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Vereinbarungen zum International Sustainability Standards Board (ISSB) in Frankfurt unterzeichnet

Öffentliche Hand und Privatwirtschaft haben heute Vereinbarungen mit der IFRS Foundation unterzeichnet, die die Präsenz des International Sustainability Standards Boards (ISSB) in Frankfurt regeln.

Gruppenfoto der MoU-Unterzeichnung

Bei dem Festakt im Frankfurter Römer wurden die Absichtserklärungen von der IFRS Foundation sowie durch hochrangige Vertreter der Bundesrepublik Deutschland, des Landes Hessen und der Städte Frankfurt und Eschborn für die öffentliche Hand und des Deutschen Aktieninstituts, des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee, des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland, der Wirtschaftsförderung Frankfurt und der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance für die Privatwirtschaft unterschrieben.

Die Unterzeichnung fand in Verbindung mit der Sitzung des IFRS-Kuratoriums vom 1. bis 3. März in Frankfurt statt. In den Erklärungen werden Eckpfeiler zur Einrichtung des ISSB-Schlüsselstandorts in Frankfurt dargelegt. Wie auf der Klimakonferenz COP26 im November 2021 angekündigt, wird das ISSB weltweit an mehreren Standorten vertreten sein, wobei das Frankfurter Büro den Sitz des Vorstands und das Büro des ISSB-Vorsitzenden beherbergen wird. Die Finanzmetropole am Main wird damit als Drehscheibe für Europa, den Nahen Osten und Afrika (EMEA) fungieren und zentrale Funktionen für das ISSB insgesamt übernehmen, wie die Ausrichtung von Vorstandssitzungen.

Das Board wird unter dem Vorsitz von Emmanuel Faber grundlegende Standards für die globale Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen erarbeiten. Die IFRS Foundation hat bereits angekündigt, die Region Amerika aus Montreal heraus zu betreuen. Die Vorbereitungen für die Präsenz des ISSB in Asien und Ozeanien werden ebenfalls vorangetrieben.

Erkki Liikanen, Vorsitzender des Kuratoriums der IFRS Foundation: „Die Formalisierung unserer Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Institutionen in Deutschland wird es uns ermöglichen, das Frankfurter Büro des ISSB einzurichten, das – zusammen mit Montreal –wichtige Funktionen beherbergen und das Engagement und die Zusammenarbeit mit regionalen Interessengruppen erleichtern wird.“

Emmanuel Faber, Vorsitzender des ISSB: „Die Einrichtung einer ständigen Präsenz in Frankfurt und demnächst auch in Montreal, sind wichtige Schritte auf dem Weg zum Aufbau unseres globalen Modells mit mehreren Standorten. Diese Büros werden eine Schlüsselrolle spielen, wenn das ISSB sein ehrgeiziges Arbeitsprogramm in Angriff nimmt. Wir haben viel zu tun.“

Dr. Florian Toncar, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen: „Mit der Ansiedlung eines wichtigen Standorts des neuen International Sustainability Standards Boards in Frankfurt entsteht eine globale Drehscheibe für nachhaltige Finanzexpertise im Herzen Europas. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag dazu, weltweit gleiche Wettbewerbsbedingungen im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung sicherzustellen. Wir brauchen diese standardisierte Berichterstattung, damit die Finanzmärkte Kapital in Projekte lenken, die unsere nachhaltige Transformation vorantreiben. Unser Anspruch ist es, die Finanzierung des Kampfes gegen den Klimawandel langfristig effektiver zu machen. Dafür setzen wir uns auch im G7-Kreis ein.“ 

Benjamin Strasser, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz: „Standards für die Unternehmensberichterstattung müssen weltweit funktionieren. Das ist gerade für die global ausgerichtete deutsche Wirtschaft entscheidend. Mit der Ansiedlung zentraler Funktionen des ISSB in Deutschland wird eine hervorragende Möglichkeit zum Austausch bei der Entwicklung der Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung geschaffen.“

Im Namen der Hessischen Landesregierung hießen Wirtschaftsminister Tarek-Al-Wazir und Finanzminister Michael Boddenberg das ISSB mit seinem Vorsitzenden Emmanuel Faber und der stellvertretenden Vorsitzenden Sue Lloyd herzlich willkommen. „Am Finanzplatz Frankfurt findet das ISSB ein ideales Ökosystem für die Entwicklung von globalen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen vor. Für das ISSB ist Frankfurt das Tor zur größten Volkswirtschaft der EU – einer Volkswirtschaft auf einem glaubwürdigen Transformationspfad mit international führenden Unternehmen aller Größen und Strukturen. Diese enorme wirtschaftliche Vielfalt im Herzen Europas bietet eine einzigartige Basis für das ISSB mit seinem globalen Auftrag. Für die Landesregierung ist der Schlüsselstandort des ISSB in Frankfurt der nächste Baustein in unseren kraftvollen Anstrengungen, Frankfurt zu einem der weltweit führenden Zentren für nachhaltige Finanzen zu machen“, betonten beide Minister.

Adnan Shaikh, Bürgermeister von Eschborn: „Die Stadt Eschborn hat sich verpflichtet, bis zum Jahr 2035 Klimaneutralität zu erreichen. Als Bürgermeister der Stadt Eschborn, einem starken Wirtschaftsstandort in einer prosperierenden Region im Herzen eines europäischen Finanzzentrums, heiße ich das ISSB in Frankfurt herzlich willkommen. Unsere Unterstützung für das Setzen globaler Standards im Bereich der Nachhaltigkeit entspricht unserer Vision einer wirtschaftlich starken und gleichzeitig nachhaltigen Region. Das Engagement des ISSB in Frankfurt-Rhein-Main macht uns stolz und zeigt, dass unsere Region auf dem besten Weg ist, dieses Ziel als nachhaltiger Spitzenstandort zu erreichen.“

Dr. Hans-Ulrich Engel, Präsident des Deutschen Aktieninstituts e.V.: „Den Sitz eines so renommierten Gremiums wie des ISSB in Frankfurt zu haben, ist eine große Ehre für Frankfurt, Deutschland und Europa insgesamt. Ich wünsche dem ISSB einen guten Start in Frankfurt, und als deutsche Unternehmen freuen wir uns darauf, die wichtige Arbeit des ISSB an den Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu unterstützen.“

Prof. Dr. Klaus-Peter Naumann, Geschäftsführender Vorstand des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland: „Wir sind überzeugt, dass das ISSB einen entscheidenden Beitrag zu einer global vergleichbaren Nachhaltigkeitsberichterstattung leisten wird. Aussagekräftige Berichtsstandards verbunden mit einer belastbaren Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer schaffen das notwendige Vertrauen, ohne dass die notwendigen Investitionen zur Transformation der Wirtschaft nicht mobilisiert werden können. Die aktuelle Krise mag zunächst abweichende Schwerpunkte verlangen, aber langfristig müssen wir dieses Ziel immer im Auge behalten.“

Georg Lanfermann, Präsident des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee: „Deutschland ist seit mehr als zwei Jahrzehnten überzeugter Verfechter der Idee internationaler Berichterstattungsstandards. Das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC) ist hierbei die deutsche Stimme und ist stolz, dass die IFRS Foundation das International Sustainability Standards Board (ISSB) in Frankfurt angesiedelt hat. Dies ist insbesondere Anerkennung für unsere erfolgreiche Mitwirkung zur Vertretung deutscher Interessen. Das DRSC ist derzeit aktivster Beiträger zur Arbeit der Gremien der IFRS Foundation in Europa und will dies auch im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung sein.“

Gerhard Wiesheu, Präsident von Frankfurt Main Finance: „Frankfurt wird alles tun, um das ISSB zu einem weltweiten Erfolg zu machen. Wie unsere Bewerbung gezeigt hat, kann Nachhaltigkeit nur als Gemeinschaftsprojekt von Finanzsektor und Realwirtschaft gelingen. Das Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft, Unternehmen und Verbänden, Forschung & Wissenschaft und internationalen Organisationen, das das ISSB nach Frankfurt gebracht hat, ist auch die Blaupause für die nachhaltige Transformation unserer Wirtschaft. Mit dem ISSB als Nukleus bauen wir ein zukünftiges Nachhaltigkeits-Ökosystem auf, das den Weg für die nächste Generation weisen wird.“

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