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Privatanleger-Analyse zeigt: Frauen auf dem Vormarsch

Eine aktuelle Analyse der ING Deutschland zeigt, dass Frauen 2023 eine um 0,5 Prozentpunkte bessere Portfolio-Performance als Männer hatten und vor allem junge Frauen immer häufiger Wertpapierdepots eröffnen, wobei sie verstärkt auf ETFs setzen.

  • Frauen hatten 2023 eine um 0,5 Prozentpunkte bessere Portfolio Performance als Männer
  •  Seit 2019 wächst der Anteil an Frauen zwischen 25 und 34 Jahren mit Depot fast doppelt so stark als Männer in diesem Alter.
  • Durchschnittliches Kaufvolumen von Frauen 40 Prozent niedriger als das von Männern
  • ETF-Nachfrage hat seit Coronakrise enorm zugenommen – bei Männern und Frauen.

Frauen bevorzugen den ETF als Investmentprodukt und glänzen mit besserer Portfolioperformance – zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt eine Analyse der ING Deutschland. Für die Analyse wurden die Wertpapierdepots von etwa 2,5 Millionen Kundinnen und Kunden im Zeitraum von Januar 2019 bis Dezember 2023 anonymisiert ausgewertet. 

Frauen haben das bessere Händchen fürs Investieren

Schon 2019 ging aus einer Anlegeranalyse der ING Deutschland hervor, dass Frauen eine bessere Rendite im Investmentbereich erzielen. Dieses Bild hat sich im Jahr 2023 weiter verfestigt. Im direkten Vergleich haben Frauen mit einem durchschnittlichen Wert von 15,9 Prozent eine um 0,5 Prozentpunkte bessere Rendite als Männer mit 15,4 Prozent. 

Auffällig bei der Altersaufteilung ist allerdings, dass Frauen erst im höheren Alter eine bessere Performance aufzeigen. Im Alter von 45 bis 64 haben Sie im Schnitt um einen Prozentpunkt die Nase vorne. Diesen prozentualen Vorsprung haben männliche Depotinhaber hingegen in den jüngeren Jahrgängen von 18 bis 24 und 35 bis 44 Jahren. 

Immer mehr junge Frauen mit Depot 

Auch geben die Ergebnisse einen Eindruck darüber, wie sich das Investitionsinteresse junger Frauen entwickelt. Die Depotentwicklungen der vergangenen fünf Jahre zeigen einen positiven Trend bei der Anzahl von Frauen mit Depot zwischen 25 und 34 Jahren. In dieser Altersgruppe sind die weiblichen Kunden im Verhältnis fast doppelt so stark angestiegen (+5,4 Prozentpunkte) als die männlichen Kunden in diesem Alter (+2,8 Prozentpunkte).

Ungleiche Handelsvolumina

Trotz des steigenden weiblichen Interesses am Börsengeschäft teilzunehmen, gibt es einen wesentlichen Geschlechterunterschied in der Investitionshöhe. Das Handelsvolumen von Frauen und Männern weicht hierbei maßgeblich voneinander ab. Mit einem durchschnittlichen Kaufvolumen von ca. 16.000 Euro investieren Frauen im Schnitt 11.000 Euro weniger als Männer mit ca. 27.000 Euro.

Losgelöst davon ist im Fünfjahresvergleich als generelle Entwicklung festzuhalten, dass die Handelsaktivitäten beider Geschlechter mit Beginn der Coronapandemie 2019 deutlich zugenommen haben. Innerhalb eines Jahres stieg das durchschnittliche Kaufvolumen im Jahr 2020 um etwa 50 Prozent an und verzeichnete damit gleichzeitig seinen Höhepunkt. In den Folgejahren bis 2023 flachte dies aber allmählich wieder auf Vorkrisenniveau ab. 

ETF-Nachfrage in den vergangenen fünf Jahren stark gestiegen

Betrachtet man die prozentualen Anteile einzelner Produkte in den Depots, so ist ein klarer Trend in den favorisierten Produkten erkennbar:
Der ETF scheint sich seit 2019 zu einem immer beliebteren Produkt unter den Top 3 zu entwickeln. Der Anteil des ETF-Volumens am durchschnittlichen gesamten Depotvolumen hat sich zu 2023 fast verdoppelt. Mit einem Anteil von einem Drittel steht das Produkt damit noch immer hinter den Einzelwerten als Spitzenreiter der beliebtesten Investmentprodukte. Diesebleiben mit einem Anteil von 51% weiterhin in Führung. Allerdings ist dieser relative Aktienanteil im Trendverlauf mit minus 6 Prozentpunkten rückläufig. Zeitgleich ist der ETF das
einzige Produkt mit einer stark positiven Entwicklung über die letzten fünf Jahre hinweg. Somit könnte der ETF in den Folgejahren bei ähnlicher Entwicklung zu einem Konkurrenten für den 1 Platz der beliebtesten Investmentprodukte werden. 

Die stark gestiegene Beliebtheit des ETF ist auch an der durchschnittlichen Anzahl der Sparplanausführungen abzulesen. Etwa 70 Prozent der ausgeführten Sparpläne von Männern und Frauen entfielen im vergangenen Jahr auf ETF-Sparpläne. Vor fünf Jahren machten diese nur knapp ein Drittel der durchschnittlichen Ausführungen pro Kundin und Kunde aus. 

Vergleicht man die Top 3 Investmentprodukte im Altersunterschied, so wird deutlich, dass vor allem junge Menschen die Anlageform des ETF für sich entdeckt haben. Im Direktvergleich zwischen Jung und Alt ist dieser Unterschied noch eindeutiger. Während die älteren Anlegerinnen und Anleger verstärkt auf Aktien als auf ETFs setzen, so ist dieser Effekt bei jungen Depotinhaberinnen und Depotinhabern gegenläufig. Junge Menschen greifen allerdings auch häufig zu Aktien wohingegen ETFs durchaus seltener in den Depots der älteren Anlegerinnen und Anleger zu finden sind.

Quelle : ING Pressemitteilung vom 27.März 2024

Bildquelle: ING Deutschland

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