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Transactions 20 – Trends und Impulse für die digitale Finanzbranche

Jagen internationale Tech-Riesen wie Google und Facebook den Banken die Kunden ab? Wie verantwortungsvoll handelt die FinTech-Branche? Und hat Bargeld eine Zukunft? Die Transactions 20 bringt am 19. November 2020 zum zweiten Mal nationale und internationale Vordenker*innen aus der Digitalisierungs- und Finanzszene zusammen. Außerdem wird auf der Transactions zum 7. Mal den Preis für das FinTech des Jahres verliehen.

Hinter dem Event Transactions 20 steht Payment & Banking (PBA Experts GmbH):

“Wir sind überzeugt: Payment und Banking hat das Potenzial, die digitale Wirtschaft als Ganzes voranzutreiben und dabei immer am Puls des Kunden zu sein. Deshalb gibt es die Transactions. Hier treffen sich alle, die die digitale Zukunft der Finanzbranche denken”, sagt Nicole Nitsche, Head of Marketing and Communications bei Payment & Banking.

Neben Edward Snowden, Verena Pausder, Aya Jaff, Sascha Lobo und vielen weiteren Rednern werden über 1.000 Gäste aus der gesamten Industrie, von etablierten Banken und Konzernen, von Start-Ups sowie Neueinsteiger*innen vor Ort und via Livestream erwartet.

Das Programm finden Sie hier.

Zur Anmeldung: Transactions 20 (eventbrite).

 

Robo Advisor

niiio finance group entwickelt neuen Robo-Advisor

Die börsennotierte niiio finance group AG entwickelt gemeinsam mit der FiNet Asset Management AG als lizensierten Vermögensverwalter einen Robo-Advisor der zweiten Generation. Die Markteinführung des neuen Robos soll im Laufe des Jahres 2021 erfolgen.

Robo der 2. Generation mit algorithmisch-optimierten Wertpapierportfolien

Der neue Robo der zweiten Generation wird auf algorithmische Intelligenz basieren. Das algorithmische Portfolio wird automatische Ein- und Ausstiegssignale liefern und soll die Modelle der ersten Generation deutlich überholen.

CEO Johann Horch: „Wir kombinieren unsere Expertise aus der Vermögensverwaltersoftware mit unserem technischen Know-how aus dem Robo-Bereich und entwickeln eine neue attraktive Robo-Lösung, die großes Marktpotenzial hat.“

Bei den Robos der ersten Generation stellen meist Vermögensverwalter verschiedene Wertpapierdepots auf der Basis der Risikoneigung der Endkunden zusammen. Dieses Konzept offenbarte jedoch nicht zuletzt während des Börsencrashs im Frühjahr 2020 offenkundige Schwächen. Zahlreiche Robo-Advisor-Depots erlitten deutliche Kursverluste.

CEO Johann Horch erklärt: „Nahezu alle Robos auf dem deutschen Markt bieten bislang nur einen voll digitalen Anmeldeprozess. Doch bei der eigentlichen Zusammenstellung eines Depots agieren diese mit den klassischen Methoden des Asset Managements. Keine Spur von künstlicher Intelligenz. Wir wollen das ändern und für unsere Geschäftskunden einen Algorithm as a Service auch für Robo-Advisors anbieten.“

Erfahren Sie mehr über den Robo-Advisor der zweiten Generation.


Die niiio finance group AG ist Anbieter von Cloud Banking Software mit Fokus auf das Vermögensmanagement. Als „Full-Service-Provider“ digitalisiert das Unternehmen die Prozesse seiner Kunden, damit sie effizient, flexibel und rechtssicher arbeiten können.

 

Text von niiio finance group

Bild von Tumisu / pixabay

Mehr Themen

Oliver Wyman Analyse: Online-Wertpapier-Brokerage

Back in Business: Crifbürgel sorgt mit Online-Portal für finanzielle Transparenz

Ausgezeichnete Start-ups – FinTechGermany Awards vergeben

Top-Leistung in schwierigen Zeiten: Acht Finanz-Startups sind am 17. September 2020 in Frankfurt mit den FinTechGermany Awards ausgezeichnet worden – seit fünf Jahren der wichtigste FinTech-Preis im deutschsprachigen Raum. Bei der Verleihung feierten in den Tatcraft New Hardware Studios gut 200 FinTech- und InsurTech-Enthusiasten, Banker und Investoren die Gewinner. Den Livestream verfolgten zahlreiche weitere Interessierte.

Die begehrte Auszeichnung wurde in acht Kategorien vergeben:

  • Kategorie
  • Seed Stage
  • Early Stage
  • Late Stage
  • Growth Stage
  • Foreign New Entrant to Germany
  • Insurtech
  • Artificial Intelligence
  • Blockchain
  • 1. Platz
  • Tangany
  • Myos
  • Penta
  • Raisin
  • Qonto
  • Getsafe
  • Hawk AI
  • Cashlink

Insgesamt hatten sich mehr als 220 Startups und Scaleups aus Deutschland und weltweit Anfang des Jahres beworben oder wurden von der Jury nominiert. Die Jury hat anschließend eine Shortlist von 43 Startups erarbeitet. Vergeben wird der prestigeträchtige FintechGermany Award bereits seit 2016 – dieses Mal fand die Verleihung wegen der Corona-Pandemie und der deshalb nötigen Hygiene- und Abstandsregeln erstmals als hybrides Event statt und nicht wie üblich im Tech Quartier an der Frankfurter Messe.

Dr. Jens Zinke, Geschäftsführer WM Gruppe/Börsen-Zeitung, die den Award seit 2016 als Medienpartner und Mitveranstalter begleitet, sagt: „Zum fünften Mal wurden die FinTech Germany Awards vergeben und wieder einmal zeigte sich, wie hoch die Leistungsdichte bei den jungen und innovativen Unternehmen der Finanzbranche ist. Ein großes Lob allen Teilnehmern, alle Bewerbungen hatten eine hohe Qualität, die sich auch im internationalen Vergleich wirklich sehen lassen kann.“

Michael Mellinghoff, Managing Director von TechFluence UK, Co-Organisator und Co-Head der Jury: „Für die hochkarätig besetzte, 19-köpfige Jury war es dieses Jahr eine ganz besondere Herausforderung, die Top-FinTechs aus ganz Deutschland unter so vielen wirklich großartigen Bewerbungen aufzuspüren. Besonders freut uns, dass es dieses Jahr mit Raisin ein Unternehmen geschafft hat, unseren Award bereits zum zweiten Mal mit nach Hause zu nehmen.“

Dr. Lutz Raettig, Präsident der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance: „Die diesjährige Auflage des FinTechGermany Awards hat erneut unter Beweis gestellt, dass junge Finanzunternehmen sich neben den Platzhirschen etablieren können und die Quelle an Ideen für neue Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen nicht versiegt.“

Die vollständige Liste der Platzierten:

  • Kategorie
  • Seed Stage
  • Early Stage
  • Late Stage
  • Growth Stage
  • Foreign
  • Insurtech
  • Artificial Intelligence
  • Blockchain
  • 1. Platz
  • Tangany
  • Myos
  • Penta
  • Raisin
  • Qonto
  • Getsafe
  • Hawk AI
  • Cashlink
  • 2. Platz
  • Spherity
  • Trade Republic
  • Fraugster
  • N26
  • SumUp
  • -*
  • -*
  • -*
  • 3. Platz
  • Crypto Tax
  • Arabesque S-Ray
  • FinTecSystems
  • Mambu
  • Klarna
  • -*
  • -*
  • -*

*In den Kategorien Insurtech, Artificial Intelligence und Blockchain wurden keine zweiten und dritten Plätze vergeben.

Impressionen FintechGermany Award 2020

 

Fotos: Kaleidomania / Axel Gaube

Oliver Wyman Analyse: Online-Wertpapier-Brokerage

Die Turbulenzen an den Aktienmärkten infolge der Corona-Krise trieben die Aktivitäten der Anleger nach oben und führten zu neuen Rekordzahlen. Sowohl die Zahl der Anleger als auch der Transaktionen nahm deutlich zu. Die jüngsten Entwicklungen unterstreichen die Bedeutung des Wertpapierhandels als attraktive provisionsbasierte Ertragssäule für die deutsche Bankenwelt. Oliver Wyman geht dabei von mehr als 1 Milliarde Euro pro Jahr „nur“ für Orderprovisionen und sonstige Gebühren der Brokerage-Anbieter aus und bemisst – neben einem erwarteten nachhaltigen Wachstum des zugrundeliegenden Marktes – eine Ertragskraft von jährlich rund 10 Milliarden Euro für den breiteren deutschen Wertpapiermarkt für Privathaushalte.

Diese Ertragssäule ist jedoch unter Beschuss und der Kampf um die nächste Milliarde an Erlösen ist eröffnet. 

Neue Anbieter (FinTechs) greifen mit Low-Cost-Angeboten und innovativer Bedienung via App an und graben somit den direkten Zugang zu der zukunftsträchtigen Kundenschicht der jungen Berufstätigen ab, gleichzeitig haben in den USA Ende 2019 mehrere Anbieter angeführt von Charles Schwab eine Gebührensenkung auf bis zu Null durchgeführt und könnten somit Vorbild für den deutschen Markt werden. Nicht zuletzt ist durch den zuerst geplanten Verkauf des Anbieters Flatex (FinTech Group) und der darauffolgenden angekündigten Übernahme des Wettbewerbers Degiro sowie dem Markteintritt von „Low-Cost-Anbietern“ wie Trade Republic, justTrade, Gratisbroker und weiteren auch hierzulande Bewegung im Markt.

Für das Management etablierter Anbieter besteht die Notwendigkeit, sich für eine von zwei klaren strategischen Stoßrichtungen zu entscheiden:

    • Eine defensive Konsolidierung mit dem Ziel, das Geschäft nicht weiter auszubauen, aber kostenschonend beizubehalten oder
    • Eine progressive Transformation mit dem Ziel, die Kundenbasis hin zur kritischen Masse weiter auszubauen und die Kundenschnittstelle breiter zu besetzen, etwa über eine Expansion in verwandte Kundengruppen und -angebote und/oder über eine intelligente Verzahnung mit dem restlichen Bankangebot

Die Analyse „Online-Wertpapier-Brokerage 2020“ von Oliver Wyman gibt einen Überblick über den deutschen Wertpapiermarkt, ordnet relevante Anbieter ein und zeigt Ertragshebel sowie strategische Optionen für Anbieter auf, um auch in Zukunft in diesem Markt bestehen zu können.

 

Die vollständige Analyse finden Sie hier als PDF-Datei: Online-Wertpapier-Brokerage.

Bild: mohamed Hassan/Pixabay

CRIF Bürgel Veranstaltungen: Innovations in Credit & Fraud

1 Woche – 10 Webinare – 100 Prozent Wissen: Unter diesem Motto findet in diesem Jahr das Event „Innovations in Credit & Fraud“ von CRIF Bürgel statt.

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Crifbürgel sorgt mit Online-Portal für finanzielle Transparenz

Fundierte Informationen über Geschäftspartner oder Lieferanten sind in Krisenzeiten noch wichtiger, als bei guter Wirtschaftslage. In diesem Sinne hat CRIFBÜRGEL mit Back in Business ein Online-Portal entwickelt, das Unternehmen in Deutschland ermöglicht, den Markt wissen zu lassen, dass sie wieder im Geschäft sind. Unternehmen, die ihre Geschäftsbeziehungen mit Kunden, Lieferanten, Händlern und Importeuren wieder aufbauen und stärken, werden somit unterstützt, finanzielle Transparenz zu zeigen.

Unternehmen profitieren von der Back in Business Initiative auf mehreren Ebenen. Zunächst bietet ihnen das Portal eine einfache und kostenlose Möglichkeit, ihren Geschäftspartnern und Lieferanten ein aktuelles Bild ihrer wirtschaftlichen Performance zu vermitteln und damit ihre Aktivitäten in Hinblick auf ein zukunftsorientiertes Unternehmertum zu belegen.

Als Teil des Back in Business-Netzwerks profitieren Unternehmen darüber hinaus noch von exklusiven Zugängen zu Webinaren und Services.

Erfahren Sie mehr unter https://backinbusiness.crif.com/de


Text: CRIFBÜRGEL

Europa mangelt es an einheitlichen Regeln – Marc Roberts im Interview mit Franz Công Bùi (Börsen-Zeitung)

Am 16. Juni wurde die European Fintech Association (EFA) in Brüssel gegründet. Sie will als Interessenvertretung europäischer Fintechs Themen der digitalen Finanzagenda in der EU vorantreiben. Marc Roberts, Vorsitzender des EFA-Boards, spricht im Interview über Ausrichtung, Ziele und Potenziale des Verbands.

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Neue, innovative Konferenz für digitales Finanzwesen

Die erstmalig ausgerichtete Frankfurt Digital Finance Conference bringt Entscheidungsträger und Innovatoren aus der Finanzindustrie – Unternehmen , Start-ups, Politiker, Investoren, Regulierungsbehörden und Wissenschaftler – auf einer neutralen Plattform in Frankfurt am Main zusammen. Wir haben mit den Organisatoren der Konferenz, Corinna Egerer und Max Hunzinger, über FinTech-Trends, den Standort Frankfurt und den Mehrwert der Veranstaltung gesprochen.

Welche Leistungen stehen im Bereich FinTech zur Zeit besonders im Fokus des Interesses?

„Neben den bekannten Verdächtigen wie Artificial Intelligence-Anwendungen, Blockchain-Lösungen und Payment stehen im Moment digitale Identitäten im Fokus. Darüber hinaus ist Open Banking immer noch ein großes Thema, um die Chancen, die sich aus der PSD2 Richtlinie ergeben, umfassend zu nutzen. IT Security ist und bleibt eine sehr zentrale Herausforderung. Und nicht zuletzt sind Leistungen, die ein besseres Kundenerlebnis -– B2:B wie B2:C – ermöglichen, sehr bedeutsam. All diese und weitere Themen werden wir auf der Frankfurt Digital Finance diskutieren.“

Was können Veranstaltungen wie die Frankfurt Digital Finance Konferenz für die verschiedenen Mitglieder der FinTech Community leisten?

„Veranstaltungen wie die Frankfurt Digital Finance bringen Menschen zusammen, die ähnlich gerichtete Interessen haben, aber aus unterschiedlichen Unternehmen, Institutionen und Bereichen kommen: Von den Erfahrungen anderer zu lernen, sich kennenzulernen, auszutauschen, und auch gemeinsam neue Projekte anzustoßen, all das kann ein solches Treffen leisten. „Better Together“ ist das Motto der Frankfurt Digital Finance. Hier reden Teilnehmer aus etablierten und neuen Unternehmen, aus der Wissenschaft, aus dem Kreis der Investoren und der Politik auf Augenhöhe miteinander. Nicht zuletzt gibt es einen „Corporate Challenge“ zur Frankfurt Digital Finance, bei dem Teams von unterschiedlichen Unternehmen Ideen und Konzepte zur besseren Vernetzung von Firmen und Startups entwickeln, um gemeinsam Werte zu schaffen.“

Warum haben Sie den Finanzplatz Frankfurt als Standort für diese Konferenz gewählt?

„Frankfurt kann als Ökosystem mit etablierten und neuen Playern ein führender Digital Finance Standort in Europa werden. Hier gibt es nicht nur die notwendige Branchen-Expertise, sondern auch belastbare Netzwerke und die notwendigen finanziellen Ressourcen, um innovative Projekte entlang der Finanzierungskette zu begleiten. Das müssen wir noch stärker kommunizieren – die Frankfurt Digital Finance soll einen Beitrag hierzu liefern.“

Weitere Informationen zur Veranstaltung und Anmeldemöglichkeiten bietet die Website frankfurt-digital-finance.de.

Advanced Analytics und Artificial Intelligence werden an Bedeutung gewinnen

Christopher Schmitz, Partner und FinTech-Experte bei Ernst & Young (EY), erzählt im Frankfurt Main Finance-Interview, was das FinTech-Ökosystem Rhein-Main kennzeichnet und warum es in Zukunft noch engere Kooperationen zwischen FinTechs und traditionellen Unternehmen wie Banken, Versicherern und Asset Managern geben wird.

Die Investitionen in deutsche FinTechs gemessen an der durchschnittlichen Deal-Größe sind seit 2012 stetig gestiegen. Wird sich diese Entwicklung fortsetzen?

Nach unserer Einschätzung wird sich der Trend zur Vergrößerung der Deal-Größen weiter fortsetzen. Einige der FinTechs, die in den vergangenen Jahren in Deutschland gegründet wurden, haben Erfolge auf der Marktseite im B2C- oder im B2B-Segment erzielen können. Internationale Investoren haben deutsche FinTechs als lohnenswerte Investment-Objekte für sich entdeckt. Diese umfangreichen Finanzierungsrunden ermöglichen den FinTechs, ihr Geschäft weiter zu internationalisieren und ihren Growth-Pfad weiter erfolgreich zu bestreiten. Mit dem Erfolg steigen auch die Bewertungen der FinTechs, zuletzt bis auf Werte von ca. 2 Mrd. € für die erfolgreichsten Start-ups. Dies treibt weiterhin die durchschnittlichen Deal-Größen nach oben.

Der Fokus des FinTech-Ökosystems im Rhein-Main-Gebiet liegt auf „Enabling Processes & Technology“ sowie „InvesTech“. Darüber hinaus: Was genau macht für Sie das FinTech-Ökosystem im Rhein-Main-Gebiet aus?

Das FinTech-Ökosystem Rhein-Main ist im Vergleich zu anderen deutschen Fintech-Hubs durch eine starke Ausrichtung auf B2B-Geschäftsmodelle, eine sehr erwachsene Gründerpopulation sowie die Nähe zu und den aktiven Austausch mit den potenziellen Kunden geprägt. Ein signifikanter Anteil der Gründer im Ökosystem verfügt über langjährige Erfahrung aus Banken, Versicherungen oder Asset Managern und nutzt diese Erfahrung um seine Geschäftsmodelle an den konkreten Problemen seiner Kunden auszurichten. B2B-Geschäftsmodelle erfordern dabei im Seed- und Growthbereich im Vergleich zu B2C-Geschäftsmodellen deutlich weniger Kapital, da die Kundenakquisition nicht über die klassischen Onlinemedien mit entsprechend hohem Marketingaufwand erfolgt, sondern durch direkte Kundenbeziehungen zu den potenziellen Abnehmern ihrer Leistungen. Hierdurch gestaltet sich zwar der B2B-Verkaufszyklus deutlich länger und komplizierter, aber häufig schaffen die B2B-Dienstleister bei erfolgreicher Akquisition einen schnelleren Break Even. Gerade die Nähe zu Regulatoren, Kunden und die Offenheit des Ökosystems sowie die gute internationale Vernetzung am Standort ermöglichen eine schnelle Evolution der Dienstleistungsangebote.

Wie sieht Ihr Ausblick auf das Jahr 2019 aus? Auf welche FinTech-Trends sind Sie besonders gespannt bzw. auf welche Trends sollten wir uns einstellen?

Wir werden eine noch engere Kooperation zwischen FinTechs und den traditionellen Anbietern erleben. Banken, Versicherer und Asset Manager kommen aufgrund der stetig zunehmenden Innovationsgeschwindigkeit, ihrer Legacy Infrastruktur und ihrer vergleichsweise langsamen kulturellen Transformation gar nicht umhin, ihre digitalen Ökosysteme unter Mithilfe und Einbeziehung von FinTechs zu gestalten. Rein disruptive Ansätze finden sich nur vereinzelt bei erfolgreichen Start-ups, die Kooperation tritt in den Vordergrund. Open Banking und die API-/Plattformökonomie werden zu zentralen Feldern der zukünftigen Positionierung von etablierten wie auch von neu in den Markt eintretenden Spielern. Die beginnende Konvergenz der Wertschöpfung über Branchengrenzen hinweg in neu entstehenden Marktplätzen in Bereichen wie Mobility, Digital Health, Smart Cities oder Smart Home erfordert ein Umdenken in der Finanzdienstleistungsbranche über die Art, wie Kundenbeziehungen gewonnen und gehalten werden können. Die Themen Advanced Analytics und Artificial Intelligence werden in diesem Kontext noch mehr an Bedeutung gewinnen, und FinTechs werden einen großen Teil der kundenzentrierten Innovation als Partner und Dienstleister der Finanzdienstleistungsbranche vorantreiben.

Frankfurt ist der Finanzplatz der kurzen Wege

Welche Trends werden das FinTech-Jahr 2019 auszeichnen und vor welchen Herausforderungen steht das Frankfurter FinTech-Ökosystem? Im Interview gibt Björn Godenrath, Redakteur bei der Börsenzeitung und FinTech-Experte, einen Ausblick auf das Frankfurter FinTech-Jahr 2019.

Das Frankfurter Fintech-Ökosystem zeichnet sich durch seine Nähe zu den großen und ‚etablierten‘ Banken aus. Inwiefern profitieren aufstrebende FinTechs sowie die Banken von der räumlichen Nähe?

Frankfurt kann als Finanzplatz der kurzen Wege eine sehr gute Brutstätte für FinTechs sein, die die Nähe zum lokalen Bankensektor suchen. Deshalb siedeln sich am Main vor allem B2B-Fintechs an, die Banken als technologischer Dienstleister bei der vielfältigen Digitalisierung unterstützen. Aktuelle Daten von PwC zeigen zum Beispiel, dass diese Form der Zusammenarbeit bereits weit verbreitet ist. Dabei kann in Frankfurt das TechQuartier als Ankergrund fungieren.

Allerdings sind auch Berliner und Münchener FinTechs mobil genug, um Kontakt und Geschäftsanbahnung in Frankfurt zu vollziehen – zudem lässt sich ja beobachten, dass „Frankfurter Geld“ auch gerne in Berlin vor Ort ist, um dort Investments zu tätigen bzw. Fintech- Kooperationen einzugehen. Das finanzielle Engagement Frankfurt Banken (Corporate VC) im FinTech-Sektor ist leider als enttäuschend einzustufen, was die Frage aufwirft, ob die Institute bei der Digitalisierung nicht immer noch zu wenig beherzt vorgehen – und dabei Chancen liegen lassen. Zudem sind alle Akteure des Finanzplatzes dazu aufgefordert, den Rahmen dafür zu schaffen, dass große internationale VC-Fonds Frankfurt auf der Agenda haben – das TechQuartier ist dafür (derzeit) offenbar nicht das geeignete Drehkreuz.

Welche FinTech-Trends sehen Sie für das Jahr 2019? Welche Trends sind für Sie besonders spannend?

Ich fürchte, es ist absehbar, dass einige FinTechs die Segel streichen müssen, weil zum einen Geschäftsmodelle nicht aufgehen und zum anderen mitunter keine Anschlussfinanzierungen zur Verfügung stehen – was ganz normal ist. Außerdem könnten einige B2B-Kooperationen platzen, da sich Hoffnungen nicht erfüllen lassen – so wie bei Vaamo mit Santander Deutschland. Das mündet dann in eine gewisse Konsolidierung des Sektors, was auch zu grenzüberschreitenden Zusammenschlüssen führen kann, um vorhandene Kundenbasis und Technologie zu nutzen. Daraus können dann gestärkte FinTech-Player hervorgehen.

Positiv ist, dass zunehmend ausländisches Kapital in deutsche FinTechs fließt, was ambitionierten Geschäftsmodellen zu Gute kommt – die N26-Finanzierung zu einer Bewertung von mehr als zwei Milliarden Euro spricht da Bände. Davon werden wir 2019 hoffentlich noch mehr sehen. Außerdem erwarte ich, dass sich in diesem Jahr der Erfolg von Geschäftsmodellen abzeichnen wird, die auf der Bezahlverordnung PSD2 beziehungsweise dem Open Banking mittels APIs, also der Öffnung von Bankendaten für Drittanbieter, für den Datentransport fußen – dazu zählt für mich auch die Plattform-Strategie der Deutschen Bank. Zudem erwarte ich, dass es in Deutschland zur Jahresmitte einen gewissen gesetzlichen Rahmen für Kryptowährungen  geben wird, sodass Marktakteure nicht mehr schutzlos in die Nachregulierung laufen. Die Börse Stuttgart plant ja die Aufnahme des Krypto-Handels für Frühjahr/Sommer. Darüber hinaus bietet die Tokenisierung von Assets große Möglichkeiten, um Vermögenswerte (wie in Real Estate) liquide zu machen – was dann wiederum Futter ist für unsere Börsenplätze.

Mit Creditshelf ist erstmals ein reines FinTech-Unternehmen an den Kapitalmarkt gegangen. Könnte Creditshelf hier ein Vorbild für andere etablierte Finanztechnologie-Unternehmen sein?

Na klar – sofern sich hier Investoren finden, die zur angestrebten Bewertung Anteile zeichnen. Bislang ist das Motto im FinTech-Sektor ja, möglichst lange über private Funding-Runden Kapital aufzunehmen, um dann erst mit gesteigerter Bewertung und Unternehmensreife an den Markt zu gehen – was auch den grundsätzlichen Kapitalmarkterfordernissen entspricht. Das Beispiel Creditshelf zeigt aber, dass man eine solche Platzierung auch schon in sehr frühem Stadium durchziehen kann, was natürlich die Hoffnung nährt, dass dies Nachahmer animiert, ein Frankfurter Listing zu suchen – im Venture Network der Deutschen Börse befinden sich ja einige Kandidaten, die an die Kapitalmarktfähigkeit herangeführt werden. Als konkreten IPO-Kandidaten vielleicht auch schon für dieses Jahr sehe ich die Solaris Bank aus Berlin.