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Vom Status quo zum führenden Standort für Sustainable Finance

Die Bürgerbewegung Finanzwende, die Frankfurt School of Finance & Management, das Green and Sustainable Finance Cluster Germany und der WWF Deutschland formulieren drei Handlungsoptionen für eine strukturelle Verstetigung und Verstärkung nachhaltiger Finanzierung in Deutschland.

Frankfurt. Clemens van Lay via Unsplash.

Wie gelingt es, die Transformation zu einer klimaverträglichen Wirtschaft in Deutschland zu finanzieren? Wie lässt sich das von der Bundesregierung gesetzte Ziel erreichen, Deutschland zum führenden Standort für Sustainable Finance zu machen?

Mit diesen Fragestellungen beschäftigten sich Expertinnen und Experten der Bürgerbewegung Finanzwende, der Frankfurt School of Finance & Management, des Green and Sustainable Finance Cluster Germany und des WWF Deutschland. Sie erhoben den Bedarf und formulierten aus den Ergebnissen drei Handlungsoptionen für eine strukturelle Verstetigung und Verstärkung nachhaltiger Finanzierung in Deutschland. In ihrem jetzt veröffentlichten Abschlussbericht Ergebnisse der Bedarfserhebung zur Verstetigung eines nachhaltigen Finanzsystems in Deutschland kamen sie zu dem Fazit: Es bedarf einer Umsetzungs- und Vordenkplattform, die aktiv Lösungen entwickelt und eng mit allen Akteuren und der Bundesregierung zusammenarbeitet.

Die praktische Umsetzungsorientierung sowie das aktive Vorausdenken werden als besonders relevant für die Wettbewerbsfähigkeit angesehen. „Eine solche Plattform kann entscheidend dazu beitragen, den Finanzsektor für die Finanzierung der Transformation in Deutschland zu mobilisieren und Deutschland als führenden Sustainable-Finance-Standort zu etablieren“, erklärt Karsten Löffler, Geschäftsführer des Green and Sustainable Finance Cluster Germany und Head of Frankfurt School – UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance. Mit ihrer Empfehlung liefern die Autorinnen und Autoren des Abschlussberichts – Kristina Jeromin (GSFC Germany), Ingmar Jürgens (Frankfurt School und Climate & Company), Matthias Kopp (WWF Deutschland), Karsten Löffler (Frankfurt School und GSFC Germany), Thomas Mog (GSFC Germany) und Magdalena Senn (Finanzwende) – einen wichtigen Diskussionsbeitrag zur Gestaltung der im Abschlussbericht des Sustainable-Finance-Beirats empfohlenen Struktur.

Relevante Stakeholder einbinden, Lösungen schneller umsetzen

Eine Umsetzungs- und Vordenkplattform kann die umfangreichen Vorarbeiten des Sustainable-Finance-Beirats der Bundesregierung aufnehmen und die konkrete Umsetzung der Empfehlungen in die Praxis begleiten. Hiermit ist die Erwartung verbunden, dass unter Einbindung relevanter Stakeholder praktische Lösungen beschleunigt und Notwendigkeiten für einen verbesserten regulatorischen Rahmen vorausgedacht werden. Weiter stellt der Abschlussbericht fest, dass für Deutschland eine breitere Akteursstruktur erforderlich ist, die verstärkt Impulse erarbeitet und hierzu Handelnde und deren Ressourcen sach- und anlassbezogen zusammenbringen kann.

Über die Studie

Im Februar 2021 hatte der Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung festgestellt: „Eine erfolgreiche Wirtschaft braucht ein nachhaltiges und damit zukunftsfähiges Finanzsystem, das mit Unternehmen, Politik und Zivilgesellschaft die Transformation zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele und im Angesicht vielfältiger Umweltkrisen aktiv gestaltet.“ Mit der Bedarfserhebung wird dieser Impuls aufgenommen, wobei auch Strukuren in den EU-Nachbarländern betrachtet wurden. Für ihre Erhebung befragte das Autor:innenteam online insgesamt 130 Akteurinnen und Akteure aus der Finanz- und Realwirtschaft, von Aufsichtsbehörden und öffentlichen Institutionen, aus der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft. Vertiefende Gespräche mit Expertinnen und Experten und der Dialog mit einem Sounding Board rundeten das Bild ab.

Die vollständige Studie gibt es online hier.

Titelbild: Clemens Van Lay via Unsplash.

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