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Digitale Zentralbank Währungen

Die Implementierung einer digital erzeugten Währung – der Central Bank Digital Currency (CBDC) – ist momentan in aller Munde. Gegenwärtig prüft die Europäische Zentralbank hier in Frankfurt, unter welchen Voraussetzungen der digitale Euro sicher eingeführt werden könnte.

Viele Europäer wünschen sich ihn – den E-Euro.

Eine Währung, zu der jedermann Zugang hat, die Stabilität verspricht, aber gleichzeitig in nahezu Echtzeit auf dem Konto des Zahlungsempfängers ist. Die Einführung einer solchen digitalen Zentralbankwährung würde das bereits bestehende Zentralbankgeld von Geschäftsbanken ergänzen und wäre an die entsprechende Landeswährung gebunden. Neben dem aber immer stärker werdenden Wunsch einer digitalen Banknote, ergibt sich das Konstrukt einer bargeldlosen Gesellschaft, die ebenso Zweckmäßigkeiten, als auch Widersprüche in sich vereint.

Dass die Pandemie, als eine Art Evolutionsbeschleuniger, nicht unweigerlich Mitschuld am temporeichen Prozess einer digitalen Währung hat, ist offensichtlich. Vergangene, aber dennoch nicht verworfene Bilder, wie die der Finanzkrise 2008, verstärken den Wunsch nach einem Ersatz für physisches Geld, um erneutes Anstehen und Bangen für Geldnoten nicht zum wiederholten Male tun zu müssen.

Derzeit arbeiten, allen voran, die größten Notenbanken daran, CBDCs zu entwerfen. China testet sie bereits. Die Staaten, Japan und Großbritannien forschen an ihr. Der Inselstaat Bahamas ging mit dem „Sand Dollar“ – als erstes Land der Welt – in die Geschichte der CBDC ein. Länder wie die Ostkaribische Zentralbank folgten mit dem „DCash“ wenige Wochen später. Dass wir hier in Europa aber noch lange nicht so weit sind, liegt vor allem daran, dass deren Zentralbanken und Staaten um ein Vielfaches kleiner sind als das Bündnis der Europäischen Union und dessen Verbreitungsgebiet.

Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, betonte immer wieder, wie immens wichtig die Sicherheit einer solchen digitalen Währung ist und sie zu bedeutungsvoll sei, als „es nur einer Zentralbank zu überlassen“. So sollten neben Währungshüter und Kunden gleichermaßen der Gesetzgeber mit einbezogen werden, denn die Einführung eines staible coin wirft nicht nur sperrige Fragen zum Datenschutz auf, sondern klopft gleichzeitig Strukturen des Finanzsektors differenziert ab. Neue technische Möglichkeiten der Gegenwart könnten also infolgedessen vieles vereinfachen, insbesondere die der Implementierung eines CBDC.

Der Ruf nach unphysischem Geld scheint also immer schallender – dennoch gehört zu werden.

Ob der digitale Euro aber im Endeffekt völlig anonym sein wird, hängt letztlich von der der Ausgestaltung ab. Es gilt also auch hier, Augenmaß zu zeigen und Vorreden stets mit einer gewissen Weitsicht zu betrachten – und dem Ganzen noch ein wenig mehr Zeit zu gewähren.

48. DVFA Event: Thema – Digitale Zentral Bank Währungen

Am 11 Juni findet zum 48. Mal die DFVA Veranstaltung, organisiert durch den Berufsverband, statt. Dr. Jürgen Schaaf, Berater des Direktoriums der Europäischen Zentralbank, wird zum Thema digitale Zentralbank-Währungen referieren und seine Insights geben.

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