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Finanzplatz Frankfurt bewirbt sich um Sitz des neuen International Sustainability Standards Board bei der IFRS Stiftung

Der Finanzplatz Frankfurt bewirbt sich um den Sitz des International Sustainability Standards Board (ISSB). Die Bewerbung erhielt Zustimmung von mehr als 180 namhaften Unterstützern.

Frankfurt am Main, 2. September 2021 – Der Finanzplatz Frankfurt bewirbt sich um den Sitz des International Sustainability Standards Board (ISSB). Das ISSB soll unter dem Dach der International Financial Reporting Standards Foundation (IFRS Stiftung) geschaffen werden und internationale Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen erarbeiten. Die offizielle Bewerbung wurde am Dienstag gemeinsam von der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance, der Value Balance Alliance und der Wirtschaftsförderung Frankfurt an die IFRS Stiftung mit Sitz in London übermittelt. Die Bewerbung erhielt Zustimmung von mehr als 180 namhaften Unterstützern.

Die Berichterstattung von Unternehmen über Nachhaltigkeitsaspekte (sustainability reporting) gewinnt zunehmend an Bedeutung und verlangt nach international akzeptierten Berichtsstandards. Die IFRS Stiftung ist eine gemeinnützige private Organisation, die mit dem Ziel gegründet wurde, hochwertige, verständliche, durchsetzbare und weltweit anerkannte Rechnungslegungsstandards – die IFRS-Standards – zu entwickeln. Bislang war die IFRS Stiftung mit der Erarbeitung von Rechnungslegungsstandards für die Finanzberichterstattung befasst. Um der besonderen und wachsenden Bedeutung einer einheitlichen Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen gerecht zu werden, hat die IFRS Stiftung die Gründung eines neuen International Sustainability Standards Board (ISSB) angekündigt.

Für die Standortbewerbung konnte der Finanzplatz Frankfurt zahlreiche Unterstützer aus Politik, Finanzwirtschaft, Industrie, Zivilgesellschaft und Wissenschaft gewinnen. Insgesamt haben sich 185 Unternehmen und Organisationen für die Vergabe des Sitzes des ISSB an Frankfurt stark gemacht, darunter große Verbände wie der BdB (Bundesverband deutscher Banken), der BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie), der BDA (Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände), das Deutsche Aktieninstitut, der BVI (Bundesverband Investment und Assetmanagement), der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) und zahlreiche weitere. Diese Verbände stehen zusammen für rund eine Million Mitgliedsunternehmen in den verschiedensten Branchen mit insgesamt mehr als 20 Millionen Beschäftigten.

Auf Bundesebene haben sich das Bundesministerium der Finanzen und das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz für eine Ansiedlung des ISSB in Frankfurt eingesetzt. Dazu Bundesfinanzminister Olaf Scholz: „Mit der Sustainable Finance Strategie wollen wir Nachhaltigkeit als Leitprinzip im Finanzmarkt verankern und Deutschland zu einem führenden Standort für Sustainable Finance entwickeln.” Die Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Christine Lambrecht unterstreicht: „Wir würden es sehr begrüßen, wenn das ISSB in Frankfurt angesiedelt würde, da wir eine enge internationale Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines weltweit akzeptierten Mindeststandards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung für sehr sinnvoll halten.”

Auch auf Landesebene findet die Bewerbung Frankfurts hochrangige Unterstützung. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier: „ISSB und das Land Hessen – das passt perfekt zusammen. Denn auch die Landesregierung engagiert sich für nachhaltige Finanzen. Als Top-Finanzplatz in der EU27 und im Herzen Hessens und Europas gelegen, wird Frankfurt mit seinem einzigartigen Finanzökosystem die ideale Heimat für die ISSB sein.“

Auch Hessens Finanzminister Michael Boddenberg und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir haben die Bewerbung unterzeichnet. Finanzminister Michael Boddenberg: “Hessen setzt Sustainable Finance auch in der konkreten Praxis an den Kapitalmärkten in die Tat um. Ich nenne hier beispielhaft die kürzlich erfolgreich emittierte Grüne Anleihe des Landes und die nachhaltige Anlage unserer Versorgungsrücklage. Das ISSB findet daher im Land Hessen einen Mitstreiter für nachhaltige Finanzwirtschaft. So haben wir auch als erster staatlicher Akteur in Deutschland die UN Principles for Responsible Investments unterzeichnet.”

Wirtschaftsminister Al-Wazir unterstreicht: “Das von der Landesregierung mitinitiierte Green and Sustainable Finance Cluster Germany am Finanzplatz Frankfurt spielt in Sachen nachhaltiges Finanzwesen ganz vorne mit, insbesondere im europäischen und nationalen Kontext und wenn es darum geht, Brücken in die Praxis zu bauen. Das Land Hessen wird die Weiterentwicklung des Finanzplatzes Frankfurt hin zu einem führenden Sustainable Finance-Standort auch weiterhin beharrlich weiterverfolgen und auf allen Ebenen unterstützen.”

Der CEO der Value Balancing Alliance e.V., Christian Heller, verdeutlicht die Bedeutung des ISSB für die Finanzwirtschaft und darüber hinaus: “Wir sind überzeugt, dass unsere erprobten Methoden der Nachhaltigkeitsbilanzierung solide Daten liefern werden, um die ISSB-Architektur und -Standards in die Praxis umzusetzen. Ich unterstütze die Bemühungen der Stiftung voll und ganz als wichtigen Baustein, um den Wandel durch vergleichbare Nachhaltigkeitsinformationen voranzutreiben.“

Frankfurts Wirtschaftsdezernent Markus Frank und Gerhard Wiesheu, Präsident der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance, unterstreichen die Vorteile einer Ansiedlung des ISSB für den Standort: „Frankfurt ist das wichtigste Finanzzentrum in Kontinentaleuropa und damit der ideale Standort für das ISSB. Die Finanzwirtschaft mit all ihren unterschiedlichsten Akteuren, aber auch Investoren und Verbraucher, unterstützt dieses Vorhaben. Das ISSB wird von dieser Offenheit zum intensiven Austausch und der engen Zusammenarbeit massiv profitieren.“

In den nächsten Wochen wird die Bewerbung durch ein Finanzierungskonzept privater und öffentlicher Partner unterlegt. Eine Standortentscheidung durch die IFRS Stiftung wird noch in diesem Jahr erwartet.

ANHANG: Bewerbungsschreiben, Bewerbungspräsentation und Liste der Unterstützer

Ansprechpartner für Presseanfragen:

Pressesprecher des Hessischen Ministeriums der Finanzen

Ralph-Nicolas Pietzonka

Telefon: 0611 32 13 2223-4523

Fax: 0611 32 13 24 33

pressestelle@hmdf.hessen.de

Hubertus Väth

Frankfurt Main Finance e.V.

Telefon 069 94 41 80 – 88
Fax 069 94 41 80 90
hubertus.vaeth@fmfinance.de

Sarah Fischer

Value Balancing Alliance e.V.

sarah.fischer@value-balancing.com

Béatrice Kaufeler

Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH

Telefon 069 212 – 36226

bk@frankfurt-business.net

Bildnachweis: Jürgen Rübig auf Pixabay

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