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FMF Ehrenpräsident Lutz Raettig wird 80

In Frankfurt trägt er den Beinamen „Mister Finanzplatz“. Lutz Raettig wird am Freitag 80 Jahre alt.

Er kann gut reden. Aber er kann mindestens genauso gut zuhören. Und genau das macht Lutz Raettig zu einem gesuchten Ansprechpartner im Frankfurter Bankenviertel. Kaum jemand, der so gut vernetzt ist – was nicht zuletzt damit zu tun hat, dass er über viele Jahre hinweg in seinen vielfältigen Funktionen in alle wichtigen Diskussionen in Frankfurt eingebunden gewesen ist. Was Wunder, dass ihm diese Präsenz und Umtriebigkeit (und zwar im besten Sinne des Wortes) den Titel „Mister Finanzplatz“ eingebracht hat. Raettig ist Aktivposten und Kraftwerk – umso erstaunlicher, dass er im persönlichen Kontakt stets gelassen wirkt, nie gehetzt.

In Berlin geboren, in Bremen zur Schule gegangen, studierte Raettig in Hamburg – und schloss die be­triebswirtschaftliche Promotion an. Es folgten viele Jahre in der Kreditwirtschaft – bei der WestLB, der Commerzbank. An verschiedenen Standorten in Deutschland, aber auch in Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Spätestens durch diese beruflichen Stationen wuchs in ihm die Herzensfreundschaft zur angelsächsischen Welt, die sich später in seinem Engagement in der American Chamber of Commerce oder im Kuratorium der Atlantikbrücke widerspiegelten.

1995 übernahm er den Posten des Vorstandsvorsitzenden der Morgan Stanley Bank AG in Frankfurt. Zehn Jahre später folgte der Wechsel in den Aufsichtsrat des Instituts. Zweimal musste er, weil seine CEO-Nachfolger patzten, dann doch noch mal operativ einspringen und den Vorstandsvorsitz interimistisch übernehmen – ein Beleg dafür, dass Raettig in kritischen Zeiten derjenige war, dem die Bank zutraute, verlorenes Vertrauen wieder zurückzuerobern.

Das wiederum hängt mit seinem Ansehen am Finanzplatz zusammen. Die Anerkennung verdiente sich Raettig unter anderem durch seine engagierte Tätigkeit im Börsenrat der Frankfurter Wertpapierbörse. Bemerkenswerte 15 Jahre lang stand der Banker dem Gremium vor. Nach seiner Amtszeit wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt – dieser Titel wurde erstmals verliehen.

Einsatz für den Finanzplatz

Nicht minder respektabel war Raettigs Einsatz für Frankfurt Main Finance. Zwölf Jahre lang führte er die Finanzplatzinitiative – wobei er sich insbesondere Verdienste erwarb, indem er das Profil Frankfurts als Heimat der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank, der EIOPA und der Bundesbank und damit als europäisches Zentrum der Finanzmarktregulierung schärfte. „Beim Ziel, das Regulatory Hub Europas zu werden, sind wir gut vorangekommen“, sagte er am Ende seiner Zeit an der Spitze von Frankfurt Main Finance im Gespräch mit der Börsen-Zeitung. Am Freitag, dem 27. Januar, wird Lutz Raettig 80 Jahre alt.

Text: Börsen-Zeitung, 27.01.2023 (Zweitveröffentlichungsrecht)
Bild: Frankfurt Main Finance

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