Webinare KW 22 (25. – 31. Mai 2020)

Refinitiv: Sustainability Bond Overview – Green Bonds and Social Bonds in 2020

It is in the midst of market volatility when we really prove our long-term belief in sustainable assets. The COVID-19 pandemic has changed the way we approach the sustainability bond market – creating new opportunities and turning it into a crisis mitigation tool. Tune into our webinar to learn about the key recent market developments and form a smarter strategy.

Date: 26 Mai 2020
Time: 5 PM (CEST)
Language: English
Speakers: Leon Saunders Calvert, Paul O’Connor, Ulf G. Erlandsson
Registration: https://refini.tv/2LJmEuF


Refinitiv: Navigating COVID-19’s impact on Earnings through Alt Data

Refinitiv and Battlefin are hosting a two-part webinar series on the impact of Covid-19 on Earnings Season and Investment Strategies. Looking ahead to Q2 earnings as well as the impact this unprecedented situation will have, this first webinar will focus on the points below.

  • Alt Data vs. News – How swiftly does the impact of Alt Data take to appear in the Media?
  • Deriving signals and trends by co-mingling Alternative & Fundamental Data. What might the Analysts have missed?
  • Upcoming earnings – who are the clear winners and losers of the pandemic?
  • LinkUp Jobs Postings Data: What is the effect of job postings data on analyst revisions?

Date: 26 Mai 2020
Time: 3 PM (CEST)
Language: English
Speakers: Adam Baron, Austin Burkett, Jharonne Martiss, Ishpreet Pandher
Registration: https://refini.tv/2zJCbrZ


Refinitiv: Compliance and Sustainability – Value creating third-party risk programmes

Following a survey of 1,800 global third-party risk professionals, Refinitiv is hosting a webinar series to review the findings – focusing on the relationship between compliance and sustainability, and the impact on third-party risk programmes.

  • What are the expectations of investors in terms of the supply chain and third party risk networks?
  • How can we efficiently incorporate ESG concerns into third-party risk programmes?
  • How can we introduce automation in workflows and research given the growing complexity of supply chain networks?

Date: 26 Mai 2020
Time: 3 PM (CEST)
Language: Englisch
Speakers: Sasja Beslik, Dave Rusher, María Sánchez-Marín, Charles Minutella
Registration: https://refini.tv/2TebD8W


Refinitiv: Moving beyond turbulence – The Role of Analytics & Media Sentiment During Volatility

How can news and information impact emotions, change investor behavior, and influence market prices? Join our upcoming webinar as we explore the role of analytics and media sentiment during unprecedented volatility. And how wealth management firms and advisors are incorporating these insights into their workflows.

Date: 28 Mai 2020
Time: 5 PM(CEST)
Language: English
Speakers: Christopher Sparke, Richard Peterson, Sarlota Hohwald
Registration: https://refini.tv/2WH8bpG



Upcoming Webinar

Norton Rose Fulbright: Managing the transition – EU Green Deal

The imperative to transition to a low carbon economy whilst promoting growth and economic recovery has never been stronger. The EU Green Deal will play a vital role in delivering these objectives in Europe. In this context, and during this high level webinar, we will consider key components of the EU Green Deal, the mechanisms proposed to finance the transition and how the deal will support innovation.

Date: 3. Juni 2020
Time: 16 Uhr (CEST)
Language: English
Speakers: Anne Lapierre, Matthijs van Leeuwen
Registration: https://www.nortonrosefulbright.com/en-gb/knowledge/webinars/8f371143/eu-green-deal

 

Refinitiv Webinar

Einkauf im Corona-Crash: Krisenmanagement und Betrugsprävention aus chinesischer und deutscher Sicht

Refinitv Webinar Beschreibung: „In diesem deutschsprachigen Webinar werden wir gemeinsam mit Thomas Sonnenberg (CMS, Köln) und  Philipp Senff (CMS, Shanghai) Auswirkungen von Covid-19 auf  das Lieferkettenmanagement und Handlungsempfehlungen beleuchten.

Folgende Themen werden im Schwerpunkt diskutiert:

  • Betrugs- und Korruptionsrisiken in den Lieferketten anhand aktueller Fälle
  • Haftungsrisiken aus deutscher Sicht bei Non-Compliance in China
  • Betrugsrisiken im Einkauf und Business Partner Checks mit Fokus auf China“

Webinar

Datum:  19. Mai 2020

Uhrzeit: 11:00 – 11:40 Uhr

Weitere Informationen und ein Anmeldeformular finden Sie auf der Refinitv Homepage (https://refini.tv/2yfz6iU).


 

Jahresbericht 2019 der BaFin

Der Jahresbericht 2019 der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist erschienen und kann auf der BaFin-Homepage heruntergeladen werden.

Cover des Jahresberichts 2019 der BaFin

Jahresbericht 2019 der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)

Webinare der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer

Die Deutsch-Britische Industrie- und Handelskammer lädt zu einer Webinar-Reihe sowie zu Online-Diskussionen ein.

 

Am Freitag, den 15. Mai 2020, um 8.00am UK time starten sie mit dem Webinar zum Thema „UK – Die Corona-Krise und die Auswirkungen auf den Brexit„. Weiterlesen

Lockerungen der Corona Maßnahmen in Hessen: Kinder auf dem Spielplatz

Landesregierung beschließt Öffnung von Friseuren, Spielplätzen und Kultureinrichtungen

Ab heute können in Hessen unter anderem Friseure, Museen und Tierparks unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln öffnen. Auch Spielplätze dürfen wieder genutzt werden.

Auf der Homepage der Hessischen Landesregierung finden Sie die aktuelle Pressemeldung zu den Lockerungen der Corona-Maßnahmen.

CFS-Index bricht ein wie nie zuvor

Der CFS-Index, der vierteljährlich die Verfassung der deutschen Finanzbranche abbildet, bricht um 15,4 Punkte ein auf 98,8 Punkte. Dies ist der stärkste jemals gemessene Rückgang seit Beginn der Index-Erhebungen im Jahr 2007. Erstmals seit 2009 wird damit wieder ein negatives Niveau unter dem neutralen Stand von 100 Punkten erreicht. Insbesondere die Erwartungen der Finanzbranche haben sich für das laufende Quartal verdüstert. Es wird mit enormen Umsatz-, Ertrags- und Investitionseinbrüchen gerechnet, wobei besonders die Dienstleister einen extremen Rückgang bei den Umsätzen und Erträgen und nun auch einen Stellenabbau erwarten. Der seit längerem anhaltende Stellenabbau der Finanzinstitute bleibt hingegen nahezu konstant, für das laufende Quartal wird kein so starker Einbruch erwartet wie bei den anderen Indexwerten.

„Eine derart starke Verdüsterung der Erwartungen in der Finanzindustrie hinsichtlich aller gemessenen Leistungszahlen – Umsatz, Ertrag, Mitarbeiter, Investitionen — hat es seit Beginn der Erhebung im Jahre 2007 nicht gegeben, auch nicht während der Finanzkrise 2008. Es scheint daher wichtig, dass bei allen Corona-induzierten Rettungs- und Wiederaufbaumaßnahmen die Auswirkungen auf die Finanzstabilität höchste Aufmerksamkeit erfährt – zumal wir nun ein Aufsichtsregime geschaffen haben, das einen pauschalen Bailout erschwert“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Bedingt durch die Corona-Krise, wird auch die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland verstärkt rückläufig eingeschätzt. Der entsprechende Wert sinkt um 5,8 Punkte auf 111,2 Punkte und befindet sich nun auf einem so niedrigen Niveau wie zuletzt im Jahr 2012. Dieser Rückgang liegt verstärkt in der Einschätzung der Dienstleister begründet. Der entsprechende Index-Wert dieser Gruppe befindet sich mit 113,7 Punkten 7,8 Punkte unter dem Stand des Vorquartals. Die Beurteilung der Finanzinstitute sinkt um 3,6 Punkte auf 108,8 Punkte.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., erläutert: „Der Einbruch bei der Bewertung der zukünftigen internationalen Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland ist der Unsicherheit und dem noch nicht klar absehbaren Verlauf der globalen Corona-Pandemie geschuldet. Tatsächlich gilt Deutschland als Vorreiter im Umgang mit der aktuellen Krise. Die Bundes- und Landesregierung kann auf eine leistungsfähige Finanzwirtschaft zurückgreifen und den milliardenschweren ´Corona-Schutzschild für Deutschland´ binnen kürzester Zeit auf den Weg bringen, ohne dabei negative Reaktionen an den Kapitalmärkten auszulösen.“

Finanzbranche erwartet enorme Umsatz-, Ertrags- und Investitionseinbrüche für das laufende Quartal

Die befragten Finanzinstitute und Dienstleister melden einen deutlichen Rückgang ihrer Umsätze bzw. ihres Geschäftsvolumens im ersten Quartal 2020. Der entsprechende Indexwert verringert sich im Vergleich zum Vorquartal bei den Finanzinstituten um 8,2 auf 112,4 Punkte bzw. um 13,8 auf 108,6 Punkte bei den Dienstleistern. Beide Branchen liegen mit dieser Meldung für das erste Quartal aber immer noch nur 2,6 Punkte unter dem Vorjahresniveau. Jedoch erwartet die Finanzbranche für das laufende Quartal den stärksten Umsatzeinbruch seit Beginn der Befragungen im Jahr 2007 und einen Indexwert von weit unter 100 Punkten.

Die Erträge beider Gruppen entwickeln sich im ersten Quartal 2020 analog zu den Umsätzen. Der entsprechende Sub-Index erreicht bei den Finanzinstituten mit einem Rückgang um 8,0 Punkte einen Wert von 103,3 Punkten und befindet sich immerhin noch 2,3 Punkte über dem Stand des Vorjahres. Die Dienstleister verzeichnen einen extremen Rückgang des Ertragswachstums. Der Sub-Index sinkt um 16,4 Punkte auf 106,4 Punkte, was aber für das erste Quartal immer noch annähernd dem Stand des Vorjahres entspricht. Jedoch wird auch für die Erträge für das laufende Quartal ein außergewöhnlich starker Einbruch bis weit unter 100 Punkte erwartet.

Wachstum des Investitionsvolumens nun unter dem Vorjahresniveau

Auch das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Finanzbranche ist im ersten Quartal 2020 gesunken, jedoch nicht in dem Ausmaß wie die Umsatz- und Ertragswerte. Der entsprechende Sub-Index verringert bei den Finanzinstituten um 6,9 auf 101,8 Punkte und bei den Dienstleistern um 4,5 auf 108,1 Punkte. Die Finanzinstitute liegen nun 10,2 Punkte und die Dienstleister 6,7 Punkte unter deren Vorjahresniveau. Für das laufende Quartal rechnet die Finanzbranche mit einem kräftigen Investitionsrückgang auf ein Niveau von deutlich unter 100 Punkten. Der Rückgang der Investitionen fällt jedoch bei den Dienstleistern weniger stark aus, als die extremen erwarteten Umsatz- und Ertragsrückgänge dieser Branche.

Finanzinstitute: Stellenabbau im ersten Quartal nahezu konstant – für das laufende Quartal kein so starker Einbruch erwartet wie bei den anderen Indexwerten / Dienstleister: Erstmals seit 2009 wird wieder ein Stellenabbau erwartet

Der seit längerem anhaltende Stellenabbau der Finanzinstitute fällt im ersten Quartal 2020 geringer aus als im Vorquartal. Der Mitarbeiter-Sub-Index steigt entsprechend um 0,7 Punkte auf 95,2 Punkte und liegt somit nur 1 Punkt unter dem Vorjahresstand. Die Dienstleister stellten im ersten Quartal 2020 zwar weniger Mitarbeiter ein als in den Vorquartalen, liegen aber kaum unverändert im positiven Bereich. Der entsprechende Sub-Index verweilt mit -0,6 Punkten bei 105,5 Punkten. Für das laufende Quartal rechnen die Finanzinstitute zwar mit einem steigenden Rückgang der Mitarbeiterzahlen, jedoch weniger drastisch als die erwarteten Rückgänge der anderen Indexwerte. Hingegen erwarten die Dienstleister erstmals seit dem Jahr 2009 wieder einen Stellenabbau.

 

 

Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

 

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und
-bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

CFS-Umfrage zu den „Auswirkungen der Corona-Krise“

Deutsche Finanzbranche rechnet mit schwerwiegenderen Folgen für die Wirtschaft als in der Finanzkrise 2008 – Eigenkapitalmaßnahmen überwiegend begrüßt

Eine Umfrage des CFS unter Führungskräften in der Finanzbranche zeigt, dass ca.  78% der Befragten damit rechnen, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise deutlich schwerwiegender sein werden als in der Finanzkrise 2008.

Die von der Bundesregierung beschlossenen Rettungsmaßnahmen im Umfang von derzeit ca. 750 Milliarden € bestehen bislang überwiegend aus Sonderkrediten und Kreditgarantien.

Mehr als 60% der Umfrageteilnehmer halten die die Maßnahmen der Bundesregierung für angemessen, weitere 24% der Befragten wünschen sich noch höhere Förderbeträge und lediglich 12% halten das gegenwärtige Hilfspaket für überzogen. Gefragt, in welcher Form diese Hilfen erbracht werden sollen, würden es knapp 80% der Teilnehmer begrüßen, wenn zusätzlich zu den Kreditprogrammen mehr Eigenkapitalinstrumente genutzt würden, um die Verschuldung der Unternehmen nicht weiter ansteigen zu lassen. Nur 13% der Befragten lehnen Eigenkapitalmaßnahmen ab.

„Die Akzeptanz von Hilfen in Form von Eigenkapital würde wohl seitens der Finanzindustrie starke Unterstützung finden – hier könnte ein Schlüssel zur Sicherung und Rückgewinnung der Finanzstabilität in Europa liegen“, erläutert Professor Dr. Jan P. Krahnen, wissenschaftlicher Direktor des Center for Financial Studies.

Umstritten ist unter den Befragten, ob die Hilfsgelder europaweit koordiniert, d.h. nach einheitlichen Standards vergeben werden sollten. Dies befürworten immerhin 54% der Befragten aus dem Finanzsektor, 41% lehnen dies ab.

Die Hilfsprogramme in Europa sind sehr unterschiedlich dimensioniert – groß In Deutschland, klein in Italien. Stellen diese Unterschiede mittelfristig eine Gefährdung der Europäischen Währungsunion/Eurozone dar? Die Hauptgefahr für die Eurozone sehen die Befragten deutlich in der ungleichen Dimensionierung der Hilfsprogramme im Norden und im Süden Europas – 85% sehen hier Gefahren aufziehen.

„Da die ungleiche Dimensionierung viel stärker als Problem benannt wird, als die mangelnde internationale Koordinierung der Programme, liegt hier vielleicht eine wichtige Erkenntnis für die Politik: Es liegt im Eigeninteresse auch der Nordländer, der Asymmetrie in den Rettungsprogrammen auf europäischer Ebene entgegenzuwirken – egal ob koordiniert oder nicht“, erläutert Professor Dr. Jan P. Krahnen.

Der Finanzsektor sieht aufgrund der umfangreichen Hilfsprogramme auf Ebene der EU und den einzelnen Mitgliedstaaten ganz überwiegend (ca. 85%) das Risiko einer Gefährdung für die Stabilität der Europäischen Währungsunion. Die Einführung von Gemeinschaftsanleihen in Form von Corona Bonds lehnen ca. 48% der Teilnehmer ab, ca. 23% können sich diese jedoch vorstellen, ein auffallend hoher Anteil von ca. 30% hat dazu keine dezidierte Meinung.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die aktuelle Krise fordert und fördert die globale Koordination in den Bereichen Medizin, Wissenschaft und Wirtschaft. Zwar begünstigte die weltweite Vernetzung die schnelle Verbreitung der Corona-Pandemie, sie ist aber auch Teil der Lösung, weil man durch Zusammenarbeit schneller sein kann. Dem wird noch zu wenig Rechnung getragen.“

 

 

Die Ergebnisse basieren auf einer vierteljährlich vom Center for Financial Studies durchgeführten Managementbefragung unter Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland.

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und -bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten und Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

Welt-Dachverband der Finanzzentren veröffentlicht Bericht zum Thema “The role of financial centers in driving economic growth“

Im Jahr 2018 haben sich Vertreter führender internationaler Finanzzentren aus der ganzen Welt versammelt, um eine neue strategische Initiative anzukündigen: den Weltverband der internationalen Finanzzentren (WAIFC). Die WAIFC ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Belgien. Sie repräsentiert führende internationale Finanzzentren und erleichtert ihre Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch.

Im Kontext der gegenwärtigen Unsicherheiten mit den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie und den Anzeichen eines weltweit verlangsamten Wachstums, müssen die Finanzzentren eine noch wesentlichere Rolle spielen, um eine notwendige Erholung und die Ausrichtung der Volkswirtschaften auf eine nachhaltige Entwicklung unter Berücksichtigung sozialer Bedürfnisse zu begleiten.

Die WAIFC hat zusammen mit ihrem Mitglied Casablanca Finance City einen Bericht über die „Rolle von Finanzzentren bei der Förderung des Wirtschaftswachstums“ veröffentlicht, in dem die Breite und Vielfalt der Aktivitäten von Finanzzentren bei der Finanzierung ihrer Realwirtschaft hervorgehoben werden.

Elf Finanzzentren haben mit ihren Erfahrungen zum Bericht beigetragen:

    • Abu Dhabi Global Market
    • Astana International Financial Center
    • Belgian Finance Center
    • Busan International Financial Center
    • Casablanca Finance City
    • Frankfurt Main Finance
    • Hong Kong Financial Services Development Council
    • Luxembourg for Finance
    • Paris Europlace
    • TheCityUK
    • Toronto Finance International

Die Finanzindustrie befindet sich in einem Strukturwandel. Heutzutage sind unsere Mitglieder bei Themen wie Umweltfinanzierung, technologische Innovation und Infrastruktur sowie der Finanzierung sozialer und territorialer Entwicklungen aktiv. Internationale Finanzzentren sind stärker auf neue Technologien angewiesen, und unsere Mitglieder haben Innovationen in der Finanzbranche vorangetrieben, indem sie die Einführung innovativer Technologien von Cloud Computing und Blockchain bis hin zu künstlicher Intelligenz und Big Data unterstützt haben. Darüber hinaus fördern unsere Mitglieder zunehmend alle Segmente der nachhaltigen Finanzierung und bemühen sich sicherzustellen, dass ökologische und soziale Aspekte angemessen berücksichtigt und in Zukunft in den Finanzsektor integriert werden.
Der neue Bericht bietet einen Überblick über diese Aktivitäten. Er steht zum kostenlosen Download unter frankfurt-main-finance.com/uploads zur Verfügung.

 

Arnaud de Bresson, Vorsitzender des Vorstands der WAIFC und CEO von Paris Europlace: „Die WAIFC wurde gegründet, um die Zusammenarbeit zwischen internationalen Finanzzentren zu fördern und ein globales Netzwerk aufzubauen. Ziel ist es, den Dialog und den Erfahrungsaustausch zwischen ihnen zu beschleunigen und die Kommunikation mit der Öffentlichkeit zu entwickeln. Unser Kernziel ist es, dass das Finanzwesen sich nicht auf sich selbst konzentriert, sondern der realen Wirtschaft auf der ganzen Welt dient. Wir setzen uns dafür ein, globalen wirtschaftlichen Transformationen zu unterstützen, die Kombination von öffentlicher und privater Finanzierung zu fördern und zur Erreichung der Ziele der nachhaltigen Entwicklung in der ganzen Welt beizutragen.“

Said Ibrahimi, Vorstandsmitglied der WAIFC und CEO von Casablanca Finance City: „Als Gründungsmitglied der WAIFC und als erstes Finanzzentrum in Afrika, das der Allianz beigetreten ist, ist CFC stolz darauf, eine afrikanische Perspektive einzubringen, die das Niveau der internationalen Zusammenarbeit und ihr Engagement für die sozioökonomische Entwicklung des Kontinents zeigt. Wir glauben fest an das Potenzial Afrikas und an die zentrale Rolle, die Finanzzentren für das wirtschaftliche und soziale Wachstum spielen, und wir streben durch diesen Bericht an, diese Vorteile über die Finanzwelt hinaus bekannt zu machen.“

Dr. Jochen Biedermann, Geschäftsführer der WAIFC: „Finanzzentren sind für die Aufrechterhaltung des Wirtschaftswachstums von entscheidender Bedeutung. Sie bieten die Infrastruktur für Investitionen, die das unternehmerische Handeln und die wirtschaftliche Entwicklung in Branchen und Gemeinden vorantreiben und zunehmend zu einer nachhaltigen Entwicklung und der Stärkung der Finanzkompetenz beitragen. Unsere Mitglieder begrüßen Innovationen und treiben die Entwicklungen in diesem Bereich aktiv voran. Sie bieten Start-ups mit neuen Ideen und innovativen Geschäftsmodellen einen fruchtbaren Boden. Die Vielfalt der WAIFC-Mitglieder ist eine wichtige Stärke.“

Hubertus Väth, Vorstandsmitglied der WAIFC und Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance: „Frankfurt Main Finance ist stolz darauf, Mitbegründer des WAIFC-Netzwerkes zu sein. Gerade in Zeiten, in denen die Finanzindustrie vor gewaltigen Herausforderungen steht, wird deutlich, dass Lösungen in einer vernetzten Welt oft nur im internationalen Schulterschluss gefunden werden können. Das gilt insbesondere für die Finanzbranche. Der Finanzplatz Frankfurt, im Herzen von Europa, ist natürlicher Partner in einer solchen Kooperation.“

 

Die World Alliance of International Financial Centers (WAIFC) ist ein in Belgien registrierter gemeinnütziger Verein, der 16 führende internationale Finanzzentren auf vier Kontinenten vertritt. Die Mitglieder der WAIFC sind Stadtverwaltungen, Verbände und ähnliche Institutionen, die ihre Finanzzentren entwickeln und fördern.

In einer Zeit bahnbrechender neuer Technologien und eines raschen sozialen Wandels sind Finanzzentren für die Aufrechterhaltung des Wirtschaftswachstums von entscheidender Bedeutung. Ziel der WAIFC ist es daher, ein transparentes Netzwerk zu schaffen, das die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch erleichtert, sowie das Verständnis der Bedeutung internationaler Finanzzentren für die nationale und globale Wirtschaft sowie die soziale Entwicklung fördert.

Schutzschild für Deutschland vom Finanzplatz – Gastbeitrag von Dr. Lutz Raettig in der Börsenzeitung

Für den milliardenschweren Schutzschild für die Wirtschaft greift die Politik auf eine leistungsfähige Finanzwirtschaft zurück. Unter Führung der KfW kommt die gesamte Breite des Förderbankensystems und der Infrastruktur am Finanzplatz zum Einsatz.

„Spare in der Zeit, so hast Du in der Not.“ Dieses einprägsame deutsche Sprichwort charakterisierte die Haushaltspolitik der Bundes- und Landesregierungen. International war die „Schwarze Null“, der Überschuss in den Haushalten von Bund und Ländern, seit langem ein Reizthema. Nun ist es aber genau dieser Spielraum, der es der Politik erlaubt, den „Corona-Schutzschild für Deutschland“ in einem Umfang von voraussichtlich über 500 Mrd. Euro binnen kürzester Zeit auf den Weg zu bringen, ohne dabei an den Kapitalmärkten negative Reaktionen auszulösen.

Das größte Hilfspaket seit dem Zweiten Weltkrieg umfasst Kurzarbeitergeld, die Stundung von Sozialabgaben, steuerbegünstigte Einmalzahlungen an Beschäftigte sowie eine Vielzahl von Hilfs- und Kreditprogrammen für Selbständige, kleine, mittlere und große Unternehmen. Dabei variieren die Zinsen leicht, in Abhängigkeit vor allem der Haftungsfreistellung für die Hausbank.

Deutschland als Vorreiter

Die Regierungen haben auf der Ebene von Bund und Ländern schnell, richtig und mutig gehandelt. Dabei greifen sie auf eine leistungsfähige Infrastruktur am Finanzplatz zurück, die seit Jahrzehnten erfolgreich genutzt wird. Bei der schnellen und effizienten Bearbeitung und Auszahlung der Kredite sind Staat, Förder- und Hausbank eingespielt.

Der Kreditnehmer beantragt ein Darlehen bei seiner Hausbank, die Berechtigung und Bonität überprüft, während eine Förderbank die Gelder bereitstellt. Die Hausbank wird – je nach Programm – bis zu 100 % von der Haftung freigestellt, während die Förderbank sich am Markt günstig refinanzieren kann, weil sie explizit oder über das Rechtsinstitut von Anstaltslast und Gewährträgerhaftung implizit über eine Art von Staatsgarantie verfügt. Aufgrund der Eilbedürftigkeit wurden im Übrigen meist keine neuen Programme entwickelt, sondern der Zugang zu den bestehenden erleichtert.

Deutschland verfügt mit der KfW Bankengruppe und der Landwirtschaftlichen Rentenbank über zwei bundeseigene Förderbanken. Daneben haben die Bundesländer noch eigene Investitions- und Förderbanken. Die KfW trug ihr Unternehmensziel lange Jahre im Namen, denn sie wurde im Jahr 1948 als „Kreditanstalt für Wiederaufbau“ im Zuge des Marshall-Plans gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es nur in Frankreich, Italien, den Niederlanden und Polen vergleichbare Institutionen. Erst ab 1989 – zunächst in den Ländern Mittel- und Osteuropas, danach ab 2008 auch in anderen EU-Ländern – wurden vergleichbare Institute gegründet. Heute ist die KfW eine der führenden Förderbanken der Welt mit einem „AAA“-Rating der drei wichtigsten Ratingagenturen.

Sorge um Finanzstabilität

Mit den Kreditprogrammen mandatiert die Politik das deutsche Bankensystem, auf der Basis ihrer eingehenden Kenntnisse und Erfahrungen den Unternehmenskunden die finanzielle „Medizin“ zur „Akutversorgung“ und späteren „Rehabilitation“ zur Verfügung zu stellen

Die Corona-Pandemie zeigt, wie wertvoll eine Finanzwirtschaft in der Krise für die Realwirtschaft sein kann. Allerdings ist auch die Finanzindustrie nicht vor den Risiken der drastischen Maßnahmen gefeit. Es muss also auch bei den Banken weiterhin das Vorsichtsprinzip gelten.

Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, wenn Politik und Aufsicht die Banken zum Verzicht auf Boni und Dividendenzahlungen für das abgelaufene Jahr 2019 drängen, zumindest dann, wenn den Banken die Ausschüttungen nicht wieder als Kapital zufließen. Zwar haben die Banken ihr Eigenkapital deutlich erhöht, aber der weitere Verlauf der Krise ist keineswegs klar genug absehbar, um schon heute eine ausreichend belastbare Risikoeinschätzung vornehmen zu können.

BaFin und Bundesbank, auf europäischer Ebene gemeinsam mit Europäischer Zentralbank und den Finanzaufsichtsbehörden, haben bereits weitreichende Maßnahmen ergriffen, die präventiv wirken sollen. BaFin-Präsident Felix Hufeld brachte es auf den Punkt: „Das bestehende Regelwerk ermöglicht ein hohes Maß an aufsichtlicher Flexibilität, die wir umfassend nutzen. Wir entlasten die Banken da, wo es ohne Einbußen für die Finanzstabilität möglich ist.“

Lehren aus Pandemie ziehen

Wer die Internetseite der BaFin zu Corona aufruft, bekommt einen Eindruck über die Palette der Maßnahmen. Sie beziehen sich auf Banken-, Versicherungs- und Wertpapiermärkte und reichen vom Verzicht auf den geplanten antizyklischen Kapitalpuffer über die Behandlung von Problemkrediten, die Verschiebung von Basel-III-Standards um ein Jahr bis hin zur Unterdeckung bei Pensionsfonds und Meldepflichten gemäß Marktmissbrauchsverordnung.

So wie die Finanzkrise 2008 sollte auch die Corona-Pandemie 2020 zur Neuorientierung genutzt werden. Dabei sollte klar sein, dass Deutschland als viertgrößte Volkswirtschaft der Welt über eine leistungsfähige Finanzwirtschaft verfügen muss, um Krisen zu meistern.

Neben den Förder- und Hausbanken kommt auch dem Kapitalmarkt eine bedeutende Rolle zu, denn hier werden die Programme finanziert. Dem Finanzplatz Frankfurt kommt dabei in Europa eine herausragende Stellung zu. Nach und nach sollten auch die Kapitalsammelstellen in die Finanzierung des Neustarts einbezogen werden, da sie bestehende Programme hebeln und damit verstärken können. Auch die Rolle internationaler Finanzinstitute ist nicht zu unterschätzen. Hier hat Frankfurt in den vergangenen Jahren gepunktet, indem man über 30 internationale Finanzinstitute mit der neuen EU-Zentrale an den Main holen konnte. Diese Institute sehen nun, dass ihre Standortwahl richtig war, weil Herausforderungen am Finanzplatz pragmatisch gelöst wurden.

Auch die Regulierung wird nun einem Härtetest unterzogen. Ohne Zweifel werden viele Komponenten nachweislich zur Stabilität beitragen. Andere Regeln werden im Licht der Krise zu überprüfen sein, vor allem dann, wenn die Komplexität in ungünstigem Verhältnis zum Zielbeitrag steht.

Denn klar ist in jedem Fall: Die Digitalisierung wird einen enormen Schub erfahren. Der wird unumkehrbar sein. Vereinfachung und Entbürokratisierung bestehender Regulierung erleichtert die Digitalisierung enorm. Hier sollten die Kriterien bei allen Beteiligten justiert werden. Unser weltweit so geschätzter Perfektionismus sollte im Licht der Krise pragmatisch justiert werden. Schließlich erleben wir jetzt alle, wie mit etwas Flexibilität die Herausforderungen des Lockdowns gemeistert werden können, wie man es sich noch vor wenigen Wochen nicht vorstellen konnte.

Welche Anstrengungen die Corona-Pandemie von Politik, Bevölkerung und Wirtschaft noch verlangen wird, lässt sich noch nicht seriös prognostizieren. Ob es sich um einen „Schwarzen Schwan“ oder – so wie der Autor des gleichnamigen Buches, Nassim Taleb, behauptet – nur um einen erwartbaren Schock handelt, ist aktuell eher eine akademische Frage. Wir können nur hoffen, dass die Medizin rasch einen Impf- und/oder Wirkstoff gegen das Coronavirus findet und sich alle Verantwortlichen auf Maßnahmen einigen können, künftigen Pandemien gesundheitlich und wirtschaftlich besser vorzubeugen. Dazu wird dann hoffentlich auch wieder gehören, in der Zeit für die Not zu sparen.

Corona-Schutzschild in Deutschland: Finanzwirtschaft als Partner der Realwirtschaft

Einen milliardenschweren Schutzschild haben Bundesregierung und Bundesländer in ganz kurzer Zeit errichtet, zu dem eine Vielzahl von Kreditprogrammen für Unternehmen und Selbständige zählen. Für die erfolgreiche Implementierung und effiziente Auszahlung kann die Politik auf eine leistungsfähige Infrastruktur mit einem Vierklang aus Staat, Förderbank, Hausbank und Kreditnehmer zurückgreifen.

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