Standort Eschborn – lebenswert und wirtschaftsstark

Mit den Worten „Wirtschaftskraft trifft Lebensqualität“ fasst die Stadt Eschborn die Faktoren zusammen, die sie zu einem attraktiven Standort am Finanzplatz Frankfurt Rhein-Main macht. So überzeugt Eschborn mit einer hervorragenden infrastrukturellen Anbindung, attraktiven Wohngebieten sowie einem reichhaltigen Kulturangebot. Im Interview beschreibt Bürgermeister Mathias Geiger, was für ihn das Leben in Eschborn besonders auszeichnet, und gibt einen Einblick in die Weiterentwicklung der Stadt. Weiterlesen

CFS-Index weiterhin rückläufig

Finanzbranche verzeichnet deutlichen Rückgang des Wachstums des Investitionsvolumens / Finanzinstitute melden steigende Ertragszuwächse bei sinkendem Umsatzwachstum und einen abgeschwächten Stellenabbau

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, sinkt um 2,5 Punkte auf 109,9 Punkte. Damit setzt der Index seinen rückläufigen Trend nun seit einem Jahr fort. Der aktuelle Rückgang lässt sich insbesondere auf eine deutlich schwächere Entwicklung des Investitionsvolumens der Finanzbranche zurückführen. Des Weiteren melden die Finanzinstitute ein vermindertes Umsatzwachstum, welchem jedoch steigende Ertragszuwächse und ein geringerer Stellenabbau entgegenstehen. Auch das Umsatzwachstum der Dienstleister befindet sich auf einem niedrigen Niveau. Zusätzlich melden sie sinkende Ertragszuwächse, welche sich im Vorjahresvergleich auf einem sehr niedrigen Stand befinden. Für das laufende Quartal sind die Dienstleister optimistisch.

„Die Rückgänge bei den Kernindikatoren Umsatz, Ertrag und Investitionen bei insgesamt unveränderter Beschäftigungslage unterstreicht die schwierige Lage der Branche, deren verschlechterte Aussichten nun neben den Banken auch die Dienstleister erfasst hat“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird, wie bereits im Vorquartal, mit -3,7 Punkten weiter konsolidiert, befindet sich aber mit 119,7 Punkten noch auf einem guten Niveau. Der erneute Rückgang liegt in der Einschätzung der Dienstleister begründet. Deren Index-Wert ist um 11,8 Punkte auf 121,8 Punkte gesunken. Nachdem die Einschätzung der Finanzinstitute im ersten Quartal stark rückläufig war, haben sie diese nun wieder nach oben korrigiert. Deren Sub-Index steigt um 4,4 Punkte auf 117,6 Punkte. Finanzinstitute und Dienstleister liegen nun in Ihrer Einschätzung nahe beieinander.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die gegenläufigen Bewegungen bei Finanzinstituten und Dienstleistern scheinen mir Beleg für eine abwartende Haltung zu sein. Wahrscheinlich wissen wir erst nach dem 31. Oktober als dem nächsten möglichen Brexit-Tag, wohin die Reise geht.“

Umsatzwachstum der Finanzinstitute rückläufig

Das Wachstum der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens der Finanzinstitute hat sich im zweiten Quartal rückläufig entwickelt. Der entsprechende Sub-Index sinkt um 3,0 Punkte auf 112,0 Punkte. Es wird mit einem weiteren leichten Rückgang für das laufende Quartal gerechnet. Die Umsätze der Dienstleister bleiben mit 110,9 Punkten nahezu konstant auf dem niedrigen Niveau des Vorquartals (-0,3 Punkte), wobei sie für das laufende Quartal unverändert optimistisch sind.

Deutliche Ertragszuwächse der Finanzinstitute / Sinkende Ertragszuwächse der Dienstleister bei positiven Erwartungen für das laufende Quartal

Die Ertragszuwächse der Finanzinstitute haben sich im zweiten Quartal, wie zuvor prognostiziert wurde, positiv entwickelt. Der Sub-Index steigt um 3,4 Punkte auf 104,4 Punkte. Hingegen sinkt der Sub-Index der Dienstleister um 3,7 Punkte und befindet sich im Vorjahresvergleich (-24,2 Punkte) mit 103,5 Punkten auf einem sehr niedrigen Stand. Für das laufende Quartal sind die Dienstleister, wie auch bei den Umsätzen, unverändert optimistisch. Die Finanzinstitute erwarten einen Rückgang der Ertragszuwächse.

Wachstum des Investitionsvolumens der Finanzbranche gesunken

Die Finanzbranche meldet für das zweite Quartal ein gesunkenes Wachstum ihres Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen. Der entsprechende Sub-Index der Finanzinstitute sinkt um 5,8 Punkte auf 106,1 Punkte. Die Dienstleister verzeichnen einen Rückgang um 4,9 Punkte auf 109,9 Punkte. Für das laufende Quartal erwarten die Finanzinstitute einen weiteren leichten Rückgang, die Dienstleister sind optimistischer.

Stellenabbau der Finanzinstitute abgeschwächt / Mitarbeiterwachstum der Dienstleister konstant

Der Stellenabbau der Finanzinstitute hat sich leicht abgeschwächt. Der Mitarbeiter-Sub-Index steigt entsprechend um 2,5 Punkte auf 98,7 Punkte. Für das laufende Quartal wird mit einem nahezu konstanten Niveau des Stellenabbaus gerechnet. Die Dienstleister melden unverändert zum Vorquartal ein konstantes Mitarbeiterwachstum. Der entsprechende Sub-Index verweilt bei 112,4 Punkten. Für das laufende Quartal wird ein leicht ansteigendes Wachstum der Mitarbeiterzahlen erwartet.

BVI-Jahrbuch 2019: Fundgrube für Daten und Fakten zur Fondsindustrie

Das aktuelle Jahrbuch des Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI) ist erschienen. Der Report wirft einen Rückblick auf das Asset Management-Jahr 2018 und liefert Zahlen, Fakten und Perspektiven in erfreulicher Breite und Tiefe.

Der weltweite Wettbewerbsdruck im Asset Management ist 2018 weiter gestiegen. Gebührendruck und Technisierung der Prozesse sind Katalysatoren einer Entwicklung, in der sich die Asset Manager auf ihre globale Wettbewerbsfähigkeit konzentrieren müssen. Welche Leitplanken die EU-Kommission für ihre Arbeit aufstellen wird, ist dem BVI zufolge derzeit noch nicht abzusehen. Das Jahrbuch berichtet ausführlich über regulatorische Herausforderungen für die Asset Management Branche. Unter anderem stehen diese Themen im Fokus des Reports:

  • Nachhaltigkeit: Fondsbranche leistet Beitrag zum Gesamtkonzept
  • Private Altersvorsorge: Riester benötigt neue Impulse
  • Digitalisierung der Asset Management-Branche
  • Brexit: kein Grund zur Panik

Ergänzt werden die Berichte durch einen Rückblick auf die Arbeit des BVIs 2018 sowie eine detailreiche Daten und Fakten-Sammlung. Letztere informiert ausführlich über die Fondsbranche allgemein, Publikumsfonds, Spezialfonds, offene Immobilien Fonds und Geldanlagen.

Deutschland ist bedeutendster Absatzmarkt für Investmentfonds in Europa

Die deutsche Fondsbranche habe sich dem BVI zufolge 2018 in einem schwierigen Marktumfeld gut behauptet. Das verwaltete Vermögen liege bei 3 Billionen Euro, wovon knapp eine Billionen Euro auf offene Publikumsfonds und 1,6 Billionen Euro auf offene Spezialfonds entfallen. Somit sei Deutschland der bedeutendste Absatzmarkt für Investmentfonds in Europa. Insgesamt bieten Gesellschaften aus 39 Ländern in Deutschland Publikumsfonds an.

Weitere Informationen zum Jahrbuch finden Sie auf der BVI-Homepage.

Frankfurt Finance Summit 2019: Navigieren in unsicheren Gewässern

Seit 2011 wird der Frankfurt Finance Summit jährlich am Finanzplatz Frankfurt abgehalten. Unter dem diesjährigen Motto Navigating in uncertain waters kamen am 18. Juni 2019 mehr als 200 hochkarätige Persönlichkeiten der nationalen und internationalen Finanzwelt zusammen und diskutierten die Themen:

  • Finanzplatz Deutschland: Strategien für den Erfolg in rauen Zeiten
  • Künstliche Intelligenz (KI) in der Finanzindustrie: Supermacht vs. Superrisiko, Revolution vs. Phrase
  • Werte verbinden: eine digitale Finanzdrehscheibe für Europa
  • Europa nach der Wahl und vor dem Brexit: Stabilität für funktionierende Märkte sichern

Die Teilnehmer waren Repräsentanten aus einem breiten Spektrum der Finanzdienstleistungsbranche – vorwiegend Entscheider aus Zentralbanken, Börsen, Aufsichtsbehörden, Banken, Versicherungen, Politik, Unternehmen und Wissenschaft.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance, eröffnete den Frankfurt Finance Summit mit einer herzlichen Begrüßung aller Teilnehmenden sowie Referentinnen und Referenten. Nach der anschließenden Willkommensrede durch Dr. Philipp Nimmermann, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, übernahm Dr. Jörg Kukies, Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen, das Wort. Dr. Kukies verwies auf die Notwendigkeit, sich bestmöglich auf alle Brexit-Eventualitäten vorzubereiten. Zwar seien bereits große Erfolge bei der Umsetzung wichtiger Maßnahmen erzielt worden, jedoch sei Europa bisher an einer gemeinsamen Taxonomie gescheitert. Eine europäische Einigung bleibe aber äußerst wichtig für ein nachhaltiges Finanzwesen.

Finanzplatz Deutschland: Strategien für den Erfolg in rauen Zeiten

Während der ersten Podiumsdiskussion wurde bei einer Umfrage an das Auditorium ersichtlich, dass laut Mehrheit der Summit-Teilnehmer die Zukunft des deutschen Bankensektors in Europa liegt. Diese Auffassung teilte auch der Deutschland-Chef von BNP Paribas Paribas Lutz Diederichs. Seiner Meinung nach sei die deutsche Bankenbranche nicht vom Inlandsmarkt abhängig, sondern stark internationalisiert. Auch Prof. Dr. Isabel Schnabel, Professorin für Finanzmarktökonomie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn, bestätigte diese Tendenz. Sie hob die Schwächen der Euro-Struktur hervor und bekräftigte, dass Deutschland in dieser Hinsicht mehr Reformen benötige. Co-Vorstandsvorsitzender der DZ Bank, Cornelius Riese, sprach sich für eine umfassendere Strategie aus. Neben der Marktkapitalisierung seien auch Faktoren wie Kultur und Stakeholder-Interessen wesentliche Metriken zur Beurteilung des Finanzsystems oder eines Finanzinstituts.

Künstliche Intelligenz (KI) in der Finanzindustrie: Supermacht vs. Superrisiko, Revolution oder Phrase

Weiter ging es mit einer Diskussion über den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Finanzindustrie, an der Prof. Dr. Martin Hellmich, Partner bei Deloitte, Carsten Mürl, Director Product Management bei Mastercard, Dr. Holger Rommel, Head Research and Digital Transformation bei ti&m, Vahe Andonians, Senior Lecturer bei der Frankfurt School of Finance & Management, und Chris Boos, Gründer von Arago, teilnahmen. In erster Linie räumte Chris Boos, KI-Pionier aus Deutschland, mit Vorurteilen rund um das Thema auf. Die allgemeine Angst vor der KI sei vollkommen unbegründet. Zwar hätte sich die KI in den letzten fünf Jahren noch rasanter entwickelt als die letzten 50 Jahre zusammen, jedoch würde der Mensch auch in Zukunft nicht von der Maschine dominiert werden. Demnach seien Verständnis und Vertrauen der entscheidende Schlüssel für den Einsatz von KI in der Finanzindustrie.

Werte verbinden: eine digitale Finanzdrehscheibe für Europa

Bei dem anschließenden Powertalk zwischen Prof. Dr. Joachim Wuermeling, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, und Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, wurde der Frankfurter Finanzplatz unter die Lupe genommen. Prof. Wuermeling führte an, dass nach dem Brexit-Referendum ein Wettbewerb zwischen den europäischen Finanzzentren, im Werben um Geschäft, Stellen und Mitarbeiter aus London, ausgelöst wurde. Dabei ging es nicht nur darum, wer ein Stück vom Kuchen bekam, sondern wie groß das sei. Der Finanzplatz Frankfurt müsse entscheiden, ob er eine kooperative oder eine wettbewerbsorientierte Führung übernehmen wolle. Sein Rat wäre, den kooperativen Ansatz zu verfolgen, da durch eine Zusammenarbeit ein größeres Stück vom Kuchen gewonnen werden könne. Außerdem gab sich Wuermeling zuversichtlich, dass Frankfurt fünf Jahre nach dem Brexit die Führung im europäischen Finanzwesen übernehmen werde.

Europa nach der Wahl und vor dem Brexit: Stabilität für funktionierende Märkte sichern

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion befürwortete John Berrigan, stellvertretender Generaldirektor der EU-Kommission, in ähnlicher Weise eine Bankenunion. Dadurch könne die EU auf globaler Ebene an Gewicht zunehmen. Im Hinblick auf den Brexit sollten alle Beteiligten laut Herr Berrigan alles in ihrer Macht Stehende veranlassen, um die Risiken möglichst zu minimieren. Hierzu führte Matthias Graulich, Vorstandsmitglied der Eurex Clearing AG, die Unverzichtbarkeit von Anreizen an, sodass jeder Einzelne motiviert werde, zur Stabilität beizutragen. Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), machte auf die allgemeine Müdigkeit rund um das Thema Brexit aufmerksam. Zwar sei der Brexit sehr komplex und unberechenbar, aber er warnte ebenfalls davor, die Welt nur ausschließlich durch die Linse des Brexit zu betrachten. Es ginge schließlich nicht um London gegen den Rest der Welt. Rückblickend auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre, dürfe laut Felix Hufeld nicht vergessen werden, dass im Finanzsektor auf europäischer Ebene viele wichtige Verbesserungen in einer sehr kurzen Zeit vorgenommen wurden.

Der 9. Frankfurt Finance Summit endete mit einer Zusammenfassung der Kerninhalte des Tages sowie mit dem Schlusswort durch Michael Speth, Mitglied des Vorstands der DZ Bank.

  • Dr. Lutz R. Raettig, Chairman of the Executive Committee, Frankfurt Main Finance e.V

  • Dr. PhilippNimmermann, State Secretary, Hessen Ministry of Economics, Energy, Transport and Housing

  • Dr. Jörg Kukies, State Secretary, Federal Ministry of Finance

  • Prof. Dr. Uwe StegemannSenior Partner, McKinsey & Company, Lutz Diederichs, CEO, BNP Paribas Germany

  • Prof. Dr. Isabel Schnabel, Member of the German Council of Economic Experts, Professor of Financial Economics, University of Bonn

  • Frank Strauß, Member of the Management Board, Head of Private & Commercial Bank, Deutsche Bank

  • Dr. Cornelius Riese, Co-Chief Executive Officer, DZ BANK AG

  • Inken Schönauer, Editor-in-Chief, EURO FINANCE magazin, Chris Boos, CEO & Founder, arago

  • Vahe Andonians, Senior Lecturer, Frankfurt School of Finance & Management, Chris Boos, CEO & Founder, arago, Prof. Dr. Martin Hellmich, Partner, Deloitte, Carsten Mürl, Director Product Management, Mastercard, Dr. Holger Rommel, Head Research & Digital Transformation, ti&m

  • Prof. Dr. Joachim Wuermeling, Member of the Executive Board, Deutsche Bundesbank, Hubertus Väth, Managing Director, Frankfurt Main Finance e.V.

  • Stephan Lutz, Partner, Capital Markets Leader, PwC Germany, John Berrigan, Deputy Director General Directorates B, C, D and E, DG Financial Stability, Financial Services and Capital Markets Union, European Commission, Maria Demertzis, PhD, Deputy Director, Bruegel, Matthias Graulich Member of the Executive Board, Eurex Clearing; Global Head of Fixed Income, Funding and Financing Strategy and Development, Deutsche Börse Group, Felix Hufeld, President, Federal Financial Supervisory Authority (BaFin), Boštjan Jazbec, PhD, Member of the Board and Director of Resolution Planning and Decisions, Single Resolution Board

  • Ram Shoham, Founder of Accelerator Frankfurt and Andreas Glänzel, Managing Director of Frankfurt Main Finance

  • Michael Speth, Member of the Executive Board, FIRM; Member of the Executive Board, DZ BANK

“Navigating in uncertain waters”

Eröffnungsrede von Dr. Philipp Nimmermann auf dem Frankfurt Finance Summit 2019

„Navigating in uncertain waters“ – dies war die Überschrift, unter der der diesjährige Frankfurt Finance Summit stand. Dr. Philipp Nimmermann, Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Transport and Wohnen, adressierte in seiner Eröffnungsrede vier Herausforderungen, die sich aus dieser Überschrift ergeben: Artificial Intelligence, Klimawandel, Nachhaltigkeit und Brexit. Lesen Sie die Eröffnungsrede des Frankfurt Finance Summits 2019 in voller Länge hier:


Dr. Philipp Nimmermann, Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Transport and Wohnen

“The title of today’s summit, „Navigating in uncertain waters“, leaves us plenty of room for discussions. Please allow me to concentrate on three topics: Artificial Intelligence, Climate Change and Sustainability, as well as BREXIT.

Let me start with my personal political guiding principle, which helps me navigate in uncertain waters. It is an adaptation of the ethical imperative, the Austrian born Cybernetician and Physicist, Heinz von Foerster, once formulated. It goes like this: “I shall try to act always so as to increase society’s total number of choices”. But how do we keep our options open or even increase our choices? By remaining open minded and flexible, by not putting all our eggs in one basket, and by thinking in non-linear rather than linear terms.

If uncertainty is high or even increasing, if the world appears to be getting more and more complex, it probably helps to leave beaten tracks and to broaden ones mind, by using a new type of intelligence one has not used before.

So let’s talk about artificial intelligence: In my opinion, artificial intelligence is both a source of uncertainty as well as a method to navigate through uncertain waters. Yes it is true, that we cannot precisely predict how deeply machine learning and self-improving algorithms will actually change the world as we know it. But I do not think that one has to fear this development, at least as long as we share a common consensus that all technology, old or new, should always serve the people. That’s why I actually prefer the term “Augmented Intelligence” over “Artificial Intelligence”.

Machine intelligence can help us better understand big data and complex systems, e.g. by structuring previously unstructured data. By allowing so called “unsupervised machine learning” to help us identify clusters or anomalies we have not identified or thought of before, we can definitely broaden our choices.

So what is the State of Hessen, in this case, the Ministry for Economic Affairs, doing in this respect?

We initiated the foundation of the so called TechQuarter more than two years ago, as a start-up hub, especially for fintechs. This is the corner stone of our startup ecosystem-strategy. The current coalition treaty has also put a special focus on artificial intelligence and technological innovation.

Additional to expanding the TechQuarter, we want to establish a TechCampus with around 20 Professorships. With this lighthouse project, we want to help transforming the already excellent research successes in Hessen into applied technologies and startups.

Together with the TechQuarter and other interested partners, we want to establish an AI- and Big- Data-Lab, where researchers, supervisory bodies and fintech-start-ups can use big-data from various sources to develop and verify machine-learning tools. I am convinced, that this data-lab will significantly strengthen the Frankfurt financial centre.

Let me come to another source of uncertainty: climate change and sustainable development. There might be different views on whether climate change is man-made, or, on which measures are the right ones to slow down this development.

There might even be the question, whether the state should play an active role. But to all the doubters out there: Do you really want to take the responsibility for not having acted in a timely manner? What is your plan B, in case you have been wrong?

As long as we do not discover a Planet B, we should keep our options open or even increase future choices for subsequent generations. Hence, we should do everything possible to keep this planet alive and to foster an environmentally and socially sustainable development throughout the world.

Again, what are we doing in this respect?

With the Ministry for Economic Affairs being responsible, both, for implementing the so-called “Energiewende” in the State of Hessen and for Frankfurt’s role as a leading financial centre, we took an active role in the formation of the Green and Sustainable Finance Cluster Germany.

This cluster is a very important element of our strategy to transform this region in a truly green and sustainable financial centre, by helping to develop a common taxonomy and by defining common standards.

And we have already seen some success:

On a European level, two members of the cluster were selected to be part of the Technical Expert Group on Sustainable Finance, which supports the EU Commission in the implementation of the Action Plan.

On a national level, as recently as two weeks ago, the inaugural meeting of the advisory council on sustainable finance to the German federal government took place, chaired by Karsten Löffler, who is one of our cluster‘s executive directors.

And a few weeks ago, the majority of the state secretaries of the Länder Ministries of Economic Affaires voted in favour of a resolution, introduced by Hessen, which asked the federal government to develop general guiding principles for a sustainable finance sector in Germany.

We are looking forward to further developments in this direction and perhaps Jörg Kukies can elaborate on that subject later on.

Last but not least, there is the BREXIT. Or is it? We are all eagerly awaiting who will lead the UK out of the European Union. But we are prepared: Right after the BREXIT vote, we started an intensive exchange with the financial institutions and the non-financial corporates in Hessen. We traveled abroad to promote Hessen as an excellent business location, supportet by local stake holders and federal representatives such as Jörg Kukies, Sabine Mauderer and Joachim Nagel. Thank you very much again, for your support. I do not think we can do much more on that front. Life after BREXIT is difficult to predict.

But to keep our options open, we should keep our communication channels open and start discussing with our old and new partners in the UK, on how we all can manage the new situation for our mutual benefit.

Before that, I would like to wish you all an inspiring summit and fruitful discussions, which will certainly help us all to navigate in these uncertain waters.”



Titelfoto: © HMWEVW – Oliver Rüther.

Foto im Text: © dfv Euro Finance Group GmbH I Photographer: Axel Gross

Innovations in Credit and Fraud 2019

Christian Bock, Geschäftsführer von CrifBürgel

Christian Bock, Geschäftsführer von CrifBürgel

Am 6. Juni hat CRIF DACH das Expertenforum „Innovations in Credit and Fraud 2019“ in Frankfurt veranstaltet. Im Mittelpunkt des Events standen vor allem die Digitalisierung und Automatisierung im Finanzsektor. Christian Bock, Geschäftsführer von CrifBürgel, gibt im Frankfurt Main Finance Interview einen Einblick in die Veranstaltung.

Herr Bock, welche Trends haben sich in Gesprächen und Diskussionen mit den Experten herauskristallisiert?

Unsere diesjährige Veranstaltung stand unter dem Motto „Innovation. Transformation.. Value creation“. In den Vorträgen und auch bei den Gesprächen untereinander fielen immer wieder die gleichen Wörter: Digitalisierung, PSD2, OCR, Digital Onboarding und vor allem Betrugsbekämpfung. Die Schwerpunkte der Präsentationen lagen auch auf diesen Trends. So zeigte Ludolf Ebner, der CEO von Bankenscore, die bonitätsbasierte Unternehmensfinanzierung im Zeitalter von PSD2. Ebner erläuterte, wie Bankenscore den Kreditprozess in einer offenen digitalen Bonitätsplattform umdreht: Dabei gilt die Eigenabfrage der Unternehmen als Startpunkt für verfügbare Kredite. Luca Agnesi von der BMW Bank und Simone Capecchi, Executive Director, CRIF SpA, zeigten die erfolgreiche Zusammenarbeit der BMW Bank und CRIF in Italien auf. Der CRIF-Ansatz reicht dabei vom Digital Advertising über eine OCR-Technologie bis hin zu einer OpenBanking-Plattform. Im vorletzten Vortrag zeigte Prof. Del Re, wie man Dokumente auf Echtheit prüft und sich somit vor Betrug schützt. Der Geschäftsführer von VeriTrust veranschaulichte die Prüfung dabei sehr praxisnah am Beispiel von Lohn- und Gehaltsabrechnungen. Zudem hatten wir noch eine lebhafte Podiumsdiskussion mit dem Titel „Betrug macht klug – sind Betrüger klüger?“. Ob Betrüger tatsächlich klüger sind, konnte dabei allerdings nicht einstimmig geklärt werden.

Wieso hat CRIF DACH den Finanzplatz Frankfurt als Standort für das Expertenforum gewählt? Inwiefern hat das FinTech-Ökosystem im Rhein-Main-Gebiet die Standortwahl des Events beeinflusst?

Eine unserer Hauptzielgruppen ist die Banken- und Finanzbranche. Frankfurt hat sich durch die hohe Konzentration von Unternehmen der Finanzbranche als der führende Finanzplatz in Deutschland etabliert und zählt zu den wichtigsten Finanzzentren weltweit. Daher ist Frankfurt für unser Event auch in den kommenden Jahren gesetzt. Natürlich ist Frankfurt auch einer der größten FinTech-Standorte in Deutschland. CRIF wurde zum sechsten Mal in Folge in das prestigeträchtige IDC FinTech Ranking aufgenommen, wobei wir 2018 in der globalen Rangliste den 35.  Platz einnahmen. Die Nähe zum FinTech-Ökosystem ist damit fast schon Pflicht.

Unter anderem ging es in der Veranstaltung auch um die Digitalisierung von Compliance-Lösungen. Vor welchen Herausforderungen stehen RegTechs in Zukunft?

RegTechs haben das Ziel die regulatorische Compliance von Finanzdienstleistern zu unterstützen und zu optimieren und zudem für eine Reduzierung der Kosten zu sorgen. Sie benötigen ein gewisses Maß an Flexibilität und müssen schnell agieren. RegTechs mit der Spezialisierung auf Compliance-Lösungen sollten die Übersicht und Zusammenhänge bestehender und zu implementierender Anforderungen erkennen und überwachen.

Über das Verhältnis von Finanzindustrie und Politik

Beitrag von Dr. Cornelius Riese, Co-Vorstandsvorsitzender der DZ BANK AG. In: Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen vom 1. Juni 2019

In zahlreichen gesellschaftlichen Diskursen wird ein Auseinanderdriften und die Überbetonung des Trennenden in der öffentlichen und medialen Auseinandersetzung beklagt. Dies gilt auch und insbesondere für das Verhältnis von Politik zur Wirtschaft und – in den vergangenen Jahren besonders strapaziert – zur Finanzindustrie. Jeder sollte in seiner Rolle in der Gesellschaft das Verbindende, den konstruktiven Dialog und die gemeinsame Wertebasis stärker betonen.

Um das so zentrale Verhältnis von Finanzindustrie und Politik in Zukunft erfolgreich zu gestalten, hilft ein Blick in die Historie dieser wechselvollen Beziehung – nicht zuletzt deswegen, weil sie seit den Anfängen des Bankgewerbes spannend, gesellschaftlich und wirtschaftlich prägend aber eben auch reich an Missverständnissen und Tragödien gewesen ist.

Antike Wurzeln – Finanzindustrie in den Kinderschuhen

Bereits im antiken Griechenland fungierten Tempel als Lagerstätten des Staatsschatzes und Aufbewahrungsort für Wertgegenstände wohlhabender Bürger. In Tempelnähe siedelten sich Geldwechsler an – die frühen Vorläufer des privatwirtschaftlichen Bankenwesens. Mit zunehmendem überregionalem Handel stieg auch die Nachfrage nach Finanzierungsleistungen. Für Seedarlehen, mit denen Schiffsbesitzer Ware vorfinanzierten, waren damals bis zu 33 Prozent Zinsen fällig.

Die Angemessenheit von Konditionen für Bankgeschäfte zieht sich – unter Überschriften wie Wucherzins, Zinsverordnung und MiFID II – als Diskussionspunkt und Gestaltungsfrage durch die Finanzgeschichte von der Antike bis in die aktuelle Zeit. Trotzdem konnten sich die Vertreter des Bankgewerbes in der Antike oftmals der politischen Unterstützung sicher sein. Diese ermöglichten schließlich wirtschaftliches Wachstum und halfen dabei, den Machtanspruch der Stadtstaaten zu sichern. Eine Vereinbarung, die zumeist auch im mittelalterlichen Europa galt.

„Die Angemessenheit von Konditionen für Bankgeschäfte zieht sich durch die Geschichte.“

Banking im Mittelalter – zwischen Hofbankier und Mitregent

Durch das päpstliche Zinsverbot für Christen stiegen zunehmend jüdische Familien zu den Finanzierern der Händler und Mächtigen des Kontinents auf. Das hatte jedoch seinen Preis. Territorialherren vereinnahmten hohe Steuern und verursachten damit zum Teil auch die hohen Schuldzinsniveaus. Die Nähe zur Politik schützte die jüdischen Bankiers des Mittelalters nicht vor staatlicher Willkür. Wenn Fürsten sich – was häufig vorkam – in ihrer Haushaltsplanung übernommen hatten, wurden die Bankgeschäftstreibenden oftmals einfach aus der Stadt vertrieben. Dies war auch der Beginn einer prägenden und oftmals tragischen Verknüpfung von Glauben und Beruf.

Im 14. und 15. Jahrhundert entdeckten italienische Bankiersfamilien wie die Peruzzi, Bardi und Medici die Realpolitik für sich: Sie unterhielten nicht nur in allen wichtigen europäischen Städten Filialen und betätigten sich als Mäzene; darüber hinaus finanzierten sie auch den Papst und die Kriege zahlreicher Königshäuser. Auch damals war Staatsfinanzierung nicht risikofrei: So weigerte sich Eduard III. von England schlicht, seine Schulden zurückzuzahlen – was für manche der Florentiner Bankhäuser im Bankrott endete.

Der in Heidelberg geborene Bankier Joseph Süß Oppenheimer wurde hingegen gleich selbst Politiker und unter Herzog Karl Alexander Finanzminister Württembergs – finanz- und geldpolitisch aus heutiger Sicht wohl eher den Falken als den Tauben zuzuordnen. Nach dem Tod des Herzogs war es mit der politischen Karriere allerdings schnell vorbei: Oppenheimer endete nach einem Schauprozess am Galgen.

„Auch im 14. und 15. Jahrhundert war Staatsfinanzierung nicht risikofrei.“

Langfristig erfolgreicher war die aus Frankfurt stammende Familie Rothschild. Zunächst aktiv in der Finanzierung des hessischen Landgrafen wurde sie später zum Partner Englands im Kampf gegen Napoleon und entwickelten durch ihre Finanzkraft enormes politisches Gewicht. Hierbei bewiesen sich die Bankiers auch als Früh-Globalisierer.

Industrialisierung – Entstehung des modernen deutschen Bankensystems

Die Dominanz der Privatbankiers nahm mit Beginn der Industrialisierung ab. Mit dem Aufkommen der kapitalintensiven Wirtschaft gewannen vielmehr aktienbasierte Banken an Bedeutung. Im Februar 1870 entstand das Vorgängerinstitut der Commerzbank und im März die Deutsche Bank. Deren Gründung lag auch eine politisch-instrumentelle Motivation zugrunde. Für Bismarck stand der Wunsch, die Finanzierung des deutschen Außenhandels unabhängig von ausländischem Kapital zu gestalten, im Vordergrund. In diese Phase – wenn auch deutlich vor Gründung der beiden deutschen börsennotierten Großbanken – fallen auch die Ursprünge der Genossenschaftsbanken. Sie bildeten eine Art Gegenentwurf zu den Financiers der Mächtigen.

„Die Dominanz der Privatbankiers nahm mit Beginn der Industrialisierung ab.“

Weite Teile der Bevölkerung gehörten zu den Verlierern der Industrialisierung. Eine Missernte reichte, um die Bauern in Existenznöte zu stürzen und ganze Dörfer hungern zu lassen. Friedrich Wilhelm Raiffeisen, einer der prägenden Vordenker der Genossenschaftsidee, gründete in dieser Zeit ein Backhaus, das Brot billiger anbot und Zahlung auf Kredit ermöglichte. Die Genossenschaftsbewegung bildete eine der wesentlichen Säulen bei der Lösung der sozialen Frage des 19. Jahrhunderts und hat bis heute eine zentrale Funktion im gesellschaftlichen Leben.

Wirtschaftskrise und Weltkriege – Systemrelevanz und Erfüllungsgehilfe

Mit der Weltwirtschaftskrise Anfang des 20. Jahrhunderts veränderte sich die politische und gesellschaftliche Wahrnehmung der Banken grundlegend. In der 1928 uraufgeführten Dreigroschenoper stellt Berthold Brecht die bekannte Frage: „Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“. Selbst Carl Fürstenberg, ein bekannter Bankier dieser Zeit, hält damals doppeldeutig fest: „Als erstes im Bankwesen lernt man den Respekt vor Nullen.“

Aus der internationalen Vernetzung des Bankgeschäfts ergaben sich damals Ansteckungseffekte. Das Bankensystem zeigte seine Verwundbarkeit. Es überrascht nicht, dass in dieser Phase auch die Anfänge der Bankenregulierung liegen und 1934 das erste Kreditwesengesetz in Deutschland erlassen wurde. Es entwickelte sich ein Bewusstsein für die Probleme der Systemrelevanz des Bankensektors und einzelner Häuser. Das nationalsozialistische Regime stand den Banken – auch unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise – stets misstrauisch gegenüber. Die deutschen Banken mögen im Dritten Reich eine überwiegend instrumentelle Rolle gespielt haben; gleichzeitig profitierten sie jedoch durch Enteignungen jüdischen Vermögens und die Ausbeutung von Sparern zum Zwecke der Aufrüstung massiv vom Unrecht. Auch die Bankenbranche hat eine moralische Schuld in den Büchern.

Die Nachkriegszeit begründete wiederum einen Neuanfang zwischen Politik und Bankgewerbe. Konrad Adenauer vertraute auf Hermann Josef Abs von der Deutschen Bank als Finanzberater und als deutscher Verhandlungsführer in der Regelung der Auslandsschulden und der Reparationszahlungen, die Deutschland nach dem Krieg leisten musste. Damit hatte er entscheidenden Anteil daran, das Fundament für den Wiederaufbau Deutschlands und die Rückkehr in die Staatengemeinschaft zu legen.

In Zeiten des Wirtschaftswunders wurden Banken zu treibenden Kräften des Aufschwungs; das Verhältnis zur Politik entwickelte sich zunehmend konstruktiv. Mit dem Erstarken liberaler Wirtschafts- und Politikansätze, der Deregulierung der internationalen Finanzmärkte und ihrer zentralen Rolle in der Orchestrierung der Deutschland AG nahm die Bedeutung des Bankensektors in Deutschland nochmals zu.

In den neunziger Jahren wirkten weitere Trends auf das Bankensystem – die Globalisierung der Finanzmärkte, die stärkere Shareholder-Orientierung in der Unternehmensführung und die Konsolidierung der Branche. Aus Selbstbewusstsein wurde oftmals Überheblichkeit. Terminologische Relikte sind in Erinnerung geblieben, seien es „Peanuts“ oder „Gottes Werk“. Die dienende Funktion der Branche geriet in Teilbereichen – insbesondere im internationalen Kapitalmarktgeschäft – in Vergessenheit.

Die Entfremdung zwischen Politik und Finanzwirtschaft setzte spätestens mit den nun rascher aufeinanderfolgenden Krisen ein. Das galt für die Phase nach dem Crash am Neuen Markt, aber sicher umso mehr nach der Finanzkrise 2007.

Die Krise des Finanzsystems – auch befördert durch die Abwesenheit einer berufsständischen Ethik in Teilbereichen des Sektors – erforderte umfassende Stützungs- und Rettungsmaßnahmen der Staatengemeinschaft. Sittengemälde wie die Filme „The Big Short“, „Margin Call“ oder die Serie „Bad Banks“ zeichnen nun kein besonders schmeichelhaftes Bild des Berufsstands. Ganz unabhängig davon, wie realistisch die Darstellungen sind, spiegelt sich darin auch die öffentliche Meinung über die Branche wider.

Um die ist es nach wie vor nicht gut bestellt: Das Vertrauen der Deutschen in die Banken liegt heute laut dem Umfrageinstitut Gallup mit 44 Prozent nur 4 Prozentpunkte höher als unmittelbar nach der Finanzkrise im Jahr 2009. Das erklärt, warum zwischen Politik und Finanzwirtschaft über längere Zeit Distanz und Sprachlosigkeit – bei einem gleichzeitig umfassenden Aufbau von regulatorischen Institutionen und Instrumentarien – herrschte.

Vier Thesen zur zukünftigen Entwicklung der Beziehungen

Welche Schlüsse lassen sich aus diesem kurzen, anekdotischen Gang durch die Geschichte nun für das zukünftige Verhältnis von Banken und Politik ziehen? Hierbei stehen vier Thesen im Vordergrund.

1. Bankenbranche wird eine Schlüsselindustrie bleiben: Die Finanz- und Bankenbranche ist eine Schlüsselindustrie und wird auch eine solche bleiben. Weder die berühmte Prophezeiung von Bill Gates „Banking wird gebraucht, Banken nicht“, noch die These von Ulrich Cartellieri „Banken sind die Stahlindustrie der neunziger Jahre“ haben sich bisher bewahrheitet und werden es auch künftig nicht tun. Banken wird in ihrer dienenden Funktion für die Wirtschaft auch zukünftig eine zentrale Rolle zukommen. Gerade für ein mittelständisches und dezentral geprägtes Wirtschaftssystem wie das deutsche ist eine leistungsfähige Bankenlandschaft mit Beratungen und Lösungen vor Ort zentral für den nachhaltigen Erfolg.

„Die Finanzund Bankenbranche wird eine Schlüsselindustrie bleiben.“

Wichtige wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragen von der Altersvorsorge, über die digitale und Verkehrsinfrastruktur bis hin zur Entwicklung ländlicher Regionen werden die Zusammenarbeit vieler gesellschaftlicher Gruppen, insbesondere auch der Finanzindustrie, erfordern. Gleichzeitig macht der Blick auf die skizzierte historische Entwicklung deutlich, dass die Bankenbranche bei aller Regulierung und Professionalität der handelnden Akteure auch weiterhin gesellschaftliche Systemrelevanz und Potenzial für krisenhafte Erscheinungen birgt.

2. Proportionale Regulierung des Sektors und artverwandter Branchen ist zentrale Gestaltungsaufgabe: Der Bankenregulierung kommt zweifelsfrei eine hohe Bedeutung für die Entwicklung des Sektors zu. In den Jahren nach der Finanzkrise wurden zahlreiche Fortschritte im Hinblick auf die Stabilisierung des internationalen Finanzsystems erreicht. Die regulatorischen Prioritäten der Nach-Finanzkrisenzeit sind abgearbeitet. Im Zuge der weiteren Ausgestaltung muss der Begriff der Proportionalität eine noch zentralere Rolle spielen. Die Artenvielfalt im deutschen Bankensystem insbesondere mit den zahlreichen regional ausgerichteten Banken und Sparkassen ist von hoher Bedeutung. Sie darf nicht durch überbordende regulatorische Anforderungen infrage gestellt werden. Nach zehn Jahren des Auf- und Ausbaus entsprechender Institutionen stellt sich zunehmend die Frage, ob das Parkinson’sche Gesetz nicht an der ein oder anderen Stelle greift: Bürokratien beschäftigen sich selbst und Dritte mit nur begrenztem gesellschaftlichen Nutzen.

„Die Artenvielfalt im deutschen Bankensystem ist von hoher Bedeutung.“

Große Technologiekonzerne in den Blick nehmen

Der Begriff der Proportionalität kann und muss aber noch weiter gefasst werden. „Die Finanz- und Bankenbranche wird eine Schlüsselindustrie bleiben.“ „Die Artenvielfalt im deutschen Bankensystem ist von hoher Bedeutung.“ Digitaler Sonderdruck · Kreditwesen 11 / 2019 5 Durch zunehmende Regulierung und die damit verbundenen Kosten findet eine Abwanderung vieler ursprünglicher Bankgeschäfte zu anderen, nicht oder weniger regulierten Akteuren statt. Zahlreiche strukturierte Finanzierungen erfolgen zum Beispiel überwiegend durch sogenannte Schattenbanken. Eine der nächsten krisenhaften Entwicklungen könnte an dieser Stelle ihren Ursprung nehmen.

Auch bezüglich der Bereitstellung von Kundendaten gegenüber anderen Marktteilnehmern und der IT- und Datensicherheit gilt für die Bankenbranche ein umfassender Regelungsrahmen. Hier stellt sich gleichermaßen die Frage der Proportionalität, diesmal jedoch abzielend auf die großen Technologiekonzerne. Ergeben sich aus den Aktivitäten dieser Unternehmen nicht in viel stärkerem Maße potenzielle Gefährdungen bezüglich der Datensicherheit und einer gesellschaftlich problematischen Datenmonopolisierung? Hier müsste aus politischer Sicht und im gesamtgesellschaftlichen Interesse mit gleichem intellektuellen und gesetzgeberischen Ressourceneinsatz agiert werden.

3. Ethische Standards in der Unternehmensführung – Selbstverpflichtung als Chance für Banken: Alle Regulierung und Governance können ein gutes Wertegerüst in der Unternehmensführung von Banken nicht ersetzen. Eine nachhaltige Unternehmenskultur, die Orientierung an den Interessen sämtlicher Stakeholder des Unternehmens und die Einbindung in die Gesellschaft sind hierbei zentrale Pfeiler. Sie sind in manchen Bankenorganisationen – beispielsweise der genossenschaftlichen – bereits heute stärker verwurzelt als in anderen. Letztendlich führt an einer Selbstverpflichtung auf entsprechende ethische Standards in der Bankbranche kein Weg vorbei.

„An einer Selbstverpflichtung auf ethische Standards führt kein Weg vorbei.“

4. Zusammenarbeit und Austausch zwischen Finanzindustrie und Politik muss wieder stärker institutionalisiert werden: Der institutionalisierte Austausch und die Zusammenarbeit – sei es mit Verbänden oder einzelnen Instituten – ist von hoher Bedeutung. Das gilt für die nationale und europäische Ebene ebenso wie für den Finanzplatz Frankfurt. Historisch konnte eine gewisse Pendelbewegung aus Nähe und Distanz konstatiert werden, sicher mit einem absoluten Tiefpunkt nach der Finanzkrise. Umso positiver ist es, dass gerade in jüngerer Zeit die gegenseitige Sprachlosigkeit einem intensiveren Miteinander gewichen ist. Hierauf sollte aufgebaut werden. Eine personelle Durchlässigkeit in beruflichen Laufbahnen zwischen Finanzindustrie und Politik kann hierbei förderlich sein – das amerikanische oder französische Modell sollten jedoch nicht Pate stehen.

Konstruktives Verhältnis und eine gemeinsame Verantwortung Der Gang durch die wechselhafte Geschichte der Beziehung zwischen Finanzbranche und Politik verdeutlicht nicht nur eine spannende Dynamik über die Jahrhunderte hinweg. Er erinnert auch an die gemeinsame Verantwortung, diese für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung so zentrale Beziehung konstruktiv zu gestalten – nicht allein verstanden als Aufruf an die Gegenseite, sondern vielmehr als Erinnerung an den eigenen Beitrag. Dazu gehört nicht zuletzt die Bereitschaft, sich mit den wechselseitigen Perspektiven auch wieder stärker inhaltlich auseinanderzusetzen und nicht nur die Diskussion, sondern den Dialog zu suchen. Denn daraus erwächst letztlich die Chance für ein neues Verständnis und konstruktives Verhältnis, das in aller Interesse sein muss.

 

* Der Beitrag basiert auf einem im Mai 2019 gehaltenen Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe der studentischen Initiative FS Economy & Politics an der Frankfurt School of Finance & Management.

 

Dr. Cornelius Riese

Dr. Cornelius Riese Co-Vorstandsvorsitzender, DZ BANK AG, Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main

Dr. Cornelius Riese
Co-Vorstandsvorsitzender, DZ BANK AG, Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main

Im Verhältnis von Politik zur Wirtschaft und nach der jüngsten Finanzkrise ganz besonders zur Kreditwirtschaft registriert der Autor über viele Jahre eine gewisse Sprachlosigkeit sowie eine Überbetonung des Trennenden und erst in jüngster Zeit durch ein stärkeres Miteinander wieder eine stärkere Annäherung. Angefangen von den antiken Wurzeln über das Mittelalter und die Zeit der Industrialisierung skizziert er die verschiedenen Phasen bis hin zu den Entwicklungen vor und nach der jüngsten Finanzkrise. Vor dem Hintergrund dieses Gangs durch die Geschichte formuliert er vier Thesen für das zukünftige Verhältnis von Banken und Politik. In der Branche selbst sieht er auch in Zukunft eine Schlüsselindustrie, legt aber regulatorisch großen Wert auf eine zeitgemäße Umsetzung des Proportionalitätsgedankens, der auch die branchennahen Technologiekonzerne und den Umgang mit Kundendaten umfassen sollte. Großen Wert legt er zudem auf ein gutes Wertegerüst in der Unternehmensführung von Banken und appelliert an die gemeinsame Verantwortung von Finanzindustrie und Politik für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung. (Red.)

 

 

 

 

 

 

Dieser Beitrag wurde Frankfurt Main Finance freundlicherweise lizenzfrei vom Knapp-Verlag zur Verfügung gestellt.

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Titelbild Sustainable Finance Konferenz

Der EU Action Plan on Sustainable Finance: Notwendige Standardisierung oder Überregulierung?

Das Deutsche Aktieninstitut präsentierte Mitte Mai im Rahmen seiner Konferenzen mit hochkarätigen Referenten und Podiumsteilnehmern eine vielfältige Sicht auf den EU Sustainable Finance Action Plan und die damit verbundenen „Anforderungen und Chancen für Unternehmen und institutionelle Investoren“.

Die EU-Kommission will mit ihrem Aktionsplan Financing Sustainable Growth das nachhaltige Finanzwesen stärken und eine nachhaltige Unternehmensführung unterstützen. Zentrale Punkte der europäischen Gesetzgebungsinitiative sind dabei eine Nachhaltigkeits-Taxonomie, Standards für Grüne Anleihen und die Weiterentwicklung der Klimaberichterstattung von Unternehmen. Diese Aspekte standen auch im Mittelpunkt der Konferenz, die am 13. Mai unter Beteiligung hochrangiger Experten aus Industrie und Finanzwirtschaft, Wissenschaft und dem Bereich der NGOs sowie der Politik über Ziele, Wege, Chancen und Risiken diskutierten.

Auf dem Weg in eine Nachhaltige Finanzwelt

Bereits in der von Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts, moderierten Einstiegsdiskussion von Thomas Kusterer, Finanzvorstand der ENBW, und Michael Schütze, Managing Director bei Allianz Global Investors wurde deutlich, dass das Thema „Nachhaltigkeit“ sowohl in der Real- wie in der Finanzwirtschaft angekommen ist. So bestätigte Schütze, dass gerade institutionelle Investoren mehr und mehr für die Implementierung von ESG-Kriterien ein echtes Interesse zeigten. Und auch der Realwirtschaft sei bewusst, dass nicht zuletzt aus ökonomischen Gründen die Beachtung von ESG-Kriterien beim unternehmerischen Handeln in den Fokus rücken müssen, so Kusterer. Von der neuen EU-Regulierung, allen voran der Taxonomie, erwarten sich beide Seiten vor allem mehr Transparenz und Klarheit. Risiken sieht man in der Gefahr einer Überregulierung.

Unterschiedliche Ambitionen bei EU und Bundespolitik

Mit viel Engagement und Leidenschaft für das Thema, berichtete im Anschluss Martin Spolc, Head of Unit Sustainable Finance der Europäischen Kommission, über den Stand des Action Plan, die Ziele sowie die nächsten Schritte. Er hob dabei drei zentrale Ziele hervor: 1. Die Lenkung von Kapitalströmen, 2. Nachhaltigkeit in den Mainstream des Risikomanagements zu befördern und 3. Die Förderung von Transparenz und Langfristigkeit in der Kapitalanlage. Bis Mitte Juni 2019 soll der finale Report der Technical Expert Group vorliegen und bis Ende des Jahres die Implementierung einer rechtlich verbindlichen Taxonomie starten. Alles Weitere liege dann in den Händen der neuen Kommission. Die Vertreterinnen der Bundespolitik äußersten sich dagegen in Bezug auf die geplante Taxonomie deutlich zurückhaltender. So betonte Dr. Eva Wimmer, Leiterin Finanzmarktregulierung im Bundesfinanzministerium unter der Fragestellung „Deutscher Aktionsplan zu Sustainable Finance?“, dass es v.a. auf Ausgewogenheit ankomme – simples Schwarz-Weiß denken sei nicht zielführend – und man sich Zeit lassen müsse, damit die Regelungen auch nachhaltig wirken könnten. Bettina Stark-Watzinger, MdB und Vorsitzende des Finanzausschusses des Deutschen Bundestags, betonte im folgenden Panel zur Frage nach der Klassifizierbarkeit nachhaltiger Wirtschaftstätigkeit, dass es sich um ein „sehr komplexes Thema“ handle und die Finanzmärkte hier nur dienende Funktion einnehmen könnten: „Die Umweltpolitik gehört ins Umweltministerium.“ Zudem favorisiere sie eine Konsolidierung der bereits vorhandenen Lösungen gegenüber einer neu auszuhandelnden Taxonomie auf europäischer Ebene.

Möglichkeiten der Klassifizierung, Offenlegung und Green Bonds

Einig war man sich auf dem Panel zur Taxonomie, dass von Karsten Löffler, Co-Head des Climate Finance Centre der Frankfurt School of Finance & Management geleitet und durch Stefan Haver, Head of Corporate Responsibility Evonik Industries, und Dr. Matthias Schmidt, Head of ESG beim Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland komplettiert wurde, dass es in erster Linie auf die Anwendbarkeit der Taxonomie ankomme. Hierzu müssten auch die vorhandenen Erfahrungen der Industrie miteinbezogen werden, hob Haver hervor. Ein möglicher Weg Nachhaltigkeit zu klassifizieren und messbar zu machen, wäre eine wie auch immer geartete CO2-Bepreisung, die dann über den Eingang in die GuV auch transparent gemacht würde, so der Vorschlag des Wirtschaftsprüfers.

Nach der Mittagspause diskutierten Nico Fettes, Head of Climetrics Ratings CDP Europe, Dr. Klaus Hufschlag, Senior Vice President Finance Business Intelligence & Analytics Deutsche Post DHL Group, und Dr. Thomas Schmotz, Technical Director des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee, über die Offenlegung klimabezogener Aspekte. Nico Fettes berichtete, dass Großanleger zunehmend bei ihrem Abstimmungsverhalten auf ESG-Aspekte achten und die Bedeutung dieser an den Kapitalmärkten wachse. Als Hemmnisse bei der Nutzung von ESG-Information gelten nach einer Umfrage des CFA-Institute mangelnde Quantifizierbarkeit, Vergleichbarkeit, Glaubwürdigkeit und Wesentlichkeit. Einigkeit herrschte darüber, dass die Empfehlungen der im Auftrag der G20-Finanzminister eingesetzten Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) hier eine gute Orientierung bei der Reglung der Offenlegung geben könne und diese in die EU-Vorschläge integriert werden sollten.

Auch auf dem Panel zu den Markterwartungen an die Green Bond-Regelungen, das von Jochen Krimphoff, Deputy Director Green Finance beim WWF moderiert wurde („Wohl das erste Panel zu Sustainable Finance, dass von einem NGO-Vertreter moderiert wird,“ wie Kriphoff hervorhob), herrschte weitgehende Einigkeit: Sowohl Julien Bras, Portfoliomanager bei Allianz Global Investors, als auch Thomas Liesch, Senior Manager Climate Integration Allianz SE und Ingo-Peter Voigt, Senior Vice President / Head of Finance bei EnBW, betonten die Notwendigkeit einer Standardisierung. „Transparenz über den Investitionszweck ist essentiell,“ so Voigt. Darüber hinaus erhöhe eine Standardisierung das Ambitionsniveau der Emittenten, wie Liesch hervorhob. Portfoliomanager Bras verspricht sich vom neuen Standard, dass dieser die Emissionstätigkeit von Unternehmen fördern werde, die bislang noch nicht aktiv seien. Allerdings bedürfe es auch pragmatischer Lösungen, um potentielle Emittenten nicht abzuschrecken.

Modewelle oder Must Do?

„Modewelle oder Must Do?“: v.l. Dr. Bert Flossbach (Flossbach von Storch), Dr. Steffen Hörter (Allianz Global Investors), Andreas Hilka (Pensionskasse Hoechst) und Moderator Dr. Lothar Rieth (EnBW).

Uneinigkeit herrschte dagegen auf dem abschließenden Panel unter Beteiligung von Dr. Bert Folssbach, Mitbegründer und Vorstand von Flossbach von Storch, Andreas Hilka, Mitglied des Vorstands der Pensionskasse der Mitarbeiter der Hoechst-Gruppe, sowie Dr. Steffen Hörter, Global Head of ESG-Strategy bei Allianz Global Investors darüber, ob Nachhaltigkeit nun ein Must-Do oder doch nur eine Modewelle sei. Die große Resonanz der Veranstaltung – der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt – als auch das Momentum, welches das Thema nicht zuletzt durch die Initiative der Europäischen Kommission in Politik, Real- und Finanzwirtschaft ausgelöst hat, zeigen ebenso wie die rasant gestiegene gesellschaftliche Einsicht in die Notwendigkeit zu handeln, dass sich die Finanzindustrie inzwischen intensiv mit dem Thema beschäftigt und letztlich auch ernsthaft auseinandersetzen muss.

Von: Dr. Andreas Jaensch

Eschborn bietet interessantes Themenspektrum – Standortmagazin 2019

Das aktuelle Standortmagazin Eschborn for Business 2019 ist erschienen. Das zweisprachige Magazin, dass das Mitglied von Frankfurt Main Finance jährlich publiziert, fokussiert sich dieses Jahr neben dem Titelthema Pharmazie und Life Science als Wachstumsbranche in Eschborn, auch auf die Veränderungen im Arbeitsmarkt. Azubimarketing und das Aufstreben der Start-ups Szene spielen dabei eine wichtige Rolle.

Pharma & Life Science: Ein leistungsfähiges Gesundheitssystem für ein ausgeglichenes Leben

Die Bedeutung von Pharmazie und Life Science wächst – schon lange ist der Gesundheitssektor ein Haupttreiber technologischer Innovation. In dieser Ausgabe erfahren Sie, warum Eschborn als Wirtschaftsstandort ein zentraler Baustein der Pharma- und Life Science-Aktivitäten in Hessen ist, und was ihn für Unternehmen wie Kaneka Pharma oder Siemens Healthcare Diagnostics GmbH besonders attraktiv macht. „Hessen gehört zu den leistungsfähigsten europäischen Regionen und ist damit auch im internationalen Wettbewerb weit vorne“, sagt Dr. Rainer Waldschmidt, CEO der Hessen Trade & Invest GmbH. Ziel ist es, dieses innovative und wachstumsstarke Bild der Region weiterhin beizubehalten und auszubauen. Weitere interessante Interviews, Reportagen und Events zu diesem Titelthema und den Vorteilen der Stadt Eschborn, finden Sie auf Seite 6 bis 9.

Neben der an Bedeutsamkeit gewinnenden Gesundheitsbranche, sind Nachwuchskräfte und besonders Azubimarketing ausschlaggebende Faktoren für zukunftsorientierte Veränderungen. Dies und die Auswirkungen wirtschaftsräumlicher Vernetzungen werden in der Rubrik Wirtschaft (Seite 20 bis 37) genauer thematisiert. Auch die Start-up-Ökonomie gewinnt an Aufmerksamkeit. Wie die Stadt Eschborn, Frankfurt Main Finance Partner, junge Unternehmen und Arbeitsgeber unterstützt, wird ebenfalls in dieser Rubrik aufgegriffen.

Die Vielfältigkeit der Stadt Eschborn

Das Magazin bietet weitere vielschichtige Themen: Wie sich die Vereinbarkeit von Familienleben und Karriere in Eschborn gestalten lässt und welche Verbesserungen Bürgermeister Mathias Geiger in der neuen A66-Abfahrt sieht, wird näher auf den Seiten 36 bis 47 behandelt.

Auch das Thema Freizeitbeschäftigungen deckt die Eschborn for Business 2019-Ausgabe ab: Erfahren Sie mehr über Restaurant-Empfehlungen oder Sport-Tipps in den folgenden Artikeln der aktuellen Ausgabe

  • „Sport-Events für die ganze Familie“ – Das hält die ganze Familie auf Trapp
  • „Cosy Places, Ideen für die Mittagspause“ – Interessante Locations, leckeres Essen
  • „Mit dem Jobrad. Ohne Stau“ – Ein günstiges Hightechfahrrad, auch für die Freizeit
  • „Zuschauer aus aller Welt live dabei“ – Der Radklassiker Eschborn-Frankfurt

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CFS-Index konsolidiert auf hohem Niveau

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, sinkt um 0,4 Punkte auf 112,4 Punkte. Der im Ergebnis leichte Rückgang ist differenziert zu betrachten. Das Umsatzwachstum der Finanzinstitute entwickelte sich im ersten Quartal positiv. Hingegen melden die Dienstleister hier einen starken Rückgang bei unverändert positiven Erwartungen für das zweite Quartal. Die Ertragszuwächse der Finanzbranche verliefen im ersten Quartal rückläufig, jedoch besteht auch hier ein anhaltender Optimismus für das laufende Quartal. Das Wachstum des Investitionsvolumens der Finanzinstitute bleibt konstant, die Dienstleister melden einen Anstieg. Wie zuvor erwartet, haben die Finanzinstitute im ersten Quartal Stellen abgebaut und erwarten weitere Reduzierungen im zweiten Quartal. Hingegen melden die Dienstleister einen leichten Anstieg des Mitarbeiterwachstums.

„Ein insgesamt leicht positiver Produktivitätstrend in der Finanzbranche zeigt sich in der Verbindung von stabilen Investitionen und Mitarbeiterzahlen bei zugleich steigenden Umsätzen und Erträgen“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland konsolidiert auf hohem Niveau. Der entsprechende Wert sinkt um 3,6 Punkte auf 123,4 Punkte. Dieser Rückgang liegt in der Einschätzung der Finanzinstitute begründet. Der entsprechende Index-Wert dieser Gruppe liegt mit 113,2 Punkten 14,8 Punkte unter dem Niveau des vorangegangenen Quartals. Die Beurteilung der Dienstleister ist hingegen sehr positiv. Deren Sub-Index-Wert steigt um 7,7 Punkte auf 133,6 Punkte.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Der Finanzplatz Frankfurt wird weiter an internationaler Bedeutung zunehmen, so die vorherrschende Meinung am Finanzplatz. Der leichte Rückgang des Index ist die logische Reaktion auf die Verzögerung des Brexit.“

Umsatzwachstum der Finanzinstitute positiv / Starker Rückgang des Umsatzwachstums der Dienstleister, Erwartungen trotzdem unverändert positiv

Die Umsätze bzw. das Geschäftsvolumen der Finanzinstitute und Dienstleister haben sich im ersten Quartal gegensätzlich entwickelt. Der entsprechende Sub-Index der Finanzinstitute steigt um 2,3 Punkte auf 115,0 Punkte und es wird mit weiteren leichten Zuwächsen gerechnet. Die Umsätze der Dienstleister liegen mit 111,2 Punkten deutlich unter dem Niveau des Vorquartals (-9,7 Punkte), wobei jedoch die Erwartungen für das laufende Quartal unverändert sehr optimistisch bleiben.

Ertragszuwächse rückläufig, jedoch anhaltender Optimismus für das laufende Quartal

Die Ertragszuwächse entwickeln sich im ersten Quartal entgegen den Prognosen vom Vorquartal rückläufig. Speziell die Finanzinstitute befinden sich mit dem Rückgang des Sub-Index um 7,5 Punkte auf nun 101,0 Punkte auf einem abgeschwächten Wachstumsniveau, erwarten aber für das laufende Quartal wieder eine positive Entwicklung. Der Sub-Index der Dienstleister liegt mit 107,2 Punkten 4,3 Punkte unter dem Niveau des ersten Quartals. Auch hier bleiben die Dienstleister für das laufende Quartal, wie auch bei den Umsätzen, unverändert optimistisch.

Investitionsvolumen der Finanzinstitute konstant / Dienstleister melden Anstieg

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Finanzinstitute verweilt im ersten Quartal mit 112,0 Punkten kaum verändert (-0,1 Punkte) auf einem mittleren Niveau. Für das zweite Quartal wird ein leichter Rückgang des Wachstums erwartet. Hingegen melden die Dienstleister im ersten Quartal einen Anstieg ihres Investitionsvolumens. Der Sub-Index steigt um 2,6 Punkte auf 114,8 Punkte. Es wird erwartet, dieses Niveau im laufenden Quartal zu halten.

Verstärkter Stellenabbau bei den Finanzinstituten / Leichter Anstieg des Mitarbeiterwachstums bei den Dienstleistern

Wie in den Vorquartalen erwartet wurde, bauen die Finanzinstitute nun Stellen ab. Der Mitarbeiter-Sub-Index der Finanzinstitute sinkt entsprechend um 4,3 Punkte auf 96,2 Punkte. Es wird mit einem weiteren Stellenabbau im zweiten Quartal gerechnet. Bei den Dienstleistern hat sich das Mitarbeiterwachstum leicht positiv entwickelt. Der entsprechende Sub-Index steigt um 0,9 Punkte und befindet sich mit 112,4 Punkten auf einem guten Stand. Für das laufende Quartal rechnen die Dienstleister mit einem weiteren Wachstum.

 

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.