Helaba Finanzplatzstudie 2019

„Frankfurt ist der führende Finanzplatz Kontinentaleuropas und in Europa die Nr. 2 hinter London. Der Brexit-bedingte Umstrukturierungsprozess verbessert seine Positionierung in der Finanzwelt“, schreibt die Helaba über die heute erschienene Finanzplatzstudie 2019 Finanzplatz Frankfurt: Mehr als Brexit. Tatsächlich habe sich der Abstand zwischen dem britischem und dem deutschen Finanzzentrum in den letzten Jahren verringert. Während das Image Londons gelitten habe, konnte Frankfurt im internationalen Standortwettbewerb punkten und an Attraktivität sowie Auslandsbanken hinzugewinnen.

„Schon bald nach dem Referendum hatten wir die These aufgestellt, dass Frankfurt von dem Brexit bedingten Umstrukturierungsprozess im europäischen Bankensektor besonders profitieren könnte“, kommentiert Dr. Gertrud Traud, Chefvolkswirtin und Bereichsleitung Research der Helaba, die Ergebnisse der Finanzplatzstudie 2019, „Dies scheint sich derzeit zu manifestieren: Unsere Brexit-Map der Geschäftsverlagerungen von Banken hat sich über die Jahre schwungvoll entwickelt und insbesondere für das deutsche Finanzzentrum verdichtet.“

Frankfurt hat beruflich wie privat viel zu bieten

Gibt es die Brexit-Banker in Frankfurt wirklich? Und wie ist ihre Sicht auf die Brexit- und Standortentwicklungen? Die Autoren der Helaba Finanzplatzstudie haben einige der Brexit-Banker erstmals persönlich interviewt und untermauern mit den Gesprächen die quantitativen Analysedaten des Reports. Unter anderem wurden die Banker zu den zentralen Gründen befragt, die zur Standortwahl Frankfurts geführt haben. Demnach seinen die Wirtschaftsstärke Deutschlands, die bestehende Bankeninfrastruktur, die vor Ort ansässigen wichtigen Akteure Europas wie zum Beispiel Aufsichtsbehörden und die Börse, der zentral gelegene Verkehrsknotenpunkt sowie die Finanzplatzbedeutung an sich für die Banken entscheidend gewesen. Aus persönlicher Sicht betonten die Befragten, die ausgeprägte Internationalität, die enorme Zeitersparnis, die Attraktivität für Familien, die hohe Lebensqualität sowie die vielfältige Stadtentwicklung.

Finanzplatzakteure sind aufgefordert, an der Attraktivität Frankfurts zu arbeiten

„Während wir für die vorliegende Studie nochmals den Fokus auf den Brexit richten, beobachten wir hinter den Kulissen weiterhin alle Finanzplatzkriterien“, sagt Dr. Gertrud Traud. So habe sich ein wichtiger Standortfaktor – die Stabilität der deutschen Volkswirtschaft – in der Vergangenheit verschlechtert. Frankreich wachse beispielsweise wieder stärker als Deutschland und sei auch weniger von der Abwärtsentwicklung der Industrie betroffen, betont Traud. Alle Akteure seien daher in der Verantwortung kontinuierlich an der Attraktivität des Finanzplatzes Frankfurt zu arbeiten. Die Stadt am Main ist, wie die zahlreichen Interviews mit Brexit-Bankern in Frankfurt gezeigt haben, mehr als eine Brexit-Stadt.

 

Die offizielle Pressemeldung sowie die Möglichkeit zum Download der Finanzplatzstudie 2019 finden Sie auf der Website der Helaba.

 

Titelbild: Helaba

 

 

Interview zum 1. DVFA Geldpolitik Forum mit Ingo R. Mainert, stv. Vorstandsvorsitzender DVFA e.V.

Mit dem anstehenden Wechsel an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) beginnt zumindest personell eine neue Zeitrechnung in der europäischen Geldpolitik. Am 1. November 2019 folgt Christine Lagarde als Präsidentin der EZB auf Mario Draghi.

Einen Tag davor, am 31. Oktober, findet im House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt das 1. DVFA Forum Geldpolitik zum Thema „Die zukünftige Geldpolitik im Euroraum: Neubeginn oder weiter wie gehabt“ statt. Die Agenda der Veranstaltung umfasst die Bereiche

  • Geldpolitik im Spannungsfeld von Strategie und Taktik
  • Finanzstabilität
  • Unabhängigkeit der supranationalen EZB als institutionelle Versuchung sowie
  • Herausforderungen der gegenwärtigen Geldpolitik und zukünftige monetäre Optionen.

Wir haben mit Ingo R. Mainert, CIO Multi Asset Europe von Allianz Global Investors, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DVFA und stellvertretender Leiter der DVFA Kommission Geldpolitik, über die Veranstaltung gesprochen.

Herr Mainert, mit welcher Zielsetzung hat sich die DVFA des Themas Geldpolitik angenommen?

Wenn Geld der Schmierstoff für die Wirtschaft ist, dann ist die Zentralbank die Ölpumpe. Der Einfluss der Geldpolitik auf die Finanzmärkte ist enorm – und zuletzt sogar noch gestiegen! Das sieht man nicht zuletzt an den aktuell negativen Renditen an den Anleihemärkten. Darüber hinaus hat die EZB als supranationale Zentralbank noch eine weitere, nicht zu unterschätzende politisch-soziale Bedeutung: Ihre Geldpolitik hat weitreichende Folgen für das Projekt Europa und damit auch über die Länder des Euroraums hinaus.

Frankfurt ist eine der wichtigsten Städte weltweit, wenn es um Geldpolitik geht. Wie spiegelt sich das innerhalb der DVFA Kommission zur Geldpolitik und konkret auf dem anstehenden Forum wider?

Stimmt. Mit der EZB und der Bundesbank haben gleich zwei institutionelle Schwergewichte am Finanzplatz Frankfurt ihren Sitz. Dies hat naturgemäß auch eine sehr internationale Geschäftsbankenlandschaft zur Folge, wovon wir in der DVFA profitieren. Darüber hinaus lehrt und forscht die Goethe-Universität mit dem House of Finance auf höchstem akademischem Niveau. Frankfurt ist damit ein europäischer Magnet für Finanzmarktexperten, und die hochkarätige Besetzung des 1. DVFA Forums Geldpolitik, auf die wir auch ein bisschen stolz sind, spiegelt dies wider. Mit dieser Expertise und der Themenbreite der Veranstaltung möchten wir der aktuellen geldpolitischen Diskussion Impulse geben. 

Welche Gründe haben Sie bewogen, gerade jetzt das erste Forum zur Geldpolitik ins Leben zu rufen?

Die Zeit war reif. Über die letzten Jahre haben wir eine Zeitenwende bei der Geldpolitik gesehen, und selten zuvor lagen die Meinungen hinsichtlich des richtigen geldpolitischen Kurses derart weit auseinander wie heute. Es wird zunehmend deutlich, dass die Geldpolitik nicht nur finanzielle und ökonomische, sondern auch soziale und verteilungspolitische Folgen hat. In Zeiten eines zunehmenden Populismus kann dies schwerwiegende Folgen haben.

Wenn Sie ein paar Jahre in die Zukunft schauen, was würden Sie mit dem Forum Geldpolitik und der DVFA Kommission Geldpolitik erreichen wollen?

Wir möchten diese Veranstaltung dauerhaft als Branchengipfel etablieren und würden uns freuen, wenn sie für alle an Fragen der Geldpolitik Interessierten zum Pflichttermin würde. Die DVFA Kommission Geldpolitik wollen wir als gewichtige Stimme in der Diskussion um Fragen der Geldpolitik positioniert sehen. Seit ihrer Gründung Ende letzten Jahres sind wir hierbei auf einem guten Weg.

 


Die DVFA Kommission Geldpolitik beschäftigt sich insbesondere mit folgenden Themen:

Die Rolle der Zentralbank

  • Geraten die Zentralbanken unter zunehmenden Einfluss der Politik?
  • Bankenaufsicht in der EZB – Führt die Doppelrolle zu einem Bias in der Geldpolitik?
  • Ist das Inflationsziel noch das richtige Steuerungsinstrument der Geldpolitik?
  • Wie kann die Kapitalmarkt- und Bankenunion den Transfermechanismus zwischen Geldpolitik und Unternehmensfinanzierung verbessern?

Makroökonomische Entwicklungen und langfristige Auswirkungen

  • Gibt es im Ökonomen-Streit um das europäische Zahlungsverkehrssystem „Target2“ konstruktive Lösungen für den Umgang mit dem negativen Saldo zu Lasten der Deutschen Bundesbank
  • Verstärkt die Niedrigzinspolitik die Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen?
  • Werden durch die lockeren Finanzierungsbedingungen Unternehmens-„Zombies“ am Leben gehalten?

Einflüsse neuer Technologien

  • Central Bank Digital Currencies (CBDC) – Wie wirkt das Aufkommen digitaler Währungen auf das Monopol der Zentralbanken und die bestehende Währungsordnung?

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der der DVFA Kommission Geldpolitik.

 

DVFA e.V.: Die Standesorganisation der Investment Professionals in den deutschen Finanz- und Kapitalmärkten mit über 1.400 persönlichen Mitgliedern. Der Verband engagiert sich für die Professionalisierung des Investment-Berufsstandes, erarbeitet Standards und fördert den Finance-Nachwuchs. Der Verband ist international verankert. Er ist Mitglied von EFFAS – European Federation of Financial Analysts Societies mit über 17.000 Investment Professionals europaweit und auch Mitglied bei der ACIIA – Association of Certified International Investment Analysts, einem Netzwerk mit 100.000 Investment Professionals weltweit. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der DVFA.

 


 

Mit welchen Standortvorteilen kann der Finanzplatz punkten? Ein Interview mit Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der Hessen-Agentur

Was ist Unternehmen wichtig, die sich im Zuge des Brexit mit Umzugsgedanken ins Rhein-Main-Gebiet beschäftigen und mit welchen Standortvorteilen kann der Finanzplatz punkten? Diese Frage steht im Fokus unseres Interviews mit Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der Hessen-Agentur. Weiterlesen

Der Finanzplatz Frankfurt begrüßt das Dubai International Financial Centre

Gemeinsam mit dem Verband der Auslandsbanken in Deutschland e.V. veranstaltete Frankfurt Main Finance (FMF) das 14. FinanzplatzFrühstück. Gastgeber war die globale Wirtschaftskanzlei und FMF-Mitglied Norton Rose Fulbright. Im Zentrum der Veranstaltung stand die Finanzplatzinitiative Dubai International Financial Centre (DIFC): Arif Amiri, Chief Executive Officer des DIFC, diskutierte das Thema Driving the Future of Finance and Exploring Opportunities for Growth in the MEASA Region.

Laut Herr Amiri war der Finanzplatz Frankfurt dabei ein wichtiger Stopp auf seiner Roadshow durch Europa, wobei es vorrangig um die Vorstellung Dubais ging – ein führendes globales Drehkreuz. Innovation, Zusammenarbeit und Wachstum seien die Schlüsselelemente für den Erfolg des Finanzzentrums.

Bei der anschließenden Diskussion ging es neben den Fragen zur Förderung einer Akademie in den Bereichen FinTech und Financial Markets vor allem auch um die Vorzüge des Finanzzentrums. So sei die Sandbox Dubai nicht nur ein Türöffner für Unternehmen, sondern ermögliche internationale Kooperationen mit gemeinsamen Gesetzen, mit denen der Rest der Welt vertraut sei.

Rechtshandbuch Cyber Security

Was sind die rechtlichen Aspekte von Cyber-Security?

„Es gibt nur zwei Arten von Unternehmen: Solche, die gehackt wurden, und solche, die noch gehackt werden.“ Mit diesem Zitat des ehemaligen FBI-Chefs Robert Müller aus dem Jahr 2012 beginnt das neu erschienene Rechtshandbuch Cyber-Security. Es wurde maßgeblich von den Anwälten der Sozietät White & Case – Frankfurt Main Finance-Mitglied – verfasst.

Das Rechtshandbuch gibt für das deutsche Recht einen alle relevanten Rechtsbereiche übergreifenden Überblick über die Fragestellungen im Bereich Cyber-Security.  Diese reichen von der Verantwortlichkeit der Geschäftsleitung für Organisationen und Fortbestand des Unternehmens über ‚klassische‘ Compliance-Materien wie Datenschutz und IT-Sicherheit bis hin zu Fragen der Transaktions- und Aufsichtspraxis. Es ist damit gerade für Manager an internationalen Finanzplätzen wie Frankfurt am Main interessant, da diese oft im täglichen Umgang mit Compliance und Cyber-Security-Themen sind.

Ransomware, Malware, DDoS-Attacken, APT-Angriffe oder der CEO-Fraud – alle diese Begriffe sind gängige Formen von Cyber-Attacken. Doch wie sollen Unternehmen dagegen vorgehen bzw., einen Schritt voraus gedacht, wie können sich Unternehmen effektiv dagegen schützen? Mit welchen Kosten sind diese Maßnahmen verbunden und in welchem rechtlichen Rahmen bewegen sich die Unternehmen? Das Rechtshandbuch Cyber-Security beantwortet diese Fragen systematisch, zeigt Fallbeispiele auf, führt Länderberichte an und stellt Unternehmen praxisorientierte Cyber-Security-Checklisten zur Verfügung.

Das sind die Themen des Cyber-Security Ratgebers

Insgesamt gliedert sich das Buch in 16 Kapitel und umfasst die Themenbereiche Gesellschaftsrecht, Merger and Acquisitions, Datenschutz, IT-Sicherheit, Arbeitsrecht, Aufsichtsrecht, Kartellrecht, Vergaberecht, Prozessführung und Haftung, Strafrecht und Versicherungsrecht. Ergänzt werden diese Themenfelder durch drei Länderberichte über die USA, Großbritannien und China sowie Checklisten für Unternehmen zum Thema Cyber-Security.

Cyber-Security-Checklisten bieten praxisorientierte Hilfestellungen

Die Herausgeber des Buches zitieren eine Statistik des Digitalverbandes Bitkom (2018), die davon ausgeht, dass durch digitale Wirtschaftsspionage, Sabotage und Datendiebstahl in den vergangenen zwei Jahren in Deutschland rund 43,3 Milliarden Euro Gesamtschaden entstanden ist. Dieser setze sich aus Imageschäden, Patenrechtsverletzungen, Prozess- und Systemverlusten, Recherchen, Umsatzeinbußen, Rechtsstreitigkeiten, datenschutzrechtlichen Maßnahmen, Erpressungen und sonstigen Schäden zusammen. Zeitgleich seien 2018 rund 800 Millionen Schadprogramme in Deutschland im Umlauf gewesen (Lagebericht 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik). Zudem verweisen die Autoren auf eine McKinsey-Studie, die zeigt, dass nur 16 Prozent der Manager ihre Unternehmen auf Cyber-Risiken gut vorbereitet sehen. An dieser Stelle soll das Buch Managern eine ganz konkrete Hilfestellung bieten und beantwortet Fragen wie: Was sind Anforderungen an das Risikomanagement von Banken, Zahlungsinstituten und Unternehmen mit kritischen Infrastrukturen? Oder: Wie sieht ein Cyber Incident Response Plan aus?

Das Rechtshandbuch Cyber-Security ist im Deutschen Fachverlag, Fachmedien für Recht und Wirtschaft, in Frankfurt am Main erschienen und ist online erhältlich.

Weitere Informationen zum Buch

Rechtshandbuch Cyber-Security

Hrsg.: D. Gabel, T.A. Heinrich, A. Kiefner

Deutscher Fachverlag GmbH, Fachmedien Recht und Wirtschaft, Frankfurt am Main

ISBN: 978-3-8005-0012-3

Jahr: 2019

FinanzplatzFrühstück

FinanzplatzFrühstück mit David Parker vom Bahrain Economic Development Board (EDB)

Das 13. FinanzplatzFrühstück eröffnet wenig bekannte Perspektiven auf das Königreich Bahrain als Finanzplatz, das um junge innovative Unternehmen wirbt.

Auf der Veranstaltung, die erstmals in den Räumlichkeiten der DVFA stattfand, trafen sich Gäste aus den Bereichen Finanzwirtschaft, Medien, Wissenschaft und Forschung. Eingeladen hatten Frankfurt Main Finance und der Verband der Auslandsbanken in Deutschland e.V.. Als Referenten konnte David Parker, Co-Chief Investment Officer von Bahrain Economic Development Board, gewonnen werden.

Herr Parker sprach über Bahrain als unternehmensfreundliche und etablierte Finanzdrehscheibe. Mit einer Gesamtzahl von circa 400 Finanzinstituten hätte Bahrain die größte Konzentration von Finanzinstituten im Golf-Kooperationsrat. Insbesondere im FinTech-Bereich würde Bahrain mit dem ersten und einzigen regulatorischen Sandkasten – ein virtueller Raum, um technologiebasierte innovative Lösungen sicher zu testen – einen Vorreiter der MENA-Region darstellen.

Zudem verwies Parker auf das im Jahr 2018 ins Leben gerufenen Co-working space Bahrain FinTech Bay. Dieser würde junge FinTechs Kooperationspartner und ein internationales Kommunikationsnetzwerk bieten. Auch die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance verstärke, seit des gemeinsamen Memorandum of Understanding (MoU) im Jahr 2018, das genannte internationale Netzwerk.

Bei der anschließenden Diskussion ging es neben Fragen zur Förderung von Talenten aus dem In- und Ausland durch das EDB vor allem auch um die Vorzüge des Finanzzentrums Bahrain, die über die Nähe zur Zentralbank und die innovationsfördernde Haltung Bahrains hinausgehen.

Wirtschaftsstandort Eschborn lockt Startups ins Rhein-Main-Gebiet

Der Finanzplatz Frankfurt Rhein-Main hat einiges zu bieten: Darunter auch ein hervorragendes Startup-Ökosystem. So ist der Wirtschaftsstandort Eschborn ein idealer Nährboden für FinTechs und Startups und zieht immer mehr Unternehmen in die dynamische und internationale Rhein-Main-Region. Im Interview erklärt Dong-Mi Park-Shin, Leiterin der Wirtschaftsförderung der Stadt Eschborn (WIFÖ), warum es so viele innovative Unternehmen und Startups an den Wirtschaftsstandort Eschborn zieht. Weiterlesen

Eschborn im Fokus

Skulpturen, die Börse, eine aufstrebende Kulturszene, Branchenvielfalt und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung: Die Stadt Eschborn liegt im Herzen Hessens und hat einiges zu bieten. In unserer Beitragsserie rund um den Finanz- und Wirtschaftsstandort Eschborn entdecken wir die Stadt aus unterschiedlichen Perspektiven. Matthias Geiger, Bürgermeister Eschborns, wird uns in einem exklusiven Interview einen Einblick in die Lebensqualität der Stadt geben; Dong-Mi Park-Shin, Leiterin der Wirtschaftsförderung Eschborn, diskutiert mit uns, warum es gerade so viele Start-ups nach Eschborn zieht.

Lebensqualität

Was gibt es Schöneres, als an einem Sommerabend ein Konzert unter freiem Himmel zu genießen? Von Juni bis August 2019 veranstaltet die Stadt Eschborn eine Open-Air-Reihe: Jeden Mittwoch geben Bands unterschiedlichster Musikrichtungen ihr Repertoire zum Besten. Open-Air-Theater mit anspruchsvollem Programm gibt es an vier Freitagabenden: Sowohl heitere Komödien als auch musikalisches Kabarett erleben Zuschauende während des Sommers.

Auch tagsüber zieht die Stadt Kulturinteressierte an, die ihre Besuche am Frankfurter Museumsufer gern durch einen Abstecher zur Skulpturenachse Eschborns erweitern. Es ist keine lineare Achse, sondern ein Netz mit verschiedenen Kreuzungspunkten. Je nach Standort wechselt der Blick zwischen der Silhouette der Frankfurter Skyline und dem Taunus. Bereits seit Ende des 20. Jahrhunderts werden in der Stadt moderne Skulpturenparks gezielt als Ausstellungsräume angelegt. Natur und Kultur gehen bei der Schau eine spannende Verbindung ein: Die Standorte verändern sich mit den Lichtverhältnissen der verschiedenen Jahreszeiten. Die Skulpturenachse durchzieht inzwischen das gesamte Stadtgebiet von Eschborn und Niederhöchstadt und schafft neue unverwechselbare Orte: Sie prägt nicht nur das Stadtbild, sondern stellt mit den hier lebenden Menschen einen Dialog her.

Wirtschaft

Insgesamt arbeiten knapp 37.500 Menschen in Eschborn, knapp 7.000 davon im Finanzdienstleistungssektor. Vor allem für junge Finanztechnologie-Unternehmen, die die Nähe zu etablierten Finanzdienstleistern suchen, ist der Finanzplatz Frankfurt Rhein-Main ein Standortvorteil. Unterstützt werden die Gründer durch Acceleratoren, wie das TechQuartier in Frankfurt, oder Initiativen der Städte und Länder. Einen tieferen Einblick in Eschborns Wirtschaft gibt Dong-Mi Park-Shin in unserem Interview.

Neben den Start-ups zeichnet sich Eschborns Wirtschaft durch eine große Branchenvielfalt sowie einen starken Fokus auf eine nachhaltige Entwicklung aus. In diesem Zusammenhang hat Matthias Geiger eine Initiative zur Vermeidung von Lichtverschmutzung in den Magistrat eingebracht, die mehrheitlich beschlossen wurde. Der Beschluss sieht vor, dass eine Gestaltungssatzung über den Umgang mit Kunstlicht sowie städtische Richtlinien zur energiesparenden, klimaschonenden und umweltverträglichen Beleuchtung erarbeitet werden, um Lichtverschmutzung und negative Auswirkungen auf Mensch und Natur zu vermeiden bzw. zu vermindern. Belange von Sicherheit, Umwelt, Funktion und Gestaltung sollen dabei in Einklang gebracht werden. Was das Leben in der Stadt ausmacht und welche Maßnahmen für die weitere Stadtentwicklung geplant sind, wird uns Bürgermeister Matthias Geiger im Interview selbst erzählen.

 

Standort Eschborn – lebenswert und wirtschaftsstark

Mit den Worten „Wirtschaftskraft trifft Lebensqualität“ fasst die Stadt Eschborn die Faktoren zusammen, die sie zu einem attraktiven Standort am Finanzplatz Frankfurt Rhein-Main macht. So überzeugt Eschborn mit einer hervorragenden infrastrukturellen Anbindung, attraktiven Wohngebieten sowie einem reichhaltigen Kulturangebot. Im Interview beschreibt Bürgermeister Mathias Geiger, was für ihn das Leben in Eschborn besonders auszeichnet, und gibt einen Einblick in die Weiterentwicklung der Stadt. Weiterlesen

CFS-Index weiterhin rückläufig

Finanzbranche verzeichnet deutlichen Rückgang des Wachstums des Investitionsvolumens / Finanzinstitute melden steigende Ertragszuwächse bei sinkendem Umsatzwachstum und einen abgeschwächten Stellenabbau

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, sinkt um 2,5 Punkte auf 109,9 Punkte. Damit setzt der Index seinen rückläufigen Trend nun seit einem Jahr fort. Der aktuelle Rückgang lässt sich insbesondere auf eine deutlich schwächere Entwicklung des Investitionsvolumens der Finanzbranche zurückführen. Des Weiteren melden die Finanzinstitute ein vermindertes Umsatzwachstum, welchem jedoch steigende Ertragszuwächse und ein geringerer Stellenabbau entgegenstehen. Auch das Umsatzwachstum der Dienstleister befindet sich auf einem niedrigen Niveau. Zusätzlich melden sie sinkende Ertragszuwächse, welche sich im Vorjahresvergleich auf einem sehr niedrigen Stand befinden. Für das laufende Quartal sind die Dienstleister optimistisch.

„Die Rückgänge bei den Kernindikatoren Umsatz, Ertrag und Investitionen bei insgesamt unveränderter Beschäftigungslage unterstreicht die schwierige Lage der Branche, deren verschlechterte Aussichten nun neben den Banken auch die Dienstleister erfasst hat“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird, wie bereits im Vorquartal, mit -3,7 Punkten weiter konsolidiert, befindet sich aber mit 119,7 Punkten noch auf einem guten Niveau. Der erneute Rückgang liegt in der Einschätzung der Dienstleister begründet. Deren Index-Wert ist um 11,8 Punkte auf 121,8 Punkte gesunken. Nachdem die Einschätzung der Finanzinstitute im ersten Quartal stark rückläufig war, haben sie diese nun wieder nach oben korrigiert. Deren Sub-Index steigt um 4,4 Punkte auf 117,6 Punkte. Finanzinstitute und Dienstleister liegen nun in Ihrer Einschätzung nahe beieinander.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die gegenläufigen Bewegungen bei Finanzinstituten und Dienstleistern scheinen mir Beleg für eine abwartende Haltung zu sein. Wahrscheinlich wissen wir erst nach dem 31. Oktober als dem nächsten möglichen Brexit-Tag, wohin die Reise geht.“

Umsatzwachstum der Finanzinstitute rückläufig

Das Wachstum der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens der Finanzinstitute hat sich im zweiten Quartal rückläufig entwickelt. Der entsprechende Sub-Index sinkt um 3,0 Punkte auf 112,0 Punkte. Es wird mit einem weiteren leichten Rückgang für das laufende Quartal gerechnet. Die Umsätze der Dienstleister bleiben mit 110,9 Punkten nahezu konstant auf dem niedrigen Niveau des Vorquartals (-0,3 Punkte), wobei sie für das laufende Quartal unverändert optimistisch sind.

Deutliche Ertragszuwächse der Finanzinstitute / Sinkende Ertragszuwächse der Dienstleister bei positiven Erwartungen für das laufende Quartal

Die Ertragszuwächse der Finanzinstitute haben sich im zweiten Quartal, wie zuvor prognostiziert wurde, positiv entwickelt. Der Sub-Index steigt um 3,4 Punkte auf 104,4 Punkte. Hingegen sinkt der Sub-Index der Dienstleister um 3,7 Punkte und befindet sich im Vorjahresvergleich (-24,2 Punkte) mit 103,5 Punkten auf einem sehr niedrigen Stand. Für das laufende Quartal sind die Dienstleister, wie auch bei den Umsätzen, unverändert optimistisch. Die Finanzinstitute erwarten einen Rückgang der Ertragszuwächse.

Wachstum des Investitionsvolumens der Finanzbranche gesunken

Die Finanzbranche meldet für das zweite Quartal ein gesunkenes Wachstum ihres Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen. Der entsprechende Sub-Index der Finanzinstitute sinkt um 5,8 Punkte auf 106,1 Punkte. Die Dienstleister verzeichnen einen Rückgang um 4,9 Punkte auf 109,9 Punkte. Für das laufende Quartal erwarten die Finanzinstitute einen weiteren leichten Rückgang, die Dienstleister sind optimistischer.

Stellenabbau der Finanzinstitute abgeschwächt / Mitarbeiterwachstum der Dienstleister konstant

Der Stellenabbau der Finanzinstitute hat sich leicht abgeschwächt. Der Mitarbeiter-Sub-Index steigt entsprechend um 2,5 Punkte auf 98,7 Punkte. Für das laufende Quartal wird mit einem nahezu konstanten Niveau des Stellenabbaus gerechnet. Die Dienstleister melden unverändert zum Vorquartal ein konstantes Mitarbeiterwachstum. Der entsprechende Sub-Index verweilt bei 112,4 Punkten. Für das laufende Quartal wird ein leicht ansteigendes Wachstum der Mitarbeiterzahlen erwartet.