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Advanced Analytics und Artificial Intelligence werden an Bedeutung gewinnen

Christopher Schmitz, Partner und FinTech-Experte bei Ernst & Young (EY), erzählt im Frankfurt Main Finance-Interview, was das FinTech-Ökosystem Rhein-Main kennzeichnet und warum es in Zukunft noch engere Kooperationen zwischen FinTechs und traditionellen Unternehmen wie Banken, Versicherern und Asset Managern geben wird.

Die Investitionen in deutsche FinTechs gemessen an der durchschnittlichen Deal-Größe sind seit 2012 stetig gestiegen. Wird sich diese Entwicklung fortsetzen?

Nach unserer Einschätzung wird sich der Trend zur Vergrößerung der Deal-Größen weiter fortsetzen. Einige der FinTechs, die in den vergangenen Jahren in Deutschland gegründet wurden, haben Erfolge auf der Marktseite im B2C- oder im B2B-Segment erzielen können. Internationale Investoren haben deutsche FinTechs als lohnenswerte Investment-Objekte für sich entdeckt. Diese umfangreichen Finanzierungsrunden ermöglichen den FinTechs, ihr Geschäft weiter zu internationalisieren und ihren Growth-Pfad weiter erfolgreich zu bestreiten. Mit dem Erfolg steigen auch die Bewertungen der FinTechs, zuletzt bis auf Werte von ca. 2 Mrd. € für die erfolgreichsten Start-ups. Dies treibt weiterhin die durchschnittlichen Deal-Größen nach oben.

Der Fokus des FinTech-Ökosystems im Rhein-Main-Gebiet liegt auf „Enabling Processes & Technology“ sowie „InvesTech“. Darüber hinaus: Was genau macht für Sie das FinTech-Ökosystem im Rhein-Main-Gebiet aus?

Das FinTech-Ökosystem Rhein-Main ist im Vergleich zu anderen deutschen Fintech-Hubs durch eine starke Ausrichtung auf B2B-Geschäftsmodelle, eine sehr erwachsene Gründerpopulation sowie die Nähe zu und den aktiven Austausch mit den potenziellen Kunden geprägt. Ein signifikanter Anteil der Gründer im Ökosystem verfügt über langjährige Erfahrung aus Banken, Versicherungen oder Asset Managern und nutzt diese Erfahrung um seine Geschäftsmodelle an den konkreten Problemen seiner Kunden auszurichten. B2B-Geschäftsmodelle erfordern dabei im Seed- und Growthbereich im Vergleich zu B2C-Geschäftsmodellen deutlich weniger Kapital, da die Kundenakquisition nicht über die klassischen Onlinemedien mit entsprechend hohem Marketingaufwand erfolgt, sondern durch direkte Kundenbeziehungen zu den potenziellen Abnehmern ihrer Leistungen. Hierdurch gestaltet sich zwar der B2B-Verkaufszyklus deutlich länger und komplizierter, aber häufig schaffen die B2B-Dienstleister bei erfolgreicher Akquisition einen schnelleren Break Even. Gerade die Nähe zu Regulatoren, Kunden und die Offenheit des Ökosystems sowie die gute internationale Vernetzung am Standort ermöglichen eine schnelle Evolution der Dienstleistungsangebote.

Wie sieht Ihr Ausblick auf das Jahr 2019 aus? Auf welche FinTech-Trends sind Sie besonders gespannt bzw. auf welche Trends sollten wir uns einstellen?

Wir werden eine noch engere Kooperation zwischen FinTechs und den traditionellen Anbietern erleben. Banken, Versicherer und Asset Manager kommen aufgrund der stetig zunehmenden Innovationsgeschwindigkeit, ihrer Legacy Infrastruktur und ihrer vergleichsweise langsamen kulturellen Transformation gar nicht umhin, ihre digitalen Ökosysteme unter Mithilfe und Einbeziehung von FinTechs zu gestalten. Rein disruptive Ansätze finden sich nur vereinzelt bei erfolgreichen Start-ups, die Kooperation tritt in den Vordergrund. Open Banking und die API-/Plattformökonomie werden zu zentralen Feldern der zukünftigen Positionierung von etablierten wie auch von neu in den Markt eintretenden Spielern. Die beginnende Konvergenz der Wertschöpfung über Branchengrenzen hinweg in neu entstehenden Marktplätzen in Bereichen wie Mobility, Digital Health, Smart Cities oder Smart Home erfordert ein Umdenken in der Finanzdienstleistungsbranche über die Art, wie Kundenbeziehungen gewonnen und gehalten werden können. Die Themen Advanced Analytics und Artificial Intelligence werden in diesem Kontext noch mehr an Bedeutung gewinnen, und FinTechs werden einen großen Teil der kundenzentrierten Innovation als Partner und Dienstleister der Finanzdienstleistungsbranche vorantreiben.

Frankfurt ist der Finanzplatz der kurzen Wege

Welche Trends werden das FinTech-Jahr 2019 auszeichnen und vor welchen Herausforderungen steht das Frankfurter FinTech-Ökosystem? Im Interview gibt Björn Godenrath, Redakteur bei der Börsenzeitung und FinTech-Experte, einen Ausblick auf das Frankfurter FinTech-Jahr 2019.

Das Frankfurter Fintech-Ökosystem zeichnet sich durch seine Nähe zu den großen und ‚etablierten‘ Banken aus. Inwiefern profitieren aufstrebende FinTechs sowie die Banken von der räumlichen Nähe?

Frankfurt kann als Finanzplatz der kurzen Wege eine sehr gute Brutstätte für FinTechs sein, die die Nähe zum lokalen Bankensektor suchen. Deshalb siedeln sich am Main vor allem B2B-Fintechs an, die Banken als technologischer Dienstleister bei der vielfältigen Digitalisierung unterstützen. Aktuelle Daten von PwC zeigen zum Beispiel, dass diese Form der Zusammenarbeit bereits weit verbreitet ist. Dabei kann in Frankfurt das TechQuartier als Ankergrund fungieren.

Allerdings sind auch Berliner und Münchener FinTechs mobil genug, um Kontakt und Geschäftsanbahnung in Frankfurt zu vollziehen – zudem lässt sich ja beobachten, dass „Frankfurter Geld“ auch gerne in Berlin vor Ort ist, um dort Investments zu tätigen bzw. Fintech- Kooperationen einzugehen. Das finanzielle Engagement Frankfurt Banken (Corporate VC) im FinTech-Sektor ist leider als enttäuschend einzustufen, was die Frage aufwirft, ob die Institute bei der Digitalisierung nicht immer noch zu wenig beherzt vorgehen – und dabei Chancen liegen lassen. Zudem sind alle Akteure des Finanzplatzes dazu aufgefordert, den Rahmen dafür zu schaffen, dass große internationale VC-Fonds Frankfurt auf der Agenda haben – das TechQuartier ist dafür (derzeit) offenbar nicht das geeignete Drehkreuz.

Welche FinTech-Trends sehen Sie für das Jahr 2019? Welche Trends sind für Sie besonders spannend?

Ich fürchte, es ist absehbar, dass einige FinTechs die Segel streichen müssen, weil zum einen Geschäftsmodelle nicht aufgehen und zum anderen mitunter keine Anschlussfinanzierungen zur Verfügung stehen – was ganz normal ist. Außerdem könnten einige B2B-Kooperationen platzen, da sich Hoffnungen nicht erfüllen lassen – so wie bei Vaamo mit Santander Deutschland. Das mündet dann in eine gewisse Konsolidierung des Sektors, was auch zu grenzüberschreitenden Zusammenschlüssen führen kann, um vorhandene Kundenbasis und Technologie zu nutzen. Daraus können dann gestärkte FinTech-Player hervorgehen.

Positiv ist, dass zunehmend ausländisches Kapital in deutsche FinTechs fließt, was ambitionierten Geschäftsmodellen zu Gute kommt – die N26-Finanzierung zu einer Bewertung von mehr als zwei Milliarden Euro spricht da Bände. Davon werden wir 2019 hoffentlich noch mehr sehen. Außerdem erwarte ich, dass sich in diesem Jahr der Erfolg von Geschäftsmodellen abzeichnen wird, die auf der Bezahlverordnung PSD2 beziehungsweise dem Open Banking mittels APIs, also der Öffnung von Bankendaten für Drittanbieter, für den Datentransport fußen – dazu zählt für mich auch die Plattform-Strategie der Deutschen Bank. Zudem erwarte ich, dass es in Deutschland zur Jahresmitte einen gewissen gesetzlichen Rahmen für Kryptowährungen  geben wird, sodass Marktakteure nicht mehr schutzlos in die Nachregulierung laufen. Die Börse Stuttgart plant ja die Aufnahme des Krypto-Handels für Frühjahr/Sommer. Darüber hinaus bietet die Tokenisierung von Assets große Möglichkeiten, um Vermögenswerte (wie in Real Estate) liquide zu machen – was dann wiederum Futter ist für unsere Börsenplätze.

Mit Creditshelf ist erstmals ein reines FinTech-Unternehmen an den Kapitalmarkt gegangen. Könnte Creditshelf hier ein Vorbild für andere etablierte Finanztechnologie-Unternehmen sein?

Na klar – sofern sich hier Investoren finden, die zur angestrebten Bewertung Anteile zeichnen. Bislang ist das Motto im FinTech-Sektor ja, möglichst lange über private Funding-Runden Kapital aufzunehmen, um dann erst mit gesteigerter Bewertung und Unternehmensreife an den Markt zu gehen – was auch den grundsätzlichen Kapitalmarkterfordernissen entspricht. Das Beispiel Creditshelf zeigt aber, dass man eine solche Platzierung auch schon in sehr frühem Stadium durchziehen kann, was natürlich die Hoffnung nährt, dass dies Nachahmer animiert, ein Frankfurter Listing zu suchen – im Venture Network der Deutschen Börse befinden sich ja einige Kandidaten, die an die Kapitalmarktfähigkeit herangeführt werden. Als konkreten IPO-Kandidaten vielleicht auch schon für dieses Jahr sehe ich die Solaris Bank aus Berlin.

Finanzplatztag 2019 – Das Expertentreffen!

Beim 12. Finanzplatztag tauschten sich am 6. und 7. März 2019 rund 500 Experten aus allen Bereichen der Frankfurter Finanzindustrie in den Räumlichkeiten der Industrie- und Handelskammer Frankfurt (IHK) zu aktuellen Themen der Branche aus. Das zweitägige Event wird von jährlich von der WM Gruppe, Herausgeber der Börsen-Zeitung und Frankfurt Main Finance-Mitglied, veranstaltet.

Ein Highlight des Finanzplatztages war die Offene Jurysitzung des FinTechGermany Awards am ersten Veranstaltungstag. Mit dem führenden investorenseitigen Gründerpreis, der am 16. Mai 2019 im Eurotheum verliehen wird, zeichnet der Finanzplatz Frankfurt herausragende FinTech-Unternehmen in verschiedenen Kategorien aus. Die Organisatoren Frankfurt Main Finance, Business Angels Frankfurt RheinMain, TechFluence und WM Gruppe/Börsen-Zeitung nutzten den Finanzplatztag, um einige der Bewerber für den Award persönlich kennenzulernen und den jungen Unternehmen die Gelegenheit zur Präsentation zu geben. Vertreter der Firmen Fintus, COREFI Solutions, QuickSpend, Azhos, Blocksize Capital, Firamis, InvestSuite und Digital Finance Argonauts nutzten die Chance: Sie warben vor Mitgliedern der Award-Jury sowie rund 150 interessierten Zuschauern für ihre Ideen und Produkte. Des Weiteren stellten sie sich den kritischen Fragen von Jury und Zuschauern. Noch haben weitere Start-ups Zeit, ihren Hut in den Ring zu werfen – die Bewerbungsfrist für die Auszeichnung wurde verlängert und endet am 31. März 2019.

Am zweiten Tag der Veranstaltung debattierten in einer von Dr. Detlef Fechtner, Chefredakteur der Börsen-Zeitung, moderierten Podiumsdiskussion, Dr. Christian Ricken, Vorstandsmitglied der LBBW, Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, und Erik Tim Müller, Chief Executive Officer der Eurex Clearing AG, wo der Finanzplatz Frankfurt kurz vor dem Brexit Stichtag beim Thema Euro-Clearing steht. Laut Hubertus Väth ist weiterhin davon auszugehen, dass der Euro denominierte Derivate-Handel in Folge des Brexits zukünftig unter strengerer Aufsicht von EU-Behörden stehen wird. Darüber hinaus sei das Euro-Clearing durch zentrale Verrechnungsstellen (Central Counter Parties – CCPs) ein wichtiger Bestandteil der europäischen Finanzarchitektur, so Väth. Des Weiteren – so waren sich alle Diskutanten einig – seien mehrere Clearing-Institute für die Stabilität des Finanzsystems in Stresssituationen essenziell. Dem fügte Dr. Ricken hinzu, dass durch das Vorhandensein von zwei Liquiditätspools keine Preisnachteile für Finanzinstitute zu erwarten seien. Dass die Debatte über die Zukunft des Euro-Clearings innovative sei, betonte Müller. Dadurch sei der Markt gezwungen darüber nachzudenken, wie mehr Sicherheit geschaffen werden kann.

Mit einem abschließenden Resümee beendete Dr. Jens Zinke, Geschäftsführer der Börsen-Zeitung, den „besten Finanzplatztag aller Zeiten.“

„Wir sollten die Stärken des Standorts betonen“: Matthias Hübner, Partner bei Oliver Wyman in Frankfurt, im Interview zum FinTechGermany Award 2019

Matthias Hübner ist Partner bei Oliver Wyman und Jurymitglied des FinTechGermany Awards 2019, der führende investorenseitige FinTech-Award in Deutschland. Wir haben Matthias Hübner gefragt, worauf er bei der Beurteilung der FinTech-Bewerber besonders großen Wert legt.

Worauf achten Sie bei der Beurteilung der Bewerber für den FinTechGermany Award besonders?

Für mich sind zwei Punkte entscheidend: Erstens, der Bedarf für ein Produkt oder eine Dienstleistung muss klar sein, das heißt das Produkt sollte ein tatsächliches Problem für Kunden lösen. Zweitens muss es innovativ sein. Leider sehen wir in letzter Zeit viele „copy cat“-Modelle ohne echte Differenzierung, von denen die meisten meiner Meinung nach keine dauerhafte Überlebenschance haben.

Was sind heute die größten Herausforderungen für FinTechs in Deutschland? Was muss getan werden, um diese jungen Unternehmen zu unterstützen? Wie helfen Plattformen wie der FinTechGermany Award dabei?

Die größte Schwierigkeit bei Start-ups, nicht nur im FinTech-Bereich, ist sicherlich die Skalierung, also das Erreichen der kritischen und langfristig profitablen Größe. Hier kann der FinTech Germany Award eindeutig helfen: direkt durch den Kontakt zu Investoren für die Finanzierung des Wachstums, wie auch indirekt über einen Beitrag zur Steigerung der Markenbekanntheit der Preisträger.

Wie schätzen Sie die Entwicklung des deutschen FinTech-Ökosystems für das kommende Jahr ein? Welche Perspektiven erkennen Sie bei einem Ausblick auf die kommenden fünf Jahre?

Deutschland ist bei FinTech ein Nachzügler, entwickelt sich aber dynamisch und holt gegenüber anderen Ländern auf. Diese Entwicklung sollte sich 2019 fortsetzen, zumal einige FinTechs der ersten Stunde mittlerweile auch über deutlich ausgereiftere Geschäftsmodelle verfügen und somit zunehmend aus der Nische herauswachsen.

Was sollte in Frankfurt getan werden, um zu einem der führenden Fintech-Hubs in Deutschland beziehungsweise in Europa zu werden?

Ich denke, dass die dezentrale Struktur in Deutschland für die Etablierung eines international führenden FinTech-Hubs nicht gerade hilfreich ist. Aber wir sollten wegkommen von der traditionellen Diskussion „Frankfurt vs. Berlin“, und stattdessen klar die Stärken des jeweiligen Standorts betonen. Für Frankfurt spricht aus meiner Sicht die Nähe zu führenden Partnern wie Banken, Börse oder auch die Infrastruktur an Beratungsleistungen. Gerade für FinTechs mit Fokus auf B2B ist das ein wichtiger Vorteil.

Frankfurt Rhein-Main entwickelt sich zum führenden FinTech-Hub

Die Region Frankfurt Rhein-Main soll sich innerhalb von fünf Jahren zum führenden FinTech-Hub in Kontinentaleuropa sowie einer international anerkannten Tech-Region entwickeln. Auf dieses gemeinsame Ziel haben sich am Donnerstag das hessische Wirtschaftsministerium, Unternehmen und Hochschulen der Region verpflichtet.

„Frankfurt Rhein-Main ist die wichtigste Verkehrsdrehscheibe Deutschlands, der bedeutendste Finanzplatz in Kontinentaleuropa und der größte Internetknoten der Welt“, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir im TechQuartier in Frankfurt. „Wir haben damit alles, was ein gutes Gründerökosystem benötigt: Perfekte Erreichbarkeit, finanzkräftige Kunden und Highspeed-Internet-Verbindungen.“  Das Frankfurter TechQuartier hat dazu einen Masterplan für die Startup-Region entwickelt und konkrete Maßnahmen erarbeitet, wie dieses Ziel erreicht werden kann.

„Um als Region auch langfristig attraktiv und ökonomisch leistungsfähig zu bleiben, bedarf es nicht nur einer finanziellen Kraftanstrengung aller Beteiligten, sondern auch einem Bekenntnis zu Unternehmertum und einem gemeinsamen Verständnis für die Dynamiken einer digitalen Gesellschaft“, so Dr. Sebastian Schäfer, Managing Director des TechQuartier. Dr. Thomas Funke, Co-Direktor des TechQuartier: „Ausgangspunkt der Initiative war eine internationale Vergleichsstudie mit 50 anderen Gründerökosystemen, aus der in den letzten Monaten Maßnahmen abgeleitet und für die Region konkretisiert wurden. Die Empirie zeigt, dass sich erfolgreiche Gründerökosysteme nicht über Nacht entwickeln, sondern über viele Jahre entstehen und häufig auf einer gemeinsamen Vision unterschiedlicher Stakeholder aufbauen.“

Der Masterplan umfasst derzeit 20 Maßnahmen aus vier zentralen Bereichen:

BereichKonkrete Maßnahmen
Talentaktivierungbspw. Praxisangebote an Hochschulen, internationale Austauschprogramme, Mentoren-Programme für Gründer
Förderung von Kooperationenbspw. Netzwerkevents, Startup-Investorenkonferenzen
Zugang zu Finanzkapitalbspw. Acceleratoren, Investorenmarketing, staatliche Investitionsfonds
Standortmarketingbspw. neues Webportal Rhein-Main Community, Welcome Package, Ökosystem-Analysen.

Maßnahmen des Masterplans mit einem Gesamtvolumen bis 20 Millionen Euro

Insgesamt umfasst der Masterplan Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 15 bis 20 Millionen Euro innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre. Al-Wazir: „Mit der Umsetzung des Masterplans liegt eine große Aufgabe vor uns, die über das Thema FinTech hinausgeht und nur durch breite Unterstützung und enge Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erfolgreich bewältigt werden kann. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen – niemand wird allein gelassen.“ Mit der Veröffentlichung des Masterplanes gehen auch bereits erste Maßnahmen in die Umsetzungsphase.

  • Startup-Accelerator: Das TechQuartier schließt eine mehrjährige Kooperation mit Plug and Play, dem weltweit größten Startup-Accelerator aus dem Silicon Valley. Mit diesem starken Partner soll die größte Multi-Corporate Innovationsplattform in Europa entstehen. Das Ziel ist es, zahlreiche Banken und Finanzdienstleister für das gemeinsame Programm zu begeistern, vielversprechende Technologien nach Frankfurt zu holen und mit der Finanzbranche zu verschmelzen. Startups erhalten damit die einmalige Möglichkeit, ihre Geschäftsidee mit Unterstützung namhafter Unternehmen und Partner zu marktreifen Produkten weiterzuentwickeln.
  • Investorenmarketing: Vermarktung der Erfolgsgeschichten der Region mit gezielter Ausrichtung auf Investoren sowie direkte Vernetzung der hiesigen Startups mit nationalen und internationalen Investoren.
  • Ökosystem-Profiling: Die Goethe Universität führt gemeinsam mit dem TechQuartier eine globale Wettbewerbsanalyse durch, um die Erfolgsfaktoren für die Startup-Region zu identifizieren und den Masterplan passgenau weiterzuentwickeln. Passenderweise wurde die sechsstellige Summe für die Studie vom Goethe Alumnus Yi Shi bereitgestellt, der heute als erfolgreicher Unternehmer zwischen Shanghai und San Francisco pendelt.
  • Web-Portal: Aufbau einer Website, die als zentrale Online-Plattform für die FinTech- und Startup-Wirtschaft der Region dient. Aufgabe der Plattform ist es, Informationen über Aktivitäten der Akteure und Möglichkeiten im Ökosystem zugänglich zu machen. Dies umfasst den Zugang zu Kapital, Netzwerken und Talenten, CoWorking Spaces, Forschungsinfrastruktur und anderen Standortangeboten.
  • Mehr Kapital für Startups: Mit der Beteiligungsgesellschaft Hessen Kapital III unterstützt das Land Hessen kleine und mittlere Unternehmen in der Start- und Wachstumsphase, insbesondere Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Hessen Kapital III (EFRE) stellt 33,5 Mio. Euro zur Verfügung, die je zur Hälfte aus dem Landeshaushalt und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) stammen.

Innovative Unternehmensgründungen in ganz Hessen vorantreiben

Al-Wazir: „Die Entwicklung der FinTech- und Startup-Region ist auch von hohem öffentlichen Interesse. Maßnahmen wie Talententwicklung, Vermarktung der Region sowie die Projektkoordination und -steuerung des Masterplans sind Aufgaben, bei denen sich die öffentliche Hand und auch die Hochschulen einbringen müssen und wollen.“ Neben der finanziellen Förderung des zentralen Infoportales „Rhein-Main Community“ beabsichtigt das Hessische Wirtschaftsministerium, sich auch an der Finanzierung des Projektmanagement-Teams zur Umsetzung des Masterplanes zu beteiligen. „Darüber hinaus wollen wir als Land aber auch die Entwicklung innovativer Unternehmensgründungen in ganz Hessen vorantreiben. Der Masterplan wird uns auch bei dieser Aufgabe von enormem Nutzen sein“, so Al-Wazir.

Den Masterplan können Sie hier herunterladen.

FinTech-Delegation reist nach Südkorea und Hong Kong

Wie schon in den letzten Jahren reist eine FinTech-Delegation unter der Führung von Dr. Raettig im Januar wieder nach Hongkong zum Asian Financial Forum (AFF). Das AFF ist das wichtigste Treffen der asiatischen Finanzbranche und findet am 15. und 16. Januar 2018 bereits zum elften Mal statt. Zu den Themen des AFF gehören unter anderem Finanzinnovationen und Technologie, AI und Robotics, Green Finance, Versicherungs-Technologie, Fintech, Blockchain und Banking-Innovationen.

Frankfurt Main Finance wird sich mit einem gemeinsamen Stand mit der FrankfurtRheinMain GmbH und Hessen Trade & Invest der asiatischen Finanzwelt als attraktiver internationaler Finanzplatz präsentieren – nicht nur im Brexit-Kontext.

Mit der FinTech-Community in Hongkong unterhält Frankfurt Main Finance seit Jahren enge Verbindungen, u.a. mit HKTDC, Invest.HK, der FATHK sowie Cyberport und Metta als führende FinTech-Hubs in Hongkong.

Bereits am 11. Januar 2018 wird die FinTech-Delegation nach Südkorea reisen und sich dort in Seoul und Busan auf FinTech-Veranstaltungen präsentieren. Mit beiden südkoreanischen Finanzplätzen ist Frankfurt Main Finance über eine Reihe von Abkommen eng verbunden, u.a. in den Bereichen FinTech und Blockchain. Seit mehreren Jahren erfolgt ein regelmäßiger Austausch auf Ebene der Finanzplätze wie auch der Aufsichtsbehörden. Südkorea ist ein wichtiger Partner für Frankfurt und auch regelmäßig Ziel von Delegationsreisen des Landes Hessen.

Über das Asian Financial Forum in Hongkong

Zum elften Mal kommen am 15. und 16. Januar 2018 hochkarätige, internationale Vertreter der Finanz- und Wirtschaftswelt zum Asian Financial Forum im Hongkong zusammen. Während der zwei Tage werden sie Entwicklungen und Trends in den dynamischen Märkten Asiens und darüber hinaus diskutieren. Die Veranstaltung, die von der Regierung der Hong Kong Special Administrative Region (HKSAR) und dem Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) organisiert wird, steht diesmal unter dem Motto: Wachstum steuern und Innovation den Weg bereiten, in Asien und weltweit. In 2017 verzeichnete das Forum über 2.900 Teilnehmer, darunter mehr als 100 international renommierte Sprecher. Großes Interesse gab es auch an den Deal Flow Matchmaking Sessions, wo in über 600 Gesprächen mehr als 490 Projekte mit Investoren diskutiert wurden. Insgesamt arrangierte der Veranstalter seit dem Start dieser Sessions bereits 3.800 Meetings mit mehr als 1.800 Unternehmen.

Unter den Referenten 2018 finden sich Jacob J. Lew, bis 2017 Finanzminister der USA, David Lipton, First Deputy Managing Director des International Monetary Fund, Pierre Gramegna, Finanzminister von Luxemburg, Hu Huaibang, Chairman der China Development Bank Corporation, und Takehiko Nakao, Präsident der Asian Development Bank. Aus Deutschland kommt Dr. Andreas Dombret, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank. Sprecherin beim Keynote-Luncheon am 16. Januar ist in diesem Jahr die Expertin für AI und Robotics, Professor Daniela Rus, Director of Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) und Professor Electrical Engineering and Computer Science des MIT.

Angeboten werden den Besuchern des AFF zudem vorab arrangierte Meetings für Teilnehmer mit gemeinsamen Interessengebieten, der InnoVenture Salon für Startups, die ihre Geschäftsideen internationalen Investoren vorstellen möchten, eine Zone für kostenlose Finanz- und Serviceberatung sowie Sessions mit Projekteignern, die ihre Projekte möglichen Investoren präsentieren. Zur HKTDC-Homepage: http://bit.ly/2kpfT38

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Kontakt: Dr. Jochen Biedermann

Foto: Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) 

1 Jahr TechQuartier – FinTech-Szene in Frankfurt

Das TechQuartier feiert 1-Jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass werfen Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer von Ginmon, Thomas Schalow, Gründer von AsiaFundManagers.com, Andreas Mang von easyfolio und Christopher Schmitz, Autor der EY-Studie „Germany FinTech Landscape“, einen Blick auf die FinTech-Szene in Frankfurt und in der Rhein-Main-Neckar Region. Weiterlesen

EY-Start-Up Academy bahnt erfolgreiche Finanzierungsrunde für Frankfurter Start-Up an

  • Konsortium aus High-Tech Gründerfonds und Kapitalgebern des Business Angels FrankfurtRheinMain e.V. investiert mehr als 775.000 Euro in energy
  • Kontakt für Finanzierungsrunde bei EY Start-up Academy geknüpft
  • Hessischer Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir: Region Frankfurt/Rhein-Main hat deutschlandweit höchstes Wachstum an FinTech-Unternehmen

Das Frankfurter Jungunternehmen node.energy, ein Anbieter digitaler Lösungen für das Management sogenannter Microgrids (Vernetzung lokaler Stromquellen und -nutzer), sichert sich 775.000 Euro Wachstumskapital. Dies gaben die Investoren, bestehend aus dem High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Kapitalgebern des Business Angels FrankfurtRheinMain e.V., gestern bekannt. Der Kontakt zwischen den Investoren und node.energy wurde im Rahmen der EY Start-up Academy, einem dreimonatigen Programm für Tech- und FinTech-Start-ups, hergestellt. Die Abschlussveranstaltung der EY Start-up Academy, die in Kooperation mit der Deutschen Börse und dem TechQuartier (TQ) durchgeführt wird, fand am Dienstag im TQ im Westen der Mainmetropole nahe der Frankfurter Messe statt.

Frankfurt etabliert sich als Start-up Tech-Hub

Dass node.energy im Rahmen der EY Start-up Academy erfolgreich Beteiligungskapital in dieser Höhe einsammeln konnte, zeige, dass der Standort Frankfurt sich als Start-up-Hub für Tech-Unternehmen etabliert, so Christopher Schmitz, Partner bei EY und Kurator der Initiative. Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, der das TechQuartier mitinitiiert hat und politisch unterstützt, nannte das Gründungszentrum anlässlich des einjährigen Bestehens „einen Ort, an dem man sich vernetzt“. Die Region Frankfurt/Rhein-Main weise zum Beispiel deutschlandweit das höchste Wachstum an FinTech-Unternehmen auf. node.energy ist ein Start-up der Gründer Matthias Karger (35) und Lars Manuel Rinn (30), das sich auf die kaufmännische Optimierung von lokalen Energiekonzepten spezialisiert. Das Unternehmen richtet sich an Wohnungsgesellschaften sowie an Industrie- und Gewerbekunden. „Dass node.energy sowohl unsere Business Angels als auch den HTGF überzeugen konnte, ist ein schöner Beleg für die Qualität der Start-ups am Standort Frankfurt. Im konkreten Fall treffen eine praxisgerechte Innovation und ein erfahrenes Gründerteam zusammen. Dass es sich um ein Produkt für die bessere und effizientere Energienutzung handelt, freut uns besonders, da wir diesem Sektor verstärkte Aufmerksamkeit widmen“, sagt Dr. Burkhard Bonsels, Vorstandsmitglied bei den Business Angels FrankfurtRheinMain e.V., der sich an der Finanzierungsrunde auch persönlich beteiligt. Das frische Kapital soll in die Erweiterung des Teams sowie in die Weiterentwicklung der Plattform und Finanzierung des Markteintritts in Deutschland fließen.

Kontakte zu rund 40 Investoren hergestellt

An der EY Start-up Academy haben sieben ausgewählte Start-ups – Asteria, Creditlinks, EVANA AG, F ECTIVE AG, MES & DAK, StudySmarter und node.energy – teilgenommen. Sie haben in den vergangenen Wochen auf rund 30 Veranstaltungen unterschiedliche Investoren, Vertreter von Banken sowie Start-up-Experten getroffen. Auf der Abendveranstaltung gaben die sieben Unternehmen eine Abschlusspräsentation und wurden feierlich mit dem EY Start-up Academy Award gewürdigt. „Dieses Qualitätssiegel soll den Teilnehmern auf ihrem weiteren Wachstumsweg und im Kontakt mit Kapitalgebern, Behörden sowie Steuer- und Rechtsberatern helfen“, kommentiert Christopher Schmitz. „Wir haben im Rahmen der EY Start-up Academy sehr wertvolle Kontakte geknüpft und sowohl unsere Business Planung als auch unseren Investoren-Pitch signifikant verbessert“, erläutert Tilo Kraus, Co-Founder von CreditLinks, exemplarisch für die teilnehmenden Gründer. Insgesamt wurden Kontakte zu rund 40 Investoren im Rahmen der Workshops und Einzelgespräche hergestellt – einige der Teilnehmer befinden sich in Verhandlungen und Due Diligence-Phasen für weitere potenzielle Seed-Finanzierungsrunden.

Start-up-Ökosystem fördern

Die EY Start-up Academy wird im kommenden Jahr 2018 fortgesetzt, gegebenenfalls sogar auf weitere Gründermetropolen in Deutschland ausgeweitet. „Unser Ziel ist es, hochattraktive Rahmenbedingungen für Tech- und FinTech-Neugründungen mitzugestalten“, erklärt Christopher Schmitz. „Der Beitrag Frankfurts für das deutschlandweite Start-up-Ökosystem ist als enorm wichtig einzustufen“. FinTech-Experte Schmitz nennt vier Punkte, auf die sich die Kooperationspartner aus Privatwirtschaft, öffentlicher Hand und Bildung fokussieren sollten: Unternehmertum und Gründergeist zu fördern, Bürokratie abzubauen, an einem unternehmerfreundlichen Steuersystem mitzuwirken und eine bessere Verfügbarkeit von Wagniskapital zu gewährleisten.

FinTechRat: Empfehlungen zur digitalen Entwicklung

Der Parlamentarische Staatssekretär Jens Spahn hat vom FinTechRat eine Reihe von Handlungsempfehlungen entgegengenommen. Diese beinhalten Möglichkeiten, wie Deutschland seine Potentiale als FinTech-Standort weiter kräftigen und digitale Entwicklungen besser berücksichtigen kann. Nicht nur FinTech-Unternehmen, sondern auch Vertreter von Banken, Versicherungen und Wissenschaft haben zu dem Papier beigetragen.

Der FinTechRat ist ein ehrenamtliches Expertengremium. Er berät das Bundesministerium der Finanzen zu Fragen der digitalen Finanztechnologie, insbesondere zu (informations-) technologischen Entwicklungen, ihren Potentialen, Chancen und Risiken sowie zu den staatlichen Rahmenbedingungen für digitale Finanzinnovationen in Deutschland. Der FinTechRat setzt sich zusammen aus Vertretern der Wissenschaft, Finanzwirtschaft und Behörden mit einschlägigen Kenntnissen und Erfahrungen.

Die konstituierende Sitzung des FinTechRates fand statt am 22. März 2017 unter dem Vorsitz von Jens Spahn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen. In diesem Jahr haben bereits vier Sitzungen des FinTechRats stattgefunden.

Die Emp­feh­lun­gen wurden verfasst von den Wirtschafts- und Wissenschaftsvertretern im FinTechRat. Es handelt sich dabei um Vertreter aus FinTechs, Banken und Versicherungen sowie Wissenschaftlern, die zur Digitalisierung des Finanzsektors forschen. Die im FinTechRat vertretenen Behörden (BMF, Bundesbank, BaFin) haben nicht an den Empfehlungen mitgewirkt.

Die Handlungsempfehlungen sollen Möglichkeiten aufzeigen, wie Deutschland seine Potentiale als FinTech-Standort weiter kräftigen und digitale Entwicklungen besser berücksichtigen kann; zum Beispiel im Bereich Infrastruktur, Zuwanderung oder auch durch die gezielte Pilotierung neuer Technologien. Das Bundesfinanzministerium wird insbesondere die Empfehlungen, die die eigene Zuständigkeit betreffen, sogfältig prüfen. Bei einigen Empfehlungen sind wir bereits tätig. So richtet die BaFin-Aufsicht künftig einen stärkeren Fokus auf die IT-Kompetenz in Geschäftsleitungen. Die IT der Banken wird immer wichtiger. Schwächen in der IT-Sicherheit können für Banken erhebliche Risiken darstellen. Diese IT-Risiken müssen auch Bankvorstände bewerten können. Dazu benötigen sie ein Mindestmaß an IT-Knowhow.

Reformvorschläge von Mitgliedern des FinTechRats

Quelle: Bundesministerium der Finanzen

TechQuartier-Geschäftsführer Schäfer: „Wir sind eine auf Innovation gestützte Gemeinschaft“

Es ist die zentrale Anlaufstelle der FinTech- und Start-up-Community im größten Finanzzentrum Kontinentaleuropas – und es feiert sein einjähriges Jubiläum: das Frankfurter TechQuartier. Ein Gespräch mit Geschäftsführer Dr. Sebastian Schäfer über das FinTech-Ökosystem in Frankfurt. Im Interview spricht er über die erreichten Meilensteine und welche Ziele sich das TechQuartier für die Zukunft gesteckt hat. Außerdem spricht er über die Unsicherheit der FinTech-Szene bezüglich des Brexit.

Herr Dr. Schäfer, Sie blicken auf ein Jahr TechQuartier zurück. Welche Meilensteine wurden in dieser Zeit erreicht?

Zunächst einmal freuen wir uns über den Zuspruch aus der Gründerszene. Mit rund 80 Start-ups haben wir inzwischen ein volles Haus. Wir hatten bereits in den ersten Monaten die ersten 1.600 Quadratmeter mit rund 110 Arbeitsplätzen vermietet. Im Juni kam dann eine weitere Etage mit 114 Arbeitsplätzen dazu. Von Tag eins an haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wie eine lebendige Community gestaltet sein muss. Denn es geht ja nicht nur um einen schönen Ort, an dem man arbeitet, sondern auch um Inspirationen, gegenseitiges Lernen und Netzwerken. Wir haben also Interessenten, Mitglieder und Unterstützer zusammen mit passenden Themen an einen Tisch gebracht – und dafür auch spannende Formate entwickelt, die sehr erfolgreich gestartet sind. Zum Beispiel Landing Pad, Papillon, Money meets Idea, oder die Start-up Academy.

Mit der Erfahrung, die Sie gesammelt haben – wo sehen Sie weiteres Potenzial für das TechQuartier, wo die Stärken?

Man kann sich immer weiter verbessern. Unser Anspruch ist, ein global sichtbarer Hub zu werden. Dazu zählt auch ein stärkeres Engagement auf der Risikokapitalseite und die konsequente Vermarktung unserer Erfolgsgeschichten am Standort Frankfurt. Unsere Stärke ist ganz klar, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Der Brexit beschäftigt die Finanzbranche. Ist das auch ein Thema bei FinTechs?

Natürlich sprechen wir in der Szene über den Brexit und mögliche Folgen. Wir merken, dass die Unsicherheit groß ist. Da momentan niemand genau weiß, wie es weitergeht, sind in erster Linie indirekte Effekte spürbar. Wenn zum Beispiel ein FinTech aus Asien nach Europa kommen möchte, wäre die Standortwahl früher sicher auf London gefallen. Jetzt ist Frankfurt eine Option, über die man nachdenkt. Wir merken das zum Beispiel daran, dass sich für unser letztes LandingPad, bei dem wir die Möglichkeit bieten, den FinTech-Hub Frankfurt kennenzulernen, FinTechs aus über 20 Ländern beworben haben. Dieses Interesse eröffnet Frankfurt und der Region die Chance, sich dank gezielter Maßnahmen zum „Powerhouse“ der Innovation zu entwickeln.

Wenn Sie nach vorne schauen: Welche Ziele hat sich das TechQuartier für die Zukunft gesteckt?

Unsere Ziele sind klar definiert: Mehr Start-ups, mehr Partnerschaften, mehr Erfolgsgeschichten. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass Frankfurts Gründerszene internationale Strahlkraft entfaltet.

Vielen Dank für das Gespräch.