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Schirn Kunsthalle: LYONEL FEININGER RETROSPEKTIVE

Die Schirn widmet dem in seiner Vielseitigkeit wenig bekannten Gesamtwerk von Lyonel Feininger eine umfassende Retrospektive.

Der deutsch-amerikanische Künstler Lyonel Feininger (1871–1956) ist ein Klassiker der modernen Kunst. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmet dem bedeutenden Maler und Grafiker die erste große Retrospektive in Deutschland seit über 25 Jahren und zeichnet ein umfassendes und überraschendes Gesamtbild seines Schaffens. Bekannt ist Feininger für seine Gemälde von Bauwerken, kristalline Architekturen in beeindruckender Monumentalität und Harmonie der Farben. Jedoch übersieht die heutige Rezeption oft die Originalität und den künstlerischen Facettenreichtum seines Werkes, das zahlreiche Tendenzen der Moderne widerspiegelt. Mehrere scheinbar gegenläufige Interessen ziehen sich mit großer Kontinuität durch sein Œuvre und sind Teil seiner Handschrift. Die Schirn präsentiert selten gezeigte Hauptwerke wie Die Radfahrer (Radrennen) (1912), Selbstbildnis (1915), Zirchow VII (1918), Gelmeroda XIII (1936) oder Manhattan I (1940), aber auch weniger bekannte Arbeiten wie die erst vor einigen Jahren wiederentdeckten Fotografien des Künstlers. 

Lyonel Feininger, Die Radfahrer (Radrennen), 1912, Öl auf Leinwand, 80,3 x 100,3 cm, National Gallery of Art, Washington, DC, Sammlung von Mr. und Mrs. Paul Mellon, 1985.64.17, © VG Bild-Kunst, Bonn 2023

„Lyonel Feininger gehört zu den bekanntesten Vertretern der klassischen Moderne in Deutschland und dennoch ist die Vielseitigkeit seiner Kunst einem großen Publikum erstaunlich unbekannt. Die große Retrospektive in der Schirn bietet nun eine spektakuläre Neubetrachtung seines gesamten Werkes aus 60 Jahren künstlerischem Schaffen mit bedeutenden und selten gezeigten Leihgaben aus Sammlungen in Europa und den USA. In der einmaligen Zusammenschau wird die Vielseitigkeit seines Gesamtwerks deutlich, das einige Entdeckungen bereithält.“

Kontinuität und gegenläufige Tendenzen setzen sich in Feiningers Spätwerk fort. 1937 floh der Künstler mit seiner jüdischen Ehefrau Julia nach fast 50 Jahren aus dem nationalsozialistischen Deutschland ins US-amerikanische Exil. Seine Kunst wurde in der Ausstellung „Entartete Kunst“ SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, PRESSEINFORMATION „LYONEL FEININGER. RETROSPEKTIVE“, 26. OKTOBER 2023, SEITE 4 VON 4 öffentlich diffamiert und über 400 Werke wurden aus öffentlichen Sammlungen konfisziert. In New York gelang Feininger nach zwei Jahren die Rückkehr zur Malerei. Er griff mithilfe seiner „NaturNotizen“ auf frühere Motive in neuem Stil zurück und übertrug zentrale Kompositionen wie die Gebäudeschluchten aus Barfüsserkirche II (1926) oder aus den Fotografien aus Halle auf seine neue Umgebung, so etwa in der Serie der New-York-Bilder wie Manhattan I (1940).

Über die Ausstellung:

Ort: SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, Römerberg, 60311 Frankfurt am Main Dauer: 27. Oktober 2023 – 18. Februar 2024

Eintritt:  Wochenende 14 €, ermäßigt 12 €, wochentags 12 €, ermäßigt 10 €, freier Eintritt für Kinder unter 8 Jahren 

Öffnungszeiten: Di, Fr bis So 10-19 Uhr, Mi und Do 10-22 Uhr

Quelle: Auszüge aus der Pressemitteilung, Schirn Kunsthalle
Bilder: © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2023, Foto: Norbert Miguletz; Die Radfahrer (Radrennen), © VG Bild-Kunst, Bonn 2023

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