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DVFA-Monatsfrage: Mehrheit erwartet anhaltend hohe US-Renditen – Zweifel an amerikanischer Dominanz nehmen weiter zu

Frankfurt am Main, 8. September 2026. Der amerikanische Staatsanleihenmarkt bereitet den Kapitalmarktakteuren zunehmend Sorgen. Im Mittelpunkt der aktuellen DVFA-Monatsfrage standen die Ursachen und Auswirkungen der derzeit steigenden Renditen.

Das Ergebnis: 50 % der DVFA Investment Professionals sehen die hohe Staatsverschuldung als wesentlichen Grund. Zugleich erwarten 79 %, dass die Interventionen des US-Finanzministeriums nicht ausreichen werden, den Trend zu stoppen. Bei der Frage nach einem schleichenden Bedeutungsverlust der USA im internationalen Rentenmarkt zeigt sich ein geteiltes Bild: 49 % rechnen damit, 42 % nicht.

Staatsverschuldung gilt als Haupttreiber der Renditen

Bei der Frage nach den entscheidenden Faktoren für die steigenden Renditen zehnjähriger Treasuries konnten die Befragten bis zu zwei Antworten geben. Die Hälfte der Nennungen entfiel auf die amerikanische Staatsverschuldung. Auf Platz zwei folgt die Inflation mit 25 %. Eine hohe Kapitalnachfrage, unter anderem durch Tech-Konzerne, sehen 16 % als wichtigen Treiber. Die Geldpolitik der US-Notenbank nennen 7 %, lediglich 4 % sehen die Entwicklung primär als Normalisierung.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die steigenden Renditen zunehmend als tieferliegendes Verschuldungs-Phänomen wahrgenommen werden“, sagt Ingo R. Mainert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DVFA.

Befragte rechnen überwiegend mit stabilen Leitzinsen

Bei der US-Geldpolitik gehen die Befragten überwiegend von einer stabilen Entwicklung aus. 48 % erwarten, dass die amerikanische Notenbank die Leitzinsen bis Jahresende unverändert lässt. Allerdings rechnen immerhin 41 % mit einer weiteren Zinserhöhung. Nur 3 % erwarten eine Zinssenkung, während 8 % keine Einschätzung abgeben.

Intervention des US-Finanzministeriums überzeugt die Marktteilnehmer nicht

Besonders deutlich fällt die Einschätzung zu den Interventionen des US-Finanzministeriums aus. Lediglich 3 % der Befragten halten die Maßnahmen für ausreichend, um den Renditeanstieg zu stoppen. 79 % widersprechen, weitere 18 % können die Wirkung nicht abschließend beurteilen.

Renditen von 4,5 bis 5,5 Prozent bis Ende 2027 erwartet

Auch mit Blick auf die mittlere Frist rechnen die Teilnehmer mit einem Verharren auf einem im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit hohen Renditeniveau. 48 % erwarten die Umlaufrendite zehnjähriger US-Staatsanleihen Ende 2027 zwischen 4,5 und 5 %. Weitere 36 % rechnen sogar mit 5 bis 5,5 %.

Quelle: DVFA e. V., (Erhebungszeitraum 26.08. – 02.09.26), Erwartungen/Prognosen lassen nicht auf zukünftige Renditen schließen.

Amerika-Fatigue am Bondmarkt?

Die langfristige Perspektive fällt weniger eindeutig aus, zeigt aber eine zunehmende Skepsis. Auf die Frage, ob sie in den kommenden zehn Jahren einen schleichenden Bedeutungsverlust der USA im Bondmarkt erwarten, antworteten 49 % mit „Ja“. 42 % sehen keinen Bedeutungsverlust, 9 % können dies nicht einschätzen.

Die Zahlen zeigen, dass die bisherige Dominanz des US-Anleihemarktes keineswegs als selbstverständlich angesehen und fortgeschrieben wird.

Ingo R. Mainert fasst zusammen: „Die Antworten der DVFA Investment Professionals auf die aktuelle Monatsfrage zeichnen das Bild eines US-Staatsanleihemarktes, dessen Belastungen zunehmend strukturell zu sein scheinen. Hohe Staatsverschuldung und Zweifel an der Wirksamkeit staatlicher Interventionen nähren die Skepsis. Gleichzeitig ist die Einschätzung zur langfristigen Rolle der USA geteilt. Von einer breiten Abkehr vom US-Bondmarkt kann daher noch keine Rede sein – eine zunehmende ‚Amerika-Fatigue‘ ist unter den Marktteilnehmern jedoch im Ansatz erkennbar.“

Quelle: DVFA-Monatsfrage

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