anlässlich des 20. Jahrestags der Hauptstadt Kasachstans vom Astana International Financial Center und dem Reinventing Bretton Woods Committee organisiert. Die Konferenz wirf einen Blick auf die stabile Entwicklung des Landes, welches seine Wirtschaftskraft seit seiner Unabhängigkeit kontinuierlich und nachhaltig steigert. Ausgehend von einem Blick auf die Vergangenheit ist die Entwicklung des internationalen Finanzsektors Themenfokus der Veranstaltung. Das zweitägige Global Finance Forum bietet im Rahmen der Astana Finance Days eine exklusive Diskussionsplattform, die die digitalen Trends und technologischen Innovationen, die die Strukturen des internationalen Finanzsektors neu ordnen, in den Fokus stellt. Zentrale Themen der Podiumsdiskussionen sind:

  • Chancen und Risiken der globalen Finanzzentren
  • Eine nachhaltige Entwicklung des Finanzsystems
  • Die Entwicklung lokaler Kapitalmärkte
  • Finanzkapitalmanagement
  • Industrie 4.0
  • Trends der Finanztechnologie

Außerdem präsentiert sich die kasachische Hauptstadt Astana bei dem Forum als einen Financial Service Hub für die Belt and Road Initiative.

Im Fokus der Podiumsdiskussion „The New Geography of Global Finance“, an der Hubertus Väth teilgenommen hat, standen die technologischen Innovationen, die die Finanzindustrie revolutionieren und die globale Vernetzung der Finanzmärkte ausweiten: Cybersecurity, Big Data und Artificial Intelligence.

Das Astana International Financial Center und Frankfurt Main Finance haben sich im November vergangenen Jahres auf ein Memorandum of Understanding über eine Kooperation beider Finanzplätze verständigt. „Astana ist ein junges und aufstrebendes Finanzzentrum, mit dem uns schon seit vielen Jahren ein enges und freundschaftliches Verhältnis verbindet“, kommentierte Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance, das Verhältnis zum kasachischen Finanzzentrum nach der Unterzeichnung des neu gewonnenen Abkommens.