BMF-Monatsbericht August 2020

Im Juli hat der Europäische Rat Eckpunkte für ein EU-Aufbauinstrument und den Mehrjährigen Finanzrahmen der EU beschlossen. Die Beschlüsse markieren einen Meilenstein in der Krisenbewältigung sowie in der politischen Zusammenarbeit der EU. Ziel der Bundesregierung dabei ist, dass Europa geeint und gestärkt aus der Corona-Krise hervorgeht. Die August-Ausgabe wirft ein Schlaglicht auf die Beschlüsse, unter anderem mit einem Interview des Europa-Staatssekretärs Dr. Jörg Kukies.

Zum aktuellen BMF-Monatsbericht August 2020: https://www.bundesfinanzministerium.de/Monatsberichte/2020/08/monatsbericht-08-2020.html.


Der Monatsbericht des BMF beinhaltet aktuelle finanzwirtschaftliche Übersichten und Grafiken zum Bundeshaushalt, zur Kreditaufnahme, zur Konjunkturentwicklung, den Länderhaushalten sowie aktuelle finanzwirtschaftliche Termine.

 

Text und Bild: © Bundesministerium der Finanzen

Fachkonferenz Nachhaltige Geldanlagen ist in Frankfurt

Am 16. September 2020 findet in der Frankfurt School of Finance & Management zum dreizehnten Mal die Fachkonferenz Nachhaltige Geldanlagen in Frankfurt am Main statt. Die Fachkonferenz hat sich als jährlicher Branchenevent für nachhaltig interessierte Anlageberater und institutionelle Investoren etabliert. Weiterlesen

CBRE – Büromarkt Frankfurt Q2 2020

Frankfurter Bürovermietungsmarkt durch Lockdown gebremst; Investmentmarkt mit starkem Halbjahresergebnis

Trends im Überblick:

  • Bürovermietungsumsatz von 103.600 m² im ersten Halbjahr 2020
  • Flächen im kleinteiligen Segment und mit erstklassiger Ausstattungsqualität standen im Fokus – Großtransaktionen blieben im zweiten Quartal aus
  • Im zweiten Quartal waren insbesondere Teilmärkte außerhalb des CBD nachgefragt – unter anderem aufgrund des niedrigeren Mietpreisniveaus
  • Berater stärkste Nutzergruppe, gefolgt von Immobilienunternehmen und der IT-Branche
  • Mietpreisniveau unverändert hoch, Durchschnittsmiete erreicht neuen Spitzenwert
  • Leerstandsrate zum Vorquartal marginal durch freigewordene ältere Flächen und Flächenumnutzungen angestiegen (+0,2 %-Punkte); rückläufig im Jahresvergleich (0,3 %-Punkte)
  • Investmentvolumen mit rund 3,4 Mrd. € (inkl. Wohnen > 50 WE) liegt 14 % über dem Vorjahresniveau; Investitionen in Büroimmobilien um 15 % auf 2,37 Mrd. € angestiegen
  • Büro-Spitzenrendite seit Jahresbeginn stabil bei 2,90 %

Ausblick:

  • Die konjunkturelle Schockstarre konnte unter anderem dank der umfangreichen staatlichen Unterstützungsmaßnahmen überwunden werden. Nach dem massiven Einbruch im ersten Halbjahr deuten mehrere Frühindikatoren darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft im internationalen Vergleich vor einer raschen Erholung steht. Verglichen mit vorherigen Krisen wird sich der Frankfurter Büromarkt durch den vergleichsweise geringen Leerstand und einer zwar gut gefüllten, aber mit einer von hohen Vorvermietungsquoten gekennzeichneten Fertigstellungspipeline als robust erweisen.
  • Aufgrund einiger größerer Flächengesuche auf dem Markt kann im weiteren Jahresverlauf mit einer deutlich dynamischeren Vermietungsaktivität gerechnet werden. Insbesondere kürzlich fertiggestellte Neubauflächen sowie noch im Bau befindliche Projektentwicklungen im CBD treffen nach wie vor auf eine rege Nachfrage. Bis Jahresende befinden sich knapp 253.000 m² in der Projektpipeline, wovon bereits zwei Drittel vom Markt absorbiert wurden. Für 2021 werden mit weiteren 160.100 m² neuen Büroflächen gerechnet, die jedoch bereits zu 84 % vorvermietet bzw. eigengenutzt sind. Dementsprechend erwartet CBRE im weiteren Jahresverlauf zunächst eine stabile Entwicklung der Spitzenmiete, während im kommenden Jahr wieder von einem moderaten Mietpreisanstieg ausgegangen werden kann.
  • Die Einführung des 100-Prozent-Homeoffice mit den damit verbundenen Herausforderungen, denen sich Unternehmen und insbesondere deren Mitarbeiter in den vergangenen Monaten stellen mussten, wird langfristig keine Lösung sein – vielmehr werden weiter ausdifferenzierte und flexible Arbeitsplatzlösungen mehr denn je eine entscheidende Rolle bei zukünftigen Anmietungs- und Expansionsentscheidungen spielen. Coronabedingte Abstandsregelungen könnten zu einem kurzfristigen Anstieg des Flächenbedarfs je Mitarbeiter führen.
  • Durch das weiterhin starke Investoreninteresse und der im Markt reichlich vorhandenen Liquidität dürfte die Investitionsdynamik am Frankfurter Immobilienmarkt in der zweiten Jahreshälfte noch weiter zunehmen und zu einem guten Jahresgesamtergebnis führen. Zur Minimierung des Risikos liegt der Fokus bei Investoren weiterhin auf Produkte im Core-Segment.

Den vollständigen Report finden Sie unter: CBRE Frankfurt Büromarkt Q2 2020

 

Text & Bild: © 2020 CBRE GmbH

1250 Jahre Eschborn: Eine Stadt und ihre Geschichten

In einer Urkunde des Klosters Lorsch an der Bergstraße aus dem Jahre 770 schenken zwei Brüder dem Kloster Teile ihres Besitzes in Eschborn. Dies ist die erste urkundliche Erwähnung Eschborns. Es handelte sich um Ackerland, 43 Leibeigene und einen Weinberg. Das zeigt, dass die Stadt bereits zu dieser Zeit eine florierende Siedlung war. Belege dafür sind auch bemerkenswerte archäologische Funde von der Bronzezeit über die Römer und Alamannen bis ins frühe Mittelalter.

1250 Jahre später ist Eschborn ein modernes Handels- und Dienstleistungszentrum in der Metropolregion Frankfurt Rhein-Main und in der Mitte Deutschlands. Die „Skyline“ des Gewerbegebietes Süd steht symbolisch für die Dynamik einer langen wechselvollen und erfolgreichen Geschichte.

Wer mehr über diese wechselvolle Geschichte der Stadt erfahren möchte, findet ein spannendes Videoportrait auf der Website der Stadt Eschborn, unter www.eschborn.de/1250-Jahre.


Perspektiven auf die Stadt

Anlässlich der 1250 Jahrfeier beauftragte die Stadt Eschborn die Frankfurter Filmemacherin Pola Sell, Interviews mit Bürgerinnen und Bürger über ihr Leben in Eschborn und ihre Perspektive auf die Stadt, zu erstellen.

Für die Interviewaufnahmen wurde Ende Juni an den Lieblingsorten der Menschen ein blaues Sofa aufgestellt. So befand sich das „Eschborner Sofa“ stets mitten im öffentlichen Raum: Mal auf dem Eschenplatz, mal im Skulpturenpark Niederhöchstadt oder sogar auf einer Pferdekoppel. Auf ihm erzählen Alteingesessene, Zugezogene, eine Kutschfahrerin, ein Stadtplaner, zwei Corona-Abiturienten, ein Pizzariabesitzer und zwei Tankstellenbetreiber von sich und was ihrer Meinung nach Eschborn ausmacht. Das Filmprojekt zeigt, wie vielfältig Eschborn ist und die Menschen, die in dieser Stadt wohnen.

Giovanni Russo_Foto c) Stephanie Kreutzer

Günter Kümmel_Foto c) Stephanie Kreutzer

Die Videos werden ab 15. August 2020 auf der Entdeckerkarte Eschborn veröffentlicht, unter: www.eschborn.de/entdeckerkarte.

Die Entdeckerkarte Eschborn ermöglicht es, die Stadt Eschborn, ihre Orte und Geschichte(n) digital zu entdecken. Ob Kunst im öffentlichen Raum, historische Gebäude, die Geschichte Eschborns oder Lieblingsorte – verschiedene Kategorien laden dazu ein, viel Neues in Altbekanntem zu entdecken.

Sie ermöglicht es alteingesessenen Bürgern, ihr Wissen und ihre Stadtgeschichte(n) oder Lieblingsorte zu teilen, sodass sie vor dem Vergessen bewahrt werden und nicht in Vergessenheit geraten. Neue Bürger erhalten die Möglichkeit, sich über die Stadt zu informieren.


Stadtjubiläum 1250 Jahre Eschborn mit eigenem Logo

Eigens zum Jubiläum hat der Kunst-Leistungskurs der Heinrich-von-Kleist-Schule in Zusammenarbeit mit dem Institut für Gebrauchsgrafik ein eigenes Logo entwickelt. Eine kleine Jury, die aus Lehrern, Politikvertretern und der Kulturreferentin gebildet wurde, hat aus zehn Vorschlägen ihren Favoriten ausgewählt und sich für den Entwurf von Stella Svalina, Tom Barton und Leon Steinbach entschieden.

„Es war keine einfache Entscheidung. Alle Schülerinnen und Schüler haben kreative und originelle Ideen entwickelt und diese professionell präsentiert“, lobte Bürgermeister Adnan Shaikh, der seinerzeit als Schulleiter der Jury angehörte, die jungen Designer.

Das auserkorene Logo eignet sich durch die ansprechende Form, die an ein Wappen erinnert, sehr gut für die Verwendung für Werbe-Artikel. Es ist vielseitig einsetzbar, Schriftzüge können eingebunden und Farben verändert werden. Das Logo zeigt eine differenziert gestaltete Häusergruppe, die eine Verbindung zwischen dem alten Eschborner Ortskern und dem Gewerbegebiet herstellt. Durch eine Trennlinie unterteilt, die den Westerbach symbolisiert, ruht die Stadt auf den Wurzeln eines Baumes, der Esche.

 

Text und Bilder: © Stadt Eschborn und Stephanie Kreutzer

Frankfurt – vertikales Wachstum (City Reports Wohnimmobilien von BNP Paribas Real Estate)

Bekannt für seine Hochhausarchitektur ist Frankfurt schon lange, vor allem im Office-Segment. Jetzt setzt die Stadt neue Maßstäbe: Vertikaler Wohnbau bereichert die Innenstadt. Aber auch horizontal dehnt sich Frankfurt aus. Der neue Wohnmarkt-Report von BNP Paribas Real Estate bietet nicht nur ausführliche Markt-Analysen, sondern auch Best Practices. Über allem steht die Frage: Was bedeutet Wohnen – heute und morgen?

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Jahresbericht Deloitte

„Das Digitale ist Teil unseres alltäglichen Lebens“

Der Jahresbericht von Deloitte gibt neben den reinen Zahlen spannende Einblicke in die Arbeit des Frankfurt Main Finance-Fördermitglieds. „Innovative Ideen werden in Wirtschaft und Gesellschaft Positives bewirken“, sagt Deloitte-CEO Martin Plendl im Vorwort des Berichtes. „Ihr Einsatz ermöglicht es, Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu finden […]. Doch wie können wir den Wandel vollziehen und die Menschen auf diesem Weg mitnehmen? Wir müssen zuhören, hinterfragen, nach- und vordenken und vor allem: uns austauschen. Es braucht Dialog und Resonanz, so auch das Leitmotiv des vorliegenden Jahresberichts.“

Ein Auszug aus den Inhalten des Deloitte-Jahresberichtes:

„Der Radarschirm für Strategen“ – Interview mit Ken Marke, B3i

„Ein KI-Tool schafft die Arbeit von zwei Jahren binnen zwei Minuten.“ Längst übernimmt künstliche Intelligenz (KI) nicht mehr nur vermeintlich simple Tätigkeiten. Das Start-up B3i testet den Einsatz KI-gestützter Zukunftsszenarien und gleicht sie mit der Unternehmensstrategie ab. Ken Marke, ehemaliger Chief Marketing Officer des Unternehmens, spricht im Interview darüber, warum Intuition trotz smarter Technologie immer eine Rolle spielen wird und Firmen keine Jahrespläne mehr brauchen.

„Revolution im Handel“ – Die Zukunft gehört Voice Commerce

Immer mehr Unternehmen bekommen eine „Stimme“ – Sprachassistenten werden unseren Alltag verändern und vereinfachen. Im Jahr 2030 könnte Voice Commerce einen Anteil von 30 Prozent aller E-Commerce-Umsätze ausmachen. Das Deloitte Center for the Long View wirft einen Blick in die Zukunft: Vier unterschiedliche Szenarien beschreiben die Voice-Commerce-Landschaft 2030, und die Marktteilnehmer berichten aus ihrer Sicht von den Auswirkungen.

„Wir demokratisieren künstliche Intelligenz” – Die Deloitte Cognitive Services Platform

Wenn KI-Lösungen für Unternehmen so verfügbar sind wie Apps im App Store, könnte das an der neuen Cognitive Services Platform von Deloitte liegen. Kristiina Coenen und Jan-Niklas Keltsch erklären, wie KI-Modelle Freiraum für den Menschen schaffen und warum es auf Vielfalt ankommt.

„Digitale Nomaden auf neuen Wegen“ – Vier Stories aus der ReDI School

Mangel an digitalen Fachkräften? Fehlende Jobperspektiven für Migranten? Die Berliner ReDI School (Ready for Digital Integration) hat für zwei gesellschaftliche Fragen eine Lösung.

Hier erwerben Geflüchtete IT-Kenntnisse und lernen Programmiersprachen. Sie eignen sich damit genau die am Arbeitsmarkt gefragten digitalen Kompetenzen an. Unterrichtet werden sie von IT-Experten aus Berliner Unternehmen, die ihr Know-how weitergeben und helfen, neue Chancen zu eröffnen. Auch Deloitte bringt sich ein – sei es bei der Zertifizierung als offizieller Bildungsträger, der Weiterentwicklung der „ReDI Connect“-App oder den HR-Summits.

 

Den vollständigen Jahresbericht mit weiteren spannenden Artikel finden Sie auf der Deloitte-Website.

 

The future of investment research

The future of investment research

“The speed of change has never been faster. To keep up, both buy-side and sell-side firms must be ready to take action. But where should you focus your efforts? Together with world-leading investment professionals, [FMF member Refinitiv has] identified three themes that will shape the future of investment research.” Source: refinitiv.com

Find out more about Refinitiv’s research on the future of investment research on refinitiv.com.

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Photo by Dan Dimmock on Unsplash.

Im Home-Office

Wie sieht es aus, wenn Finanzdienstleister, Startups oder die Europäische Zentralbank aus dem Home-Office arbeiten? Wir sind dieser Frage einmal nachgegangen und haben festgestellt, dass die Arbeit aus dem Homeoffice neben Herausforderungen vor allem auch Chancen mit sich bringt. Weiterlesen

CFS-Umfrage zu den „Auswirkungen des Wirecard-Skandals“

Deutsche Finanzbranche sieht erheblichen Reformbedarf bei der deutschen Finanzaufsicht

Eine Umfrage des CFS unter Führungskräften in der Finanzbranche zeigt, dass mehr als 85% der Befragten einen Reformbedarf bei der deutschen Finanzaufsicht sehen. 76% der Teilnehmer plädieren dafür, den Zuständigkeitsbereich der BaFin zu erweitern und dadurch sicherzustellen, dass alle Finanzdienstleistungen in deren Zuständigkeitsbereich fallen.

Weniger eindeutig ist die Haltung der Finanzbranche bei der Frage, ob die bislang auf BaFin und Bundesbank aufgeteilte Bankenaufsicht zusammengeführt werden sollte. Dafür sprechen sich 58% der Befragten aus, gut 36% halten davon nichts.

Der Fall Wirecard wirft auch zahlreiche Fragen zu der Rolle der Wirtschaftsprüfer auf. Bislang unterstützte die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) die BaFin bei der Prüfung der Rechnungslegung kapitalmarktorientierter Unternehmen. Ca. 58% der Teilnehmer der Befragung würden den Aufbau eigener Prüferkapazitäten durch die BaFin begrüßen, um unabhängiger von den Big 4 zu werden.

Schließlich ist die überwiegende Mehrheit der Befragten (rund 70%) davon überzeugt, dass durch den Einsatz neuer Technologien (z.B. Künstliche Intelligenz) die Effektivität der Aufsicht erhöhen könnte.

„Die Finanzbranche plädiert eindeutig für eine Reformierung der deutschen Finanzaufsicht. Im Vordergrund sollten eine Erweiterung der Kompetenzen sowie eine bessere personelle und technologische Ausstattung stehen“, erläutert Professor Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies.

„Dennoch darf man bei aller Aufregung über den Fall Wirecard nicht in Aktionismus verfallen. Ein Bashing der BaFin und des Bundesfinanzministeriums hilft niemandem. Der Sachverhalt ist noch lange nicht aufgeklärt. Erst wenn alle Fakten bekannt sind, kann man die entsprechenden Schlussfolgerungen in einem Reformpaket umsetzen“, so Brühl weiter.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Bei aller berechtigten Kritik in der Causa Wirecard, ist die notwendige Antwort nicht weniger, sondern mehr Digitalisierung. Das gilt gerade auch für die Betrugserkennung und -prävention. Die Corona-Krise ist ein enormer Beschleuniger der Digitalisierung und hat gezeigt, dass der Stand der  Digitalisierung in der Deutschen Finanzwirtschaft, Wirtschaftsprüfung und Aufsicht sehr viel besser ist, als ihr Ruf. Angesichts von Wirecard, gerät das etwas ins Hintertreffen. Nun gilt es, das Momentum zu nutzen. Vom bargeldlosen Zahlungsverkehr, bis zum digitalen Schuldscheinen, vom forensischen Accounting bis zum Reporting an die Aufsicht, in Finanzsektor, Prüfung und Aufsicht ruhen noch erhebliche digitale Potentiale.“


Die Ergebnisse basieren auf einer vierteljährlich vom Center for Financial Studies durchgeführten Managementbefragung unter Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland.

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und -bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten und Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

CFS-Index erholt sich deutlich

Finanzbranche bewertet aktuelle Lage erheblich besser als im Vorquartal / Finanzinstitute melden starkes Wachstum / Werte der Dienstleister weiterhin rückläufig

Der CFS-Index, der vierteljährlich die Verfassung der deutschen Finanzbranche abbildet, steigt um 8,1 Punkte auf 106,9 Punkte. Somit wird nun wieder ein positives Wachstumsniveau über dem neutralen Stand von 100 Punkten erreicht. Dies ist der stärkste jemals gemessene Anstieg seit Beginn der Index-Erhebungen im Jahr 2007. Er folgt unmittelbar auf den stärksten jemals gemessenen Rückgang, der den CFS-Index im Vorquartal unter 100 Punkte rutschen ließ. Die jetzt unerwartet positive Entwicklung basiert auf Umsatz-, Ertrags-, und Investitionszuwächsen und einem geringeren Stellenabbau bei den Finanzinstituten im zweiten Quartal. Jedoch wird die positive Stimmung durch rückläufige Umsatz-, Ertrags-, Investitions- und Mitarbeiterzahlen der Dienstleister ausgebremst. Für das laufende Quartal erholen sich die Erwartung der gesamten Finanzbranche merklich im Vergleich zum Vorquartal.

„Die Finanzinstitute rechnen bei der Geschäftsentwicklung mit dem günstigen V-Szenario und einem milden Verlauf der Kreditausfälle. Mit diesem Optimismus sieht sich die Branche als Teil der Lösung und nicht als drohendes Risiko für die Finanzstabilität“, kommentiert Prof. Dr. Andreas Hackethal, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Bedingt durch die Corona-Krise, wurde die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland im zweiten Quartal stark rückläufig eingeschätzt. Mit nur -0,1 Punkten verweilt der Wert nun auch im dritten Quartal nahezu unverändert auf diesem niedrigen Stand von 111,3 Punkten.

„Die positive Entwicklung des CFS-Index ist das Resultat der schnellen und beherzten politischen Reaktionen auf die Corona-Krise. Die zahlreichen umfassenden Hilfsmaßnahmen und Förderkredite, die unter anderem von der KfW im Auftrag der Bundesregierung aufgelegt wurden, wirken“, erläutert Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V. „Zudem rechne ich mit weiteren positiven Impulsen, wenn die Verhandlungen über den Brexit wieder Fahrt aufnehmen, denn es sollte noch während der deutschen Ratspräsidentschaft zu einer Einigung kommen.“

Finanzinstitute melden positive und Dienstleister rückläufige Umsatz-, Ertrags-, Investitions- und Mitarbeiterzahlen im zweiten Quartal / Finanzbranche ist optimistisch für das dritte Quartal

Anders als zuvor erwartet, melden die befragten Finanzinstitute ein deutliches Wachstum ihrer Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens im zweiten Quartal 2020. Der entsprechende Indexwert steigt um 9,5 auf 121,9 Punkte. Hingegen bewegen sich die Dienstleister mit einem Rückgang um -8,0 Punkte auf 100,5 Punkte nun auf einem neutralen Niveau. Jedoch wurde im Vorquartal erwartet, dass der Rückgang noch viel stärkerer ausfällt. Für das dritte Quartal erwarten die Finanzinstitute einen leichten Rückgang, die Dienstleister sind schon wieder sehr optimistisch.

Die Erträge beider Gruppen entwickeln sich im zweiten Quartal 2020 analog zu ihren Umsätzen. Der entsprechende Sub-Index erreicht bei den Finanzinstituten mit einem Anstieg um 4,5 Punkte einen Wert von 107,8 Punkten und befindet sich nun 3,4 Punkte über dem Stand des Vorjahres. Die Dienstleister verzeichnen einen Rückgang des Ertragswachstums um -8,9 Punkte auf ein jetzt negatives Wachstumsniveau von 97,5 Punkten. Jedoch fällt auch dieser Rückgang immer noch schwächer aus, als zuvor erwartet wurde. Für das laufende Quartal erwarten die Finanzinstitute das positive Niveau zu halten und die Dienstleister erwarten, dass sich das negative Wachstum nicht weiter fortsetzt.

Auch das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Finanzinstitute ist im zweiten Quartal gestiegen, jedoch nicht in dem Ausmaß wie die Umsatz- und Ertragswerte. Der entsprechende Sub-Index steigt um 1,0 auf 102,8 Punkte und liegt nun 3,3 Punkte unter dem Vorjahresniveau. Die Dienstleister melden mit -13,7 Punkten einen extremen Rückgang des Investitionsvolumens auf einen Stand von 94,4 Punkte. Dieser Rückgang fällt deutlich stärker aus als die Umsatz- und Ertragsrückgänge dieser Branche. Für das laufende Quartal bewerteten beide Branchen ihre Lage etwas besser.

Finanzinstitute: Stellenabbau im zweiten Quartal weiter rückläufig /
Dienstleister: Erstmals seit 2009 wieder Stellenabbau

Der seit längerem anhaltende Stellenabbau der Finanzinstitute fällt im zweiten Quartal geringer aus als im Vorquartal. Der Mitarbeiter-Sub-Index steigt entsprechend um 2,3 Punkte auf 97,5 Punkte und liegt nur noch 1,1 Punkte unter dem Vorjahresstand. Die Dienstleister melden, wie im Vorquartal erwartet wurde, erstmals seit dem Jahr 2009 wieder einen Stellenabbau. Der entsprechende Sub-Index sinkt um -6,5 Punkte auf 99,0 Punkte und liegt jetzt 13,4 Punkte unter dem Wert des Vorjahres. Für das laufende Quartal rechnen die Finanzinstitute mit einem leichten Anstieg des Stellenabbaus. Hingegen erwarten die Dienstleister, dass sich die Lage wieder verbessert.


Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und
-bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.