Back in Business – Crifbürgel sorgt mit Online-Portal für finanzielle Transparenz in der Krise

Fundierte Informationen über Geschäftspartner oder Lieferanten sind in Krisenzeiten noch wichtiger, als bei guter Wirtschaftslage. In diesem Sinne hat CRIFBÜRGEL mit Back in Business ein Online-Portal entwickelt, das Unternehmen in Deutschland ermöglicht, den Markt wissen zu lassen, dass sie wieder im Geschäft sind. Unternehmen, die ihre Geschäftsbeziehungen mit Kunden, Lieferanten, Händlern und Importeuren wieder aufbauen und stärken, werden somit unterstützt, finanzielle Transparenz zu zeigen.

Unternehmen profitieren von der Back in Business Initiative auf mehreren Ebenen. Zunächst bietet ihnen das Portal eine einfache und kostenlose Möglichkeit, ihren Geschäftspartnern und Lieferanten ein aktuelles Bild ihrer wirtschaftlichen Performance zu vermitteln und damit ihre Aktivitäten in Hinblick auf ein zukunftsorientiertes Unternehmertum zu belegen.

Als Teil des Back in Business-Netzwerks profitieren Unternehmen darüber hinaus noch von exklusiven Zugängen zu Webinaren und Services.

Erfahren Sie mehr unter https://backinbusiness.crif.com/de


Text: CRIFBÜRGEL

Europa mangelt es an einheitlichen Regeln – Marc Roberts im Interview mit Franz Công Bùi (Börsen-Zeitung)

Am 16. Juni wurde die European Fintech Association (EFA) in Brüssel gegründet. Sie will als Interessenvertretung europäischer Fintechs Themen der digitalen Finanzagenda in der EU vorantreiben. Marc Roberts, Vorsitzender des EFA-Boards, spricht im Interview über Ausrichtung, Ziele und Potenziale des Verbands.

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Datenpool gegen Geldwäsche vor dem Start

Großbanken einigen sich auf Standards – Aufsicht gibt BFS Finance grünes Licht

Deutsche Großbanken haben sich auf Standards für einen Datenpool zur Geldwäscheprävention geeinigt, der Ende des Jahres in Betrieb gehen soll. Dahinter steht die dem Bertelsmann-Konzern zugehörige BFS Finance, die bislang als Factoring-Gesellschaft in Erscheinung getreten ist und von der Finanzaufsicht BaFin reguliert wird. Ihr ist nach Angaben von Geschäftsführer Paul-Gerhard Haase gelungen, was bedeutende deutsche Banken lange versucht hatten, 2018 aber scheiterte: der Aufbau einer Plattform, die zur Bekämpfung von Geldwäsche Kundendaten der Institute sammelt, anreichert und weitergibt.

Nach Informationen der Börsen-Zeitung haben sich mindestens Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank, Helaba und LBBW auf einen gemeinsamen Standard für Daten von Firmen verständigt, die im Zusammenhang mit „Know your Customer“-Vorschriften (KYC) anfallen, also bei der Identifikation von Neukunden. „Uns ist sehr wichtig, dass alle drei Bankensäulen gleichberechtigt vertreten sind“, sagt Haase im Gespräch mit der Börsen-Zeitung.

BFS Finance wird für Banken, die an ihrer Customer Information Network Intelligence (Cinfoni) getauften Plattform teilnehmen, Daten von Firmen sammeln und anreichern. Damit soll verhindert werden, dass sich die Banken Strafen oder Reputationsverluste einhandeln, weil sie sich auf windige Geschäftspartner einlassen und etwa gegen Geldwäsche-Bestimmungen verstoßen.

Zeit- und geldsparend

Über Cinfoni müssen Unternehmen ihre KYC-relevanten Daten nur einmal in dem Portal eingeben, dann stehen sie in standardisierter Form jeder teilnehmenden Bank zur Verfügung, was Geld und Zeit spart. „Firmenkunden wünschen sich einen Single Point of Contact, einen einzigen Kontaktpunkt“, sagt Haase. „Das ist der Bündelungseffekt, den wir bewerkstelligen können.“ Das Netzwerk Cinfoni soll sich aber nicht auf Deutschland beschränken. Nachdem es die Aufsicht hierzulande bereits abgesegnet habe, sei BFS Finance im Gespräch mit Aufsehern im europäischen Ausland, berichtet er.

 

Quelle: Börsen-Zeitung, 27.06.2020, Tobias Fischer, © Alle Rechte vorbehalten.

Aus der Kapitalmarktforschung: FIRM-Forschungspreis 2020 für Benjamin Clapham – Beitrag in der Börsen-Zeitung

Preisgeld von 30 000 Euro für den Preisträger und die betreuende Goethe-Universität Frankfurt am Main

Das Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung hat zum dritten Mal den FIRM-Forschungspreis verliehen. Gewinner in diesem Jahr ist Benjamin Clapham mit seiner Dissertation zum Thema Integrity and Efficiency of Electronic Securities Markets. Damit setzte er sich gegen 14 Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland durch.

Der FIRM-Forschungspreis unter der Schirmherrschaft des hessischen Staatsministers für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, Tarek Al Wazir, hat das Ziel, maßgebliche Forschung zum besseren Verständnis von Risikomanagement und Regulierung im Finanzdienstleistungssektor zu fördern. Eine hochkarätig besetzte Jury aus Vertretern von Wissenschaft und Wirtschaft hat unter allen mit summa oder magna cum laude promovierten eingereichten Arbeiten jene drei ausgewählt, die hochwertige theoretisch-konzeptionelle Grundlagenarbeit mit empirischer Forschung und innovativem Praxisbezug in bester Weise verbinden.

Die Teilnehmer der Endrunde, Jennifer Betz von der Universität Regensburg, Rebekka Buse vom Karlsruher Institut für Technologie und Benjamin Clapham von der Goethe-Universität Frankfurt, haben auf der FIRM-Forschungskonferenz am 14. Mai 2020 die wichtigsten Ergebnisse ihrer Arbeiten vorgestellt. Die digitale Konferenz stand unter der Leitung von Günter Franke, Universität Konstanz.

Erkennung von Manipulation

Durchsetzen konnte sich am Ende Benjamin Clapham mit seiner Arbeit über die Integrität und Effizienz elektronischer Wertpapiermärkte. Dazu heißt es in der Begründung der Jury: „Clapham hat durch seine sorgfältige Untersuchung von elektronischen Handelssystemen unser Wissen über deren Markt-Mikrostruktur erheblich erweitert. Insbesondere generiert er neue Erkenntnisse über die Wirkungen von Handelsunterbrechungen und Wirkungen des Hochfrequenzhandels.“

Betreut wurde Clapham von Peter Gomber, Professor für Betriebswirtschaftslehre, insb. E-Finance, an der Goethe-Universität Frankfurt.

Leitende Fragestellung für Clapham war, wie technologische Entwicklungen und Marktdesign Integrität und Effizienz elektronischer Wertpapiermärkte beeinflussen. Mit der automatisierten Erkennung von Finanzmarktmanipulationen, der Ausgestaltung von Mechanismen zur Sicherung eines geordneten Handels und den Wirkungen des Hochfrequenzhandels beleuchtete er drei wesentliche Entwicklungen.

Die Vielzahl von Order-Updates algorithmischer Händler und die steigende Anzahl von Transaktionen erschweren die Erkennung von Marktmanipulationen. Um die Integrität von Wertpapiermärkten zu sichern, müssen Manipulationsarten anhand ihrer Charakteristika systematisiert und die Verfahren zu deren Erkennung automatisiert werden.

Klassifizierungsschema

Automatisierte Verfahren erlauben Finanzintermediären und Regulierungsbehörden, in den immensen Datenmengen Marktmanipulationen ressourcenschonend zu erkennen. Clapham entwickelt ein Klassifizierungsschema für alle Arten von Finanzmarktmanipulationen und liefert somit eine Grundlage für eine verbesserte Marktüberwachung. Eine weitere Herausforderung für die Marktintegrität liegt darin, eine kontinuierliche Preisentwicklung im fortlaufenden Handel sicherzustellen. Hochfrequenzhandel und andere algorithmische Handelsformen können bei überraschenden Marktentwicklungen zu Preisüberreaktionen oder sog. Flash Crashs führen, insbesondere wenn Handelsalgorithmen ungeeignet auf plötzlichen Marktdruck oder auf falsche Informationen reagieren. Daher wurden an den meisten Wertpapiermärkten Sicherungsmechanismen eingeführt, die Preiskontinuität und gleichzeitig Marktliquidität unter extremen Marktbedingungen gewährleisten sollen. Dazu dienen sogenannte Volatilitätsunterbrechungen, die bei starken Kursänderungen den kontinuierlichen Handel durch eine Auktionsphase für kurze Zeit stoppen. Clapham untersucht verschiedene Designs von Volatilitätsunterbrechungen und zeigt, wie verschiedene Designparameter die Effektivität von Sicherungsmechanismen beeinflussen. Seine Ergebnisse erlauben, Handlungsempfehlungen zur Ausgestaltung von Sicherungsmechanismen abzuleiten.

Eine viel diskutierte Frage betrifft den Magneteffekt von Sicherungsmechanismen. Veranlasst die Antizipation einer wahrscheinlich kurz bevorstehenden Unterbrechung des kontinuierlichen Handels die Händler, im Vorfeld rasch Ihre offenen Orders auszuführen und damit zusätzliche Volatilität und das ultimative Auslösen des Sicherungsmechanismus hervorzurufen? Während einige Untersuchungen stärkere Handelsaktivitäten und Preisänderungen im Vorfeld beobachten, kommt Clapham zu einem gegenteiligen Befund.

Hochfrequenzhandel?

Die Arbeit untersucht auch die Effekte des Hochfrequenzhandels auf Wertpapiermärkte. Clapham belegt, dass der Hochfrequenzhandel die Geld-Brief-Spanne verkleinert und die Wiederbefüllung des Orderbuchs nach einem Liquiditätsschock beschleunigt. Damit verbessert der Hochfrequenzhandel die Effizienz von Wertpapiermärkten.

Clapham konnte die Jury mit seiner Arbeit überzeugen. „Die Dissertation leistet einen wichtigen Beitrag zur Finanzmarktforschung, indem sie relevante Aspekte rund um die Integrität und Effizienz elektronischer Wertpapiermärkte beleuchtet“, so der Vorsitzende der Jury, Günter Franke. Die Erkenntnisse können von Börsen bei der Ausgestaltung von Handelsregeln und der operativen Marktüberwachung sowie von Aufsichtsbehörden für die Regulierung des Handels genutzt werden. Der nächste FIRM-Forschungspreis wird 2022 vergeben.

 

Autor: Prof. Dr. Dr. h. c. Günter Franke (Co-Beiratsvorsitzender von FIRM)

Die Blockchain ist die Zukunft

Welche wegweisenden Veränderungen macht die Blockchain-Technologie möglich? Welche Auswirkungen wird sie auf Banken haben? Prof. Dr. Philipp Sandner, Leiter des Frankfurt School Blockchain Centers, Prof. Dr. Andranik Tumasjan, Leiter des Lehrstuhls für Management und Digitale Transformation der JGU Mainz und Prof. Dr. Isabell Welpe, Leiterin des Lehrstuhls für Strategie und Organisation an der TUM, werfen in ihren neu erschienenen Büchern „Der Blockchain Faktor“ und „Die Zukunft ist dezentral“ einen Blick in die Zukunft der Blockchain-Technologie und zeigen ihr disruptives Potenzial auf.

Der Blockchain Faktor

Buchbeschreibung: „Bitcoin & Co. waren nur der Anfang – die Blockchain-Technologie hat das Potenzial, den Finanzsektor ebenso wie unsere Gesellschaft vollkommen auf den Kopf zu stellen. Sie ermöglicht eine Zukunft, in der Mittelsmänner überflüssig sind: eine Zukunft, in der Maschinen und technische Geräte aller Art autonom und dezentral agieren. Welche Auswirkungen hat sie auf unsere Gesellschaft und den Nationalstaat, wie wir ihn kennen? Wie nutzt ein etabliertes Unternehmen wie die Deutsche Bahn diese Technologie? Wo sieht ein Energieanbieter wie Innogy Potenziale und was macht die Blockchain für Start-ups und Investoren so attraktiv?

Prof. Dr. Philipp Sandner, Prof. Dr. Andranik Tumasjan und Prof. Dr. Isabell Welpe werfen einen Blick in die Zukunft und lassen führende Finanzexperten wie etwa Peter Grosskopf (Börse Stuttgart), Matthias Felder und Moritz von Bonin (Deutsche Bahn), Felix Holtermann (Handelsblatt) und Martin Würmli (Stadt Zug, Schweiz) zu Wort kommen. Sie betrachten den Status quo, zeigen, welche wegweisenden Veränderungen die Blockchain-Technologie ermöglicht und warum sie die Macht besitzt, Banken überflüssig zu machen.“

Die Zukunft ist dezentral

Buchbeschreibung: „Eine Technologie, die das gesamte Finanzsystem auf den Kopf stellt – die Blockchain hat das Potenzial, genau das zu tun. Denn Kryptowährungen wie Bitcoin lassen die Frage aufkommen, ob Banken eigentlich noch zeitgemäß sind. Dem Finanzsektor ist dabei längst klar: das größte Risiko der Blockchain ist, sich nicht damit zu beschäftigen. Aber wie muss ein Zahlungsmittel beschaffen sein, damit es flächendeckend Akzeptanz findet?

Prof. Dr. Philipp Sandner, Prof. Dr. Andranik Tumasjan & Prof. Dr. Isabell Welpe zeigen das disruptive Potenzial der Blockchain-Technologie auf. Sie lassen führende Finanzexperten wie Dr. Dirk Siegel (Deloitte), Alexander Höptner (Börse Stuttgart), Dr. Helge Königs (Daimler), Dirk Bullmann (Europäische Zentralbank), Dr. Martin Diehl (Deutsche Bundesbank), Michael Spitz (Main Incubator), Dr. Thomas Schönfeld (PwC) und Stephan Mögelin (BaFin) zu Wort kommen und geben einen Ausblick auf die bevorstehende Revolution der Finanzindustrie.“

 

Quelle: https://www.die-blockchain.ist/

Frankfurt Digital Finance 2020

Frankfurt Digital Finance 2020: Neuem Konferenzformat gelingt mit rund 400 Teilnehmern erfolgreiche Premiere

Veranstaltung unterstreicht eindrücklich Frankfurts Potenzial als innovatives Ökosystem

Gleich in ihrer ersten Auflage hat die Frankfurt Digital Finance alle Erwartungen übertroffen. Rund 400 Entscheider und Innovatoren aus der Finanzindustrie, der FinTech-Szene und der Politik sowie Investoren, Regulierer und Wissenschaftler kamen vergangene Woche in das Frankfurter Zoo-Palais.  Eingerahmt von den inspirierenden Eröffnungs- und Schlussansprachen zur Zukunft von FinTech von Erik Podzuweit, Gründer von Scalable Capital, und Tamaz Georgadze, Gründer von Raisin/Weltsparen, gab es zukunftsweisende Vorträge hochkarätiger Referenten und engagierte Diskussionen rund um Open Banking, Künstliche Intelligenz, Blockchain, Payment und Co. Sie demonstrierten Frankfurt eindrücklich als innovatives Ökosystem.

In einem zusammenfassenden Ausblick forderte Dr. Joachim von Schorlemer, der als Vorsitzender der Landesfachkommission Finanzmarktpolitik & Vorsorge des Wirtschaftsrates zu den Rednern auf der Frankfurt Digital Finance gehörte, darüber hinaus noch mehr Investitionen aus Frankfurt: „Handlungsbedarf sehe ich im Bereich Finanzierung: Von einem so starken Finanzplatz könnte man erwarten, dass mehr Wagniskapital in deutsche FinTechs fließt, als nur 2 Prozent aller Investitionen. Nur so kann unser Finanzplatz weiter wachsen“, so von Schorlemer, der Mitglied des Vorstands der ING-DiBa AG ist.

Markus Frank, Wirtschaftsdezernent der Stadt Frankfurt, sagte abschließend: „Wenn es uns gelingt, die Vernetzung zu verstärken zwischen jungen Menschen mit guten Ideen und den etablierten Finanzinstitutionen, dann kommen wir voran. Genau das habe ich auf der Frankfurt Digital Finance Konferenz erlebt.“

„Die überaus positive Resonanz zur Frankfurt Digital Finance bestätigt uns darin, dass ein Ökosystem wie der Finanzplatz Frankfurt mit sowohl etablierten Marktteilnehmern als auch ambitionierten Einsteigern genau solch ein lebendiges Format für den offenen Austausch braucht“, sagt Corinna Egerer, Organisatorin und Moderatorin der Frankfurt Digital Finance. „Das gute Feedback, das wir auf der Konferenz und anschließend auch in den sozialen Medien bekommen haben, freut uns sehr. Gleichzeitig ist es auch Ansporn für das nächste Jahr“, ergänzt Co-Organisator Max Hunzinger.

 

Neue, innovative Konferenz für digitales Finanzwesen

Die erstmalig ausgerichtete Frankfurt Digital Finance Conference bringt Entscheidungsträger und Innovatoren aus der Finanzindustrie – Unternehmen , Start-ups, Politiker, Investoren, Regulierungsbehörden und Wissenschaftler – auf einer neutralen Plattform in Frankfurt am Main zusammen. Wir haben mit den Organisatoren der Konferenz, Corinna Egerer und Max Hunzinger, über FinTech-Trends, den Standort Frankfurt und den Mehrwert der Veranstaltung gesprochen.

Welche Leistungen stehen im Bereich FinTech zur Zeit besonders im Fokus des Interesses?

„Neben den bekannten Verdächtigen wie Artificial Intelligence-Anwendungen, Blockchain-Lösungen und Payment stehen im Moment digitale Identitäten im Fokus. Darüber hinaus ist Open Banking immer noch ein großes Thema, um die Chancen, die sich aus der PSD2 Richtlinie ergeben, umfassend zu nutzen. IT Security ist und bleibt eine sehr zentrale Herausforderung. Und nicht zuletzt sind Leistungen, die ein besseres Kundenerlebnis -– B2:B wie B2:C – ermöglichen, sehr bedeutsam. All diese und weitere Themen werden wir auf der Frankfurt Digital Finance diskutieren.“

Was können Veranstaltungen wie die Frankfurt Digital Finance Konferenz für die verschiedenen Mitglieder der FinTech Community leisten?

„Veranstaltungen wie die Frankfurt Digital Finance bringen Menschen zusammen, die ähnlich gerichtete Interessen haben, aber aus unterschiedlichen Unternehmen, Institutionen und Bereichen kommen: Von den Erfahrungen anderer zu lernen, sich kennenzulernen, auszutauschen, und auch gemeinsam neue Projekte anzustoßen, all das kann ein solches Treffen leisten. „Better Together“ ist das Motto der Frankfurt Digital Finance. Hier reden Teilnehmer aus etablierten und neuen Unternehmen, aus der Wissenschaft, aus dem Kreis der Investoren und der Politik auf Augenhöhe miteinander. Nicht zuletzt gibt es einen „Corporate Challenge“ zur Frankfurt Digital Finance, bei dem Teams von unterschiedlichen Unternehmen Ideen und Konzepte zur besseren Vernetzung von Firmen und Startups entwickeln, um gemeinsam Werte zu schaffen.“

Warum haben Sie den Finanzplatz Frankfurt als Standort für diese Konferenz gewählt?

„Frankfurt kann als Ökosystem mit etablierten und neuen Playern ein führender Digital Finance Standort in Europa werden. Hier gibt es nicht nur die notwendige Branchen-Expertise, sondern auch belastbare Netzwerke und die notwendigen finanziellen Ressourcen, um innovative Projekte entlang der Finanzierungskette zu begleiten. Das müssen wir noch stärker kommunizieren – die Frankfurt Digital Finance soll einen Beitrag hierzu liefern.“

Weitere Informationen zur Veranstaltung und Anmeldemöglichkeiten bietet die Website frankfurt-digital-finance.de.

„Das bedeutet Strom für 16.000 Menschen“

In Mali haben nur 17 Prozent der Bevölkerung Zugang zu Strom. Doch günstige Solarenergie und innovative Geschäftsmodelle legen momentan die Grundsteine für einen Anstieg dieser Prozentzahl. Africa GreenTec, ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Hainburg (Hessen), baut und betreibt mobile, skalierbare Solarkraftwerke in Süd-Mali. Geplant sind 50 sogenannte Solartainer® mit denen der Zugang zu Energie für bis zu 250.000 Menschen durch CO2 freien Solarstrom verbessert wird. Die Erfahrungen aus den ersten installierten Anlagen in 14 Dörfern zeigen, dass sich das Leben der Menschen grundlegend verändert und neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Lars Hunsche, SDG INVESTMENTS GmbH

„Das Projekt Africa GreenTec ist ein hervorragendes Beispiel, wie ganz konkret Maßnahmen gegen den Klimawandel und zur Fluchtursachenbekämpfung an der Basis umgesetzt werden können. Eine in Deutschland emittierte Anleihe bietet professionellen Investoren zudem eine sehr gute Möglichkeit, einen Beitrag zu leisten und dabei auch noch die Chance auf eine faire Rendite wahrzunehmen“, sagt Lars Hunsche von SDG INVESTMENTS®, die von Africa GreenTec mit der Platzierung einer Anleihe beauftragt wurden. Die hessische Kooperation zwischen SDG INVESTMENTS aus Frankfurt und dem Start-Up und Träger des Hessischen Staatspreises Energie Africa GreenTec ist ein hervorragendes Beispiel für die Innovationsfähigkeit des Sustainable Finance Standorts Frankfurt am Main.

Die im Dezember 2017 emittierte nicht nachrangige teilbesicherte Anleihe der Africa GreenTec Asset GmbH mit einem Zinskupon von 6,5 Prozent p.a., hat eine Laufzeit bis zum 1.Dezember 2027. Im Rahmen der Emission werden bis zu 10 Millionen Euro platziert. Da mit der Republik Mali bereits seit den 70er Jahren ein Investitionsschutzabkommen besteht, ist die Investition durch die Bundesrepublik Deutschland gegen politische Risiken abgesichert. Die Anleihe wird mit einer Stückelung von 1.000 Euro und einem Mindestordervolumen von 100.000 Euro an den Börsenplätzen Frankfurt und Düsseldorf gehandelt.

Kürzlich hat der KFM-Mittelstandsanleihenfonds, der auf die Analyse und die Auswahl von Investments in festverzinsliche Wertpapiere mittelständischer Unternehmen spezialisiert ist, eine Millionen Euro in die Anleihe der Africa GreenTec Asset GmbH investiert. Die Analysten von KFM kommen im renommierten KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer zu folgendem Urteil:

„Die Africa GreenTec Asset GmbH bietet als nachhaltiges Investment, das durch die Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen u.a. zur Fluchtursachenbekämpfung und zum Klimaschutz beiträgt, und durch die ergänzende deutsche staatliche Förderung des im Zusammenhang mit der Aufstellung von Solartainern® erforderlichen Netzausbaus eine attraktive Renditechance. Aufgrund der Planzahlen bis 2026/2027 kann von einem stabilen langfristigen Geschäftsmodell ausgegangen werden. Die Anleihe wird in den kommenden Jahren sukzessive getilgt. In Verbindung mit der Rendite von 6,50 Prozent p.a. (auf Kursbasis von 100,00 Prozent am 2.Juli 2019) wird die 6,50Prozent-Africa GreenTec Asset GmbH-Anleihe als ‚durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)‘ (3,5 von 5 möglichen Sternen) eingeschätzt.“ Die Komplette Analyse können Sie hier nachlesen.

Mit dem Investment des Deutschen Mittelstandsanleihenfonds wird die Erfolgsgeschichte von Africa GreenTec weitergeschrieben. Es können vier weitere Dörfer mit einem Solartainer® ausgestattet werden. Das bedeutet Strom für 16.000 Menschen.

 

Kontakt: info@sdg-investments.com 

 

Titelbild: © Africa Green Tech AG

Foto Lars Hunsche: © SDG INVESTMENTS GmbH

Digitalizing Africa: The rise of FinTech Companies

Wie entwickelt sich das globale FinTech-Ökosystem? Vor welchen Herausforderungen und Chancen stehen vor allem afrikanische Länder? PWC und Casablanca Finance City haben in der Studie „Digitalizing Africa: The Rise of FinTech Companies“ diese und weitere Fragen genauer beleuchtet. Ziel der Studie ist es, das allgemeine Bewusstsein für die Entwicklungen der FinTechs weltweit, mit klarem Fokus auf Afrika, zu stärken.

Die Fintech-Branche ist dank drei wichtiger globaler Trends rapide gewachsen:

  1. ein sich schnell veränderndes technologisches Umfeld
  2. sich ändernde Kundenanforderungen
  3. und die strukturellen Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf die traditionellen Finanzunternehmen.

Das technologische Umfeld der Finanzbranche ist im Wandel

Fintech-Unternehmen haben traditionelle Modelle durchbrochen, indem sie innovative Technologien praxisbezogen anwenden. Beispiele hierfür sind Data Analytics, Artificial Intelligence und Blockchain. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass das globale BIP bis 2030 um 14 Prozent steigen wird – Grund dafür sei die vermehrte Verwendung intelligenter Systeme.

Kundenanforderungen und -verhalten stellen neue Herausforderungen

Vor allem im Zuge der Finanzkrise verloren einige Konsumenten das Vertrauen und zweifelten die Loyalität der Finanzunternehmen an. In dieser Zeit der Skepsis fielen FinTech-Unternehmen positiv auf. Heute gelten diese Unternehmen für viele End-Konsumenten als Alternative. Die Studie führt folgende „Pain Points“ an, die Kunden traditioneller Finanzunternehmen kritisieren: minderwertige Kundenbetreuung, keinen Ansprechpartner, hohe Kosten und eine langsame Anpassungsrate an Veränderungen und unpersönliche Lösungen. Fintech-Unternehmen finden in der Regel einen disruptiven Weg, um diese Probleme zu lösen, indem sie ein neues Modell entwickeln, um den Kunden anzusprechen.

Ein Zitat von Jamie Dlmon, JP Morgan Chase & Co. Chairman and Chief Executive Officer, verdeutlicht dies in der Studie: „Silicon Valley is coming. There are hundreds of startups with a lot of brains and money working on various alternatives to traditional banking. They are very good at reducing ‘the pain points’.“

Auf der Seite der individuellen Endkunden zeigt sich, dass eine wachsende Zahl von Menschen auf der ganzen Welt heute Zugang zu Medien hat, die es ihnen ermöglichen, neue digitale Dienste zu entdecken. Verbraucher kauften 2018 über ihre Mobiltelefone im Wert von 4 Milliarden Dollar ein. Die Autoren der Studie schätzen, dass dieser Wert in wenigen Jahren auf 34 Milliarden Dollar anwachsen wird.

Afrikanische FinTechs gewinnen an Dynamik

FinTech-Unternehmen auf dem afrikanischen Kontinent gewinnen an Bedeutung. Ihre Zahl ist bis Ende 2017 auf über 300 gestiegen. Sie sind einer der am aktivsten unterstützten Start-up-Sektoren des Kontinents.

Die Mehrheit der Fintech-Unternehmen in Afrika setzt auf innovative Lösungen für Geldtransfers und Zahlungen und richtet sich vor allem an die Bevölkerung ohne Bankverbindung. Geldtransfers und Zahlungslösungen von Mobilfunkbetreibern haben dazu beigetragen, viele Menschen aus Armut zu befreien und eine echte finanzielle Integration auf dem gesamten Kontinent zu schaffen.

Da immer mehr Menschen auf Mobilfunkabonnements angewiesen sind und das Internet in Afrika  nutzen, sinken die durchschnittlichen Verkaufspreise für Smartphones. Hier können FinTechs ansetzen und es vielen Menschen ermöglichen, Bankaktivitäten zu realisieren. In Südafrika nutzten in 2016 beispielsweise bereits 54 Prozent der Bevölkerung das Internet – 2005 waren es noch 7 Prozent.

Zusammenfassend zeigt die Studie aber auch, dass sich die meisten afrikanischen Fintech-Unternehmen weiterhin auf Retailbanking-Produkte (insbesondere Zahlungen und Transfer) konzentrieren und nur in geringerem Maße auf das Firmenkundengeschäft.

 

Die Studie finden Sie unter folgendem Link:

CFC Africa Insights: Digitalizing Africa. The Rise of FinTech-Companies

FinTech Finanzplatz Frankfurt

„Der Finanzplatz Frankfurt hat sehr gute Chancen, sich als europäische Hauptstadt für Finanztechnologien zu etablieren.“

Ein Europäisches Konsortium aus verschiedenen Universitäten und FinTechs arbeitet daran, den Wissensaustausch zwischen Banken, FinTechs, Regulatoren und der Finanzaufsicht zum Thema Risikomanagement von Finanztechnologien zu fördern. Seit 2019 ist das Finanztechnologieunternehmen Firamis GmbH ein Teil dieses Konsortiums. Im Interview diskutiert Dr. Jochen Papenbrock, CEO und Gründer von Firamis, die Rolle von Künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence – AI) beim Management von Risiken der Finanztechnologie sowie deren Bedeutung für den Finanzplatz Frankfurt.

Dr. Jochen Papenbrock, CEO und Gründer von Firamis GmbH

Welche Risiken ergeben sich aus der steigenden Bedeutung von FinTechs für den Finanzsektor?

Wir verstehen unter dem Begriff FinTech viel mehr als nur die FinTech-Startups, die Finanztechnologien wie Big Data Analytics, AI und Blockchain nutzen. Auch traditionelle Banken und Versicherer verwenden neue Finanztechnologien und können vor ähnlichen Herausforderungen stehen wie Startups, insbesondere was das Risikomanagement angeht. Außerdem nimmt die Kooperation zwischen den Banken und FinTech-Startups zu bzw. es entstehen immer mehr Outsourcing-Beziehungen durch die sich aufbrechenden Wertschöpfungsketten. Zugleich sind viele Banken an Startups beteiligt. Durch eine zunehmende Verflechtung der Systeme, Daten und Prozesse sind Banken genauso vom Risiko der Finanztechnologien betroffen. Wir beobachten derzeit einen Anstieg des Diskussionsbedarfs der Branche mit den Regulatoren und Aufsichtsbehörden.

Vor diesem Hintergrund kommt dem FinTech Risk Management sowie der Modell- und Data-Governance besondere Bedeutung zu. Traditionelle Banken haben sicherlich schon mehr Erfahrung mit der Regulatorik und aufsichtsrechtlichen Praxis gesammelt. Für viele FinTech-Startups ist dies Neuland.

Können Sie dies näher erläutern?

Ein besonderes Problem der neuen Finanztechnologien sind komplexe, intransparente und auch verzerrte Modelle und Daten. Mehrere Aufsichtsorgane haben sich bereits so positioniert, dass sie Black Box Modelle – also intransparente Machine Learning Ansätze wie mehrschichtige künstliche neuronale Netze (Deep Learning) – in produktionskritischen Prozessen ablehnen.

Mit diesen und weiteren Themen beschäftigen wir uns gerade im Rahmen eines größeren EU Projekts zum Thema Fintech Risk Management. Europaweit erfolgt hier über zwei Jahre der Wissensaustausch zwischen Banken, FinTechs und Regulatoren. Es werden Standards entwickelt, die den Einsatz von Finanztechnologien in sicheren Finanzprodukten gewährleisten und eine möglichst hindernisfreie Skalierung von FinTech-Geschäftsmodellen in Europa ermöglichen. Unser FinTech-AI-B2B-Startup Firamis ist Teil des Konsortiums und Mitglied des Executive Boards. Wir arbeiten daran, eine EU Research-Sandbox aufzubauen und Anforderungen an eine „Trustworthy AI“ zu etablieren. Auch hierzu fährt die EU eigene Programme und vernetzt Expertinnen und Experten.

Aus dem Einsatz von Finanztechnologie ergeben sich jedoch systemische Risiken. So könnte es zu der Konstellation kommen, dass mehrere FinTechs die gleiche Technologie nutzen und daher eine Art Gleichschaltung von Risiken erfolgt, denn in bestimmten Marktphasen reagieren die Systeme recht ähnlich. Durch den ansteigenden Vernetzungsgrad in der aufgebrochenen Wertschöpfungskette steigen zudem die Domino-Ansteckungseffekte von Risiken. Der aufsichtliche Fokus wird sich weiter von den Einzelfirmen hin zur Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette verlagern.

Welches regulatorische Framework ist erforderlich, um die Risiken im Griff zu behalten?

Aus unserer Sicht lassen sich durch eine Fokussierung auf Modellvalidierung, den gesamten Modellrisikomanagementprozess sowie Data- und Model-Governance die Risiken in den Griff bekommen. Black Box-Ansätze werden es bei intensiveren regulatorischen Prüfungen durch nationale und internationale Aufsichtsbehörden schwer haben. Auf der anderen Seite wird man im Wettbewerb nicht auf die neuen Finanztechnologien verzichten wollen. Welche Modifikation der Technologie ist also nötig, um die Anforderungen zu erfüllen?

Gibt es bereits Lösungen, wie man diese Ansätze für Aufsichtsbehörden und Regulatoren zugänglicher bzw. verständlicher machen kann?

Ein Ansatz läuft unter dem Stichwort XAI (Explainable AI beziehungsweise Interpretabale AI). Man nutzt moderne Ansätze, Technologien und Datenvisualisierungen, um die Modelle erklärbarer zu machen und sie wieder auf die Ebene des menschlichen Denkens zu heben. XAI ist im Übrigen auch eine der Kernkompetenzen unseres Startup sFiramis, und wir bauen die Ressourcen aus gegebenem Anlass weiter aus. Dabei kommt wiederum AI zum Einsatz, um etwa Black Box-Modelle automatisiert zu erklären. Dies ist übrigens auch für Endkunden wichtig, die wissen wollen, warum sie beispielsweise einen bestimmten Kredit-Score erhalten haben oder warum sie bei ihrem Robo Advisor einem bestimmten Risikoprofil zugeordnet werden und was sie tun können, um sich zu verbessern.

Spannend ist die Frage, wie regulatorische Kontrollen praktisch umgesetzt werden sollen. Es sind mehrere Modelle von der eigenständigen Kontrolle durch die BaFin bis hin zum Outsourcing an Dritte vorstellbar. Wir werden einen gewissen Grad der Standardisierungen beobachten und auch so etwas wie einen AI-TÜV für Finanzalgorithmen.

Was bedeutet die dynamische Entwicklung von AI / Machine Learning für die FinTech-Industrie am Finanzplatz Frankfurt?

Bei den aktuellen Entwicklungen im Bereich der Finanztechnologie wird deutlich, dass die Finanzplätze miteinander konkurrieren. Die Karten werden aufgrund der Disruption neu gemischt. Der Finanzplatz Frankfurt hat hierbei sehr gute Chancen, sich als europäische Hauptstadt der Finanztechnologien zu etablieren. (Zentral-)Banken, Technologiefirmen, FinTech-Ökosysteme, Aufseher und Regulatoren sind ja bereits vertreten. Gerade das Thema AI hat für den Finanzplatz möglicherweise noch mehr Potenzial als die Dauerthemen Brexit und Blockchain.

Es bleibt also noch viel zu tun. Bereits im Jahr 2017 haben wir mit anderen Partnern dazu den jährlichen Frankfurt Summit on AI, Big Data and Network Analysis in Financial Services Leben gerufen. Zudem haben wir mit anderen den Verein AI in Financial Services e.V. gegründet, bei dem jeder Mitglied werden kann, der das Thema weiter voranbringt.