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Frankfurt in weihnachtlicher Stimmung

Die Vorfreude auf Weihnachten ist in diesen Tagen in Frankfurt allerorts zu spüren: Die Auslagen in den Geschäften sind voll mit Geschenken, die Schaufenster festlich dekoriert. Vom Mainufer bis zur Alten Oper erstrecken sich weit 200 Stände. Die meisten Menschen sind erleichtert, dass nach den Restriktionen der Vorjahre weitgehend Normalität zurückgekehrt ist.

Ein hellerleuchtetes Karussel auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt vor einem Fachwerkhaus in der Abenddämmerung

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt ist einer der ältesten und größten in Deutschland. Märkte in der Weihnachtszeit lassen sich der Stadt Frankfurt zufolge bereits ab 1393 urkundlich belegen. Dem damaligen „Christkindchesmarkt“ fehlte allerdings ein Weihnachtsbaum, heute das Wahrzeichen des Marktes. In diesem Jahr verbreitet eine 70 Jahre alte und 25 Meter hohe Fichte aus dem Spessart mit 4900 funkelnden Lichtern Weihnachtsstimmung auf dem Römerberg.

Im Zeichen der Energiekrise ist der Weihnachtsbaum kleiner als im Vorjahr und benötigt deshalb über 2000 Lichter weniger als im Vorjahr. Die Lichter werden zudem erst am späten Nachmittag eingeschaltet. Ebenso sind öffentliche Gebäude grundsätzlich nicht angestrahlt – die Alte Oper zum Beispiel nur, wenn eine Veranstaltung stattfindet. Die weihnachtliche Stimmung mindert dies nicht.

Stände vom Mainufer bis zur Alten Oper

Konzentrierten sich die Märkte früher auf den Verkauf von Waren, so sind sie heute stärker zu einem Besuchermagneten und Treffpunkt für Freunde, Bekannte, Arbeitskolleginnen und -kollegen geworden. So ist auch verständlich, dass sich die Fläche in den letzten Jahren ausgeweitet hat. Nahe der Hauptwache feiert die Gay-Community des Rhein-Main-Gebietes in einem gastronomischen Bereich eine „Rosa Weihnacht“. Auf dem Roßmarkt dreht sich eine 16 Meter hohe Weihnachtspyramide vor der urbanen Hochhauskulisse. Nahe der Alten Oper hat ein Club darüber hinaus einen Weihnachtsmarkt mit leuchtenden riesigen Hirschen und nächtlicher Discomusik eröffnet – dort, wo im Sommer noch ein Beach Club war.

Entsprechend hat sich das Angebot angepasst: Beth- und Quetschemännchen, Nussknacker, Glühwein, Reibekuchen und Bratwürste werden ergänzt durch Bembel und Gurken als Baumschmuck, Eintracht Frankfurt-Mandeln oder fernöstliche Düfte und Räucherkerzen. Zum kulinarischen Spektrum gehören natürlich vegetarische und vegane Speisen. Während sich auf dem Römerberg traditionell das grosse Karussell mit hölzernen Pferden und Kutschen dreht, lockt in der Nähe ein grosser Santa Claus die Kinder zur Fahrt mit einem Kabriolet oder Feuerwehrauto.

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt ist noch bis zum 22. Dezember täglich bis 21 Uhr geöffnet, bevor dann am 24. Dezember zwischen 17 und 17.30 Uhr traditionell die Feiertage zu Weihnachten mit dem Großen Stadtgeläute starten: Harmonisch aufeinander abgestimmt erklingen fünfzig Glocken von zehn Kirchen der Frankfurter Innenstadt.

Weihnachtsmärkte außerhalb von Frankfurt

Die zahlreichen Weihnachtsmärkte in den Städten und Gemeinden rund um Frankfurt bieten zudem einen Anlass für einen Ausflug am Wochenende – ob zum Weihnachtsmarkt nach Wiesbaden oder Rüdesheim im Rheingau, nach Bad Homburg oder Schmitten im Taunus, nach Michelstadt im Odenwald oder in die Barockstadt Fulda am Rand der Rhön. In Schlitz im Vogelsberg leuchtet an den Adventswochenenden die größte Weihnachtskerze der Welt, denn der 42 Meter hohe Bergfried ist mit riesigen roten Leinenbahnen verhüllt.

Text und Fotos: Dr. Wolfgang Gerhardt

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