Börsenplatz – Der Podcast rund um die Finanzwelt: Folge #1 mit Hubertus Väth

In der ersten Podcast-Folge der Deutschen Börse spricht Sven Schumann, Senior Vice President Community Development bei der Deutschen Börse, mit Hubertus Väth, Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance, über die Rolle der Banken in der aktuellen Wirtschaftskrise, den Brexit und die Zukunft des Finanzplatzes Frankfurt.


Sven Schumann: Die durch das Coronavirus verursachte aktuelle Wirtschaftskrise unterscheidet sich von der Finanzkrise 2008 – einer Krise der Realwirtschaft. Welche Rolle spielen die Banken am Finanzplatz derzeit?

Hubertus Väth: Wir sind diesmal nicht Teil des Problems oder der Verursacher wie in der Finanzkrise, sondern sind diesmal Teil der Lösung. Man kommt nicht umhin zu sagen, dass die Schnelligkeit, die Entschlossenheit und die Klugheit der Reaktionen auf der Ebene des Bundesfinanzministeriums allen Lobes würdig sind. Man muss aber wissen, dass das beste Regierungsprogramm die Banken braucht: In erster Linie die KfW und über die KfW die anderen Banken, die diese Programme in die Realwirtschaft tragen.

Sven Schumann: Die Coronakrise hat das Thema Brexit völlig aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt, der ebenfalls erhebliche Auswirkungen auf den Finanzplatz haben wird. Als 2016 in Großbritannien die Entscheidung getroffen wurde, aus der Europäischen Union auszutreten, waren Sie am Tag eins einer derjenigen, die die Chancen für den Finanzplatz Frankfurt offen angesprochen hatten. Sie wirkten damals sehr vorbereitet oder war das eher Zufall?

Hubertus Väth: Bereits in Februar 2016 kam Oliver Schwebel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Frankfurt, auf mich zu und wir haben gemeinsam nach und nach andere Akteure am Finanzplatz von der Chance überzeugt, uns vorzubereiten. Die Basishypothese war: Selbst wenn das Referendum dazu führen wird, dass die Briten bleiben, ist die Zeit bis zu diesem Referendum eine Gute, um die Geschichte des Finanzplatzes Frankfurt zu erklären.

Sven Schumann: Wie definiert sich der Finanzplatz Frankfurt?

Hubertus Väth: Ein Finanzplatz ist eine Ansammlung von Kompetenzen, von Fähigkeiten. Dazu gehört an allererster Stelle eine Börse, also Infrastruktur. Dazu gehören Banken, insbesondere international agierende Banken, Berater, Wirtschaftsprüfer, IT-Unternehmen, aber auch Kommunikationsdienstleister wie unser eins. Es ist die Summe der Kompetenzen, die einen Finanzplatz ausmachen und die entweder einer lokalen, einer regionalen, einer nationalen, einer supranationalen oder gar einer globalen Kompetenz zugeordnet werden können. Frankfurt ist das kleinste globale Finanzzentrum. Kein anderes Finanzzentrum der Welt ist eine so kleine, übersichtliche Stadt wie Frankfurt. Das macht sie auch so liebenswert.

Den vollständigen Podcast finden Sie unter:

 

 

 

 

 

Viel Vergnügen beim Reinhören.