Börsenplatz-Podcast: Folge #7 mit Gerhard Wiesheu

In der siebten Podcast-Folge der Deutschen Börse ist Gerhard Wiesheu zu Gast bei Sven Schumann, Senior Vice President Community Development bei der Deutschen Börse. Sie sprechen über den Eigensinn einer der ältesten deutschen Privatbanken, die Bedeutung von Traditionen und Werten sowie über die Ziele von Herrn Wiesheu als Präsident von Frankfurt Main Finance. Gerhard Wiesheu ist Partner und persönlich haftender Gesellschafter des Bankhauses Metzler und Präsident der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance.


Sven Schumann: Sie vertreten das Bankhaus Metzler seit einigen Jahren auch in der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance und haben vor wenigen Tagen den seit 2008 amtierenden Gründungspräsident Lutz Raettig beerbt. Was bedeutet der Finanzplatz Frankfurt für Sie persönlich?

Gerhard Wiesheu: Der Finanzplatz Frankfurt ist für mich wie ein Zuhause. Ich bin Anfang 1988 zum ersten Mal nach Frankfurt umgezogen und hatte hier gearbeitet, bevor ich nach Tokio gegangen bin. 1999 bin ich wieder zurückgekommen. Für mich ist der Finanzplatz auch Heimat. Es ist Wirkungsstätte. Das Bankhaus ist seit langem mit dem Finanzplatz verbunden, dadurch hatte ich einen leichten Zugang und viele Gelegenheiten, ein Netzwerk aufzubauen, was mir sehr viel Freude macht.

Sven Schumann: Was meinen Sie: Welche Bedeutung hat der Finanzplatz Frankfurt heute im internationalen Kontext, insbesondere nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU?

Gerhard Wiesheu: Wenn wir uns vergleichen mit London, New York, Shanghai oder Tokio, dann sind wir natürlich nicht so groß, das ist klar. Aber ich würde sagen, von den Finanzzentren die danach kommen, spielen wir eine wesentliche Rolle. Wir sind ein internationales Finanzzentrum. Wir haben die Protagonisten, die ein Finanzzentrum ausmachen. Wir haben die Teilnehmer, die wichtig sind, von Anwaltskanzleien bis hin zu Finanzinstitutionen. Ich denke, dass die Rolle Frankfurts gerade nach dem Brexit ganz entscheidend und wichtig wird. Und ich glaube auch, dass sich Frankfurt in eine Rolle entwickeln wird, die führend ist im Euroraum, in Kontinentaleuropa, in der EU.

Sven Schumann: Die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance wurde 2008 gegründet und seither von Lutz Raettig als Präsident geführt. Was treten Sie da für ein Erbe an?

Gerhard Wiesheu: Was Lutz Raettig da auf die Beine gestellt hat, das ist außerordentlich. Wer ihn kennt oder ihn beobachtet hat, der sieht, dass er nicht nur das Amt bekleidet hat und die Aufgaben nur ausgeführt hat. Nein, er war mit Herzblut dabei, mit großem Engagement und hat das ganz toll über die Jahre gemacht.
Zu dem Verein muss man sagen, dass er sehr gut aufgestellt ist, dass die Geschäftsstelle eine tolle Arbeit leistet. Was mir aufgefallen ist und wovon wir jetzt sehr profitieren, ist die Aufstellung, was die mediale Bespielung angeht. Man hat sehr früh erkannt, wie wichtig Twitter, LinkedIn und die Online-Präsenz sind. Die Finanzplatzinitiative ist sehr gut platziert, positioniert – national und international. Ich bin viel unterwegs im Ausland, ob USA oder Asien, ich kriege das immer zurückgespiegelt und habe das auch erlebt. Als neue Standorte gesucht wurden, raus aus London, wenn der Brexit kommt, habe ich immer wieder festgestellt, wie stark Frankfurt Main Finance eine Rolle gespielt hat.

Sven Schumann: Was haben Sie sich für die kommenden zwei Jahre als Präsident von Frankfurt Main Finance vorgenommen?

Gerhard Wiesheu: Ich habe mir auf die Fahne geschrieben einmal das ganz große Wort „Vertrauen“, das Thema Vertrauen muss man immer wieder neu gewinnen, man muss es legitimieren; das Thema nachhaltige Transformation der Gesellschaft und Wirtschaft; das Thema Digitalisierung vorantreiben; die Rolle Frankfurts als führender Finanzplatz in der EU und der Standort Frankfurt, der mir sehr am Herzen liegt.

Den vollständigen Podcast finden Sie hier als Direkt-Link oder unter:

 

 

 

 

 

Viel Vergnügen beim Reinhören.