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GFCI 29: Frankfurt ist wichtigster Finanzplatz Kontinentaleuropas

Frankfurt hat vom Brexit überproportional profitiert und gewinnt die Krone als wichtigster Finanzplatz Kontinentaleuropas. Das geht aus dem heute veröffentlichten aktuellen Global Financial Centres Index hervor, der halbjährlich vom internationalen Beratungshaus Z/Yen Group erhoben wird.

Das deutsche Finanzzentrum am Main, das Sitz der Europäischen Zentralbank, der Bundesbank, hunderter in- und ausländischer Banken und einer der größten Börsen der Welt ist, ließ in dem viel beachteten Ranking die stärksten Wettbewerber auf dem Kontinent – Luxemburg, Paris und Zürich – hinter sich und schaffte es auf Platz 9. Das ist die höchste Platzierung in der Europäischen Währungsunion und zugleich der beste Platz eines kontinentaleuropäischen Finanzzentrums in dem Ranking.

Gerhard Wiesheu, Präsident der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance: „Ich freue mich sehr über dieses gute Ergebnis, das das Resultat einer langjährigen Arbeit vieler Akteure hier am Finanzplatz ist. Ich muss aber auch selbst Wasser in den Wein gießen: Zum einen ist der Index lediglich eine Annäherung und keineswegs eine präzise Messung, zum anderen ist nach dem Brexit aktuell noch sehr viel im Fluss. Dieser Zustand ist labil und wir dürfen keineswegs die Hände in den Schoß legen. Verfrühte Selbstzufriedenheit ist immer ein schlechter Ratgeber.“

Frankfurt hat vom Brexit stark profitiert und unter den kontinentaleuropäischen Finanzplätzen besonders viele Banken angezogen – insgesamt wurden nach Angaben der Finanzaufsicht fast 60 Lizenzen für Banken, Finanzdienstleister und Versicherungen vergeben, die sich neu oder mit ihrem neuen Hauptsitz in der Euro-Zone in der hessischen Metropole angesiedelt haben oder dies derzeit tun. Dadurch stieg und steigt die Zahl der Arbeitsplätze in der Finanzbranche, die in der Stadt lokalisiert sind, deutlich: seit dem Brexit-Votum um 3.600. Das geht aus einer Sonderauswertung der Sozialversicherungsstatistik durch die Wirtschaftsförderung der Stadt Frankfurt hervor. Perspektivisch werden noch weitere Stellenverlagerungen erwartet.

Besonders stark hat Frankfurt zuletzt von der Verschiebung von Vermögenswerten nach dem Brexit profitiert. Aktuell sind es nach Angaben der Bundesbank 675 Milliarden Euro, bis Ende 2022 rechnet Frankfurt Main Finance mit rund 1000 Milliarden Euro.

Der Global Financial Centres Index wurde zum 29. Mal erhoben. Insgesamt wurden 126 Finanzzentren in aller Welt untersucht. Bedeutendster globaler Finanzplatz bleibt New York. London, das wegen des harten Brexits Federn lassen musste, kam auf Platz 2.

Bewertet werden unter anderem die Wettbewerbsfähigkeit der Infrastruktur, die Rechtssicherheit, die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften und die Lebensqualität der Stadt.

Unter die Top 50 der globalen Finanzzentren schafften es noch weitere deutsche Finanzplätze:
Allen voran Stuttgart (30), gefolgt von Hamburg (43), Berlin (45) und München (49).

Mehr Informationen: Global Financial Centres Index.

Bild: ds_30/Pixabay

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