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CFS-Index geht deutlich zurück

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, sinkt im dritten Quartal 2018 um 4,5 Punkte auf 113,9 Punkte. Der deutliche Rückgang ist vor allem auf ein schwächeres Wachstum der Erträge und der Mitarbeiterzahlen der Dienstleister sowie auf einen verminderten Anstieg der Umsätze und des Investitionsvolumens der gesamten Finanzbranche zurückzuführen. Bei den Finanzinstituten steht dem gesunkenen Umsatzwachstum bei neutraler Lage der Mitarbeiterzahlen jedoch ein steigendes Ertragswachstum entgegen.

„Die entgegengesetzte Entwicklung der Erträge bei Banken und Dienstleistern – hier aufwärts, dort abwärts – wirft die Frage nach den Gründen für das gleichförmige Investitionsverhalten auf: Hier wirken sich makroökonomische und politische Unsicherheiten (Brexit, Italien, USA, China) offenbar in erster Linie dämpfend aus“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird weiterhin, wenn auch abgeschwächt, positiv beurteilt.

Die Bewertung der zukünftigen internationalen Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland hatte seit dem Brexit-Votum 2016 historische Höchststände erreicht. Im dritten Quartal 2018 befindet sich der entsprechende Wert mit 126 Punkten zwar noch auf einem guten Niveau, wenn auch deutlich abgeschwächt um -5,3 Punkte.

„Die rückläufige Entwicklung bei der Bewertung der zukünftigen internationalen Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland sieht das Glas halb leer. Tatsächlich konnten in den letzten Monaten auch andere Finanzplätze in der Europäischen Union vom Brexit profitieren. Das scheint die positive Entwicklung in Frankfurt zu relativieren“, kommentiert Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., die Umfrageergebnisse. „Aber genau betrachtet sprechen die Entscheidungen von mehr als 30 Finanzinstituten, ihren Europasitz nach Frankfurt zu verlegen eine klare Sprache: Der Finanzplatz in Frankfurt wird 2019 erheblich an internationaler Bedeutung gewinnen.“

Umsätze der Finanzbranche rückläufig / Ertragswachstum positiv bei den Finanzinstituten und rückläufig bei den Dienstleistern

Wie von den Finanzinstituten im vorangegangen Quartal erwartet wurde, hat sich das Wachstum der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens im dritten Quartal rückläufig entwickelt. Der entsprechende Sub-Index der Finanzinstitute sinkt um 6,1 Punkte auf 112,7 Punkte. Die Umsätze der Dienstleister liegen mit 123,7 Punkten 5,3 Punkte niedriger als im Vorquartal. Beide Gruppen rechnen mit einem weiteren leichten Rückgang für das laufende Quartal.

Das Ertragswachstum der beiden Gruppen entwickelt sich stark gegenläufig. Die Finanzinstitute befinden sich nach einem schwachen zweiten Quartal wieder auf einem guten Stand. Der entsprechende Sub-Index steigt um 9,8 Punkte auf 111,6 Punkte. Die Dienstleister andererseits verzeichnen einen starken Rückgang um 11,3 Punkte auf 116,3 Punkte. Für das laufende Quartal erwarten beide Gruppen wieder einen leichten Rückgang ihres Ertragswachstums.

Investitionsvolumen gesunken

Entgegen den Erwartungen sinkt bei den Finanzinstituten das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen um 5,3 Punkte auf 110,8 Punkte. Es wird erwartet, das niedrige Niveau im laufenden Quartal beizubehalten. Auch bei den Dienstleistern sinkt der Sub-Index um 3,4 Punkte, befindet sich aber mit 118,9 Punkten immer noch auf dem dritthöchsten Stand seit Beginn der Befragungen im Jahr 2007. Es wird allerdings für das laufende Quartal mit einer weiteren Abschwächung gerechnet.

Neutrale Stimmungslage der Finanzinstitute bei der Anzahl der Mitarbeiter

Nach dem kurzfristigen Stellenabbau der Finanzinstitute im zweiten Quartal steigt der Mitarbeiter-Sub-Index aktuell um 3,6 Punkte und signalisiert mit 100,1 Punkten nun eine neutrale Stimmungslage. Bei den Dienstleistern hat sich, wie zuvor erwartet, das Mitarbeiterwachstum verlangsamt. Der entsprechende Sub-Index befindet sich mit -8,4 Punkten auf 117,9 Punkte aber immer noch auf einem guten Level. Für das laufende Quartal rechnen die Dienstleister mit einem weiteren Rückgang des Mitarbeiterwachstums und die Finanzinstitute mit einem Stellenabbau.

 

Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und
-bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

 

CFS-Index leicht gestiegen

  • Finanzinstitute melden starken Rückgang der Ertragszuwächse trotz unverändert positivem Umsatzwachstum
  • Investitionsvolumen der Dienstleister erreicht zweithöchsten Stand seit Beginn der Befragungen im Jahr 2007

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, steigt im zweiten Quartal 2018 um 1,8 Punkte und befindet sich mit 118,5 Punkten auf einem guten Stand. Der leichte Anstieg ist auf eine durchweg positive Entwicklung der Umsätze, Erträge, Investitionen und Mitarbeiterzahlen der Dienstleister zurückzuführen. Hingegen melden die Finanzinstitute einen deutlichen Rückgang der Ertragszuwächse trotz eines unverändert positiven Umsatzwachstums. Für das laufende Quartal wird mit einem weiteren Rückgang gerechnet, ebenso beim Umsatzwachstum. Auch haben die Finanzinstitute kurzfristig Stellen im zweiten Quartal abgebaut, für das laufende Quartal sind sie diesbezüglich jedoch wieder optimistischer. Das Investitionsvolumen der Finanzbranche befindet sich stabil auf einem hohen Niveau.

„Im Bankensektor kann man den erhöhten Wettbewerbs- und insbesondere auch Innovationsdruck aus den Umfragewerten ablesen: Die Erträge sind rückläufig bei gleichzeitig erhöhten Investitionen und etlichen Neueinstellungen“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird weiterhin sehr positiv beurteilt

Mit einem leichten Rückgang um 0,5 Punkte auf 131,3 Punkte liegt der Unternehmensstandort-Index, der die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland bewertet, kaum verändert auf einem sehr hohen Stand, welcher seit dem Brexit-Votum in 2016 gehalten wird.

Der Finanzplatz Frankfurt wird an internationaler Bedeutung zulegen, daran zweifelt die Finanzbranche nicht, wie der Indikator belegt. Wichtig wird sein, wie viel der sich bietenden Chancen die für den Standort Verantwortlichen nutzen können. Davon hängt ab, wie stark die Bedeutung Frankfurts zulegen wird.“ kommentiert Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., die Umfrageergebnisse.

Umsätze der Finanzbranche auf hohem Niveau / Ertragswachstum rückläufig bei den Finanzinstituten und positiv bei den Dienstleistern

Das Wachstum der Umsätze der befragten Finanzinstitute bleibt nahezu unverändert mit +0,2 Punkten auf einem guten Niveau von 118,8 Punkten, was im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg von 12,4 Punkten entspricht. Bei den Dienstleistern steigt der entsprechende Sub-Index sogar um 7,6 Punkte auf 128,9 Punkte und befindet sich somit 4,4 Punkte über dem Vorjahresstand. Es wird ein weiterer Anstieg erwartet. Hingegen erwarten die Finanzinstitute für das laufende Quartal einen etwas stärkeren Wachstumsrückgang ihrer Umsätze.

Das Ertragswachstum beider Gruppen entwickelt sich stark gegenläufig. Die Finanzinstitute befinden sich mit einem Rückgang des Sub-Index um 9,3 Punkte auf 101,8 Punkte auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren und erwarten für das laufende Quartal einen weiteren, ebenso starken Rückgang. Die Dienstleister andererseits verzeichnen einen Anstieg um 5,4 Punkte und liegen mit 127,6 Punkten auf dem zweithöchsten Niveau seit 2007. Auch das laufende Quartal wird optimistisch eingeschätzt.

Investitionsvolumen der Dienstleister erreicht zweithöchsten Stand seit Beginn der Befragungen im Jahr 2007

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Dienstleister steigt um 9,8 Punkte auf 122,4 Punkte und erreicht somit den zweithöchsten Stand seit Beginn der Befragungen im Jahr 2007. Es wird allerdings wieder mit einer Abschwächung für das laufende Quartal gerechnet. Auch der entsprechende Sub-Index der Finanzinstitute steigt leicht um 1,3 Punkte auf 116,1 Punkte, hier wird ein weiterer Anstieg erwartet.

Erneut kurzfristig Stellenabbau bei den Finanzinstituten

Nach dem anhaltenden Stellenabbau der Vorquartale meldeten die Finanzinstitute im ersten Quartal 2018 erstmalig wieder einen Mitarbeiterzuwachs. Dieser wird nun kurzfristig unterbrochen. Der entsprechende Sub-Index Mitarbeiter sinkt um 6,2 Punkte auf 96.4 Punkte. Für das laufende Quartal sind die Finanzinstitute jedoch wieder optimistischer. Die Entwicklung bei den Dienstleistern ist positiv, es werden verstärkt Mitarbeiter eingestellt. Der Sub-Index steigt um 3,3 Punkte auf 126,3 Punkte. Für das laufende Quartal wird mit einem leicht abgeschwächten Mitarbeiterzuwachs gerechnet.

 

 

Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und
-bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

CFS Index_April 2018_Centre for Financial Studies

CFS-Index kann Rekordstand vom Vorquartal nicht halten

Umsatz- und Ertragszuwächse sinken, befinden sich aber nach wie vor auf hohem Niveau / Finanzinstitute stellen nach lang anhaltendem Stellenabbau wieder Mitarbeiter ein / Investitionsvolumen stabil

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima der deutschen Finanzbranche abbildet, fällt im ersten Quartal 2018 um 3,4 Punkte, befindet sich mit 116,7 Punkten aber immer noch auf einem guten Stand. Der Rückgang lässt sich auf eine schwächere Entwicklung der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens sowie auf eine verminderte Ertragskraft, eher bei den Dienstleistern als bei den Finanzinstituten, zurückführen. Diese Entwicklung bestätigt somit die Prognose der Dienstleister aus dem vorangegangenen Quartal, das Rekordwachstum vom vierten Quartal 2017 nicht halten zu können. Andererseits befinden sich die Mitarbeiterzahlen der Finanzbranche im Aufwärtstrend. Die Finanzinstitute stellen nach lang anhaltendem Stellenabbau erstmalig wieder Mitarbeiter ein. Auch das Investitionsvolumen der Finanzbranche bleibt stabil auf einem hohen Niveau.
„Der Gesamtindex folgt eng der rückläufigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Bei den Mitarbeitern zeigt sich dagegen ein positiver Trend. Erstmals seit langem überwiegen bei den Banken die Optimisten, wie es bei den Dienstleistern schon lange Zeit zu beobachten war. Zusammengenommen spricht dies für positive längerfristige Erwartungen in der Finanzindustrie“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird weiterhin sehr positiv beurteilt, jedoch hat sich diese Einschätzung leicht abgeschwächt.

Mit einem Rückgang um 4,1 Punkte auf 131,8 Punkte liegt der Unternehmensstandort-Index, der die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland bewertet, leicht unter den enorm hohen Werten der letzten Quartale.

„Die Bedeutung des Finanzplatzes wird wachsen, das sehen die Marktteilnehmer, wenn auch in etwas verringertem Maße. Der Wettbewerb nach dem Brexit-Referendum hat sich verschärft. Unseren Vorsprung zu verteidigen, erfordert nun stärkere Anstrengungen.“, kommentiert Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., die Umfrageergebnisse.

Nach einem enorm starken Vorquartal sinken Umsätze und Erträge wieder, befinden sich aber nach wie vor auf hohem Niveau

Nach einem außergewöhnlich starken vierten Quartal 2017 können die befragten Finanzinstitute und Dienstleister das enorme Wachstum ihrer Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens nicht weiter halten. Der entsprechende Sub-Index sinkt bei den Finanzinstituten um 4,1 Punkte auf 118,6 Punkte und bei den Dienstleistern sogar um 16,2 Punkte auf 121,3 Punkte. Die Finanzinstitute erwarten auch für das laufende Quartal einen weiteren leichten Rückgang, die Dienstleister hingegen wieder einen leichten Anstieg.

Auch das Ertragswachstum beider Gruppen entwickelt sich rückläufig, bleibt jedoch auf einem hohen Stand. Der entsprechende Sub-Index sinkt bei den Finanzinstituten um 2,8 Punkte auf 111,1 Punkte, für das laufende Quartal wird jedoch wieder mit einem Anstieg gerechnet. Bei den Dienstleistern ist mit -11,4 Punkten auf 122,2 Punkte ein stärkerer Rückgang zu verzeichnen, und es wird ein weiterer Rückgang für das laufende Quartal erwartet.

Investitionsvolumen nahezu unverändert auf hohem Niveau

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen der Finanzinstitute steigt leicht um 1,0 Punkte auf 114,8 Punkte, und es wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet. Bei den Dienstleistern sinkt der entsprechende Sub-Index leicht um 1,3 Punkte auf 112,6 Punkte. Hier wird allerdings mit einem leichten Anstieg im laufenden Quartal gerechnet.

Mitarbeiterzahlen der Finanzbranche im Aufwärtstrend / Finanzinstitute stellen nach lang anhaltendem Stellenabbau wieder Mitarbeiter ein

Nach dem anhaltenden Stellenabbau der letzten Quartale melden die Finanzinstitute erstmalig wieder einen Mitarbeiterzuwachs. Der entsprechende Sub-Index Mitarbeiter steigt um 4,0 Punkte auf 102,6 Punkte. Es wird jedoch erwartet, dieses Niveau im laufenden Quartal nicht ganz halten zu können. Auch die Entwicklung bei den Dienstleistern ist positiv, es werden verstärkt Mitarbeiter eingestellt. Der Sub-Index steigt um 6,2 Punkte auf 123,0 Punkte. Für das laufende Quartal wird mit einem leicht abgeschwächten Mitarbeiterzuwachs gerechnet.

CFS-Umfrage: Deutsche Finanzbranche erwartet weitere Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China

Die USA haben beschlossen, Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte vor allem aus China zu erheben. China ist wiederum kaum bereit einzulenken und Zugeständnisse zu machen. Nach einer aktuellen Umfrage des Center for Financial Studies erwartet die deutsche Finanzbranche mehrheitlich, dass der Handelsstreit zwischen den beiden Staaten weiter eskalieren wird. Darin sind sich 75% der Befragten einig.

Die EU und andere Staaten sind von dem Handelsstreit vorläufig noch nicht direkt betroffen. Allerdings könnten die US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus China dazu führen, dass chinesische Überkapazitäten in diesen Produkten stärker in andere Regionen, wie die EU, drängen. Bei der Frage, ob es dazu kommen kann, dass die EU über kurz oder lang ebenfalls ihre Zölle auf Importe aus China anheben muss, ist die Finanzbranche zweigeteilt. Während 46% diese Entwicklung durchaus für wahrscheinlich halten, wird sie von 45% als unwahrscheinlich und von 5% als sehr unwahrscheinlich erachtet.

„Die Umfrage verdeutlicht die hohe Unsicherheit der Marktteilnehmer mit Blick auf die künftige Entwicklung des Handelsstreits und den möglichen Konsequenzen für Europa. Ich gehe daher davon aus, dass die Volatilität auf den europäischen Aktienmärkten steigen wird“, kommentiert Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, die Umfrageergebnisse.
Auch der EU stehen schwierige Verhandlungen mit den USA bevor, in denen voraussichtlich die bisherige Zollstruktur der EU insgesamt diskutiert werden wird. Die deutsche Finanzbranche ist sich größtenteils darüber einig (83%), dass seitens der EU bei zukünftigen Verhandlungen mit den USA Zugeständnisse gemacht werden müssen (z.B. durch geringere Importzölle auf andere US-Produkte), um Strafzölle der USA auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU definitiv zu verhindern.

„Ich glaube, dass die Handelspolitik der Trump-Administration das Potenzial hat, die Architektur der europäischen Zollunion deutlich zu verändern, da Europa erhebliche Zugeständnisse an die USA machen muss.“, so Brühl weiter. „ Letztlich wird man nicht daran vorbeikommen, die transatlantischen Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU neu zu gestalten.“
Angesichts der aktuellen Entwicklungen sind 55% der Befragten der Meinung, man solle die Verhandlungen über ein transatlantisches Handelsabkommen (TTIP) wieder aufnehmen, um den Handel zwischen den USA und der EU auf eine neue Grundlage zu stellen. 39% hingegen sprechen sich gegen eine Wiederaufnahme der TTIP-Verhandlungen aus.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Handelskriege sind Gift für die Wirtschaft. Die Unsicherheit und die gestiegenen Risiken sorgen für Zurückhaltung.“

CFS-Index: Dienstleister erwarten enormes Umsatzwachstum im vierten Quartal

Dienstleister erwarten enormes Umsatzwachstum im vierten Quartal trotz eines zuvor starken Rückgangs. Erneut stärkerer Stellenabbau bei Finanzinstituten

CFS-Index steigt um 2,5 Punkte bei starker Dynamik der Sub-Indizes

Der CFS-Index, der vierteljährlich die Verfassung der deutschen Finanzbranche abbildet, steigt um 2,5 Punkte auf 114,1 Punkte. Die positive Entwicklung ist primär auf die ungewöhnlich hohen Umsatzerwartungen der Dienstleister für das vierte Quartal zurückzuführen. Des Weiteren melden die Finanzinstitute eine positive Entwicklung ihrer Umsätze, Erträge und Investitionen im dritten Quartal, die Dienstleister hingegen verzeichnen hier sinkende Zuwächse. Auch die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen ist rückläufig. Die Finanzinstitute erhöhen nach einer kurzen Pause im zweiten Quartal nun wieder ihren Stellenabbau und die Dienstleister begrenzen ihre Neueinstellungen.

„Bei den Banken lassen sich Indizien für eine Produktivitätsverbesserung erkennen; dabei hat der Kostenabbau Vorrang, was die Dienstleister zu spüren bekommen“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland wird noch positiver beurteilt als unmittelbar nach dem Brexit-Votum vor einem Jahr

Seit dem Brexit-Votum wird die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland sehr positiv eingeschätzt. Im vierten Quartal 2017 sinkt der entsprechende Index um 3,2 Punkte und liegt mit 135,5 Punkten nur leicht unter dem bisherigen Höchststand, der im letzten Quartal erreicht wurde.

Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen sehr gut, dass der angespannten Lage der heimischen Finanzindustrie eine zunehmend positive Erwartung für den Finanzplatz Frankfurt entgegensteht. In dieser Hinsicht herrscht seltene Einigkeit unter den Marktteilnehmern.“

Umsatz- und Ertragswachstum positiv bei den Finanzinstituten und rückläufig bei den Dienstleistern

Das Wachstum der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens der befragten Finanzinstitute und Dienstleister entwickelt sich gegensätzlich. Die Finanzinstitute melden einen deutlichen Anstieg um 5,1 Punkte auf 111,5 Punkte und erwarten, dass diese Entwicklung im laufenden Quartal anhält. Hingegen melden die Dienstleister einen starken Wachstumsrückgang ihres Geschäftsvolumens, der aber nicht so stark ausfällt wie im letzten Quartal erwartet wurde. Der entsprechende Sub-Index sinkt um 7,3 Punkte auf 117,2 Punkte. Für das laufende Quartal erwarten die Dienstleister jedoch einen enormen Anstieg ihrer Umsätze.

Auch die Erträge entwickeln sich gegensätzlich. Bei den Finanzinstituten steigt der Sub-Index um 2 Punkte auf 107,4 Punkte. Die Dienstleister andererseits verzeichnen einen starken Rückgang um 12 Punkte und liegen mit 106,7 Punkten auf dem niedrigsten Niveau seit 5 Jahren, sehen jedoch das laufende Quartal deutlich optimistischer.

Investitionsvolumen der Dienstleister wieder rückläufig nach zuvor erreichtem Höchststand

Nachdem der Sub-Index Investitionen der Dienstleister im letzten Quartal den höchsten Stand seit Beginn der Befragungen im Jahr 2007 erreicht hatte, sinkt er nun um 6,9 Punkte auf 116,7. Punkte und befindet sich somit wieder eher auf dem Niveau der Vorquartale. Im Gegensatz dazu steigt der Sub-Index der Finanzinstitute um 2,3 Punkte auf 118,9 Punkte. Beide Gruppen erwarten, ihr Niveau im laufenden Quartal zu halten.

Wieder verstärkter Stellenabbau bei den Finanzinstituten

Nach dem abgeschwächten Stellenabbau in den letzten zwei Quartalen, nimmt dieser bei den Finanzinstituten wieder zu. Der entsprechende Sub-Index Mitarbeiter sinkt um 3,7 Punkte auf 95,3 Punkte. Auch bei den Dienstleistern hat sich der Trend, Mitarbeiter einzustellen, abgeschwächt. Der Sub-Index sinkt um 5,3 Punkte auf 113,3 Punkte. Beide Gruppen erwarten, dass sich der Abwärtstrend im vierten Quartal weiter fortsetzt.

CFS Index

CFS-Index zeigt gegensätzliche Entwicklung auf

Finanzinstitute begrenzen Stellenabbau und steigern Ertragszuwächse – Dienstleister melden verlangsamte Wachstumsdynamik ihrer Umsätze, Erträge und Investitionen

Der CFS-Index, der vierteljährlich die Verfassung der deutschen Finanzbranche abbildet, sinkt leicht um 0,7 Punkte auf 113,6 Punkte. Der im Ergebnis nahezu unverändert hohe Stand beruht auf gegensätzlichen Entwicklungen: Die Finanzinstitute melden unerwartet hohe Ertragszuwächse, und es werden deutlich weniger Stellen abgebaut. Die Dienstleister hingegen verzeichnen einen stärkeren Umsatz- und Ertragsrückgang, befinden sich aber nach wie vor auf hohem Niveau. Das Investitionsvolumen beider Gruppen bleibt auch weiterhin positiv, kann sich jedoch nicht auf den zuvor erreichten Höchstständen halten.
„Die stabilisierte wirtschaftliche Entwicklung der Finanzinstitute äußert sich insbesondere in einer langsam ansteigenden Ertragserwartung bei gleichzeitig stark gestiegenem realisiertem Ertrag im ersten Quartal. Das ist eine gute Nachricht, denn es kann die Voraussetzung für ein dringend benötigtes Kapitalwachstum der Banken schaffen, und damit die Finanzstabilität erhöhen“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Die Beurteilung der zukünftigen internationalen Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland erreicht den historisch zweithöchsten Stand

Die schon seit dem Brexit-Votum enorm positiv eingeschätzte zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland liegt im zweiten Quartal 2017 nur knapp unter dem historischen Höchststand des letzten Jahres von 136,8 Punkten. Der entsprechende Wert steigt um 4,0 Punkte auf 135 Punkte.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Umfrage zeigt sehr klar, dass der aufsteigende Trend intakt ist: Die Finanzbranche sieht eine zunehmende Bedeutung des Finanzplatzes Frankfurt. Das ist ein erfreuliches Ergebnis und Resultat der verstärkten Zusammenarbeit aller relevanten Akteure am Finanzstandort.“

Dienstleister verzeichnen stärkeren Wachstumsrückgang der Umsätze, jedoch auf solidem hohem Niveau

Das Wachstum der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens der Finanzbranche ist leicht rückläufig, befindet sich aber auf solidem hohem Niveau. Bei den Finanzinstituten steigt der Sub-Index nur leicht um 0,9 Punkte auf 113,9 Punkte. Die Dienstleister verzeichnen einen stärkeren Rückgang um 4,0 Punkte, stehen aber nach wie vor mit 126,6 Punkten auf einem sehr guten Level. Für das laufende Quartal erwarten beide Gruppen einen weiteren Wachstumsrückgang.

Erträge der Finanzinstitute entwickeln sich unerwarteterweise sehr positiv – Dienstleister hingegen verzeichnen einen deutlichen Rückgang

Die befragten Finanzinstitute können ihre Erträge nach der schwachen Entwicklung der letzten Quartale deutlich ausbauen. Der entsprechende Sub-Index steigt unerwarteterweise um 8,0 Punkte auf 112,5 Punkte, im Vorjahresvergleich lag der Sub-Index noch bei 97,9 Punkten. Hingegen melden die Dienstleister einen Rückgang des Ertragswachstums um 5,5 Punkte, befinden sich aber nach wie vor mit 117,9 Punkten auf hohem Niveau. Beide Gruppen, besonders die Finanzinstitute, rechnen mit einem Rückgang für das laufende Quartal.

Deutlich abgeschwächter Stellenabbau bei den Finanzinstituten

Der Trend bei den Finanzinstituten, den Stellenabbau seit Beginn des Jahres zu begrenzen, hält weiter an. Der entsprechende Sub-Index Mitarbeiter steigt deutlich um 7,2 Punkte auf 97,6 Punkte, befindet sich somit aber immer noch unter der neutralen Grenze von 100 Punkten. Die Finanzinstitute gehen für das laufende Quartal davon aus, dass sich der Stellenabbau wieder leicht erhöht. Hingegen stellen die Dienstleister nahezu unverändert Mitarbeiter ein. Der entsprechende Sub-Index sinkt um 0,1 Punkte auf 113,6 Punkte. Für das laufende Quartal sind die Dienstleister optimistischer.

Investitionsvolumen weiterhin sehr positiv, kann sich jedoch nicht auf den zuvor erreichten Höchstständen halten

Trotz eines Wachstumsrückgangs befindet sich das Investitionsvolumen in Produkt- und Prozessinnovationen beider Gruppen nach wie vor auf einem guten Niveau. Der Sub-Index der Finanzinstitute sinkt um 2,6 Punkte auf 113,5 Punkte. Der Sub-Index der Dienstleister sinkt deutlicher um 6,1 Punkte auf 111,8 Punkte. Beide Gruppen rechnen für das laufende Quartal mit weiteren Rückgängen.

Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Index basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung unter rund 400 Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben zu den Unternehmenskennzahlen „Umsätze bzw. Geschäftsvolumen“, „Ertragssituation“, „Mitarbeiteranzahl“ und „Investitionen“ bezüglich des gerade vergangenen Quartals („Performance“) und des aktuellen Quartals („Prognose“) zusammen. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie. Die Panelteilnehmer werden in die Sektoren „Finanzinstitute“ und „Dienstleister“ am Finanzplatz unterteilt, wobei die zweite Gruppe sehr weit gefasst ist.

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) betreibt unabhängige und international orientierte Forschung in allen wesentlichen Themenfeldern der Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Monetären Ökonomie: von Finanzstabilität und Bankenregulierung über Wertpapierhandel und -bewertung auf Finanzmärkten, Portfolioentscheidungen von Haushalten sowie Recht und Ökonomie von Finanzorganisationen bis hin zu Geldpolitik und Ökonomie von Finanzmärkten. Das CFS leistet, unter Verwendung relevanter Erkenntnisse aus seinen Forschungsbereichen, einen Beitrag zu politischen Debatten und Analysen. Es greift für seine Forschungsprojekte und Politikberatung auf ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Finanzindustrie und Zentralbanken in- und außerhalb Europas zurück.

CFS-Index legt deutlich zu

Umsätze und Erträge der Dienstleister steigen kräftig an und Investitionen der Finanzinstitute erreichen einen – seit Beginn der CFS-Index Befragungen im Jahr 2007 – historischen Höchststand

Der CFS-Index, der vierteljährlich die Verfassung der deutschen Finanzbranche abbildet, legt im letzten Quartal 2016 deutlich zu. Er steigt um 3,7 Punkte auf 114,3 Punkte und erreicht damit den höchsten Wert seit knapp 2 Jahren. Der Anstieg ist vor allem auf eine sehr positive Entwicklung von Umsätzen und Erträgen der Dienstleister am Finanzplatz Deutschland zurückzuführen. Nur zu Beginn der Index-Befragungen im Jahr 2007 wurde dieses Niveau noch übertroffen. Aber auch die Finanzinstitute haben einen soliden Anstieg ihrer Umsätze bei konstanten Erträgen zu verzeichnen. Die Investitionen der Finanzbranche erhöhen sich ebenfalls merklich und erreichen erstmalig wieder Höchststände wie selten zuvor. Trotz dieser positiven Entwicklung halten die Finanzinstitute an ihrem Stellenabbau, wenn auch etwas abgeschwächt, weiter fest, wohin gegen die Dienstleister, auch leicht abgeschwächt, weiterhin Personal aufbauen.

„Zahlreiche Banken befinden sich derzeit in einer Transformationsphase, die einen erheblichen Investitionsbedarf vor allem im IT Bereich zur Folge hat. Davon profitieren insbesondere die Dienstleister”, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse.

Finanzbranche beurteilt die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland enorm positiv

Die Bewertung der zukünftigen internationalen Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland erreichte im Zuge des Brexit-Votums im letzten Jahr den Höchststand von 136,8 Punkten, hatte sich dann im dritten Quartal etwas abgeschwächt und steigt jetzt wieder um 2,7 Punkte auf 131,0 Punkte.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Bemühungen um den Finanzplatz Frankfurt tragen Früchte. Gerade die positiven Ergebnisse im Hinblick auf die internationale Bedeutung des Finanzplatzes zeigen, dass Frankfurt gut aufgestellt ist und alle Chancen hat, auch in diesem Feld weiter an Bedeutung zu gewinnen.”

Umsätze, Erträge und Investitionen der Finanzbranche steigen

Die befragten Finanzinstitute und Dienstleister können ihre Umsätze bzw. ihr Geschäftsvolumen im letzten Quartal 2016 stark ausbauen. Der entsprechende Sub-Index steigt bei den Finanzinstituten um 3,4 Punkte auf 113,0 Punkte. Den größten Anstieg haben jedoch Dienstleister mit 11,3 Punkten auf 130,6 Punkte zu verzeichnen. Nur zu Beginn der Index-Befragungen im Jahr 2007 wurde dieses Niveau noch übertroffen. Die Erwartungen für das laufende Quartal sind bei beiden Gruppen positiv, jedoch etwas verhaltener als die aktuellen Werte.

Die Erträge der Dienstleister entwickeln sich im vierten Quartal 2016 besonders positiv und übertreffen die Erwartungen aus dem Vorquartal deutlich. Der entsprechende Sub-Index erreicht bei den Dienstleistern nach einem Anstieg um 8,1 Punkte einen Wert von 123,4 Punkten. Im Gegensatz dazu verweilen die Finanzinstitute unverändert mit einem geringen Anstieg um 0,5 Punkte auf dem niedrigen Niveau von 104,5 Punkten, und es werden keine Änderungen für das laufende Quartal erwartet. Die Dienstleister gehen davon aus, dass sich ihre enorm positive Ertragsdynamik vom Jahresende 2016 für das laufende Quartal etwas abschwächen wird.

Der Sub-Index Investitionen in Produkt- und Prozessinnovationen erhöht sich bei beiden Gruppen entgegen den Erwartungen aus dem Vorquartal recht ordentlich. Bei den Finanzinstituten steigt der Sub-Index um 6,0 Punkte auf 116,1 Punkte und erreicht damit einen – seit Beginn der Index-Befragungen im Jahr 2007 – historischen Höchststand. Bei den Dienstleistern steigt der Wert um 5,8 Punkte auf 117,9 Punkte. Auch hier wurde dieses Niveau nur in den Jahren 2007 und 2014 noch übertroffen. Für das laufende Quartal erwarten beide Gruppen nur eine leichte Absenkung in der Wachstumsrate.

Weniger Stellenkürzungen bei Finanzinstituten – Leicht abgeschwächter Stellenaufbau bei den Dienstleistern

Der enorme Stellenabbau, den die Finanzinstitute im dritten Quartal zu verzeichnen hatten, hat sich abgeschwächt, hält jedoch im vierten Quartal weiter an. Der Sub-Index Mitarbeiter der Finanzinstitute steigt um 4,4 Punkte auf 90,4 Punkte. Die Finanzinstitute gehen für das laufende Quartal davon aus, dass es weiterhin einen Stellenabbau geben wird. Hingegen bleibt die Lage bei den Dienstleistern positiv, wenn auch mit leicht abgeschwächter Wachstumsrate. Der entsprechende Sub-Index verweilt mit 3,3 Punkten auf dem Stand von 113,6 Punkten. Für das laufende Quartal sind die Dienstleister noch optimistischer.

CFS Index

CFS-Index beurteilt die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Frankfurt sehr positiv

CFS-Index zeigt starke Stellenkürzungen bei den Finanzinstituten – starker Stellenaufbau bei den Dienstleistern

Der CFS-Index, der vierteljährlich das Geschäftsklima in der deutschen Finanzindustrie abbildet, steigt im dritten Quartal 2016 um 0,3 Punkte auf 110,6 Punkte. Der im Ergebnis zwar nahezu unveränderte Wert beruht auf einer stark gegensätzlichen Entwicklung der Mitarbeiterzahlen der Finanzinstitute und der Dienstleister. Während die Finanzinstitute aktuell einen – seit Beginn der Index-Befragungen im Jahr 2007 – historischen Tiefstand zu verzeichnen haben, stellen die Dienstleister verstärkt Personal ein. Darüber hinaus meldet die gesamte Finanzbranche wachsende Umsätze und Erträge. Besonders die Finanzinstitute verzeichnen nach erheblichen Ertragsrückgängen im ersten Halbjahr nun wieder einen deutlichen Anstieg, der noch höher ausfällt als zuvor erwartet wurde. Das Wachstum des Investitionsvolumens ist leicht rückläufig, befindet sich aber auf solidem Niveau.

„Die Zahlen reflektieren Strukturveränderungen in der Produktionsweise der Bankindustrie, insbesondere steigende Kapitalintensität und sinkende Mitarbeiterzahlen. Spiegelbildlich hierzu erhöhen sich die Mitarbeiterzahlen bei den externen Dienstleister, auch wegen des Trends zur Digitalisierung“, kommentiert Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies, die Ergebnisse des CFS-Index.

Finanzbranche beurteilt die zukünftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland sehr positiv

Die Bewertung der zukünftigen internationalen Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland hatte im Zuge des Brexit-Votums im zweiten Quartal einen historischen Höchststand von 136,8 Punkten erreicht gehabt. Auch im dritten Quartal bleibt der entsprechende Wert mit 128,3 Punkten auf überdurchschnittlich hohem Niveau, wenn auch abgeschwächt um – 8,5 Punkte.

Dr. Lutz Raettig, Präsident von Frankfurt Main Finance e.V., unterstreicht: „Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Finanzplatzes Frankfurt weiterhin groß ist. Unsere Funktion als Brücke zwischen London und der EU und das partnerschaftliche, konstruktive Vorgehen in der Diskussion der Brexit-Themen werden die internationale Bedeutung Frankfurts als wichtigstes Finanzzentrum im Euroraum weiter stärken.“

Stellenkürzungen treffen Finanzinstitute noch stärker als erwartet, und es wird mit weiteren Einsparungen im Personalbereich gerechnet

Der Stellenabbau fällt bei den befragten Finanzinstituten noch deutlicher aus als letztes Quartal bereits erwartet wurde. Zuvor wurde die Anzahl der Mitarbeiter auf neutralem Niveau stabil gehalten. Jetzt fällt der Sub-Index Mitarbeiter der Finanzinstitute im dritten Quartal um 13,7 Punkte auf ein – seit Beginn der Index-Befragungen im Jahr 2007 – historisches Tief von 86,0 Punkten, und die Finanzinstitute gehen für das laufende Quartal davon aus, dass sich die Situation weiter verschärft. Hingegen entwickelt sich der Mitarbeiterstab bei den Dienstleistern noch positiver als erwartet. Der entsprechende Sub-Index erhöht sich gegenüber dem Vorquartal deutlich um 11,8 Punkte auf 116,9 Punkte. Für das vierte Quartal sind die Dienstleister noch optimistischer.

Umsatzwachstum bei den Finanzinstituten

Das Wachstum der Umsätze bzw. des Geschäftsvolumens der befragten Finanzinstitute fällt im dritten Quartal 2016 etwas höher aus als im Vorquartal erwartet wurde. Der entsprechende Sub-Index steigt um 2,5 Punkte auf 109,6 Punkte. Auch die Dienstleister halten ihre Umsätze erwartungsgemäß mit -1,0 Punkten auf hohem Niveau bei 119,7 Punkten stabil und rechnen für das laufende Quartal mit einem erhöhten Umsatzwachstum.

Finanzinstitute beenden Ertragsrückgang – Die Finanzbranche blickt positiv auf das laufende Quartal

Bei den Erträgen melden beide Gruppen im dritten Quartal einen Zuwachs. Besonders die Finanzinstitute verzeichnen nach erheblichen Ertragsrückgängen im ersten Halbjahr nun wieder einen deutlichen Anstieg, der noch höher ausfällt als zuvor erwartet wurde. Der entsprechende Sub-Index steigt bei den Finanzinstituten um 7,0 Punkte auf 103,9 Punkte, bei den Dienstleistern um 2,2 Punkte auf 115,3 Punkte. Bei beiden Gruppen ist der Ausblick auf das laufende Quartal positiv.

Das Wachstum des Investitionsvolumens in Produkt- und Prozessinnovationen ist leicht rückläufig, befindet sich aber auf solidem Niveau. Bei den Finanzinstituten sinkt der Sub-Index, entgegen den Erwartungen, um 2,2 Punkte auf 110,1 Punkte, bei den Dienstleistern bleibt der Sub-Index mit -0,4 Punkten bei 112,2 Punkten stabil. Beide Gruppen befinden sich somit nach wie vor auf nahezu gleichem Stand und erwarten keine wesentlichen Änderungen für das laufende Quartal.