CFS-Index konsolidiert auf hohem Niveau

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, sinkt um 0,4 Punkte auf 112,4 Punkte. Der im Ergebnis leichte Rückgang ist differenziert zu betrachten. Das Umsatzwachstum der Finanzinstitute entwickelte sich im ersten Quartal positiv. Hingegen melden die Dienstleister hier einen starken Rückgang bei unverändert positiven Erwartungen für das zweite Quartal. Die Ertragszuwächse der Finanzbranche verliefen im ersten Quartal rückläufig, jedoch besteht auch hier ein anhaltender Optimismus für das laufende Quartal. Das Wachstum des Investitionsvolumens der Finanzinstitute bleibt konstant, die Dienstleister melden einen Anstieg. Wie zuvor erwartet, haben die Finanzinstitute im ersten Quartal Stellen abgebaut und erwarten weitere Reduzierungen im zweiten Quartal. Hingegen melden die Dienstleister einen leichten Anstieg des Mitarbeiterwachstums.

„Ein insgesamt leicht positiver Produktivitätstrend in der Finanzbranche zeigt sich in der Verbindung von stabilen Investitionen und Mitarbeiterzahlen bei zugleich steigenden Umsätzen und Erträgen“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland konsolidiert auf hohem Niveau. Der entsprechende Wert sinkt um 3,6 Punkte auf 123,4 Punkte. Dieser Rückgang liegt in der Einschätzung der Finanzinstitute begründet. Der entsprechende Index-Wert dieser Gruppe liegt mit 113,2 Punkten 14,8 Punkte unter dem Niveau des vorangegangenen Quartals. Die Beurteilung der Dienstleister ist hingegen sehr positiv. Deren Sub-Index-Wert steigt um 7,7 Punkte auf 133,6 Punkte.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Der Finanzplatz Frankfurt wird weiter an internationaler Bedeutung zunehmen, so die vorherrschende Meinung am Finanzplatz. Der leichte Rückgang des Index ist die logische Reaktion auf die Verzögerung des Brexit.“

Umsatzwachstum der Finanzinstitute positiv / Starker Rückgang des Umsatzwachstums der Dienstleister, Erwartungen trotzdem unverändert positiv

Die Umsätze bzw. das Geschäftsvolumen der Finanzinstitute und Dienstleister haben sich im ersten Quartal gegensätzlich entwickelt. Der entsprechende Sub-Index der Finanzinstitute steigt um 2,3 Punkte auf 115,0 Punkte und es wird mit weiteren leichten Zuwächsen gerechnet. Die Umsätze der Dienstleister liegen mit 111,2 Punkten deutlich unter dem Niveau des Vorquartals (-9,7 Punkte), wobei jedoch die Erwartungen für das laufende Quartal unverändert sehr optimistisch bleiben.

Ertragszuwächse rückläufig, jedoch anhaltender Optimismus für das laufende Quartal

Die Ertragszuwächse entwickeln sich im ersten Quartal entgegen den Prognosen vom Vorquartal rückläufig. Speziell die Finanzinstitute befinden sich mit dem Rückgang des Sub-Index um 7,5 Punkte auf nun 101,0 Punkte auf einem abgeschwächten Wachstumsniveau, erwarten aber für das laufende Quartal wieder eine positive Entwicklung. Der Sub-Index der Dienstleister liegt mit 107,2 Punkten 4,3 Punkte unter dem Niveau des ersten Quartals. Auch hier bleiben die Dienstleister für das laufende Quartal, wie auch bei den Umsätzen, unverändert optimistisch.

Investitionsvolumen der Finanzinstitute konstant / Dienstleister melden Anstieg

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Finanzinstitute verweilt im ersten Quartal mit 112,0 Punkten kaum verändert (-0,1 Punkte) auf einem mittleren Niveau. Für das zweite Quartal wird ein leichter Rückgang des Wachstums erwartet. Hingegen melden die Dienstleister im ersten Quartal einen Anstieg ihres Investitionsvolumens. Der Sub-Index steigt um 2,6 Punkte auf 114,8 Punkte. Es wird erwartet, dieses Niveau im laufenden Quartal zu halten.

Verstärkter Stellenabbau bei den Finanzinstituten / Leichter Anstieg des Mitarbeiterwachstums bei den Dienstleistern

Wie in den Vorquartalen erwartet wurde, bauen die Finanzinstitute nun Stellen ab. Der Mitarbeiter-Sub-Index der Finanzinstitute sinkt entsprechend um 4,3 Punkte auf 96,2 Punkte. Es wird mit einem weiteren Stellenabbau im zweiten Quartal gerechnet. Bei den Dienstleistern hat sich das Mitarbeiterwachstum leicht positiv entwickelt. Der entsprechende Sub-Index steigt um 0,9 Punkte und befindet sich mit 112,4 Punkten auf einem guten Stand. Für das laufende Quartal rechnen die Dienstleister mit einem weiteren Wachstum.

 

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

CFS-Umfrage zum Thema Green Finance

Angesichts der zunehmenden Diskussionen über den Klimawandel und seine Folgen nimmt auch die Bedeutung von Nachhaltigkeitsaspekten im Finanzbereich zu. Unter den Schlagworten „Sustainable“ oder „Green“ Finance gibt es inzwischen zahlreiche Initiativen, die sich mit dem Beitrag des Finanzsektors zur Erreichung der Klimaziele beschäftigen. Eine aktuelle Umfrage des Center for Financial Studies ergab, dass die deutsche Finanzbranche mehrheitlich (64%) die Meinung vertritt, dass der Finanzsektor bei der Erreichung der Klimaziele eine unterstützende Rolle einnehmen könnte. 17% der Befragten ordnen dem Finanzsektor sogar eine tragende Rolle zu. Hingegen sehen 18% der Befragten hier keine Relevanz.

„Ich sehe große Chancen für den Finanzplatz Frankfurt, von dem wachsenden Trend zu nachhaltigen Finanzprodukten oder auch vom Handel mit Emissionsrechten zu profitieren“, kommentiert Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, die Umfrageergebnisse.

Die Nachfrage nach nachhaltigen Investmentprodukten (z.B. Green Bonds) nimmt zu. Die Finanzbranche glaubt mehrheitlich (70%), dass der Nachhaltigkeitsaspekt künftig für Investoren eine wichtige Rolle bei ihren Anlageentscheidungen spielen wird. Hingegen nehmen 26% der Befragten an, dass der Nachhaltigkeitsaspekt die Anlageentscheidungen nicht beeinflussen wird.

Bei dem Thema, inwieweit es zu staatlichen Einflussnahmen kommen sollte, ist sich die deutsche Finanzbranche geschlossen einig (70%), dass es weder staatliche Anreize (z.B. steuerliche Entlastungen) für Green Bonds geben sollte, noch sollten regulatorische Erleichterungen (z.B. bei der Eigenkapitalbelastung) für Banken geschaffen werden, die weniger oder keine Geschäfte mit umweltbelastenden Unternehmen machen.

„Die Bankenregulierung sollte nicht mit klimapolitischen Zielen überfrachtet werden. Zum einen ist die Regulierungsdichte im Finanzsektor ohnehin schon sehr hoch. Zum anderen können Kapitalerleichterungen für umweltfreundliche Finanzierungen zu Fehlanreizen führen, die die Finanzstabilität gefährden“, erläutert Brühl weiter.

Wenn es um die Frage geht, ob das Umweltverhalten von Firmenkunden bei der Kreditentscheidung von Banken (z.B. im Rating) berücksichtigt werden sollte, ist die Meinung der Finanzbranche eher zweigeteilt. Während 52% der Befragten diesen Aspekt befürworten, sprechen sich 45% dagegen aus.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Umfrageergebnisse zeigen klar, die Zeit ist reif und nachhaltige Produkte sind gesucht. Dazu braucht es keine weiteren staatlichen Anreize. Das ist ein ermutigendes Zeichen, dass sich nachhaltige Produkte bereits heute im Wettbewerb durchsetzen können.“

Die Ergebnisse basieren auf einer vierteljährlich vom Center for Financial Studies durchgeführten Managementbefragung unter Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland.

Die Bedeutung eines integrierten europäischen Finanzmarktes hervorheben

Jacqueline Mills, Geschäftsführerin und Leiterin des AFME-Büros in Frankfurt

Jacqueline Mills, Geschäftsführerin und Leiterin des AFME-Büros in Frankfurt

Im Mai veranstaltet die Association for Financial Markets in Europe (AFME) ihre erste Konferenz zum Thema Aufsicht und Finanzintegration in Frankfurt – hier erklärt Jacqueline Mills, Geschäftsführerin und Leiterin des AFME-Büros in Frankfurt, warum AFME sich entschieden hat, die Präsenz in Frankfurt zu erweitern und welche Themen auf der Tagesordnung der Konferenz stehen werden.

Im Februar 2017 haben Sie ein Büro am Finanzplatz Frankfurt eröffnet, um die europäische Präsenz von AFME auszubauen. Warum haben Sie sich für Frankfurt entschieden?

AFME beschloss vor zwei Jahren, die europäische Präsenz auf Frankfurt auszudehnen, um die Beziehungen zu einigen der wichtigsten EU-Institutionen – darunter SSM, EZB und ESRB – zu vertiefen. Unser Schwerpunkt liegt auf der Bankenaufsicht der EZB. Viele unserer Mitglieder werden in erster Linie von der EZB beaufsichtigt. Außerdem hat die EZB eine direkte Aufsichtsfunktion für eine wachsende Zahl unserer Mitgliedsunternehmen, die ihren Sitz außerhalb der Eurozone haben. Als Herzstück der deutschen Finanzwirtschaft bietet uns Frankfurt zudem die Möglichkeit, mit lokalen Aufsichtsbehörden wie der BaFIN und der Bundesbank sowie anderen europäischen Organisationen wie EIOPA zusammenzuarbeiten.

Was sind die Ziele der AFME, insbesondere in Bezug auf Brexit?

Als paneuropäische Handelsorganisation engagieren wir uns für die Förderung liquider europäischer Kapitalmärkte. Wir haben gut etablierte Beziehungen in der EU27 und im Vereinigten Königreich. AFME möchte als Brücke zwischen den Marktteilnehmern und politischen Entscheidungsträgern in ganz Europa fungieren und dabei auf unsere starken und langjährigen Beziehungen, unser technisches Wissen und unsere faktenbasierte Arbeit zurückgreifen. Insbesondere unsere Brexit-Arbeit stützt sich auf diesen Ansatz. Vor allem haben wir uns darauf konzentriert, sicherzustellen, dass sich die Entscheidungsgemeinschaft des potenziellen Cliff-Edge-oder No-Deal-Szenarios bewusst ist. Unsere Arbeit hat dazu beigetragen, dass die EU27 und einzelne Mitgliedstaaten, einschließlich des Vereinigten Königreichs, viele, wenn nicht sogar alle dieser Themen angegangen sind. Natürlich bleibt die Unsicherheit bestehen und wir sind bestrebt, unseren Mitgliedern bei der Orientierung zu helfen. Wenn und sobald der Ausstieg des Vereinigten Königreichs besser definiert ist, werden wir – im Namen unserer Mitglieder – dazu beitragen, die zukünftigen Beziehungen für Finanzdienstleistungen zwischen der EU27 und dem Vereinigten Königreich zu gestalten.

Was werden die Hauptthemen der Konferenz am 23. Mai 2019 sein? Für welche Zielgruppe ist es geeignet?

Die Geschäfte der AFME-Mitglieder erstrecken sich über mehrere Regionen und verbinden so die Endverbraucher mit Kapital- und Liquiditätsquellen. Allerdings ist der globale Bankensektor zunehmend mit einer Fragmentierung nach nationalen und regionalen Gesichtspunkten konfrontiert, die unnötige Starrheit und Kosten verursacht. Auf europäischer Ebene sind die wirtschaftlichen Vorteile eines vollkommen integrierten Marktes für Finanzdienstleistungen gut verstanden, aber die Fortschritte entwickeln sich langsam.

Die Konferenz, die unsere erste in Frankfurt ist, wird sich daher mit dem Zusammenspiel der verschiedenen Projekte der EU im Bereich Banken und Kapitalmarktunion befassen. Auf der Konferenz werden auch praktische Vorschläge zur Verwirklichung des europäischen Aufsichtsrahmens erarbeitet, der erforderlich ist, um diese sich gegenseitig verstärkenden Ziele zu unterstützen. Und es wird geprüft, wie eine stärkere grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Aufsicht ermöglicht werden kann. Wir hoffen, dass die Veranstaltung Anlass zum Nachdenken für die nächste Amtszeit der Kommission geben wird.

Zu den Höhepunkten der Tagesordnung gehören Grundsatzreden von Dr. Jörg Kukies, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen und von dem Vizepräsidenten der EZB, Luis de Guindos. Wir haben auch eine breite Palette von Rednern, darunter Vertreter von FSB, EBA, EZB, UK PRA und dem US Federal Reserve Board sowie Branchenführer aus einer Vielzahl von Kapitalmarktunternehmen in ganz Europa.

Über diesen Link können Sie sich für die Teilnahme an der Konferenz anmelden.

 

Verschwendung von Ressourcen: Nachhaltigkeitsberichterstattung und andere Governance Themen

Ein buntes Puzzle voll Details, in denen bisweilen der Teufel steckt, präsentierte das Deutsche Aktieninstitut Anfang April in Frankfurt am Main den etwa 120 Teilnehmern seiner Konferenz zu Corporate Governance und Gesellschaftsrecht. Die Themenvielfalt war vor allem dem Umstand geschuldet, dass Gesellschaftspolitik zunehmend auf das Gesellschaftsrecht übergreift und sich somit Unternehmen mit immer neuen Fragestellungen konfrontiert sehen. Die bisherige Nachhaltigkeitsberichterstattung fiel als Verschwendung von Ressourcen durch.

Im Grunde genommen drehte sich die Konferenz um die einfache Frage: Reicht es, dass Unternehmen Steuern zahlen und Arbeitsplätze schaffen oder stehen sie darüber hinaus auch in weiterer sozialer Verantwortung? Nachdem das Thema Nachhaltigkeit an sich gar nicht mehr zur Debatte steht, wirft jedoch seine Ausgestaltung auf allen Seiten immer noch viele Unsicherheiten auf. Zum Beispiel bei Investoren, die nicht einschätzen können, ob die Nachhaltigkeitsbemühungen von Unternehmen auf lange Sicht angelegt oder eher kurzfristiger Natur sind. Letztlich sollte die regelmäßige sorgfältige Prüfung des wirtschaftlichen Handelns auf Menschenrechts- und Umweltaspekte ein integraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie und guter Corporate Governance und damit selbstverständlich sein. Nur – wer bestimmt nach welchen Kriterien, was gut, richtig und nachhaltig ist?

EU-Taxonomie als Orientierung für Anleger

Um die steigende Nachfrage institutioneller und privater Anleger nach nachhaltigen Finanzprodukten zu unterstützen und ihnen Orientierung zu geben, hat die EU eine Taxonomie erarbeitet. Damit beabsichtigt sie, ein Klassifikationssystem zur Bewertung der ökologischen Nachhaltigkeit wirtschaftlichen Handelns zur Verfügung zu stellen. Zudem überträgt sie institutionellen Anlegern die Aufgabe, einen Nachweis über ihre ESG-Ziele zu erbringen sowie einen Nachweis darüber, inwieweit sich ihre Investitionen an diesen Zielen messen lassen. Letzten Endes kann die Politik auf diese Weise eine positive gesellschaftspolitische Wirkung dadurch erzeugen, indem sie nicht nachhaltig tätigen Unternehmen auf längere Sicht die Kapitalkosten verteuert.

Problematisch für institutionelle Anleger ist allerdings die Bipolarität ihres eigenen Geschäftsmodells, auch wenn sie der Nachhaltigkeit eine hohe Bedeutung beimessen: Die oberste Priorität kommt immer der finanziellen Ertragskraft zu – auch im Sinne ihrer nachhaltigkeitsorientierten Anleger. Zwar lässt sich die positive Auswirkung von Nachhaltigkeit auf die Rendite zu 48 Prozent nachweisen. Das heißt jedoch im Umkehrschluss, dass sich in über 50 Prozent der Fälle gar kein, ein gemischter oder sogar ein negativer Effekt ergibt. Schließlich ist auch die generelle Rolle der Geschäftsmodelle von Anlagezielen noch nicht abschließend geklärt: Wie zum Beispiel umgehen mit einem Tabakkonzern, der in Bezug auf Menschenrechte, Umwelt und Corporate Governance hervorragend aufgestellt ist, dessen Geschäftsmodell nichtsdestoweniger schwere gesundheitliche Schäden und den frühzeitigen Tod seiner Konsumenten in Kauf nimmt?

Bewegung Fridays for Future zeigt Vertrauensverlust an

Die Tatsache, dass die Gesellschaft mehr von den Unternehmen verlangt, als dass sie pünktlich ihre Steuern bezahlen, ist nicht erst seit den Schülerstreiks und der Bewegung „Fridays for Future“ unbestritten. Wie aber soll kaufmännisches SRI-Engagement glaubwürdig transportiert werden? Die bisher üblichen Nachhaltigkeitsberichte, die seit zwei Jahren für bestimmte große Unternehmen gar zur Pflichtberichterstattung gehören, fielen bei allen Panelisten – die immerhin zu den Kernzielgruppen Aufsichtsrat und Investoren gehören – als nutzlos und Verschwendung von Ressourcen durch. Insbesondere dicke Reports böten zu viel Raum, um die wirklich ausschlaggebenden Informationen darin zu verstecken.

Aufsichtsratsmitglieder, die dem Vorstand auch in puncto Nachhaltigkeit beratend zur Seite stehen, wünschen sich die Definition verlässlicher KPIs, die die Entwicklung eines Unternehmens innerhalb der Peergroup – aber auch über die eigene Industrie hinweg vergleichbar machen. Die Idee, die ESG-Zuständigkeit einem einzelnen Aufsichtsratsmitglied zuzuordnen, sei hingegen nicht zielführen. Zu groß ist das Risiko, damit eine Feigenblattstrategie zu befördern, bei der sich alle anderen Organmitglieder der Nachhaltigkeitsverantwortung enthoben fühlten. Eine glaubhafte Alternative dazu böte eine Vergütungspolitik, die die Organvergütungen stärker an die nachhaltige Strategie und Entwicklung des Unternehmens koppeln würde.

Bei Themen um die Hauptversammlung bleibt es spannend

Wie tückisch sich Details bei der Umsetzung lobenswerter Ideen erweisen können, stellte sich beim Bericht über den aktuellen Stand von ARUG II heraus. Der gute gesetzgeberische Wille, den Informationsfluss zwischen Gesellschaft und Aktionär zukünftig transparenzsteigernd und kostensenkend auf den elektronischen Weg zu verlagern, scheiterte an mangelnder Infrastruktur: Bis zu 80 Prozent der privaten Anleger verfügen nicht über die dazu nötigen online-Banking-Anwendungen. Am teuren Postversand von Hauptversammlungseinladungen wird deshalb wohl noch länger festgehalten werden.

Anlass zur Sorge bereitet auch großen institutionellen Anlegern die Kumulation von Einfluss bei den großen Stimmrechtsberatern. Hier hat sich das Machtverhältnis zwischen reinem Dienstleister und seinen Anwendern ins Gegenteil verkehrt. Wenn ein Vermögensverwalter den Abstimmungsempfehlungen der großen Stimmrechtsberater erklärtermaßen nicht folgt, so sei das keine Frage des Selbstverständnisses mehr. Sondern er habe seinen Kunden seine abweichende Meinung darzulegen. Andererseits kann dem Wirken der Stimmrechtsberater der ökonomische Nutzen nicht abgesprochen werden. Der Gesetzgeber hat sich mit ihrer Rolle und der Vermeidung von Interessenskonflikten beschäftigt, wenn sie ein Beratungsmandat zur Corporate Governance bei einem Unternehmen ausüben. ARUG II verpflichtet Stimmrechtsberater zur Erklärung über die Einhaltung von Vorgaben eines Verhaltenskodexes. Der Trend bei institutionellen Investoren geht mittlerweile dahin, dass sie selbst auf der Hauptversammlung Präsenz zeigen.

Corporate Governance als Chance zur Selbstregulierung

Eine Möglichkeit, das Wirken von Stimmrechtsberatern und aktivistischen Investoren in klare Leitplanken zu verweisen, läge in der Selbstregulierung der Unternehmensführungen durch den Corporate Governance Kodex – so die auf der Konferenz vertretene These. Die Existenz eines entsprechenden Kodex ist von der EU vorgeschrieben. Sofern kein freiwilliger Kodex angenommen wird, erfolgen gesetzliche Vorschriften und Definitionen über die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Unternehmen. Die Konferenz betonte die in der Anwendung des freiwilligen Kodex liegenden Chancen zu Vertrauensaufbau und Reputationssteigerung. Aktive institutionelle Investoren wie auch die Verwalter passiver Indexfonds üben zunehmend Einfluss auf Aufsichtsratswahlen aus. Die Abwehr jedweder Steuerungsmechanismen, wie sie in einem Teil der etwa 120 Stellungnahmen zum überarbeiteten Corporate Governance Kodex zum Ausdruck kommt, spiele diesen in die Hände.

Wünschenswert wäre, und hier schloss das End-Panel an die Ausgangsdiskussion an, ein aktiver, beratender Aufsichtsrat, der zum einen rückwärtsgewandt kontrolliert, aber mit mindestens ebenso hoher Gewichtung vorwärtsgewandt überwacht. Die Rolle des aktiven Aufsichtsrats solle viel stärker hervorgehoben werden. Sie liegt in ihrem Kern – je nach Risikoprofil sowie personeller und materieller Ausstattung – in der Kontrolle, der Hinterfragung, Beratung und Unterstützung des Vorstands in der sachgerechten Unternehmensführung. Mit der Idee von einem Berufsaufsichtsrats mochten sich in Frankfurt am Main allerdings nur wenige Konferenzteilnehmer anfreunden.

Von: Dr. Charlotte Brigitte Looß

„Welcome to the German Capital Market“ – neue Videovorlesung für Kapitalmarktprofis aus dem Ausland

Die Capital Markets Academy der Deutschen Börse stellt in einer Pressemeldung eine neue Videovorlesung für Banker und weitere Kapitalmarktprofis aus dem Ausland  vor. In 150 Minuten werden die Teilnehmer darin mit den Marktstrukturen sowie den rechtlichen Rahmenbedingungen des deutschen Kapitalmarkts vertraut gemacht.

Die internationalen Märkte teilen viele Gemeinsamkeiten – und dennoch hat jeder Inlandsmarkt seine besonderen Eigenheiten. Das neue E-Learning-Programm der Capital Markets Academy knüpft hier an: Es richtet sich an Kapitalmarktprofis, die zwar in ihrem Heimatland erfahren, aber nicht mit den spezifischen deutschen Rahmenbedingungen und Regularien vertraut sind.

„Bankern, die neu in Deutschland sind und die sich einen guten Überblick über die Marktstruktur und das Regelwerk verschaffen wollen, bietet unsere Videovorlesung eine kompakte aber gleichzeitig präzise Einführung“, erklärt Ulf Mayer, Leiter der Capital Markets Academy bei der Deutschen Börse.

Die englischsprachige Videovorlesung kann flexibel und unabhängig von Ort und Zeit angesehen werden. Sie ist inhaltlich in zwei Teile untergliedert: 1) Markstruktur in Deutschland und 2) Kapitalmarktrecht und Regulierung. Die Vorlesung dauert rund zweieinhalb Stunden und besteht aus zehn Kapiteln. Die zugehörigen Handouts können heruntergeladen werden. Am Ende gibt es eine Teilnahmebescheinigung.

Weitere Informationen zur Videovorlesung gibt es unter www.academy.deutsche-boerse.com/e01.

Die Capital Markets Academy ist der Trainingsanbieter der Gruppe Deutsche Börse. In interaktiven Präsenzveranstaltungen mit hohem Praxisbezug sowie digitalen Lernformaten bietet die Capital Markets Academy Börsenwissen aus erster Hand. Mit den Schwerpunkten Handel, Clearing und Settlement orientiert sie sich am Produkt- und Serviceangebot der Gruppe Deutsche Börse. Weitere Finanzmarktthemen, wie die Funktionsweise von Kapitalmärkten und neue Technologien wie Blockchain, runden das Angebot ab.

Finanzplatztag 2019 – Das Expertentreffen!

Beim 12. Finanzplatztag tauschten sich am 6. und 7. März 2019 rund 500 Experten aus allen Bereichen der Frankfurter Finanzindustrie in den Räumlichkeiten der Industrie- und Handelskammer Frankfurt (IHK) zu aktuellen Themen der Branche aus. Das zweitägige Event wird von jährlich von der WM Gruppe, Herausgeber der Börsen-Zeitung und Frankfurt Main Finance-Mitglied, veranstaltet.

Ein Highlight des Finanzplatztages war die Offene Jurysitzung des FinTechGermany Awards am ersten Veranstaltungstag. Mit dem führenden investorenseitigen Gründerpreis, der am 16. Mai 2019 im Eurotheum verliehen wird, zeichnet der Finanzplatz Frankfurt herausragende FinTech-Unternehmen in verschiedenen Kategorien aus. Die Organisatoren Frankfurt Main Finance, Business Angels Frankfurt RheinMain, TechFluence und WM Gruppe/Börsen-Zeitung nutzten den Finanzplatztag, um einige der Bewerber für den Award persönlich kennenzulernen und den jungen Unternehmen die Gelegenheit zur Präsentation zu geben. Vertreter der Firmen Fintus, COREFI Solutions, QuickSpend, Azhos, Blocksize Capital, Firamis, InvestSuite und Digital Finance Argonauts nutzten die Chance: Sie warben vor Mitgliedern der Award-Jury sowie rund 150 interessierten Zuschauern für ihre Ideen und Produkte. Des Weiteren stellten sie sich den kritischen Fragen von Jury und Zuschauern. Noch haben weitere Start-ups Zeit, ihren Hut in den Ring zu werfen – die Bewerbungsfrist für die Auszeichnung wurde verlängert und endet am 31. März 2019.

Am zweiten Tag der Veranstaltung debattierten in einer von Dr. Detlef Fechtner, Chefredakteur der Börsen-Zeitung, moderierten Podiumsdiskussion, Dr. Christian Ricken, Vorstandsmitglied der LBBW, Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, und Erik Tim Müller, Chief Executive Officer der Eurex Clearing AG, wo der Finanzplatz Frankfurt kurz vor dem Brexit Stichtag beim Thema Euro-Clearing steht. Laut Hubertus Väth ist weiterhin davon auszugehen, dass der Euro denominierte Derivate-Handel in Folge des Brexits zukünftig unter strengerer Aufsicht von EU-Behörden stehen wird. Darüber hinaus sei das Euro-Clearing durch zentrale Verrechnungsstellen (Central Counter Parties – CCPs) ein wichtiger Bestandteil der europäischen Finanzarchitektur, so Väth. Des Weiteren – so waren sich alle Diskutanten einig – seien mehrere Clearing-Institute für die Stabilität des Finanzsystems in Stresssituationen essenziell. Dem fügte Dr. Ricken hinzu, dass durch das Vorhandensein von zwei Liquiditätspools keine Preisnachteile für Finanzinstitute zu erwarten seien. Dass die Debatte über die Zukunft des Euro-Clearings innovative sei, betonte Müller. Dadurch sei der Markt gezwungen darüber nachzudenken, wie mehr Sicherheit geschaffen werden kann.

Mit einem abschließenden Resümee beendete Dr. Jens Zinke, Geschäftsführer der Börsen-Zeitung, den „besten Finanzplatztag aller Zeiten.“

Hessen bündelt Brexit-Wissen im Internet

In Kürze wird Großbritannien aus der EU ausscheiden. Um Menschen über den Brexit zu informieren, stellt Europaministerin Lucia Puttrich das Informationsangebot des Landes in einer Pressemeldung vor: „Wir informieren Bürger, Unternehmen und Institutionen, was auf sie zukommen kann“

Die Hessische Landesregierung fasst Informationen für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Institutionen rund um das Thema Brexit im Internet zusammen. Die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich hat am Mittwoch ein umfangreiches Angebot auf der Webseite des Landes (www.hessen.de) vorgestellt. „Wer sucht, findet im Internet ganz viele Informationen an ganz vielen Stellen. Für uns ist aber wichtig, dass die Menschen in Hessen sich möglichst schnell und einfach informieren können. Dafür haben wir jetzt ein umfangreiches Paket geschnürt“, sagt Ministerin Puttrich. Die Hinweise sind insbesondere bei einem harten Brexit wichtig. In diesem Fall scheidet das Vereinigte Königreich ohne Übergangsregelung aus der Europäischen Union aus.

Das Angebot enthält zahlreiche Verweise auf Informationen des Europäischen Union, der Bundesregierung und weiterer Einrichtungen sowie Rechtsvorschriften. „Alle Ressorts der Landesregierung haben sich in den vergangenen Monaten immer wieder eng darüber abgestimmt, welche Lebensbereiche vom Brexit besonders betroffen sein werden“, sagt Lucia Puttrich weiter. Das Informationsangebot im Internet ist ein Ergebnis dieser Abstimmungsgespräche und wird zeitnah noch erweitert.

„Wir wissen, dass viele Unternehmen seit langem mit dem harten Brexit planen und so gut wie möglich vorbereitet sind“, sagt die Ministerin weiter. Neben Unternehmen und Universitäten seien aber zum Beispiel auch Schulen und Vereine, die Austausche oder sportliche Begegnungen planten, vom Brexit betroffen. Der einzelne Bürger müsse zum Beispiel wissen, dass sich die Bestimmungen für die Einreise von Haustieren oder die Grenzen der Freimengen ändern, wenn Großbritannien die EU verlässt. Auch der Onlinehandel ist ein Thema: Wenn Kunden bei einem Anbieter in Großbritannien shoppen, wird ab einem gewissen Warenwert künftig Einfuhrumsatzsteuer fällig.

„Wir können die gesetzlichen Regeln nicht ändern, wenn der Brexit kommt“, fasst Europaministerin Lucia Puttrich zusammen. „Wir können die Menschen aber darüber aufklären, was er für sie bedeuten kann.“

For a future-proof financial system as a mainstay for competitiveness and employment in Germany – elements of a policy roadmap

„Deutschland, Europa und die Welt stehen vor einem grundlegenden Wandel, der sich als Herausforderung erweist, die von allen Bereichen der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bewältigt werden muss. Angesichts der globalen Erwärmung ist ein Umdenken unvermeidlich, um die Lebensgrundlagen von rund zehn Milliarden Menschen bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts nachhaltig zu sichern. Die Gestaltung eines solchen Umbruchs wird den Weg in eine klimaverträgliche und nachhaltige gesellschaftliche Ordnung ebnen.“

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EZB-Chefvolkswirt warnt vor „Teufelskreis“

Peter Praet, Vorstandsmitglied und Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, sorgt sich um die Auswirkungen von Unsicherheiten wie Brexit und Italien. In seiner Rede „Preisstabilität im Euroraum erhalten“, die am 20. Februar 2019 beim 11. Finanzplatzfrühstück in der Deutschen Bundesbank vor 100 Gästen stattfand, warnte Praet vor einem Teufelskreis für die Wirtschaft im Euroraum. Das Finanzplatzfrühstück wird von Frankfurt Main Finance gemeinsam mit dem Verband der Auslandsbanken in Deutschland organisiert. Seit 2015 bietet diese Veranstaltungsreihe den Entscheidungsträgern und Vordenkern der Finanzindustrie eine Plattform, um die aktuellsten Themen für den europäischen und globalen Finanzsektor zu beleuchten.

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CFS Index Standardfragen

CFS-Index leicht rückläufig

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, sinkt im vierten Quartal 2018 um 1,2 Punkte auf 112,8 Punkte. Der leichte Rückgang ist auf ein schwächeres Wachstum der Erträge bei relativ konstantem Umsatzwachstum in der gesamten Finanzbranche zurückzuführen. Des Weiteren melden die Dienstleister bei ihrem Investitionsvolumen einen deutlichen Rückgang des Wachstums, der stärker ausfällt als im Vorquartal erwartet wurde, und es werden weniger Mitarbeiter eingestellt. Bei den Finanzinstituten steigt das Investitionsvolumen leicht an, und sie halten die Anzahl der Mitarbeiter entgegen ihren Erwartungen unverändert konstant. Für das laufende Quartal wird jedoch weiterhin mit einem Stellenabbau gerechnet.

„Sind Dienstleister anpassungsfähiger als Banken? Der Jahresvergleich legt diese Folgerung nahe: Während bei Dienstleistern die Sachinvestitionen steigen und zugleich die Mitarbeiterzahl nach unten tendiert, dreht sich der Zusammenhang bei Banken um: Die Investitionsausgaben tendieren nach unten, während der Personalstand gehalten wird. Angesichts der sinkenden Ertragsaussichten wirft dies die drängende Frage bei den Banken auf, wie sie die notwendige Kapazitätsanpassung gestalten werden“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird positiv beurteilt

Ungeachtet der Unsicherheiten über das Brexit-Austrittsabkommen beurteilt die Finanzbranche die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland weiterhin sehr positiv. Im vierten Quartal 2018 steigt der entsprechende Wert leicht um 1,0 Punkte auf 127 Punkte.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Überzeugung, dass der Finanzplatz Frankfurt an internationaler Bedeutung zunehmen wird, herrscht in der Finanzbranche schon geraume Zeit vor und ist wohl begründet. Der jüngste, leichte Anstieg des Index dürfte darauf zurückzuführen sein, dass der Austritt Großbritanniens aus der EU mit jedem Tag näher rückt und zunehmend greifbar wird.“

Umsatzwachstum der Finanzbranche kaum verändert / Ertragswachstum rückläufig

Das Wachstum der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens der Finanzinstitute hat sich im vierten Quartal 2018 kaum verändert. Der entsprechende Sub-Index steigt um 0,1 Punkte auf 112,7 Punkte. Für das laufende Quartal wird wieder ein leichter Anstieg erwartet. Die Umsätze der Dienstleister liegen mit 120,9 Punkten 2,8 Punkte niedriger als im Vorquartal. Es wird erwartet, den aktuellen Stand zu halten.

Das Ertragswachstum der beiden Gruppen entwickelt sich rückläufig. Dabei sinkt der Sub-Index der Finanzinstitute um 3,1 Punkte auf 108,5 Punkte, befindet sich aber immer noch auf einem soliden Stand. Die Dienstleister verzeichnen, wie zuvor erwartet wurde, einen deutlicheren Rückgang um 4,8 Punkte auf 111,5 Punkte. Für das laufende Quartal erwarten beide Gruppen wieder einen leichten Anstieg.

Investitionsvolumen der Finanzinstitute konstant / Stärkerer Rückgang als erwartet bei den Dienstleistern

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Finanzinstitute ist im vierten Quartal leicht um 1,3 Punkte gestiegen und verweilt mit 112,1 Punkten auf einem mittleren Niveau. Für das erste Quartal 2019 wird keine wesentliche Änderung erwartet. Hingegen melden die Dienstleister im vierten Quartal einen deutlichen Rückgang, der stärker ausfällt als im Vorquartal erwartet wurde. Der Sub-Index sinkt entsprechend um 6,7 Punkte auf 112,2 Punkte. Es wird erwartet, diesen Rückgang im laufenden Quartal wieder zu korrigieren.

Trotz erwartetem Stellenabbau halten Finanzinstitute die Anzahl der Mitarbeiter weiterhin konstant / Dienstleister stellen weniger Mitarbeiter ein

Der Mitarbeiter-Sub-Index der Finanzinstitute steigt um 0,4 Punkte und signalisiert wie schon im Vorquartal mit 100,5 Punkten eine neutrale Stimmungslage. Bei den Dienstleistern hat sich, wie zuvor erwartet, das Mitarbeiterwachstum weiter verlangsamt. Der entsprechende Sub-Index befindet sich mit -6,4 Punkten auf 111,5 Punkten aber immer noch auf einem guten Stand. Für das laufende Quartal rechnen die Dienstleister damit, dieses Niveau des Mitarbeiterwachstums halten zu können. Hingegen erwarten die Finanzinstitute weiterhin einen Stellenabbau.

Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und
-bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.