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On The Move – die Digitalisierung der Finanzwirtschaft

Top Master Studenten von umliegenden Business Schools waren eingeladen den Frankfurt Finance Summit zu besuchen. Mariam Abdelhady, Master of Finance Studentin an der Frankfurt School of Finance & Management, reflektiert hier ihre Eindrücke.

Am 12. Mai 2016 hatte ich die großartige Gelegenheit, bei dem 6. Frankfurt Finance Summit dabei zu sein. Dieser wird von Frankfurt Main Finance e.V. (FMF) in Kooperation mit dem Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung (FIRM) organisiert.

Der jährliche Summit hebt die wichtige Rolle Frankfurts als Zentrum für finanzielle Stabilität und Bankenregulierung in der Eurozone hervor. Es versammeln sich Zentralbänker, Regulatoren, Repräsentanten von Aufsichtsbehörden, Akademiker, Finanzpolitiker und Fachleute, um gemeinsam finanzielle Problemstellungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren.

Der Fokus des Summit 2016 war die Digitalisierung und deren Auswirkung auf die verschiedenen Akteure des Finanzmarktes. Die Diskussionen und Reden waren in vier Teile unterteilt:

Digitalisierung – Das Erwachen der FinTechs

Der Sprecher des FMF Präsidiums, Dr. Lutz R. Raettig, hielt die Eröffnungsrede des Summit, worin er seine Freude über das Bestehen des mittlerweile 6. Summit in Folge zum Ausdruck brachte. Weiterhin griff er den Titel des Summit auf und machte klar: Wir sind immer „On The Move“, entweder freiwillig oder weil wir in diese Richtung geschoben werden. Im Rahmen der Digitalisierung, die den Hauptschwerpunkt des diesjährigen Summits setzte, machte er deutlich, dass die Anzahl der FinTech-Unternehmen in der Region, vor allem in Frankfurt, ansteige. Der Grund dafür sei, dass Frankfurt die idealen Konditionen für FinTechs liefere: Zum einen durch die Nähe zu Regulatoren, zum anderen biete die Stadt eine geeignete Umgebung, um sich im Business international aufzustellen.

Der hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung Tarek Al-Wazir unterstützte diese Ansicht. Er hob in seiner Rede hervor, dass die Stadt Frankfurt ihr FinTech-Zentrum in vier Monaten eröffne mit dem Ziel, die Kommunikation zwischen Start-ups, Banken und Regulatoren zu verbessern. Dies wiederum ziehe Investoren an und würde die Positionierung der Stadt als „innovative Lokation für IT-getrieben Start-ups im Finanzsektor“ verbessern. Darüber hinaus sagte Al-Wazir, dass sich der Finanzsektor aufgrund der ökonomischen und regulatorischen Konditionen und der Digitalisierung, die den Fokus des Summit darstellte, fundamental verändere.

SWIFT CEO Gottfried Leibrandt erklärte die Konzepte Blockchain und Bitcoin sowie deren mögliche Auswirkungen auf den Bankensektor und SWIFT. Dennoch glaubt er, dass Banken dies überstehen werden, genau wie in den 90er Jahren während der ersten Welle der FinTech-Branche, des Aufstiegs von Online-Banking und des elektronischen Handels. Der Schlüssel für Banken sei, diese Innovationen zu nutzen, um sich die Arbeit zu erleichtern und FinTechs nicht zu erlauben, ihre Arbeit zu übernehmen. Hierbei scheine die größte Gefahr Cyber Security zu sein. Hauke Stars, Vorstandsmitglied der Deutschen Börse AG, glaubt, dass nur die Institutionen überleben werden, die sich an die verändernde Umwelt anpassen können. In Übereinstimmung mit dieser Sichtweise ist Roland Boekhout, Vorstand der ING-DiBA AG, der Meinung, dass die Kooperation mit FinTechs essenziell ist, da deren Technologie und Services für ihre Kunden interessant sein könnten.

Die Neudefinition des Banking – Regulatorische und wirtschaftliche Herausforderungen

Ein weiteres interessantes, heiß diskutiertes Thema des Summit war die Fusion zwischen Deutscher Börse und London Stock Exchange. Carsten Kengeter, CEO der Deutschen Börse, erklärte alle Schritte bis zum Fusionsprozess sowie die Auswirkungen des Abkommens am Kapitalmarkt und die damit verbundenen Vorteile.

Weiterhin thematisierte dieses Panel die potenziellen Auswirkungen der Kapitalmarktunion auf den Bankensektor, zukünftige Regulierungen und die Auswirkungen von einem voraussichtlichen Basel 4 sowie die Zukunft einiger Finanzinstitute, die Änderungen von Vorschriften und die sich entfaltende Digitalisierung. Obwohl die Regulierungen in der Vergangenheit im Bankensektor zu mehr Belastbarkeit geführt haben, könnten neue Regulierungen die Durchführung von Aktivitäten erschweren, da Banken verhindern, angestrebten Profit zu realisieren. Bezüglich der Auswirkungen auf die Digitalisierung und FinTechs auf den Bankensektor wird vermutet, dass diese die Geschäftsmodelle von Banken grundlegend verändern werden. Aufgrund dessen ist es wesentlich, für Kontrollbehörden die richtige Balance zu finden zwischen der Förderung von Innovationen und dem Schutz von Kunden innerhalb des gesamten Finanzsystems.

Tektonische Verschiebung – Wohin wird sich die Finanzwelt entwickeln?

Die Rede des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble konzentrierte sich auf das vorgeschlagene Referendum für den Brexit und dessen Auswirkungen auf die Zukunft der Finanzwirtschaft in der EU. Weiterhin steht er dafür ein, dass Großbritannien in der EU bleiben sollte, aufgrund der großen Bedeutung des Landes für die Union. Sollte das Ergebnis des Referendums anders ausfallen, würde die Exit Phase sofort beginnen. Herr Schäuble glaubt, dass der Prime Minister David Cameron einen guten Deal verhandelt hat und kein weiteres Entgegenkommen und keine Rückverhandlungen möglich seien im Fall einer mehrheitlichen Wahl für den Austritt Großbritanniens aus der EU. Er stellte fest: „In means in, and out means out“, mit allen Konsequenzen, die die Entscheidung haben könnte. Darüber hinaus hob Bundesfinanzminister Schäuble hervor, dass es zusätzlich zu den einzelnen Kontrollmechanismen, weiterhin andere Bereiche der Bankregulation gibt sowie Staatshaushalt, Politik und Sicherheit, die in Zukunft weiterhin verbessert werden sollen, mit oder ohne Großbritannien.

 Finanzielle Eingliederung

In einer Diskussion über die Bedeutung der Technologie des Finanzsektors erklärte Mr. Diwakar Gupta, Vizepräsident der Asian Development Bank, mit Indien als Beispiel, dass neue Technologien wie Mobile Banking dem Großteil der Bevölkerung in den ländlichen Gebieten ermögliche, auf Finanzdienstleistungen zuzugreifen. Darüber hinaus sollten Regierungen solche Technologien verwenden, beispielsweise um sicherzustellen, dass Subventionen auch wirklich die armen Menschen erreichen. Herr Gupta glaubt, dass die größte Herausforderung für technologiebasierte Finanzdienstleistungen darin liegt, die Menschen zu motivieren, es zum ersten Mal zu verwenden.

Insgesamt war der Summit eine tolle Erfahrung, denn er zeigte die Hauptthemen auf, die den Finanzsektor sowie seine Hauptakteure in naher Zukunft betreffen. Darunter waren Erkenntnisse von erstklassigen Fachleuten sowie Finanzpolitikern und Regulatoren des Bereichs. Solche einzigartigen Erfahrungen, die die Frankfurt School ihren Studenten bietet, zusammen mit akademischer Exzellenz ist es, was sie von anderen Schulen und Universitäten unterscheidet.

BaFin unterstützt aktiv Unternehmensgründer und FinTechs

Als Kombination aus den Worten „Financial Services“ und „Technology“ versteht man unter FinTechs junge Unternehmen, die mit Hilfe technologiebasierter Systeme spezialisierte und besonders kundenorientierte Finanzdienstleistungen anbieten. Dabei gibt es verschiedene Geschäftsmodelle, die je nach Ausgestaltung eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erfordern. Die aktuell häufigsten Modelle sowie aufsichtsrechtlichen Hinweise sind:

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FinTechs verändern Finanzbranche

„FinTechs werden die Banken nicht vernichten, aber sie werden ihre Erscheinungsform verändern“, sagte Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, während des Frankfurt Finance Summit. Aufgabe der Regulierer sei es, die jungen Unternehmen nicht zu behindern, sondern Raum für Innovationen zu schaffen. „Die Zeit ist reif für einen neuen Dialog über digitale Transformation“, so der Politiker.

Den gesamten Beitrag von Günther Oettinger sehen Sie im Video.

Hessen fördert aktiv den Ausbau eines FinTech-Zentrums in Frankfurt

Bereits im September 2016 soll das Frankfurter Fintech-Zentrum eröffnet werden, das kündigte Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung im Rahmen des Frankfurt Finance Summit an. Den Anstoß für dieses Zentrum hatte die hessische Landesregierung im vergangenen Dezember mit einer Ausschreibung gegeben. Ziel sei es, modernen Finanztechnologien in Frankfurt ein attraktives Umfeld zu bieten. FinTech-Neugründungen sollen begünstigt und etablierte FinTechs langfristig am Standort gehalten werden.

Den gesamten Beitrag von Tarek Al-Wazir sehen Sie im Video.

Die digitale Zukunft der Finanzbranche: Livestream zum Frankfurt Finance Summit 2016

Beim heutigen Frankfurt Finance Summit stehen Fragen zur Digitalisierung, der  Finanzmarktregulierung sowie deren Auswirkungen im Fokus. Die Digitalisierung bietet große Chancen für die Finanzwirtschaft – gleichzeitig ist sie eine große Herausforderung, die auch Fragen aufwirft: Wie wird die Zukunft der Finanzbranche aussehen? Wie wird sich die Zusammenarbeit zwischen etablierten Finanzinstituten und FinTech-Unternehmen gestalten? Dies sind nur einige der Fragen, die im Rahmen des Frankfurt Finance Summit 2016 diskutiert werden.

Die Veranstaltung wird von 10 Uhr bis etwa 17 Uhr live im Internet übertragen unter
www.frankfurt-main-finance.com/stream

Bereits seit 2011 kommen in Frankfurt hochkarätige Persönlichkeiten der nationalen und internationalen Finanzwelt zusammen und haben den Frankfurt Finance Summit als eine der führenden Veranstaltungen der Branche in Europa etabliert. Unter dem Motto „On the Move – The Future of Finance“ treffen sich in diesem Jahr Notenbankgouverneure, Regulierer, Vertreter der Aufsichtsbehörden, Finanzpolitiker, Wissenschaftler und Praktiker bereits zum sechsten Mal am Finanzplatz Frankfurt.

 

Frankfurt Finance Summit: On the Move

Der sechste „Frankfurt Finance Summit“ findet statt am Donnerstag, 12. Mai 2016. Unter dem Motto „On the Move – The Future of Finance“ diskutieren namhafte Finanzexperten, darunter Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister der Finanzen und Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Themen der Panels sind:

  • Redefining Banking – Regulatory and Economic Challenges
  • Digitalisation – The Dawning of FinTechs
  • Tectonic shift – Where will finance move to?

Die Konferenz findet statt im „Kap Europa“, Messe Frankfurt. Konferenzsprache ist Englisch.
Das Programm finden Sie hier.